Dubai - Asien 2011

23./24.11.2011 Wien - Dubai

Der Nachtflug nach Dubai war sehr kurzweilig. In den 5 1/2 Std. Flug sind wir nicht viel zum Schlafen gekommen. Nach der Landung um 6,30 h in der Früh ging es mit der Metro, die direkt am Flughafen eine Station hat, zum Hotel. Das Gepäck mußten wir im Kofferraum deponieren, da das Zimmer erst um 13 Uhr zur Verfügung stand. Somit machten wir uns gleich auf zum Stadtrundgang.

Wir schlenderten entlang dem Dubai Creek, einem 12 km ins Land reichenden Meeresarm und der Lebensader der Stadt. Hier ankern viele bauchige Holzschiffe, aus dem Jemen u. Iran. Am Kai stapeln sich Holzkisten, Jutesäcke, Autoreifen u. vieles mehr. Ein Stück weiter kommt man zu den alten Souks. In den engen, überdachten  Gassen ließen wir uns zuerst von den Düften des orientalischen Gewürz-Souk verzaubern u. um anschließend durch den Gold-Souk zu wandern, in dem sich ein Juwelier nach dem anderen befindet. Mit einem Wassertaxi (einem kleinen Holzboot für ca. 20 Personen) setzten wir auf die andere Seite des Creeks über.

 

Im Viertel Bur Dubai lebt Dubai`s Geschichte. Hier am Ende des Creeks begann im 18. Jhd. die Geschichte des Emirates. Es drängen sich aufwändig restaurierte, historische Windturmhäuser in den engen Gassen dicht aneinander. Wir fühlten uns hier wie in Indien. Es gibt viele Stoff- und Seidengeschäfte u. indische Schneider. Der Unterschied zu Indien ist, daß es hier sehr sauber u. gepflegt ist.

Im Dubai-Museum wird das Leben des traditionellen Dubai anhand lebensgroßer Puppen dargestellt; Geräusche untermalen die Kulisse.

Die Zeit verging wie im Flug. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, besuchten wir noch die größte Shopping-Mall der Welt. Sie beherbergt 1.200 Geschäfte, 160 Restaurants u. Cafe`s u. einen großen Eislaufplatz. Sie beherbergt auch ein Aquarium und einen Unterwasserzoo. Durch eine große Glaswand von 33 m Breite u. 8 m Höhe kann man die 30.000 Meeresbewohner, darunter 400 Hai und Rochen besichtigen. Man kann in dem Becken sogar tauchen oder schnorcheln u. mit einem Glasbodenboot fahren. Die Taucher aus dem Einkaufszentrum zu beobachten war für uns interessanter als die vielen Fische. Alle bekannten Modelabels sind hier mit riesigen Boutiquen vertreten. Die Preise sind unseren in Österreich ähnlich. In der Mall ist auch der Zugang zum über 800 m höchstem Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa. Wir wollten mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform in der 124. Etage hochfahren. Der Andrang ist aber so groß, daß sogar der nächste Tag schon ausgebucht war. Wir hatten nur die Möglichkeit in 2 Tagen am Samstag um 9 oder 21 Uhr hochzufahren. So kauften wir die Karten für die erste Fahrt am Samstag.

Durch das viele Herumlaufen u. dem wenigen Schlaf waren wir körperlich schon ziemlich am Ende. Da wir aber die spektakuläre Wasser-, Licht- u. Musikshow am See hinter dem Einkaufszentrum sehen wollten, mußten wir noch bis 19 Uhr durchhalten.

 

25.112011 - Dubai,  Brunch im Burj Al Arab

Beim Frühstücksbuffet im Hotel nahmen wir nur eine kleine Stärkung zu uns. Gerhard mußte natürlich auch die arabischen Speisen probieren, die teilweise wie Erbrochenes aussahen.

Bei der U-Bahn-Station standen wir vor verschlossenen Türen. Die U-Bahn fährt freitags erst ab 13 Uhr. Der Taxifahrer, der uns zum Burj Al Arab brachte erklärte uns, daß in den arab. Ländern der Freitag der europ. Sonntag ist. Also ist heute ein Festtag u. wir hatten uns schon gewundert wieso der Sonntag bei den Öffnungszeiten nie angeführt ist; weil er hier ein Wochentag ist.

Das Burj Al Arab, das teuerste Hotel der Welt u. eines der Wahrzeichen von Dubai, ist ein sehr begehrtes Fotomotiv. Die normalen Touristen kommen jedoch nur bis zur Brücke, 100 m vor dem Hotel. Mit unserer Reservierungsnummer für den Brunch durften wir die Sicherheitskontrollen passieren. Vor dem Hotel öffnet sich schon eine "andere Welt". Ferraris u. Bentley`s stehen am Parkplatz, mit Chauffeuren in weißgekleideten, kapitänsähnlichen Uniformen. Den Prunk im Inneren u. die außergewähnliche Bauweise kann man nur schwer beschreiben. Wenn man von einer Rolltreppe vom Erdgeschoß ins Foyer gleitet, spritzen auf der einen Seite 30 m hohe Wasserfontänen aus dem Boden u. auf der anderen Seite wird man von einem riffähnlichen Aquarium mit den buntesten tropischen Fischen u. Haien begleitet. Wir sind auf der anderen Seite gleich wieder hinuntergefahren, weil man gar nicht weiß wo man überall hinsehen soll. Auf dem Weg in den hinteren Teil des Foyer`s kommt man an prunkvollen Bars und Boutiquen vorbei. An der kleinen Rezeption am Panoramalift muß man die Reservierung vorweisen um hochfahren zu dürfen. Der Lift geht 6 m pro Sekunde in den 27. Stock, gut daß wir schwindelfrei sind. Wir hätten aber auch innen hochfahren können. Beim Aussteigen wird man schon mit Namen empfangen. Anschließend führte die Hostess durchs Restaurant u. erklärte uns das überwältigende Buffet. Ich nahm mir vor, möglichst alles zu probieren, habe aber nicht einmal die Hälfte geschafft. Gerhard aß aber zur Vorspeise schon 5 Lobster, Austern u. verschiedensten Kaviarsorten. Für den Kaviar war ein deutscher Koch zuständig, der sich freute, daß er einmal in Deutsch die Fische u. die Herkunft der 5 verschiedenen Kaviarsorten erklären konnte. Der Höhepunkt meiner Hauptspeise war ein Stück von einem australischen Rinderbraten, der bei Niedrigtemperatur die ganze Nacht gegart wird. So hat es uns der Koch, der es direkt am Tisch aufgeschnitten u. liebevoll dekoriert hat, erzählt. Gerhard probierte Riesenshrimps auf die verschiedenste Art zubereitet; indonesisch, chinesisch, thailändisch, usw. mit Lemonreis. Der Höhepunkt für Gerhard waren die Nachspeisen, z.B. Mojito-Creme mit Blattgold garniert. Morgen wird er wie der Goldesel sch.....! Nach 4 1/2 Std. war uns dann so schlecht, daß wir abgebrochen haben. Es war nicht nur unser teuerster, sondern auch unser längster Brunch. Vom Restaurant, das im 27. Stock in der Luft hängt, hat man auch einen wunderbaren Ausblick auf die künstlich aufgeschüttete Palmeninsel u. die weißen Sandstrände.

   

Den Verdauungsspaziergang machten wir zur "Mall of the Emirates" mit der einzigen Schihalle in der Wüste. In der auf -2 Grad abgekühlten Halle gibt es 5 Pisten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden u. einen 4er Sessellift, mit dem aber viele Leute nur auf- und abfahren. Es ist lustig, die Araber im Kunstschnee beim Schifahren oder in der Bobbahn zu beobachten.

Zum Abschluß des Tages fuhren wir noch mit der Metro zur "Ibn Battuta Mall". Diese unterscheidet sich durch ihre aufwändige Illusionsarchitektur. Man wandert als Besucher durch die Länder, die der größte arab. Seefahrer auf seinen Reisen im 14. Jhd. besucht hat (Persien, Indien, China, Ägypten u. sogar Andalusien). Die Passagen sind im Stil von Dorfstraßen u. großen Plätzen mit Häuserzeilen im arab. Stil mit Kuppelbauten u. Mosaikmauern gestaltet.

 

 26.11.2011 - Dubai - Die Wüstensafari überlebt!

Zu Hause stehen wir auf wenn wir wach werden - im Urlaub müssen wir den Wecker stellen; irgendwas läuft falsch! Um 8,30 h waren wir in der Dubai-Mall, um pünktlich um 9 Uhr mit dem ersten Lift in den 124. Stock zu fahren. Der sich nach oben verengende 800 m hohe Turm hat 160 Stockwerke und 54 Aufzüge. Er beherbergt Appartements, Büros, Restaurants und das über einige Stockwerke reichende Armani-Hotel. Da der Lift innen liegt war die Fahrt nicht sonderlich spektakulär, aber man merkte die Höhe in den Ohren. Von der Aussichtsplattform hat man eine grandiose Rundumsicht.

Anschließend fuhren wir noch schnell mit dem Taxi zum Strand um wenigstens 3 Stunden das 28 Grad warme arab. Meer zu genießen.


Für den späten Nachmittag hatten wir schon über das Internet eine Wüstensafari gebucht. Wir wurden von einem Araber in seiner typischen Kleidung  (man sieht hier in Dubai nicht viele davon, die meisten tragen europ. Kleidung) abgeholt. Mit uns im Auto waren noch 3 Philippininnen, die schon 12 Jahre in Dubai arbeiten u. eine Engländerin. Nach kurzer Fahrt der erste Stopp in der Wüste. Aus den Reifen wird die Luft abgelassen, damit sie im Sand nicht so tief einsinken. Als 9 Autos von dieser Firma versammelt standen, ging das Spektakel los. Die 2 Männer hatten mit uns 5 kreischenden Frauen ihren Spaß. Gut, daß wir vorher nicht viel gegessen u. getrunken hatten. Bei der spektakulären Fahrt über die Dünen u. steilen Sandkuppen hebt es einem einige Male den Magen aus. Wir waren das 1. Auto im Konvoi mit einem jungen Fahrer, das sagt schon alles. Bei seinen Schleuderaktionen spritzte der Sand über das Auto, sodaß er sogar den Scheibenwischer betätigen mußte. Ich hätte nie gedacht in welche Schräglage man ein Auto bringen kann ohne daß es umfällt. Den nächsten Halt machten wir beim Sonnenuntergang, bevor es etwas gemächlicher zu einem in der Wüste aufgebauten Beduinendorf ging. Ich probierte das Kamelreiten, Gerhard die Wasserpfeife; das Sandboarding über die Düne sowie die Henna-Bemalungen  ließen wir aus. Nach dem abschließenden Barbecue ging es wieder zurück zum Hotel.

 
 

T H A I L A N D


27.11.2011, Dubai - Bangkok

Die 6 Stunden Flug nach Bangkok waren Dank der vielen guten Filme sehr kurzweilig. Der Airport-Bus war aufgrund des Hochwassers nicht in Betrieb. So entschieden wir uns für den neuen Airport-Expreßzug, der auf einer Hochtrasse in die Stadt fährt. An der Endstelle teilten wir uns mit einem franz. Pärchen ein Taxi zur Khaosan Road, dem Traveller Viertel. Die beiden hatten über Internet schon ein Zimmer im "Happy House" gebucht. Da die Zimmer recht ordentlich und billig sind (mit Klimaanlage, Bad, WC, umgerechnet € 11,-- für das ganze Zimmer), blieben wir auch gleich hier.

