Vietnam - Kambodscha - Thailand

19.10.2001 - 15.12.2001

Freitag, 19.10. 2001 - Good Morning Vietnam!


Nach 15 1/2 Std. inkl. 3 Std. im Transit am Airport Bangkok landen wir endlich in Hanoi. Umringt von einer Menge Taxifahrer, die alle auf uns einreden, bauen wir die Räder in der klimatisierten Flughafenhalle zusammen.
Der Airport liegt 35 km außerhalb der Stadt. Es ist bedeckt, hat ca. 26 Grad und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit läßt im Nu die Bekleidung an uns kleben.
Nach 7 km sehen wir den ersten Unfall mit einem verletzten Mopedfahrer; das kann ja noch heiter werden!
Nach 10 km geht die Straße in eine Autobahn über. Auf dem Weg wimmelt es nur so von Rad- u. Mopedfahrern. Die Mopedfahrer erweisen sich als besonders lästig, da sie andauernd neben uns herfahren und sich unterhalten wollen.
Am Rande von Hanoi stehen plötzlich Schilder: "für Radfahrer und Fuhrwerke verboten"; doch keiner nimmt davon Notiz und so fahren auch wir weiter.
Nach einiger Zeit werden die Radler immer weniger und plötzlich sind wir die Einzigen, die sich durch den immer stärker werdenden Verkehr kämpfen. Auf den letzten Kilometern vor dem Zentrum müssen wir den "Roten Fluß" überqueren. Vor der Brücke stehen wieder Verbotsschilder für Radler.

 

Die Brücke teilt sich in einen Streifen für Autos und einen für Mopeds. Wir reihen uns bei den Mopeds ein u. der Polizist, der die Brücke bewacht, sieht uns erst als wir an ihm vorbeifahren. Wütend pfeift er uns mit seiner Trillerpfeife hinterher, doch wir radeln unbeirrt weiter. In der Stadt angekommen, suchen wir zuerst eine Bank zum Geldwechseln und ich mache Gerhard im Nu zum Millionär (100 US = 1,462.500,-- Dong).
Sobald wir anhalten, sind wir von Schleppern, die uns Hotels vermitteln wollen, umringt, dadurch finden wir sehr rasch ein Zimmer.
Alle bestaunen unsere KTM/Trekkingräder und fragen nach dem Preis. Als wir diesen mit 500,-- US nennen lachen sie, denn hier bekommt man eine neue Honda, 50 ccm, um den selben Preis!
Am Nachmittag unternehmen wir noch einen Bummel in die Stadt und müssen meistens die Straße benützen, da auf den schmalen Gehsteigen die Mopeds parken. Zur Rush Hour nimmt der ohnehin für Europäer schon unvorstellbare Verkehr von einspurigen Fahrzeugen noch zu! Das Überqueren der Straße wird zum wahren Spießrutenlauf.


Samstag, 20.10.01Bedeckt, ca. 26 Grad

Zum Frühstück gibt es typ. vietnamesische Nudelsuppe mit Gemüse, Pilzen und anderem undefinierbarem Inhalt am Straßenstand. Besteck gibt es hier keines und so versuchen auch wir, mit den Stäbchen, unter großem Gelächter der anderen Leute unsere Suppe zu essen.
Wir besichtigen die Sehenswürdigkeiten der Stadt, u.a. wollen wir auch den einbalsamierten Leichnam von Ho Chi Minh sehen, doch er wird gerade restauriert.
Der Jetlag macht uns so zu schaffen, daß wir zu Mittag auf ein Schläfchen zurück ins Hotel müssen.
Am Abend fahren wir mit dem Taxi eine Ausfallstraße 7 km von Hanoi hinaus. Dort gibt es an einem Straßenabschnitt 60 Restaurants, die ausschließlich Hundefleisch verkaufen. Man sitzt auf Bastmatten am Boden, denn es gibt weder Stühle noch Tische. Als Tischtuch bekommt man einen großen Bogen Zeitungspapier. Im Hotel hat man uns gesagt, daß hier nur Vietnamesen, und zwar nur in der 2. Hälfte des Mondmonats essen; in der 1. Hälfte bringt es Unglück Hunde zu essen!!
Für den Rückweg nehmen wir ein Motorradtaxi (wir sitzen zu Dritt auf der Honda!!!).