 

28.11.2011, Bangkok - Hitzeschock

35 Grad im Schatten, 50 % Luftfeuchtigkeit! Gerhard macht die Hitze stark zu schaffen. Wir verbrachten den halben Tag in klimatisierten Einkaufszentren.  Zu Mittag fanden wir ein Restaurant, in dem man sich die Speisen selbst am Tisch zubereitet. Auf einem Förderband liefen die rohen Speisen vorbei; man konnte sich so viele Teller nehmen wie man wollte u. kochte sie vor sich im heißen Wasser. Beim Hinsetzen bekam man schon die Rechnung, auf der die Zeit vermerkt war wie lange man speisen durfte (75 min). Auch Getränke und Desserts waren im Preis enthalten.

 

Am Bahnhof besorgten wir uns noch die Tickets für den morgigen Nachtzug nach Chiang Mai.

Auf der Rückfahrt zum Hostel nahmen wir das Schnellboot am Chao Phraya, das auch viele andere Touristen benutzten.

Von den Überschwemmungen sieht man teilweise nur mehr die Sandsäcke. Bis jetzt haben wir noch keine einzige überschwemmte Straße gesehen.

 

29.11.2011, Bangkok

Momentan haben wir noch einen eigenartigen Schlafrhythmus. Wir kommen immer erst nach Mitternacht ins Bett u. schlafen bis 10 Uhr durch.

Nach dem typischen Thai-Frühstück, Nudelsuppe mit Rindfleisch besuchten wir  ein sogenanntes "Fische-Spa". Man hält die Füße in ein Wasserbecken, gefüllt mit hunderten hungrigen Garra-Fischen, die die abgestorbene Haut von den Füßen knabbern u. so die Blutzirkulation anregen.

 

Beim Kauf unserer Fährtickets zum Königspalast verlor Gerhard unseren Thailand-Reiseführer. Wir bemerkten es leider erst in der Nähe des Königspalastes.

Der Besuch des Königspalastes gehört zum Pflichtprogramm eines Bangkok-Besuches. Dementsprechend viele Touristen drängten sich beim Eingang; besonders deutsche Reisegruppen. Es gibt strenge Bekleidungsvorschriften; man muß Knie u. Schultern bedeckt haben. Wenn man falsch gekleidet kommt, kann man sich entsprechende Tücher ausleihen bzw, kaufen.

Mit dem Autobus fuhren wir zum Vimarnek-Palast. Der König ließ Ende des 19. Jhds. den Prachtbau aus goldfarbenem Teakholz erbauen, in dem heute ein Museum untergebracht ist. Als wir uns auf den Weg zurück zu unserem Quartier machten, setzte ein tropischer Regenguß ein, der zum Glück wieder in einer halben Stunde vorbei war.

In der Gegend unseres Hostels kann man in Secondhand-Läden alles kaufen was Reisende zurücklassen oder verkaufen, daher fanden wir auch gleich im 2. Geschäft eine aktuelle Ausgabe eines deutschsprachigen Thailand-Reiseführers - Gott sei Dank!

Vom Hostel holten wir unser deponiertes Gepäck u. machten uns auf zum Bahnhof.

Heute kamen wir mit dem noch teilweise vorhandenen Hochwasser in Kontakt. In der Nähe des Palastes war eine ganze Passage eines Kaufhauses überschwemmt. Auch nach dem ersten Kilometer unserer Bahnfahrt waren die Schienen teilweise unter Wasser. Kilometerlang waren Sandsäcke entlang der Schienen aufgeschlichtet u. die Straßen dahinter unter Wasser. Einzelne Autos fuhren durch ca. 50 cm tiefes Wasser.

 

30.11.2011, Chiang Mai

Die Zugfahrt war sehr rumpelig. Ich schlief oben im schmalen Bett u. hatte die meiste Zeit Angst, daß der Zug entgleist. Gerhard hat im unteren, mehr als 1 m breiten Bett geschlafen wie ein Murmeltier. Unten hat man angeblich die Erschütterungen nicht so sehr gespürt. Für die 751 km benötigte der Zug 16 Stunden.

 

Bei der Ankunft in Chiang Mai wartete schon die  Schleppermafia. Sie versuchen, die Neuankömmlinge zu überteuerten Preisen ins 3 km entfernte Zentrum zu bringen oder keilen für bestimmte Gästehäuser.

 

Chiang Mai, die fünftgrößte Stadt Thailands ist auffällig gepflegt. Gästehäuser sind hier um die Hälfte billiger als in Bangkok u. an jeder Ecke zu finden. Gleich das erste Zimmer, das wir angesehen hatten, haben wir genommen - bei nur € 6,-- kann man ohne Bedenken zugreifen. Durch die mehr als 2 Std. verspätete Ankunft war der Tag schon irgendwie vertan. Wir schlenderten ein wenig umher u. buchten Ausflüge für die nächsten 2 Tage.

Am Abend sahen wir uns noch die Hälfte von dem riesigen u. bekannten Nachtmarkt an. Aber im Moment können wir noch keine Souvenirs kaufen, weil wir sie nicht 4 1/2 Wochen herumschleppen wollen.

 

1.12. Chiang Mai - ein unvergesslicher Tag

Der heutige Tag wird uns unser Leben lang in Erinnerung bleiben; wir besuchten ein Elefanten-Trainingscamp. Mit einem Minibus wurden wir von unserem Hostel abgeholt. Als unsere Gruppe komplett war (9 Personen) fuhren wir zu einem Markt und kauften Unmengen an Bananen, die Lieblingsspeise der Elefanten. Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit, vorbei an einer schönen Landschaft mit Reisfeldern u. durch kleine Dörfer kamen wir am Rande des Dschungels im Camp an. Hier leben einige Mahouts (Elefantenführer) mit ihren Elefanten.

Zuerst mußten wir die zur Verfügung gestellten T-Shirts u. Hosen anziehen u. anschließend die Schulbank drücken. Der Guide erklärte uns viel Interessantes u. Wissenswertes über die Tiere, aber vor allem lernten wir die wichtigsten 6 Kommandos um selbständig mit ihnen arbeiten zu können. Anschließend fütterten wir die Elefanten mit den mitgebrachten Bananen. Das erste Aufsitzen gelang uns nur mit Mühe u. vereinten Kräften der Mahouts. Zur Übung ritten wir eine kleine Runde. Die Angst und Scheu vor den riesigen Tieren hatten wir sehr schnell verloren.

     
Nach dem ausgezeichneten u. reichhaltigen Lunch bekamen wir noch einmal einen Sack Bananen und los ging es Richtung Dschungel. Es war gar nicht so einfach die Balance zu halten, da es ständig steil berghoch u. runter ging. Auch wollten die Tiere immer stehen bleiben um etwas zu fressen. Da sie keinen Magen haben u. alles gleich durch geht, fressen sie 300 kg am Tag, verteilt auf unzählige kleine Mahlzeiten. Ich ritt auf einem Weibchen u. ihr Junges lief ständig im Weg herum. Am Schluß ging es noch hinunter zum Fluß zum Baden; die Lieblingsbeschäftigung der Elefanten. 


Sie spritzten mit dem Wasser wild umher bis wir alle recht naß waren. Am Schluß wälzten sie sich wieder im Schlamm, um ihre Haut gegen die Sonne u. die Insekten zu schützen. Auch mit dem Rüssel spritzten sie sich überall den Schlamm auf den Körper, sodaß wir in Deckung gehen mußten.

 

2.12. Chiang Mai - "Flight the Jungle" leicht bewölkt, 29 Grad

In der Früh mußten wir das Zimmer räumen, da es schon reserviert war. Unser Gepäck deponierten wir an der Rezeption, da wir in der Früh keine Zeit hatten eine andere Unterkunft zu suchen. Pünktlich um 8,30 h wurden wir von einem modernen Mini-Bus abgeholt. Nach 1-stündiger Fahrt erreichten wir ein kleines Dschungel-Dorf. Die letzten 6 km waren sehr, sehr steil u. kurvenreich. Das Asphaltband war gerademal so breit wie das Auto. Der Fahrer mußte bei jeder Kurve hupen, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen. Ich war froh, hier nicht mit dem Rad fahren zu müssen!

Am Rande des Dorfes befindet sich die Station für unser heutiges Abenteuer; fliegen hoch oben in den Baumwipfeln der Urwaldriesen. Gleich nach der Ankunft mußten wir eine Erklärung unterschreiben, daß der Veranstalter bei Unfall oder Tod keinerlei Haftung übernimmt. Anschließend wurde uns ein Klettergurt angelegt und jeder bekam auch einen Helm u. eine Bremse in Form einer Astgabel. In einer kleinen Gruppe (9 Personen) mit 2 Guides gingen wir 100 m durch das Dorf u. schon waren wir auf der 1. Plattform angelangt. Es wurden uns kurz die Regeln erklärt,  vorallem wie man mit der Astgabel bremst. Da es neben dem Dorf gleich senkrecht runter ging, standen wir auf der 1. Plattform schon in 20 m Höhe. Die erste Seilrutsche bis zur nächsten Plattform war zum Üben u. Eingewöhnen noch ziemlich kurz. Wir rutschten im Klettergurt sitzend u. am Stahlseil über unserem Kopf von einer Plattform zur anderen. Zwischendurch wurden wir abgeseilt; zum Üben das 1. Mal nur 10 m, dann 25 m u. am Schluß 40 m. Die Guides machten sich einen Spaß daraus, die ängstlichen in der Gruppe bis kurz vor dem Boden im freien Fall hinunter rauschen zu lassen! Gerhard haben sie als Einzigen gefragt, ob er es lieber langsam haben will. Leider sind wir immer die Ältesten in den Gruppen bei den  Abenteuerausflügen. Es ging auch einige Male über wackelige Hängebrücken in schwindelerregender Höhe. Die längste Fahrt von einem Baum zum anderen betrug 130 m.  Einige Male waren auch 2 Drahtseile nebeneinander gespannt u. man konnte paarweise hinübergleiten.

Im Anschluß erhielten wir alle zur Erinnerung ein T-Shirt, bevor wir nach einem reichhaltigen Mittagessen wieder zurück in die Stadt gebracht wurden.

  

Nach der Rückkehr am späten Nachmittag hatten wir großes Glück. In der Zwischenzeit war in unserem Hostel ein Zimmer freigeworden u. so ersparten wir uns die Quartiersuche für unsere letzte Nacht in Chiang Mai.

Bis zum Dunkelwerden, im Moment kurz vor 18 Uhr, besuchten wir noch die wichtigsten Tempel der Stadt.

 

Am Abend ärgerte ich mich dann gewaltig. Als ich meine Fotos runterladen wollte, war mein Chip kaputt. Somit habe ich alle Fotos der letzten 3 Tage verloren, daher ist Gerhard auf den Fotos nicht zu sehen. Gut, daß hier die Geschäfte so lange offen haben, so konnten wir noch eine neue Speicherkarte besorgen.

 

3.12. Chiang Mai - Houay Xai, Laos, bewölkt 27 Grad

In unserem Hostel war in der Früh die Küche geschlossen u. so mußten wir schnell eine Suppenküche suchen, um rechtzeitig zur Abholung nach Chiang Khong zurück zu sein. Der Minibus hatte dann eine halbe Stunde Verspätung; wir dachten schon, daß man uns vergessen hat. Die Fahrt ging durch wunderschöne, meist hügelige grüne Landschaft mit vielen Reis-, Zuckerrohr- u. Maisfeldern, vorbei an Bananenplantagen u. kurze Stücke durch dichtbewachsene Dschungelgebiete. Mittagspause war dann in einer Cashew-Nußfarm. Es gab allerlei Kostproben, verschiedene getrocknete Früchte u. natürlich die Nüsse in den verschiedensten Variationen. Nach 2 Std. Fahrt dann der nächste Stopp - beim weißen Tempel am Stadtrand von Chiang Rai. Nach 6 Std. waren wir dann endlich in Chiang Khong, dem nördlichsten Grenzort zu Laos. Wir mußten uns ein bißchen beeilen, da die Grenze um 6 Uhr schließt. Alle anderen Mitreisenden von unserem Bus übernachtet noch in Thailand. Nach der Ausreisekontrolle  setzten wir in einer kleinen Fähre auf die gegenüberliegende Seite des Mekong über.

   

L A O S

 

Das Einreisevisum kostete um 1,-- US-Dollar pro Person mehr, da Wochenende ist. Auch hatten wir kein Paßfoto für das Visum mit u. das kostete natürlich wieder zusätzlich. Die Abwicklung ging rasch u. unbürokratisch von sich. 30 Tage Visum pro Person 36,-- US-Dollar, Reisepaßkopie wegen dem Paßbild, umgerechnet knapp 1,-- Euro.

300 m vom Zollgebäude entfernt fanden wir gleich ein günstiges Hostel "Friendship-Guesthouse" - Doppelzimmer mit Bad u. TV, € 11,--, sogar mit DW-TV in Deutsch. Von unserem Zimmer aus, haben wir einen schönen Blick auf den Mekong.

 

4.12. Houay Xai - Pakbeng, bedeckt 26 Grad, für kurze Zeit Millionär

Hier werden überall auch thail. Baht angenommen, aber wir haben keine mehr! Die Wechselstuben waren auch geschlossen u. so mußten wir am Bankomat Geld beheben. Als Höchstsumme spuckte er 1 Million KIP aus; leider sind das aber nur € 100,--.

Um 7,30 h lief Gerhard schon zum Bootsanleger, um die Karten für die 2-tägige Mekongfahrt zu besorgen. Er war der Erste u. so bekamen wir Sitzplatz Nr. 1 und Nr. 2, was uns zuerst recht freute. Wir waren auch froh, daß wir bei der Einreise den Reisebürovertretern, die uns Karten zu überhöhten Preisen andrehen wollten u. uns Angst machten, daß es nur 1 Boot gibt, widerstanden haben. Das Boot ist für ca. 80 Personen zugelassen, aber es wird niemand zurückgelassen. Von einem Nachbarboot wurden kurzerhand Sitze u. Plastikstühle herbeigeschafft u. ca. 100 Leute auf das Boot gepfercht; davon nur eine Handvoll Einheimische. Kurz vor 12 Uhr ging es dann endlich los. Die erste Reihe war zwar von der Aussicht gut, aber den ganzen Tag dem kühlen Fahrtwind ausgesetzt, war auch nicht so angenehm. Es ging vorbei an kleinen Dörfern mit Ufergärten, Wasserbüffel, planschenden Kindern sowie Fischer, die ihre Netze auswarfen. Zeitweise schlängelte sich der Fluß durch tropische Wälder. Immer wieder ragten aus dem Fluß imposante Felsen empor u. der Bootsführer hatte mit den Stromschnellen stark zu kämpfen, sodaß er oft bedrohlich nahe an den Felsen vorbeifuhr. Ein paar Mal legten wir an, um 1 oder 2 Personen aussteigen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit stürmten Kinderscharen aufs Boot um Snacks zu verkaufen. Als es schon dunkel war, erreichten wir viel zu spät Pakbeng.

  

Hier mußten wir übernachten, weil das Boot aufgrund der unzähligen Stromschnellen in der Nacht nicht fahren kann. Das Anlegemanöver in der Nacht war sehr aufregend u. gelang nur mit Hilfe zahlreicher Leute am Ufer. Wir wurden vor dem Aussteigen schon gewarnt, daß wir beim Entladen des Gepäcks aufpassen sollen, da viele Kinder es gleich an sich reißen u. gelegentlich auch damit verschwinden. Gerhard ließ mich auch noch im Stich u. lief davon um eine Unterkunft zu suchen. Ich schaffte es schließlich doch, über die steile, fast nicht befestigte Uferböschung, mit beiden Rucksäcken hochzuklettern. Dafür wurde ich aber mit einem schönen Zimmer (Dokkhoune Guesthouse - € 7,50) mit Blick auf den Mekong belohnt.

 

5.12. Pakbeng - Luang Prabang, ab Mittag sonnig, 26 Grad,

Pakbeng, auf halber Strecke unserer Mekong-Fahrt, ist ein kleines Nest. Es dient den Mekong-Touristen lediglich als Übernachtsstopp. Die Menschen führen ein Leben in zwei Schichten. Abends u. morgens versorgen sie die Touristen mit allem Nötigen u. nachdem alle Besucher abgereist sind, kehren sie zu ihren traditionellen Tätigkeiten zurück. Die Fahrt, in einem heute etwas größeren Boot, verlief wie am Vortag; insgesamt fuhren wir 180 km am Mekong.

 

Am frühen Abend erreichten wir Luang Prabang. Die Stadt, mit ihren vielen alten u. schön restaurierten Tempeln, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die alte Stadt liegt auf einer Halbinsel. Man sieht noch viele Überbleibsel aus der ehemals französischen Kolonnie, z.B. gibt es überall frisches Baguette u. es wird im Gegensatz zu Thailand rechts gefahren. Hier wimmelt es von Touristen wie in Bangkok. Souvenirshops, Reisebüros u. Restaurants reihen sich dicht nebeneinander. Überall gibt es auch europ. Küche. Die Rucksacktouristen treffen sich am Nachtmarkt, um an Essensständen die vielfältige laotische Küche zu probieren.

 

6.12. Luang Prabang, ab Mittag sonnig, 31 Grad

Gerhard ist schon um 5,45 Uhr aufgestanden. Er wollte sich unbedingt die Zeremonie der orange gekleideten Mönche, die in einer Reihe die Straße entlanggehen u. schweigend Essensgaben von Gläubigen in Empfang nehmen, ansehen. Der Almosengang ist zu einem richtigen Touristenspektakel verkommen. Anscheinend werden alle Touristen der Stadt in diese Straße gebracht, um dem Spektakel beizuwohnen.

Anschließend kam er mich wecken u. war sauer weil ich nicht mitgegangen war. Am Morgenmarkt entdeckten wir einige exotische Gemüsesorten u. viele eßbare Dinge, die wir nicht zuordnen konnten. Wir blieben lieber bei unserer täglichen Suppe zum Frühstück.

  

Als gegen 11 Uhr die Sonne herauskam, wurde es mit einem Schlag unerträglich heiß, sodaß wir uns entschlossen, eine kurze Mittagspause einzulegen.

 

In dieser Stadt reiht sich ein Tempel an den anderen. Die wichtigsten u. größten sind restauriert und bei denen bezahlt man auch Eintritt. Andere wiederum, die auch ihren Reiz haben, sind kostenlos zugänglich. Den Sonnenuntergang verfolgten wir mit vielen anderen, von einem auf dem höchsten Hügel der Stadt gelegenen Tempel.

     

Am Nachtmarkt probierten wir die verschiedenen laotischen Grillwürste. Die gegrillten Frösche lehnten wir dankend ab; jedoch bei den unbekannten Süßspeisen sagten wir nicht nein. 

 

7.12. Luang Prabang - Vang Vieng, Wetter wie jeden Tag am Fluß; in der Früh Hochnebel u. ab 11 Uhr brütende Hitze, 30 Grad

Diesmal wurde ich von Gerhard genötigt um 6 Uhr aufzustehen, damit ich auch den Almosengang der Mönche ansehe. Riesige Reisegruppen werden mit Tuk Tuks angekarrt. Es sind schon die Plätze für sie reserviert u. vorbereitet. Die Frauen müssen sich hinknien oder dürfen auch sitzen u. den Männern ist auch Stehen erlaubt. Die Gaben wurden von den Verkäuferinnen auf den Plätzen schon vorher vorbereitet. Noch schnell ein Tuch um den Oberkörper gebunden u. schon beginnt das Spektakel.

 

Am Morgenmarkt entdeckten wir "interessante" Speisen. Gegrillte Bambusratten, lebende u. gegrillte Frösche, Maden u. alles was kriecht u. fleucht. Obwohl Gerhard gerne ausgefallene Speisen probiert, konnte ich ihn für halbausgebrütete Hühnereier, doch nicht überreden.

Ich wäre ja schon gerne in der Früh weiter gefahren, doch Gerhard mußte noch unbedingt das Palast-Museum besichtigen, das am Vortag geschlossen hatte. Und so ließen wir uns erst um 13,30 h von einem Mini-Van abholen, um nach Vang Vieng zu fahren.

 

Die Straße nach Vang Vieng zählt landschaftlich angeblich zu den schönsten des Landes. Sie schlängelt sich über mehrere Pässe an knapp 2.000 m hohen Bergmassiven vorbei. Der Zustand der Straße war teilweise sehr schlecht u. es war so gut wie nie flach. Für die knapp 230 km brauchten wir 5 1/2 Stunden; das sagt schon alles. Zum ersten Mal sahen wir das "wahre" Laos. Es ging durch einige laotische Dörfer; die meisten Häuser aus Bambusmatten ohne Strom u. ohne Wasser. An der einzigen Quelle am Dorfrand traf sich meist das halbe Dorf, um Körperhygiene zu machen. Immer wieder sahen wir auch mit Maschinenpistolen patroullierende Soldaten u. Zivilisten. Früher ist es öfters zu Überfällen auf Reisebusse gekommen, wo es sogar Tote gab. Heute sahen wir auch 3 x Radreisende, die sich noch kurz vorm Dunkelwerden in der Wildnis befanden, wo es weit u. breit keine Unterkunftsmöglichkeit gibt. Leider fuhren wir die letzten 2 Stunden in der Dunkelheit u. sahen in den Dörfern nur mehr die Feuer vor den Hütten. 3 km außerhalb der Stadt wurden wir am Busbahnhof ausgeladen. Wir entschlossen uns mit allen Mitreisenden, insgesamt waren wir 9 Personen, ein "Songtheos" (umgebauter Klein-LKW mit Sitzbänken rechts u. links der Ladefläche) ins Zentrum zu nehmen. Das erste Guesthouse sah recht ordentlich aus u. so beschlossen wir zu  bleiben.