Die Hunde waren grausam. Wir haben nach der Vorspeise abgebrochen; aber es war ein unvergeßliches Erlebnis.

Sonntag, 21.10.01
fahren wir mit dem Rad von Hanoi nach Hai Phong - 106 km bei sonnig heißem Wetter. Entlang der gesamten Strecke gibt es neben der Fahrbahn einen 3 m breiten Radstreifen. In den Ortschaften fahren wir jedoch auf der Straße, weil die Bauern auf dem Radweg Getreide, Heu und Sonstiges trocknen. Nach 40 km liegt ein toter Mopedfahrer am Radweg. Hinter ihm steht ein knallroter Sarg mit Räucherstäbchen davor und ein Polizist bewacht das Ganze; ein sehr makabrer Anblick! Wir fühlen uns jedoch absolut sicher, da das Verhältnis Autofahrer / Radfahrer genau umgekehrt zu dem in Österreich ist. Ein paar jugendliche Radfahrer, die in Käfigen Ratten transportieren, begleiten uns einige Zeit und wollen uns die schrecklichen Tiere schmackhaft machen; nein danke!!!
Verkehrsregeln gibt es hier keine, denn die meisten Autofahrer besitzen nicht einmal einen Führerschein. Aus Geldmangel können sie sich keine Fahrstunden leiten und lernen daher auf der Kart-Bahn das Autofahren.

Montag, 22.10.01 - bedeckt
Um 6,30 h fahren wir mit der Fähre auf die Insel Cat Ba. Die Räder und den größten Teil des Gepäcks lassen wir im Hotel zurück. Das Hotel in Cat Ba hat nur 3 Außenmauern, die Rückwand bildet der Felsen, an dem es gebaut ist. Am Markt sehen wir, wie lebende Vögel bis auf die letzte Feder gerupft werden, anscheinend tötet man sie nicht damit sie frisch bleiben; also nichts für Tierschützer!!!!
Gerhard ist stark verkühlt, anscheinend hat ihm die Klimaanlage nicht gut getan!

Dienstag, 23.10.01 - bedeckt
Von hier aus unternehmen wir eine Bootstour in die berühmte Halong-Bucht (3.000 Kalksteinfelsen ragen aus dem Meer). Das Boot ist ein klappriger Kahn und der Kapitän ziemlich überfordert.

Mittwoch, 24.10.01 - bedeckt
Ein verlorener Tag! Bis Mittag müssen wir auf die Fähre zurück nach Hai Phong warten.

Donnerstag, 25.10.01 - Hai Phong / Ninh Binh - 121 km
Von den 120 heute zurückgelegten Kilometern sind 110 km Baustelle, d.h. kraterähnliche Seen auf der Straße, Morast u. Schlamm.
Gerhard hat mit dem Fahrrad einen Frontalzusammenstoß; es stürzt aber nur der Junge, zum Glück ist er nicht verletzt, doch sein Rad ist leider kaputt.; Unser KTM-Bike erweist sich dagegen als sehr robust. Manchmal ist zwar das Hinterrad von Gerhard den spitzen Steinen nicht gewachsen! 10 km vor dem Ziel hat er Defekt. Zum Glück hat der Regen, der die letzten 20 km die Straße noch unbefahrbarer macht, aufgehört. Für 121 km brauchen wir 7 Std. reine Fahrzeit!!!! Dafür radeln wir aber abseits vom Tourismus und die Leute in den Dörfern sind noch nicht verdorben. Wir bezahlen die Preise der Einheimischen, was nicht oft vorkommt (Bier öS 1,--, Mittagessen für 2 Pers. öS 6,--). Für die Strapazen werden wir mit einem wunderschönen Guesthouse, hervorragendem Essen u. gutem Reisschnaps, entschädigt. Der Besitzer hat in Dresden gearbeitet u. spricht perfekt Deutsch. Wir lassen als erstes unsere schlammigen Räder um öS 3,-- pro Rad putzen!