 

8.12. Vang Vieng, sonnig 31 Grad

Vang Vieng, das kleine Dorf, das eingebettet zwischen Karstkegeln liegt, ist ein Anziehungspunkt für junge Leute u. fixer Bestandteil ihrer Südostasien-Reise. Hier wird fast rund um die Uhr Party gefeiert. Die Hauptattraktion ist "Tubing". Im LKW-Schlauch läßt man sich auf dem Nam Xong, von Bar zu Bar treiben. Wer vorbei zu treiben droht, wird mit einem Seil aus dem Wasser gefischt. Dazu extrem laute Musik aus den Lautsprechern. Spätestens ab Mittag sind die junge Leute betrunken. Gerhard mußte natürlich dabei sein!

 

Wir hatten aber in der Früh nirgends die LKW-Schläuche gesehen u. so überredete ich ihn zu einem Tagesausflug. Endlich hatte ich einmal einen Ruhetag u. konnte mich entspannen.

 

Er schloß sich einer 10-köpfigen Gruppe an.  Mit einem Pickup wurden sie 16 km flußaufwärts gebracht. Zu Fuß ging es dann über Reisfelder u. durch ein Dorf bis zum Einstieg zu einer Höhle. Auf den LKW-Schläuchen hantelten sie sich an einem Seil, mit Stirnlampen ausgerüstet, in die Höhle; die Erforschung dauerte eine gute Stunde. Anschließend gab es leckeres Mittagessen. Danach wurde ein Höhlentempel besucht. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes im Fluß wurden sie mit dem Pickup ein Stück zurück gebracht, bevor sie dann mit Kajak`s 10 km den Fluß bis zur Stadt hinunter paddelten. Sie machten an einer Partyinsel 2 Stunden Pause u. beobachteten von der Höngematte aus, das Treiben am Fluß. Gerhard war von der schönen Landschaft ganz begeistert u. würde die Tour am liebsten gleich nocheinmal machen.

 

9.12. Vang Vieng - Vientiane, bedeckt 28 Grad

Als der Wecker um 5,50 Uhr läutete, goß es in Strömen. Wie kommen wir nun in der Dunkelheit die 3 km zum Busbahnhof? - Wir hatten Glück! Genau als wir vor die Türe traten hatte der Regen aufgehört u. ein Tuk-Tuk kam gerade vorbei. Nach 500 m, als wir auf die Hauptstraße kamen, fragte uns der Fahrer, wo unser nächstes Ziel sei. Es kam nämlich gerade der Bus nach Vientiane entgegen u. er hielt ihn kurzentschlossen für uns auf. Wir waren ihm sehr dankbar, da wir dadurch 1 Stunde Zeit eingespart hatten u. im 6 Uhr Bus saßen. Die gesamten 170 km fuhr der klapprige Bus mit offener Tür. Aufgrund der schlechten Straße staubte es so stark herein, sodaß die zusteigenden Fahrgäste immer ihre Sitzbänke vor dem Hinsetzen reinigen mußten. Auch bei der Ankunft in Vientiane hatten wir Glück. Da wir im Stadtplan unseres Reiseführers die Fahrtroute mitverfolgten, baten wir den Fahrer, uns schon 2 km vor dem Busbahnhof aussteigen zu lassen. So brauchten wir nur mehr 100 m bis zum nächsten Guesthouse zu gehen. Die ersten 2 waren etwas heruntergekommen, aber das 3. war dann umso schöner.

 

Am Weg zum Quartier sahen wir ein schönes Restaurant mit "all you can eat" - Buffet. Da wir noch nichts gefrühstückt hatten, kam es für uns genau richtig. Wir kosteten uns durch die ganzen laotischen Spezialitäten, bis um 13 Uhr die Tempel u. Museen nach der Mittagspause wieder öffneten.

 

Vientiane ist die Hauptstadt von Laos. Im Zentrum gibt es viele Villen, eine Hinterlassenschaft der französ. Kolonialmacht, aber auch schöne Kaffee`s mit leckeren Baguettes u. Croissants. Auch die Straßennamen sind zum Teil französisch.  Wir besichtigten nur die wichtigsten Tempel; schön langsam haben wir von den Tempeln schon genug. Am Abend bummelten wir noch am Mekong entlang u. waren enttäuscht, daß er so wenig Wasser führt.

 

10.12. Vientiane - Savannakhet, sonnig 25 Grad

Schon wieder um 4,45 Uhr Tagwache! In der Dunkelheit marschierten wir zum Zentral-Busterminal, um mit dem Bus um 5,30 h zum südlichen Busterminal, der 9 km entfernt ist, zu fahren. Leider hat der Fahrplan nicht gestimmt u. der erste Bus ging erst um 6 Uhr. Wir saßen im Bus mitten unter Marktfrauen mit ihrem ganzen Gemüse, Obst, Fischen, usw. Am südlichen Busbahnhof wollten wir die Fahrkarten nach Pakxe, in Südlaos, zu kaufen. Doch diese Busse fahren nur in der Nacht, so entschieden wir uns kurzfristig, Tickets nur bis Savannakhet in Zentrallaos, zu kaufen. Bis zur Abfahrt des Busses hatten wir noch 30 Minuten Zeit u. so ging sich auch noch ein Suppenfrühstück aus u. wir konnten uns auch noch mit Baguettes für die Reise eindecken.

 

Der Bus war am Dach vollgepackt mit LKW-Reifen u. für die 468 km brauchten wir 9 1/2 Stunden. Die Straßen waren diesmal gar nicht so schlecht, aber der Bus hielt ständig an, um Fahrgäste mit viel Gepäck (auch mit lebenden Hühnern) aus- und einsteigen zu lassen. Wir waren die einzigen 2 Touristen im Bus. Von Vientiane nach Pakxe fahren anscheinend alle Traveller in den klimatisierten Schlaf-Nachtbussen.  Nach 3 Stunden stoppte der Bus plötzlich in der Landschaft u. die Mitreisenden erklärten uns, daß hier Pipi-Stopp ist. Nach weiteren 3 Stunden gab es einen 30-minütigen Halt auf einem Busbahnhof. Es wurden interessante Snacks angeboten: getrocknete Büffelhaut, getrocknete Fische, gegrillte Vögel, aber nichts was nach unserem Geschmack war!

 

Zentral-Laos wird von Touristen wenig besucht. Es gibt kaum Sehenswürdigkeiten, aber dafür einige interessante Nationalparks u. Naturschutzgebiete. Die fruchtbare Mekongebene wird von verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen bewohnt. Zeitweise fühlten wir uns nach Indien versetzt; immer wieder Kühe u. Hunde auf der Straße, sodaß der Fahrer dauernd hupen mußte. Auch am Straßenrand war es sehr schmutzig, was bisher in den Touristenstädten nicht der Fall war. Die abzweigenden Straßen sind alle ohne Asphalt.

 

Savannakhet (110.000 Ew.) liegt direkt am Mekong u. ist mit einer Brücke mit Thailand verbunden u. besitzt keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten, außer ein paar Kolonialbauten aus der Zeit der franz. Besatzung. Die Franzosen haben versucht, die Leute zu missionieren u. so gibt es hier auch eine katholische Kirche, die erste die wir in Laos gesehen haben.

 

Das Zimmer im "Leena Guesthouse" war heute besonders günstig; DZ knapp € 4,-- inkl. gratis WIFI  u. Kaffee am Morgen.

  

11.12. Savannakhet - Pakxe, snnig, o26 Grad, 262 km, 6 1/2 Std.

Die heutige Bustour war sehr abenteuerlich. Kurz nach Verlassen des Busbahnhofes fuhren wir an einem Geschäft vorbei, wo ca. 20 Stück 50 kg Säcke eingeladen wurden; unter anderem wurde der ganze Gang im Bus gefüllt. 2 km weiter holten wir einen Brief ab. Immer wieder stiegen Leute zu, die viel Gepäck hatten u. wir kamen nicht wirklich voran. Wie bei allen öffentlichen Bussen ist immer die Türe offen u. es staubt so sehr herein, daß der Chauffeur u. die Fahrgäste in den ersten Reihen mit Mundschutz im Bus saßen. Bei jedem Halt in den Dörfern wurde der Bus von Verkäuferinnen gestürmt. Das ging aber nur so lange, bis der Bus hoffnungslos überfüllt war, sodaß die Leute auf den Säcken am Gang sitzen mußten. Der Schaffner turnte wie ein Affe über die Sitzlehnen nach rückwärts. Es gab auch einige Male Stopps um an den Straßenständen einzukaufen. Bei den Melonenbauern kaufte der halbe Bus Melonen ein, die dann unter den Sitzen deponiert wurden. Sobald der Bus bremste, mußten wir schnell die Füße heben, sonst donnerten uns die Melonen immer auf die Achillessehne. Das kleine Kind hinter uns mußte des öfteren Brechen u. auch das rann am Boden von rückwärts nach vor.

 

Auch heute sahen wir, wie jeden Tag, einige Radreisende. Gerhard blutet jedes Mal das Herz, aber ich bin froh, daß ich im Bus sitze (trotz dieser Umstände). Heute hätten wir nämlich den ganzen Tag starken Gegenwind gehabt!

 

Die Busstation in Pakxe liegt 8 km außerhalb des Zentrums. Der Tuk-Tuk-Fahrer wollte zuerst doppelt soviel kassieren wie wir für die 6 1/2 Std. Busfahrt bezahlt hatten. Nach zähen Verhandlungen gab er dann doch klein bei u. transportierte uns zum Preis der im Reiseführer steht. Wenn wir in eine Stadt kommen, ist es am Anfang immer ein wenig schwierig, da die meisten Laoten kein Englisch sprechen, aber freundlich sein möchten u. dich dann in irgendeine Richtung schicken, bevor sie sagen, daß sie nichts verstehen.

 

Pakxe liegt in Süd-Laos u. ist die drittgrößte Stadt des Landes. Da heute Sonntag ist, war in der Stadt nicht viel los. Wir besichtigten nur einen Tempel u. setzten uns dann in ein franz. Cafè. Auch die Preise waren im Verhältnis wie in Frankreich! Wir bezahlten mehr als das Zimmer heute gekostet hat. Den Tag ließen wir mit einem gegrillten Telapia beim Sonnenuntergang am Mekongufer ausklingen.

 

12.12. Pakxe - Tad Lo, sonnig, 28 Grad

Wir haben bei unserer Reise nur eine grobe Richtung vorgeplant. Am Abend schauen wir dann immer im Reiseführer, wohin wir am nächsten Tag fahren werden u. was wir uns ansehen möchten. Gestern Abend haben wir uns entschlossen, eine 2-tägige Motorrad-Tour auf das Bolaven-Plateau zu unternehmen. In der Früh mieteten wir uns bei unserem Hotel eine Suzuki mit 110 ccm. Wir packten einen kleinen Rucksack u. los ging es.

 

Auf dem fruchtbaren Hochland mit Bananen-, Kautschuk-, Kaffeeplantagen, leben einige ethnische Bevölkerungsgruppen u. es gibt auch schöne Wasserfälle zu sehen. Den ersten Wasserfall fanden wir nicht auf Anhieb. Wir sind zu früh auf eine rote Sandpiste abgebogen u. die Hinweisschilder, die nur in laotischer Schrift waren, konnten wir natürlich nicht entziffern. Als aber der Weg immer schmäler wurde u. durch umgefallene Bambusstämme versperrt war, drehten wir um. Ein Stück weiter an der Hauptstraße war er aber dann gut ausgeschildert. Am Parkplatz standen schon 3 große Reisebusse mit Thailändern u. Japanern, die beim angeschlossenen Dorf beim Fotografieren immer im Weg standen. Der Wasserfall hat aber den Abstecher von der Hauptstraße wirklich gelohnt.

 

Auch heute sahen wir einige Radreisende. Bei einem Obststand kamen wir mit 2 Holländern ins Gespräch. Sie hatten ein super Roadbook, wo die Radetappen genau beschrieben u. auch alle Übernachtungsmöglichkeiten verzeichnet waren (gekauft in Holland). Sie fahren jeden Tag zwischen 70 und 100 Kilometer. Die Frau mit Flip-Flops und Kleid!

 

Bevor wir in unser Übernachtungsdorf kamen, besichtigten wir noch einen Wasserfall von oben. Auf dem Plateau hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das Tal. Überall wo wir anhielten, strömten die Kinder herbei u. bettelten um Kugelschreiber oder Süßigkeiten. Sie sind aber nicht aufdringlich u. freuen sich wenn sie fotografiert werden.

 

Nachdem wir uns in einem kleinen Dorf, das an 3 Wasserfällen liegt, ein Zimmer genommen hatten, wanderten wir durch den Wald flußaufwärts um die Fälle zu besuchen. Die ersten 2 waren noch schön ausgeschildert u. leicht zu finden. Dann kamen wir in ein Dorf mit Pfahlbauten; die Bewohner sind Mon-Khmer u. leben von der Landwirtschaft. Schweine, Hühner, Kühe, alles läuft frei herum u. die Bewohner hockten teilweise vor ihren Hütten am Boden u. öffneten die verschiedensten Früchte, um sie zum Trocknen aufzulegen. Aber auch 5 - 10 cm kleine, gehäutete Frösche, lagen zum Trocknen in der Sonne. Großes Gelächter brach aus, als wir diese fotografierten. Aus diesem Dorf fanden wir aber nicht mehr den richtigen Pfad, um weiter dem Fluß zu folgen. Nachdem wir 20 Minuten einen Weg durch Bambuswälder gelaufen sind, endete dieser im Nichts u. wir mußten umkehren. Zurück bei unserem Quartier schwangen wir uns wieder aufs Motorrad u. fuhren ins nächste Dorf, von dem der Weg zum Wasserfall ausgeschildert war. Während Gerhard auf Besichtigungstour ging, paßte ich aufs Motorrad auf. Was auch gut so war, denn die Kinder wollten dieses gleich als Kletterturm benutzen.

 

Am Rückweg schauten wir noch bei einem Resort vorbei, wo es Elefanten gibt. Auf meine Frage, wann die Elefanten im Fluß gebadet werden, setzten sich die Mahouts gleich auf ihre Rücken u. wir hatten eine Sondervorführung. Da es keine Straßenbeleuchtung gibt, waren wir bereits um 18,45 h im Bett; was für mich gar nicht schlecht ist, weil ich seit 2 Tagen leicht verkühlt bin.

 

13.12. Tad Lo - Pakxe, 120 km, bewölkt, 26 Grad

Auf dem Plateau (1.500 m) war es heute Früh ziemlich kalt. Wir waren froh, daß wir unsere warmen, winddichten Jacken (die wir zu Hause auf der Fahrt vom Flughafen nach Hause benötigen) mit hatten. Bei den 17 Grad liefen die Einheimischen mit Handschuhen herum; andere standen bis zu den Hüften im Fluß u. machten Morgentoilette. Der erste Teil der Fahrt führte uns durch einige kleine Bauerndörfer bis wir in die Kaffeegegend kamen. Vor den Häusern u. am Straßenrand lagen die Kaffeebohnen zum Trocknen auf.

 

Beim ersten Wasserfall, den wir heute besichtigten, setzten wir uns in ein Cafè u. probierten die Sorte "Arabica" aus dieser Region. Es war der beste Kaffe, den ich bisher in Laos getrunken habe! Bei einigen Wasserfällen bezahlt man Eintritt. Es ist dafür die Zufahrt asphaltiert, es gibt ein Restaurant, Nächtigungsmöglichkeiten u. der Zugang ist mit betonierten Stufen erreichbar. Zu diesen Wasserfällen kommen daher auch viele Reisebusse. Gestern hatten wir gar nicht bemerkt, daß wir auf 1.500 m gekommen sind. Auf der Hochebene ist es auch ziemlich flach u. man kann es gar nicht glauben, daß es so viele Wasserfälle gibt. Einer hat uns ganz besonders fasziniert. Er war nicht nur der höchste u. schönste, sondern ist auch paradiesisch gelegen. Links u. rechts mit Farnen umgeben u. man hat sich gefühlt wie im Regenwald.

 

Am Stadtrand von Pakxe schauten wir noch am Markt vorbei, um uns für den morgigen Tag mit Obst einzudecken. In der Markthalle hat es furchtbar gestunken u. wir sahen auch gleich warum. Aus riesigen Fässern wurde die hier sehr beliebte Fischsoße verkauft

 

Nachdem wir das Motorrad heil zurück gebracht hatten, wechselten wir in das Hotel gleich nebenan, da es dort WIFI im Zimmer gibt.

 

14.12. Pakxe - Don Det, 155 km, bis Mittag bewölkt, dann sonnig u. heiß, 30 Grad

Mit viel Mühe habe ich Gerhard überredet, heute weiter zu fahren. Er hätte gerne noch eine 2-tägige Dschungeltour gemacht. Mit Schlafen in einem Baumhaus in schwindelerregender Höhe, auf Ziplines in den Baumwipfeln durch den Urwald gleiten u. entlang an einem Wasserfall, Klettersteig auf einer senkrechten Felswand, 100 m abseilen, Trekking, usw. Das muß ich in meinem Alter nicht mehr haben.

 

Der klimatisierte Mini-Van holte uns direkt vom Hostel ab u. brachte uns zum Fähranleger am Mekong. Am Anleger merkten wir, daß wir nicht auf die von uns gewünschte Insel gebracht werden. Da es in diesem Naturparadies, mitten im Mekong, 4.000 Inseln gibt, wird es schon nicht so schlimm sein, da alle anderen aus dem Bus auch auf diese Insel gebracht wurden.

 

Don Det ist ein kleines Eiland mit 2,5 km Länge u. mit einer Brücke mit der Nachbarinsel Don Khon verbunden, auf die wir eigentlich wollten. Wir suchten uns gleich beim Fähranleger ein Zimmer, damit wir nicht mit dem Gepäck in der Hitze auf den staubigen Sandstraßen herumlaufen mußten. Trotzdem trieb mich Gerhard gleich auf die Nachbarinsel, da man dort dein kleineren der 2 Wasserfälle besichtigen kann, die den Mekong von China bis zum Meer unschiffbar machen. Bei den Wasserfällen war es wieder sehr touristisch; ein Souvenirstand nach dem anderen, aber es gab auch Snacks zu kaufen, z.B. winzige, kleine gegrillte Frösche. Außerdem gab es an einem Stand auch "laotische Socken". Da die meisten Leute hier Flip Flops tragen, gibt es dafür die nötigen Strümpfe (siehe Foto).

 

Bei der 8 km langen Wanderung durch die abgeernteten Reisfelder bekam ich einen leichten Sonnenbrand, dafür schmeckte aber das Bier Lao nachher umso besser.

 

Wir sind froh, daß wir auf diese Insel gebracht wurden, weil auf Don Khon die Unterkünfte von außen viel bescheidener aussehen u. nichts los ist.

 

15.12. Don Det, sonnig, 30 Grad, Kajak-Ausflug auf dem Mekong zu den 4.000 Inseln

Die gebuchte Tour startete um 8,30 h in einem Restaurant mit dem Frühstück. Anschließend bekamen wir Schwimmwesten, einen Helm, einen wasserdichten Beutel u. eine Einweisung. Insgesamt waren wir 14 Gäste mit 3 Guides. Unter den Gästen waren auch 2 Südkoreanerinnen, die sich besonders ungeschickt anstellten. Wir mußten ständig auf sie warten. Den Guides wurde es aber bald zu dumm. Zuerst nahmen sie den 2-er Kajak ins Schlepptau. Als auch das nichts half, stieg ein Guide zu ihnen ins Boot; er paddelte u. sie schauten in die Landschaft, die wirklich ausgesprochen schön ist. Da durch die vielen Inseln der Fluß nicht so breit ist, fließt er gelegentlich sehr gemächlich. Zeitweise kommt man in Stromschnellen u. da wird es etwas ruppig.

 

Unseren 1. Stopp machten wir am Tempel u. marschierten durch den Bambuswald zum Wasserfall, den wir gestern schon gesehen hatten. In der Zwischenzeit wurden unsere Kajaks unterhalb des Wasserfalls an einen Strand gebracht.

Heute konnte Gerhard nicht widerstehen u. kaufte sich einen Snack - 5 kleine gegrillte Frösche - € 0,20. Ich habe auch einen probiert - sie haben gar nicht so schlecht geschmeckt.

 

Vom Wasserfall wanderten wir zum Strand, um wieder in die Kajaks einzusteigen. Im Fischernetz daneben hatten sich 2 große Schlangen verfangen. Das Schwimmen im Mekong werde ich doch lieber auslassen. Hier, kurz nach dem Wasserfall, waren die Strömung u. die Stromschnellen nicht ohne. Prompt kenterte auch ein Mädchen u. es dauerte ewig bis sie die Guide eingeholt hatten u. ihr helfen konnten. Sie hat aber alles richtig gemacht; mit einer Hand das Kajak festgehalten u. mit der anderen das Paddel. Ich hätte in der Panik sicher nicht so reagiert. Das erste Stück hatte ich ganz schön Angst. Zu Mittag legten wir an einem Strand auf kambodschanischen Boden an u. bekamen ein Lunch-Paket. Schon vom Strand konnte man die seltenen Irrawaddy-Delphine sehen. Diese werden 2 - 2,70 m lang u. unterscheiden sich von den herkömmlichen Delphine durch ihre runde Kopfform, ohne Schnabel. Nach dem Mittagessen paddelten wir in die Flußmitte, um die Delphine zu beobachten. Zum fotografieren war unsere Kamera leider nicht geeignet. Eine Kanadierin war die Einzige, die ein wirklich tolles Foto schaffte. Die nächste Pause machten wir zum Schwimmen, bevor es wieder einige Kilometer stromabwärts ging.

 

Mir tat schon alles weh u. ich war froh, daß im Dorf schon ein kleiner LKW auf uns wartete. Nachdem alles verladen war, fuhren wir zum größten Wasserfall. Von da ging es mit dem LKW weiter, bis auf Höhe unserer Insel. Die letzten Kilometer zum Sonnenuntergang legten wir dann wieder mit dem Kajak zurück. Es war ein wunderschöner Tag durch eine beeindruckende Flußlandschaft. Trotzdem war ich froh, wieder zurück zu sein, da das Paddeln für uns doch eine ungewohnte Betätigung war.