Freitag, 26.10.01 - Tam Coc 25 km
In der Nacht hat es stark geregnet u. die Straßen sind am Vormittag noch immer sehr naß. Wir wollen nicht schon wieder wie die Schweine aussehen u. entschliessen uns daher hier noch einen Tag länger zu bleiben. Wir unternehmen einen Radausflug nach Tam Coc. Tam Coc ist Vietnams Halong-Bucht ohne Wasser - die Kalksteinfelsen stehen inmitten von Reisfeldern. In kleinen Ruderbooten, die nur 2 Pers. Platz bieten, wird man 2 Std. durch die Landschaft geschaukelt. Dreimal führt der Fluß durch Höhlen, wobei 2 so niedrig sind, daß man sich auf den Boden des Bootes kauern muß. Gelegentlich bewegen die Bootsführer die Ruder auch mit den Füssen, was wie Radfahren mit dem Liegerad aussieht!
Während der Fahrt versuchen die Bootsbesitzer den Fahrgästen hartnäckig Stickereien anzudrehen. Noch schlimmer sind jedoch die Getränkeverkäufer, deren Ruderboote wie kleine Supermärkte aussehen.
Nach Hause fahren wir auf schmalen Wegen zwischen den Reisfeldern. Dabei stechen uns Friedhöfe ins Auge, die im Wasser mitten in den Reisfeldern angelegt sind u. nur die Grabsteine ragen aus dem Wasser. Zurzeit ist gerade Reisernte u. die Bauern stehen dabei bis zu den Hüften im Wasser.
Bei uns ist es jetzt 17,30 Uhr u. Gerhard freut sich schon auf das Abendessen; er hat sich einen Frosch bestellt! Zuerst wollte er eine Schlange, doch die wäre für 2 Pers. gewesen, aber ich habe von exotischem Essen genug!

Samstag, 27.10.01 Ninh Binh / Tinh Gia - 105 km
Heute ist unser 1. Tag auf der Straße Nr. 1. Mindestens 1 Woche werden wir nun diese Straße entlang fahren. Nach 30 km habe ich heute leider Hinterraddefekt, doch dann geht es recht zügig dahin.
In der Provinzhauptstadt Thanh Hoa ist sehr viel Verkehr u. unmittelbar vor uns stürzt ein Mädchen mit ihrem Rad, da der überholende Radfahrer sie streift.
An einem Kreisverkehr mit extrem starkem Verkehr geht seelenruhig ein Pferd spazieren; alle weichen aus und keiner nimmt davon Notiz.
Nach 70 km fängt es wieder einmal stark zu regnen an, doch wir haben Glück und finden in einer Garküche am Straßenrand Unterschlupf. Trotz Verständigung mittels Zeichensprache bekommen wir ein gutes Mittagessen. Als wir fertig sind, ist es auch mit dem Regen vorbei und wir fahren auf der rasch auftrocknenden Straße die letzten 20 km ins Etappenziel.
Hier gibt es lediglich 1 Hotel in der Stadt; das nächste wäre weitere 100 km entfernt, so bleibt uns nichts übrig und wir nehmen mit dem schäbigen Zimmer Vorlieb.

Sonntag, 28.10.01 - Thinh Gia - Vingh \ 98 km; kühler Nordwind, ca. 22 Grad, den ganzen Tag sieht es nach Regen aus!
Durch den Rückenwind geht es flott da.
Heute haben wir mehr Glück und wir finden ein etwas besseres Hotel. Mittagessen gibt es auf dem Markt und zwar vietnamesische Wurstsemmeln (frisches Baguette mit kleingeschnittenem Schweinsbraten) gefüllt.
Danach probieren wir noch verschiedene Erdnuß-Süßigkeiten, für die die Stadt bekannt ist.

Montag, 29.10.01 Vingh - Dongh Hoi \ 202 km, Nordwestwind, ca. 22 Grad, Regen!
Gerhard hat heute gute Beine u. ich fahre fast die ganze Strecke im Windschatten. Nach 30 km beginnt es stark zu regnen u. hört erst 30 km vor dem Ziel auf, was uns jedoch nicht sonderlich stört, da wir dadurch die Straße fast für uns alleine haben. Zeitweise sind die Felder überschwemmt u. nur die Straße die etwas höher liegt ist frei. Deshalb flüchten auch allerlei Kleintiere auf die Straße. Wir fahren Slalom zwischen kleinen Schlangen, Fröschen, Ratten u. jede Menge Heuschrecken.
Auch der Wolkenpaß liegt heute auf unserer Strecke.Klingt zwar spektakulär, ist aber nur ein Hügel. Wir haben zunächst vor, nach 170 km zu übernachten, fahren aber dann doch in die nächst größere Stadt weiter.

Dienstag, 30.10.01 - Dong Hoi - Dong Ha / 94 km / In der Früh Sonnenschein, dann bedeckt!
An einer Baustelle bekomme ich einen Stein an den Kopf! Alle Umstehenden blicken jedoch unschuldig. Ich komme mit Kopfschmerzen davon!

Mittwoch, 31.10.01 - Dong Hoi - Hue \ 72 km, bedeckt
Je weiter wir in den Süden kommen, desto wärmer wird es. Leider ist heute die nagelneue Straße auf der wir die letzten 500 km unterwegs waren, zu Ende.
Hue ist endlich wieder eine Stadt in der es einige Sehenswürdigkeiten gibt u. man auch noch andere Traveller trifft. Am Nachmittag besichtigen wir den Markt und die alte Kaiserstadt. Das Hotel entspricht wieder westlichem Standard u. daher legen wir hier morgen einen Ruhetag ein.

Donnerstag, 1.11.01 - heiß, 30 Grad
Bootsausflug mit einem Drachenboot auf dem Parfum-Fluß u. Besichtigung der imposanten Kaisergräber.
Wir sind 8 Personen auf dem Boot und bereits nach nur 100 m streikt der Motor. Nach einer 1/2 stündigen Reparatur geht es endlich los. Der Ausflug ist mit öS 30,-- inkl. Mittagessen sehr günstig, jedoch die Eintritte bei den Grabstätten sind der reinste Touristennepp. Ausländer zahlen 11 x soviel wie Einheimische. Man wird auch ständig von Motorrad-Taxis u. fliegenden Händlern bedrängt. Nach der 1. Grabstätte haben wir genug. Fast die ganze Gruppe geht die knapp 3 km zu Fuß. Beim Mittagessen auf dem Boot sitzen wir, wie sonst die Vietnamesen, am Boden auf Bastmatten u. es gibt typisch vietnamesische Küche; alles kalt!!!!
Bei der Rückfahrt besichtigen wir noch eine Pagode, wo ausnahmsweise der Eintritt frei ist.

Freitag, 2.11.01 - Hue - Hoi An, 131 km, 31 Grad
Die Hitze setzt mir heute sehr zu. Wir müssen 2 Hügel bezwingen, die zum Glück nur kurz sind, sowie den Meereswolkenpaß, der es aber in sich hat. 6 km - 12 %. Zum Glück fahren die altersschwachen LKW's sehr langsam bergauf u. so greifen wir uns jeder einen LKW. Ich bin leider zu schwach im Oberarm u. muß nach kurzer Zeit wieder los lassen. Gerhard hat zwar einen stärkeren Arm, dafür zieht er sich aber einen Asphaltausschlag zu! In einer schottrigen Kurve bleibt er mit dem Lenker beim LKW hängen u. das Vorderrad rutscht weg. Es geht abgesehen von einer kaputten Brille und einem abgeschürften Ellenbogen relativ glimpflich aus.
Hoi An ist die bezauberndste Stadt an der Küste. Eine Reihe von Holzgebäuden stammen aus der 1. Hälfte des 19. Jhd.; manche sind sogar noch älter. Bislang sind 844 Bauwerke als historisch bedeutend anerkannt worden. Hier gibt es auch eine Reihe von kulinarischen Spezialitäten, die wir im Rahmen eines 5-gaengigen Menüs (öS 40,--) durch kosten.
Da wir für die nächsten 3 Tage die Zivilisation wieder verlassen werden und das Essen (warmer Reis u. alles andere dazu kalt u. scharf) nicht unserem Geschmack entspricht, verwöhnen wir unseren Gaumen in einem ausgezeichneten Restaurant am Fluß. Wir bestellen uns Fisch (Red Snapper) der in Bananenblättern, mariniert mit Knoblauch, Ingwer, Chili u. Zwiebeln, serviert wird. Dazu gibt es eine Lemon-Pfeffer-Sauce,

Samstag, 3.11.01- sonnig, 32 Grad
Busausflug nach My Son
My Son ist der bedeutendste Ort der Cham, indisch beeinflußte Kultur Südostasiens, in Vietnam. Für mich sind es lediglich verwachsene Ziegelhaufen, da von 68 Bauwerken nur 20 den Plünderungen und Bombardements der Amerikaner so halbwegs standhielten, und nichts renoviert wird!