 

16.12. Don Det - Kampong Cham, sonnig, 30 Grad

Sabai dii, ein letztes Mal Hallo in Laos. Dieses Wort hörten wir jeden Tag sehr oft. Die Laoten sind ein sehr freundliches, hilfsbereites u. ehrliches Volk. Streß ist hier ein Fremdwort. Es läuft alles ruhig u. gemächlich sowie ohne Hektik und es funktionert. Es fällt uns schwer dieses schöne Land zu verlassen.

 

 

K A M B O D S C H A

  

Wir hatten schon zusammen mit unserer Kajak-Tour die Fähre u. den Bus nach Kampong Cham gebucht. Um 8 Uhr sollten wir am Fähranleger sein, bis aber alles klar war u. wir ablegen konnten war es schon 1/2 9 Uhr. Am Festland angekommen, wurden wir in eine Holzbaracke geleitet, um dort schon das Visum für Kambodscha auszufüllen. Auch 30,-- Dollar waren sofort zu bezahlen. Nach einer weiteren Stunde kam ein großer, klimatisierter Reisebus. Da durfte aber nur der Teil der Traveller einsteigen, die bis Phnom Penh gebucht hatten. Wir mußten weitere 20 Minuten warten bis wir mit einem Kleinbus zur Grenze gebracht wurden. Ein Begleiter hatte alle unsere Pässe u. schickte uns zum Warten schon mal auf die kambodschanische Seite. Unterwegs mußten wir eine Quarantäne-Station passieren. Jedem wurde eine Art Laserpistole an die Stirn gehalten, was zu großem Gelächter führte. Ein Zöllner sagte dann noch zum Spaß "Hände hoch"! Wahrscheinlich wurde uns mit diesem Gerät Fieber gemessen, sonst haben wir keine Erklärung dafür. Auf der kambodschanischen Seite warteten bereits 2 Busse, auf welche die Leute verteilt wurden. Wir und 8 andere mußten warten u. man sagte uns, unser Bus würde gleich kommen. Unsere Mitreisenden und auch wir  waren alle ein bißchen planlos.

 

Nachdem wir alle unsere Pässe mit dem Visum zurück hatten, war Gerhard erstmals heilfroh. Man brauchte nämlich für das Visum ein Paßbild, aber er hatte keines mit. Da man hier nicht so leicht einen Fotografen findet, hat er sich schon ein paar Tage vorher den Reisepass fotokopieren lassen u. das Foto ausgeschnitten. Bald darauf kam wieder ein Kleinbus, der noch mit 2 Personen überladen wurde. Wir waren etwas sauer, da uns beim Buchen ein klimatisierter Reisebus mit Toilette, versprochen wurde. In der 1. Stadt in Kambodscha, in Stung Treng, mußten wir in der Wildnis alle aussteigen. Der Fahrer erklärte uns, daß hier die Busstation sei u. es würde bald ein Bus kommen. Keiner wollte es so richtig glauben. Aber nach kurzer Wartezeit kam tatsächlich der versprochene Bus u. zwar derselbe, der die 1. Fahrgäste schon am Fähranleger aufgenommen hatte. Es saßen nämlich die Mädels aus unserem Quartier drinnen u. auch die anderen die mit uns auf der Fähre waren. Welche Logik da dahinter steckte konnten wir nicht verstehen.

 

Um 15 Uhr machte der Bus einen Mittagsstopp. Wir hatten vorher noch keine Möglichkeit US-Dollar in Riel zu wechseln. Das ist aber in diesem Land kein Problem; der Dollar wird überall angenommen. Das Hotel u. das Abendessen im Restaurant konnte man nur mit Dollar bezahlen. Auch aus den Geldautomaten kommen hier in diesem Land nur Dollarnoten.

 

Kurz vor 18 Uhr u. 2 interessanten Filmen im Bus waren wir dann endlich an unserem Tagesziel angelangt. Außer uns stieg nur ein Pärchen aus, alle anderen fuhren weiter nach Phnom Penh.

 

17.12. Kampong Cham - Phnom Penh, sonnig, 31 Grad

Die Provinzhauptstadt Kampong Cham, am Westufer des Mekongs, war in den 1930er und 1940er Jahren ein wohlhabendes Zentrum des Kautschuk- u. Tabakhandels. Es gibt noch einige schöne Kolonialbauten u. es ist eine ruhige Stadt. Sie diente uns nur als Zwischenstation auf dem Weg nach Pnohm Penh. Wir wollten nur aus dem Touristenbus raus, um heute mit dem lokalen Bus weiter zu fahren. Auf halben Weg machten wir Pause in der Stadt Skuon. Die Stadt ist bekannt für ihre besonderen Delikatessen u. zwar gebratene Spinden (Taranteln). Schon in Kampong Cham an der Bushaltestelle sprach uns eine Kambodschanerin, die auch mit uns im Bus fuhr, an. Dort versorgte sie uns schon mit Trinkwasser u. in Skuon kaufte sie uns Spinnen, ein gebratenes, winziges Hühnerkücken, Klebreis im Bambusrohr u. noch einen weiteren Reissnack. Die Spinnen schmeckten gar nicht so schlecht, nur den Hinterteil darf man nicht essen, da dieser ein bißchen bitter ist. Der größte Teil der Businsassen versorgte sich in größeren Mengen mit den Spinnen.

 

Phnom Penh, die Hauptstadt des Landes, hat im Moment ein genauso heißes u. schwüles Klima wie Bangkok - kaum zum Aushalten. Wir waren schon einmal vor 10 Jahren hier u. da gab es nur eine asphaltierte Straße. Nun herrscht ein höllischer Verkehr u. man kann durch die vielen Motorräder, Fahrradrikschas u. Autos kaum die Straße überqueren. Da in diesem Land erst vor ein paar Jahren der Führerschein eingeführt wurde u. die Fahrlehrer kaum mehr Ahnung als die Fahrschüler haben, geht es dementsprechend zu.

 

Am Nachmittag besichtigten wir den Königspalast u. die Silberpagode. Hier wird ein Smaragdbuddha u. ein lebensgroßer Buddha aus massiven Gold, der 90 kg wiegt u. mit 2.086 Diamanten u, Edelsteinen besetzt ist, aufbewahrt.

 

18.12. Phnom Penh - Kep, sonnig, 31 Grad, 4 Std. Bus

Der öffentliche Bus derselben Linie wie gestern, war heute klimatisiert. Auf das waren wir nicht vorbereitet, sodaß Gerhard nun leicht verschnupft ist. Unsere Reise führt uns nach Kep, da wir hier von einem Wiener Freund, der sich hier ein Haus gebaut hat, eingeladen sind. Nach dem gestrigen Telefonat mit ihm, wußten wir wo wir aussteigen müssen, konnten es dem Busfahrer nicht erklären, da er kein Englisch sprach. Eine Mitreisende kam uns zur Hilfe u. wir wurden dann wirklich am richtigen Platz abgesetzt, wo Georg u. seine kambodschanische Freundin Moe, schon auf uns warteten. Sie holten uns mit dem Moped ab. Ich wurde auf ein Moto (Motorrad-Taxi) gesetzt u. Gerhard fuhr als 3. Person am Moped von Moe mit. Sie klemmte sich auch noch seinen schweren Rucksack vorne vor die Beine. So fuhren wor auf einem fast unfahrbaren Feldweg ca. 800 m bis zum Haus.

 

Nachdem Moe für uns ein leckeres Mittagessen gekocht hatte, fuhr Georg mit dem öffentl. Bus zum Einkaufen für 2 Tage nach Phnom Penh. Wir nahmen aus der Garage 2 Fahrräder u. erkundeten die Umgebung.

 

Kep liegt am Meer u. war in den 60er Jahren ein bekanntes Seebad. Die Roten Khmer haben aber alles zerstört u. man sieht noch einige zerschossene Häuserruinen. Es gibt einige Gästehäuser u. Hotels, aber sehr wenige westliche Touristen. Der größte Teil der Besucher sind Kambodschaner, die übers Wochenende von Phnom Penh kommen. Der schmale, schwarze Sandstrand ist nicht gerade einladend. Der Ort ist aber auch bekannt für seine köstlichen Krebse. Am Strand gibt es einen eigenen Krebsmarkt. Man kann die frisch gefangenen Krebse kiloweise kaufen u. vor Ort kochen lassen. Auch in den umliegenden Restaurants werden Krebsgerichte in allen Variationen angeboten.

 

Auf unserer Radtour kreuzte eine Horde Affen die Straße. Außerhalb von Kep waren die Bauern gerade mit der Ernte auf den Reisfeldern beschäftigt u. vor ihren Häusern war der Reis zum Trocknen ausgelegt.

Vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir gerade noch zurück. Moe zauberte uns wieder ein köstliches Abendessen u. danach sahen wir uns auf DVD ein paar Folgen von MA2412 an.

 

19.12. Kep, sonnig, 30 Grad

Trotz der 28 Grad im Zimmer haben wir gut geschlafen. Da Georg`s Haus sehr abgelegen steht, hört man keinen Straßenlärm u. nur das Rauschen der Palmen im Wind.

 

Zusammen mit Moe ließen wir uns mit einem Fischerboot zur nächst gelegenen Insel Koh Tonsay bringen. Das Boot legte an einem palmengesäumten Strand an, auf dem es auch Übernachtungsmöglichkeiten in strohgedeckten Bambushütten gibt. Es waren nur wenige Touristen da. Gerhard umrundete die Insel, da mußte er auf der Rückseite der Insel gelegentlich auf allen Vieren durch den dichtbewachsenen Dschungel kriechen. Das Wasser war angenehm war u. es war endlich wieder mal ein erholsamer Tag.

 

Auf der Rückfahrt verfing sich das Ruder des Bootes in einem Fischernetz. Schnell eilten uns 2 andere Boote zu Hilfe, doch der Bootsführer zog sich kurzerhand aus u. tauchte unter das Boot.

 

20.12. Kep - Sihanoukville, bedeckt 29 Grad

Unser Freund wollte morgen mit uns zu einem Wasserfall in den Dschungel fahren. Die Gegend ist touristisch noch nicht erschlossen u. es soll landschaftlich sehr schön sein. Der Wasserfall liegt 120 km von Kep entfernt. Da wir aber auch den einzigen bedeutenden Badeort Kambodschas besuchen wollten, war uns der Umweg zu groß u. wir entschieden uns fürs Meer. Die einzige direkte Verbindung war ein etwas teurer Minibus, der uns aber gleich bis zum gewünschten Gästehaus brachte. Mit dem Linienbus hätten wir umsteigen müssen u. die Fahrt hätte viel länger gedauert u. auch mit den Tuk-Tuk-Fahrern hätten wir wieder verhandeln müssen.

 

Bei der Mittagspause bei einem Markt, beobachteten wir einen Minibus der die lebenden Hühner bündelweise auf das Dach u. Heck gebunden hatte. Da vergeht einem der Appetit auf Huhn!

 

Zum ersten Mal auf unserer Reise waren die ersten 3 Gästehäuser, in denen wir fragten, schon ausgebucht. Beim 4. hat es dann geklappt. Es waren aber alle im Umkreis von 200 m, sodaß wir nicht lange laufen mußten.