Sonntag, 4.11.01 - Hoi An - Quang Ngai - 120 km / sonnig, 30 Grad
Man merkt nicht daß Sonntag ist. Alle Geschäfte sind geöffnet u. auch am Straßenbau wird wie immer gearbeitet. Ein Metallspan im Hinterrad beschert Gerhard seinen 2. Defekt. Während des Schlauchwechsels kommt es zu einem Auflauf von Neugierigen.
Wenn wir durch die Dörfer radeln, rufen uns fast alle Kinder etwas zu; meistens "hello". Für die Kinder sind wir exotische Wesen u. sie möchten von uns irgendeine Reaktion provozieren. Mit der Zeit nervt das ziemlich!!!!
Im Gegensatz zum Norden ist in dieser Gegend der Reis noch frisch gepflanzt und so fahren wir den ganzen Tag entlang saatgrüner Reisfelder. Zum Abendessen gibt es die für diese Region bekannte Spezialität "Cam ga", gelber Reis mit Hühnerstreifen, Minzblättern u. Eiersuppe.

Montag, 5.11.01 - Quang Ngai - Qui Nhon-City - 168 km / sonnig, 30 Grad
2 Std. hat Petrus Mitleid mit uns und schickt uns ein paar Wolken vor die gnadenlos vom Himmel brennende Sonne. Es zieht sich hügelig dahin und wir können nicht so richtig Tempo machen, da die Straße die längste Zeit eine Schlaglochpiste ist.
Hier gibt es zwar einige Hotels, aber nur in einem dürfen Ausländer übernachten.

Dienstag, 6.11.01 - Qui Nhon City - Tuy Hoa - 91 km / wechselhaft, sonnig mit kurzen Regenschauern, 29 Grad
Die Straße wird von Tag zu Tag schlimmer. Obwohl wir uns auf der Nationalstraße Nr. 1 befinden, gibt es über längere Abschnitte nur mehr Schotterpiste! In der Nacht hat es stark geregnet u. dementsprechend verschlammt ist die Piste.
Die Landschaft hat sich total verändert und es gibt nun sogar bewaldete Hügel, was aber ein ständiges Auf und Ab bedeutet.
Wir fühlen uns wie Wesen von einem anderen Stern. Die Leute drehen sich nach uns um und Gerhard wird im Supermarkt (der 2. bis jetzt in ganz Vietnam) von den weiblichen Angestellten umringt u. alle zupfen an seinen Haaren an den Armen.

Mittwoch, 7.11.01 - Qui Nhon City - Nha Trang - 121 km / wechselhaft, 28 Grad
Tropischer Regenschauer bei unserem Aufbruch um 6 Uhr. Nach 10 Min. ist alles vorbei, doch die Straße steht teilweise unter Wasser. Wie fast jeden Tag gibt es zum Frühstück Nudelsuppe (mit Stäbchen gegessen!)
Nach kurzer Zeit trocknet es auf und wir fahren motiviert los, da wir wissen, nach 120 km erwartet uns wieder die Zivilisation, d.h. westlicher Standard, gutes Essen, usw. (Gerhard hat bereits viel abgenommen, doch bei mir will der Speck nicht weg!)
Der Straßenzustand ist überraschend gut, ausgenommen die letzten 20 km, wo es einige größere Baustellen u. Schotterpiste gibt. Es geht wieder über einige Hügel, doch diesmal ist es landschaftlich sehr reizvoll. Links haben wir den Blick auf das südchinesische Meer, rechts undurchdringlichen Dschungel.
In Nha Trang angekommen, fühlen wir uns wie im Paradies. An vielen Straßenecken stehen fahrbare Bierstände mit frischem u. kühlem Faßbier (1 Literkrug öS 5,--) und die Sehnsucht nach der Heimat stillen wir mit einem Wiener Schnitzel mit Pommes! Nach 2 lt. Bier sind die Strapazen des Tages auch vergessen! (Das Bier ist aber nicht so stark wie bei uns!)