 

21.12. Sihanoukville, sonnig, 31 Grad

Kambodscha`s bedeutendster Badeort, Sihanoukville, liegt auf einer hügeligen Landzunge. Hier gibt es 6 weiße Sandstrände u. sauberes Wasser mit Badewannentemperatur. Dementsprechend viele Touristen tummeln sich hier. Uns fallen viele Deutsche auf, einige mit jungen asiatischen Frauen - es erinnert schon ein wenig an Thailand. Zum Glück sind am Nachmittag ein paar Wolken aufgezogen. Im Schatten unter dem Sonnenschirm hatten wir 38 Grad. Von den 6 Stränden haben wir uns 3 angesehen; auf allen war pudriger weißer Sand. Auf dem Strand auf dem wir uns niederließen, rund 200 m von unserem Gästehaus entfernt, reiht sich eine Strandbar an die andere u. unzählige Verkäuferinnen mit Obst, gegrillten Shrimps oder Tintenfischen, Masseurinnen, usw. streifen umher.

 

Angenehm ist, daß die Liegestühle u. Schirme vor den Restaurants den ganzen Tag kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wenn man irgend etwas konsumiert. Auf der Speisekarte haben wir erst gesehen was man hier alles bekommt. Die Speisen und Getränke mit dem Wort "Happy" davor, sind sehr gefährlich, da mit Drogen versetzt.

 

Die Strandrestaurants haben zum größten Teil WIFI u. mit meinem IPad können wir hier Ö3 empfangen. Es war lustig, beim Abendessen am Strand, vom Schneetreiben am Arlberg zu hören. Wir hatten um 20 Uhr noch immer 28 Grad.

 

22.12. Sihanoukville, sonnig, 31 Grad

Unser Guesthouse organisiert auch Tagesausflüge zu den umliegenden Inseln. Im Preis inkludiert sind Frühstück, Mittagessen, Wasser u. Softdrinks, Obst, Schnorchelausrüstung, Abholung für Kunden aus anderen Gästehäusern, Nationalparkeintritt u. das alles zum Preis von 15,-- US-Dollar. Mit dem Auto wurden wir die paar Meter zum Pier gebracht. Die Ausflugsboote sind fast alle gleich; Fischerboote, die für ca. 20 Personen Platz bieten.

 

Bei der 1. Insel, nach 1 Stunde Fahrzeit konnte man vom Boot aus Schnorcheln. Mir wurde bei der Fahrt, trotz ruhiger See, richtig schlecht - ich hatte schon in der Früh leichten Durchfall. Nach dem 30-minütigen Schnorchelstopp ging es weiter zur nächsten Insel - Bamboo-Island mit einem schönen Sandstrand u. einigen einfachen Hütten zum Nächtigen. Dort hatten wir Zeit zum Schwimmen bis das Mittagessen fertig war. Es gab gegrillten Barrakuda, Salat, Baguette u. frisches Obst. Nach dem Mittagessen wanderten wir 15 Minuten durch einen schönen Wald auf die andere Seite der Insel. Auch da war ein schöner Sandstrand u. man hatte auch die Möglichkeit zum Schnorcheln.

  

Um 14 Uhr mußten wir dann wieder zurück am Boot sein, bevor es zur nächsten Insel wieder zum Schnorcheln ging. Der Korallengarten dort war eigentlich der Höhepunkt des Tages.

 

23.12. Sihanoukville, sonnig, 32 Grad

Nachdem wir in der Früh unsere morgige Weiterfahrt nach Thailand organisiert hatten, war den ganzen Tag Faulenzen am Strand angesagt, was Gerhard ja nicht so gerne macht! Wir hatten uns heute Liegestühle unter Bäumen ausgesucht, da es da etwas kühler ist, als unter den aufgeheizten Sonnenschirmen. Uns fiel auf, daß heute deutlich weniger Urlauber am Strand waren. Offensichtlich feiern die Christen alle zu Hause Weihnachten. Hoffentlich haben wir Recht, da wir uns schon Sorgen machen, daß wir vielleicht morgen auf der Insel Koh Chang keine Unterkunft finden. Ganz ruhelos kann Gerhard ja doch nicht sein u. als am Nachmittag ein paar Wolken aufgezogen sind, wanderte er zum nächsten Strand, der fast menschenleer war.

 

24.12. Sihanoukville - Koh Chang/Thailand, sonnig, windig, 31 Grad

Ein beschwerlicher Reisetag!

Beim Kauf des Tickets inkl. Abholung von unserer Unterkunft auf die Insel Koh Chang wußten wir noch nicht, wie abenteuerlich die Reise werden sollte.

Etwas nervös wurden wir schon in der Früh, als wir nicht wie versprochen um 7,15 h abgeholt wurden. Als wir um 7,50 Uhr noch immer mit unserem Gepäck warteten u. gerade im Büro anrufen wollten, kam doch noch ein Tuk-Tuk. Der Bus wartete bereits auf uns u. wir fuhren auch schon los. Eigentlich hatten wir geplant, am Busbahnhof noch ein Frühstück zu kaufen, das fiel jetzt aus. Der Bus war nur halb voll u. im letzten Ort vor der Grenze stiegen dann alle Asiaten aus u. eine Handvoll Touristen blieb über. Wir schauten uns alle an, denn keiner wußte wie es weiter geht. Wir blieben halt mal alle sitzen. Nachdem das im Gepäckraum mitgeführte Moped mit ausgebautem Vorderrad wieder zusammen gebaut war, brachte uns der Bus noch bis zur 12 km entfernten Grenze.

 

   

T H A I L A N D

 

Als der Bus anhielt, war gleich wieder eine Menge Leute um den Bus u. wir wußten nicht, ob irgendeiner zur Firma gehörte. Einer verlangte unsere Pässe u. gab sie dem Grenzbeamten.

Anschließend wurden wir genau registriert. Zuerst mußten wir in eine Videokamera schauen, dann wurden 4 Finger von der rechten Hand gescannt, dann der rechte Daumen u. anschließend alles noch einmal mit der linken Hand. Bei der Einreise hatten wir nicht mal einen Zollbeamten zu Gesicht bekommen u. was das bei der Ausreise noch für einen Sinn macht, konnte keiner nachvollziehen. Der, der uns die Pässe abgenommen hatte, wollte dann noch ein Trinkgeld für seine Hilfe haben. Mit unserem Gepäck marschierten wir dann ca. 100 m zur Einreise nach Thailand. Da mußten wir noch das Visum ausfüllen u. ohne weitere Bürokratie bekamen wir die Aufenthaltsgenehmigung für 14 Tage. Danach wußten wir wieder nicht wie wir weiter kommen. Beim Ticketkauf sagte man uns zwar, daß man an der Grenze in einen Minibus umsteigen muß, doch fanden wir zuerst niemanden der zuständig war. Nach einiger Zeit wurden wir dann doch angesprochen u. wir bekamen einen Zettel mit der Aufschrift Koh Chang für die Fähre. Wir mußten 50 Min. warten, bis der Minibus voll war. Mit diesem wurden wir dann ca. 15 Km bis zu einer Tankstelle gebracht, wo alle in einen anderen Minibus umsteigen mußten. Dieser fuhr dann mit uns 70 km nach Trat zum Busbahnhof. Dort angekommen, wurden alle aufgeteilt. Einige fuhren weiter nach Bangkok, andere nach Pattaya u. wir waren die einzigen Zwei nach Koh Chang. Der Songthaews-Fahrer, der uns zur Fähre bringen sollte, sagte uns gleich, daß es noch 40 Minuten dauert bis der Bus aus Bangkok kommt u. wir einstweilen ins Bahnhofsrestaurant gehen sollen. Nach 1 Stunde hatte er sein Fahrzeug endlich voll. Der nächste Halt war eine Tankstelle, wo er 3 Liter tankte! Nach ca. 10 km kamen wir zu einer Verkaufsstelle für die Fährtickets. Unsere Tickets kaufte der Fahrer, da wir diese schon mitbezahlt hatten. Alle anderen mußten es selbst machen u. die meisten ließen sich auch eine Unterkunft auf der Insel aufschwatzen. Da die Unterkünfte aber alle weit im Süden der Insel waren u. wir nicht die Katze im Sack kaufen wollten, hofften wir auf ein Weihnachtswunder, auf der Insel auch noch was finden. Wir ließen uns aber von einem Minibus-Fahrer überzeugen, gleich den Transfer auf der Insel zu buchen. Es stellte sich noch heraus, daß das tatsächlich die richtige Entscheidung war. Er lud hier schon unser Gepäck in sein Auto u. brachte uns die letzten 3 - 4 km zur Fährhafen. Wie wir da überhaupt hingekommen wären, ist uns jetzt noch ein Rätsel, da der andere Fahrer sich inzwischen aus dem Staub gemacht hatte. Die Fähre wartete mit dem Ablegen bis die Sonne unterging. In einem Schneckentempo tuckerten wir in Schlangenlinie auf die Insel zu. Kurz vorm Anlegen suchte der Fahrer am Oberdeck alle seine Schäfchen zusammen u. wir konnten als erstes Fahrzeug runter von der Fähre. Eine Touristin, die nichts gebucht hatte, wollte noch mit uns fahren, doch leider war kein Platz mehr.

 

Wir hatten uns im Reiseführer eine Unterkunft ausgesucht, zu der wir gleich als Erste gebracht wurden. Sie entsprach aber nicht unseren weihnachtlichen Vorstellungen, sodaß ich mit unserem Gepäck dort wartete u. Gerhard sich auf die Suche machte. Nach einer 3/4 Stunde kam er endlich zurück. Fast alles war ausgebucht oder unzumutbar. Er fand aber doch noch ein Zimmer in einem Hotel mit  europ. Standard; leider nur für 1 Nacht.

 

Da 95 % der Thailänder Buddhisten sind, wird Weihnachten nur für die Touristen gefeiert. Da wir hier in einem reinen Touristenort, mit vielen riesigen Hotelresorts sind, wird auch dementsprechend gefeiert - bemalte Elefanten, Christbäume, Feuerwerk, usw. Zum Abendessen gab es endlich wieder einmal gewohntes westliches Essen.

 

25.12. Koh Chang, sonnig, 31 Grad

Wo ist der Strand?

Nachdem wir unser Zimmer geräumt hatten, machten wir uns sogleich auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Es stellte sich rasch heraus, daß dies gar nicht so einfach war. Wir hatten uns auch die Bungalow-Anlagen direkt am Strand angesehen. Da mußten wir mit Entsetzen feststellen, daß gar kein Strand vorhanden ist. Der "White Sand Beach" ist am Vormittag bei Flut zur Gänze überschwemmt. Auch die Restaurants u. Bungalows, die zu weit nach vorne gebaut sind, stehen im Wasser. Man erklärte uns, daß der Strand um ca. 14 Uhr zum Vorschein kommt. Im ersten Moment waren wir froh, daß wir noch kein Zimmer gefunden hatten. Wir beschlossen, uns einen Motorroller zu mieten u. die Strände entlang der Küste anzusehen. Besonders den 13 km entfernten "Lonely Beach", zu dem gestern die meisten Rucksackreisende gefahren sind. Auch hier stellten wir fest, daß die Situation nicht anders war. Es ist dort etwas ruhiger, da es dort keine Hotels u. Pauschaltouristen gibt. Wir fanden an der ganzen Küste keinen einzigen schönen Strand, obwohl Unmengen von Touristen hier sind. Was machen die da am Vormittag? Viele saßen auf den Terrassen ihrer Bungalows oder fuhren mit Motorrollern in der Gegend herum. Die Miete, € 4,60 für einen ganzen Tag, ist ja wirklich günstig. Als wir gegen 14 Uhr wieder auf Zimmersuche gehen wollten, war plötzlich doch wieder in unserem gestrigen Hotel ein Zimmer frei. Gut, daß wir unser Gepäck an der Rezeption deponiert hatten.

 

Am Nachmittag hatte sich das Bild am Strand komplett verändert u. jede Menge Leute tummelten sich im Wasser. Gegen Abend änderte sich das Strandbild erneut. Es wurden Restaurants und Bars am Sandstrand aufgebaut, Lichterketten u. Laternen hingen in den Bäumen u. Palmen u. große beleuchtete Reklameschilder wurden aufgebaut.

 

26.12. Koh Chang, sonnig, 31 Grad

4-Inseln Schnorcheltour

Mit einem Songthaews wurden wir zu einem Pier ganz im Süden der Insel gebracht. Der Pier war mindestens 300 m lang. Auf den ersten 200 m war links u. rechts ins Meer ein ganzes Dorf gebaut. In den Pfahlbauten waren Shops, Restaurants u. auch Unterkünfte untergebracht. Am letzten Stück zum großen Boot war der Pier aufgrund der Flut ca. 20 cm unter Wasser.

 

Auf dem großen Boot waren wir ca. 80 Leute. Vor der ersten, kleinen, unbewohnten Insel, wo wir einen Halt zum Schnorcheln machten, waren schon 3 andere große Boote hier. Somit waren auf engstem Raum ca. 250 Leute im Wasser, was nicht mehr lustig war. Die Korallen sind schon alle abgestorben. Man konnte sich gar nicht richtig auf die Fische konzentrieren, da man ständig aufpassen mußte, daß man nicht irgendeinen Fuß von einem zappelnden Japaner ins Gesicht bekam.

 

Beim 2. Schnorchelstopp waren dann zum Glück wesentlich weniger Leute im Wasser. Es gab bei dieser Insel auch einen kleinen Strand und Gelegenheit zum Schwimmen.

Das Mittagsbuffet, grünes Hühnercurry, gebratene Nudeln mit Gemüse, Reis und Obst wurde am Schiff serviert.

 

Bei der Insel nach dem Mittagessen sah man die meisten Fische. Da manche nicht aufgegessen hatten, warfen sie den Reis ins Wasser, was natürlich riesige Fischschwärme anlockte. Auf der Fahrt zum letzten Stopp gab es dann noch einen Snack, bestehend aus Garnelen, gekochten Maiskolben, Ananas u. Melonen. Den ganzen Tag über konnte man sich auch bei den Automaten mit Tee und Kaffee, sowie Wasser selbst bedienen.

 

Die Guides hatten mit den Gästen jede Menge zu tun. Nach jedem Stopp gab es Verletzte, weil die Leute so dumm waren u. sich auf die messerscharfen Korallen stellten.

 

27.12. Koh Chang, sonnig, 31 Grad

Koh Chang ist nach Phuket die zweitgrößte Insel des Landes u. die Hauptinsel des Koh Chang Meeres-Nationalparks mit mehr als 40 Inseln. 70 % der Insel bestehen aus fast undurchdringlichem Regenwald. Die Insel ist sehr bergig u. entlang der Küste verläuft die schmale Straße zeitweise wie auf einer Hochschaubahn. Es gibt einige schöne Wasserfälle u. die Westseite bietet schöne Strände. Ebenso gibt es viele Elefanten, die früher für Waldarbeiten eingesetzt wurden u. heute die Touristen durch den Dschungel tragen.

 

Zum zweiten Mal in diesem Hotel mußten wir das Zimmer wechseln. Was das für einen Sinn macht, haben wir nicht verstanden. Als wir am Vormittag einen Spaziergang machten u. unsere morgige Weiterreise nach Bangkok buchen wollten, verließen auch 2 Mädels mit ihren Badesachen das Hotel. Wir dachten zuerst, sie sind am Abend angekommen u. wissen noch gar nicht, daß es am Vormittag keinen Strand gibt. Gut, daß wir ihnen folgten, denn seltsamerweise war plätzlich um 10 Uhr Vormittag der weiße Sandstrand in all seiner Pracht vorhanden! Innerhalb von nur 2 Tagen hatten sich die Gezeiten so verändert, daß um mehr als 1 m weniger Wasserstand war!

 

28.12. Koh Chang - Bangkok, sonnig, 32 Grad

Schweren Herzens haben wir die Insel verlassen; wir hätten es schon noch ein paar Tage ausgehalten. Ein Minibus hatte uns ganz pünktlich um 10 Uhr vom Hotel abgeholt u. ist mit uns auf die Autofähre gefahren. Nach einer halben Stunde Überfahrt waren wir wieder am Festland u. wir mußten am Busbahnhof auf den Anschlußbus aus Bangkok warten. Im klimatisierten VIP-Bus waren ausschließlich Touristen. Der Bus hatte nur 3 Stationen als Fahrziel. Die erste 15 Minuten vom Flughafen entfernt, die zweite beim Hauptbahnhof u. die letzte bei der Khaosan Road, wo wir ausstiegen.

 

Die Rush-Hour in Bangkok war der reinste Horror. Die letzten 2 Stunden waren wir nur mehr im Stau unterwegs u. kamen mit 2 Stunden Verspätung um 19,30 h im Ziel an. Am Abend gestaltete sich die Zimmersuche nicht so einfach. Die meisten Gästehäuser waren ausgebucht oder hatten nur mehr die teuersten Zimmer frei. Nachdem wir was schönes gefunden hatten, schlenderten wir noch durch die mit Menschen verstopfte Touristenmeile, die Khaosan Road.

 

29.11. Bangkok - Kanchanaburi - Bangkok, 340 km, sonnig, 31 Grad

Unser letzter Tagesausflug führte uns zum Tiger-Tempel u. zur River Kwai-Brücke nach Kanchanaburi. Wir wurden direkt vom Hostel abgeholt. Jedoch aufgrund des starken Verkehrs mit 45 minütiger Verspätung. Im Minibus waren wir 6 Touristen. Einige Kilometer später wurde das Fahrzeug dann noch mit Einheimischen u. viel Gepäck bis oben hin vollgestopft. Unterwegs wurden diese in die Dörfer gebracht u. die Pakete zugestellt. Das ärgerte uns sowie auch die anderen Touristen maßlos, weil wir sicher den 10-fachen Preis als die Einheimischen bezahlt u. einen Ausflug gebucht hatten. Um 14 Uhr waren wir endlich am Eingang zum Tiger-Tempel. Im Reiseführer wird von einem Besuch abgeraten. Es ist Tierquälerei, da die Tiger mit Beruhigungsmittel ruhig gespritzt werden. Die meisten Tiere schlafen. Es ist ein richtig kommerzieller Betrieb mit massenhaft Besuchern. In der Schlucht, in der ca. 10 Tiger lagen, mußte man sich zuerst anstellen u. die Verhaltensregeln wurden erklärt. Volontiere führten die einzelnen Besucher an der Hand zu den Tigern u. ein zweiter ging mit um Fotos zu machen. Man durfte sich nur hinter den Tiger setzen.

 

Auf der Heimfahrt machten wir noch einen kurzen Stopp bei der berühmten Brücke am River Kwai. Auch auf der Heimreise herrschte auf den letzten Kilometern ein Verkehrschaos; um 20 Uhr waren wir dann endlich wieder zu Hause u. von der langen Autofahrt ziemlich müde.

 

30.12. Bangkok, sonnig, 34 Grad

Der Thai-Kalender richtet sich nach dem Todestag Buddhas. Sie feiern den Jahreswechsel am 13. April. Im Moment leben wir hier schon im Jahr 2554! Aber auch zum westlichen Neujahr gibt es ein 3-tägiges Fest. Alles wird hier schon geschmückt u. es gibt zahlreiche Veranstaltungen.

 

Am Vormittag wollten wir Wat Pho, den ältesten u. größten Tempel der Stadt besuchen. Er beherbergt den 46 m langen u. 15 m hohen, liegenden Buddha. Aufgrund einer Feier der Thais, war dieser aber bis 13 Uhr geschlossen. Im Park gegenüber dem Königspalast, wurde auch schon alles für die Feiern vorbereitet u. auch die königlichen Elefanten, schön geschmückt, hatten ihre Probe. Danach wurden sie mit Gurken gefüttert, bekamen noch Wasser aus einem Tankwagen, bevor sie auf LKW`s verladen wurden. Es war interessant zuzuschauen.

 

Mit dem Boot fuhren wir am Chao Phraya-Fluß bis zur nächsten Sky-Train-Station. Mit der klimatisierten Hochbahn ging es weiter zum MBK-Einkaufszentrum, wo die Touristen noch ihre letzten Baht loswerden. Hier reiht sich ein modernes Einkaufszentrum um das andere, ein richtiger Kontrast zu China-Town. Einige sind miteinander verbunden u. man muß gar nicht hinaus in die Hitze. In den Designerläden sind die Preise fast wie bei uns. In den billigen Geschäften mit den Imitaten ist alles spottbillig u. Verhandlungssache.

 

Der Linienbus brachte uns zurück bis zum Wat Pho. Heute waren wir irgendwie unsichtbar. Am Boot u. im Bus übersah uns die Kassiererin u. beim Tempel hat auch niemand kontrolliert. Ich konnte heute sogar mit meiner kurzen Hose hinein, was normal nicht erlaubt ist; aber ich war nicht die Einzige!

 

31.12. Bangkok-Dubai-Wien

Gestern Abend bummelten wir ein letztes Mal durch die Khaosan-Road, vorbei an den vielen Massagebetten auf der Straße u. noch schnell die letzten Baht für Essen ausgegeben.

 

Um 6 Uhr Früh begann mit der Abholung u. dem Transfer zum Flughafen ein anstrengender Reisetag. In der Flughafen-Lounge bekamen wir endlich wieder einmal westliches Frühstück. Der erste Flug von Bangkok nach Dubai sollte 6 1/2 Stunden dauern. Aufgrund eines elektronischen Defektes der Maschine saßen wir knapp 3 Stunden im Flugzeug, bis der Schaden endlich behoben war u. wir starten konnten. Gott sei Dank hatten wir in Dubai ein Zeitfenster von 4 Stunden, sodaß wir gerade noch unseren Anschlußflug nach Wien erreichten. In der Boing 340-500, für 258 Passagiere, waren wir insgesamt nur 45 Fluggäste, so hatte jeder seine eigene Reihe u. wir konnten uns zum Schlafen ausgestreckt hinlegen. Um 20,30 Uhr landeten wir dann wieder in der Heimat. Die 5 1/2 Wochen vergingen leider viel zu schnell u. hinterließen einen unvergeßlichen Eindruck.