Donnerstag, 8.11.01 - Ruhetag / 10 km
Vormittag bedeckt mit kurzen Regenschauern, Nachm. sonnig, 28 Grad
Am Vormittag besichtigen wir die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung (Chamtürme, Kathedrale, Pagode, Markt, 14 m hoher weißer Buddha)
Am Nachmittag unternehmen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang.
Laut Reiseführer soll hier der schönste Stadtstrand Vietnams, mit türkisfarbenem, fast durchsichtigem Wasser, sein. Wir laufen 6 km den Strand entlang und finden nur eine braune Brühe und allerlei Unrat am Strand vor. Die Überreste der Strandpicknicks werden einfach liegen gelassen oder ins Meer geworfen! Vielleicht hat es auch etwas mit der Jahreszeit zu tun, denn die Regenzeit geht gerade zu Ende. Lediglich 4 gezählte Touristen wagen sich in die fast 2 m hohen Wellen.
Mit einem kühlen Bier an der Strandpromenade beobachten wir das Treiben.

Freitag, 9.11.01 - Nha Trang - Phan Rang - 117 km / bewölkt, 28 Grad
Zu unserer großen Überraschung ist die Straße heute in einem Top-Zustand. Obwohl ständig Berge vor uns auftauchen, ist es durchwegs flach und der starke Rückenwind bringt uns schnell ans Ziel. Lediglich die Suche nach einem Hotel gestaltet sich etwas schwierig. In Orten wo es keinen Tourismus gibt, sind die Hotels um das 3-fache teurer, aber um so miserabler!
Eine Stunde nach dem Dunkelwerden treffen noch 2 deutsche Mädchen mit ihren Rädern in unserem Hotel ein. Sie fahren von Süden nach Norden und sie tun uns jetzt schon leid, da wir nun 3 Wochen lang mit Rückenwind unterwegs sind. Nach dem Abendessen setzen wir uns zu einem Erfahrungsaustausch zusammen.

Samstag, 10.11.01 - Phan Rang - Da Lat - 110 km / bedeckt, im Tal 28 Grad, am Berg 22 Grad
Wir verlassen nun die Nationalstraße Nr. 1 udn biegen gegen Westen in die Berge ab. Schon die Anfahrt zu den Bergen (50 km) ist wegen der holprigen Straße und dem Gegenwind sehr mühsam, zudem geht es außerdem ständig leicht bergauf.
Der 1. Paß mit 8 - 10 % Steigung, der sich über 18 km in Serpentinen den Berg hinauf schlängelt ist noch nicht so schlimm. Wir genießen die wunderschöne Aussicht auf das darunter liegende Tal.
Nach 5 km auf dem Hochplateau kommt der 2. Paß, der uns mit seiner durchgehenden Steigung zwischen 10 u. 12 % u. einer Länge von 10 km sehr zu schaffen macht. Den Rest der Strecke geht es ohne nennenswerte Abfahrt hügelig weiter.
Die veränderte Landschaft durch Tee- u. Kaffeeplantagen, entlang von Gemüsefeldern u. blühenden Gärten lenkt zum Glück von den Strapazen etwas ab.
Da Lat liegt auf 1.475 m und dadurch ist die Temperatur für uns recht angenehm, doch die Einheimischen tragen dicke Anoraks u. Wollmützen!
Das Beste hier sind die Konditoreien, deren Köstlichkeiten wir an einem Tag gar nicht verkosten können.

Sonntag, 11.11.01 - Da Lat - Ruhetag 15 km / bedeckt, windig, 19 Grad
Das ausgezeichnete Hotel mit dem hervorragendem Frühstück, vor allem aber unsere schweren Beine, veranlassen uns einen außerplanmäßigen Ruhetag einzulegen.
Den Vormittag verbringen wir mit der Besichtigung der Kathedrale, wo gerade ein Gottesdienst stattfindet, sowie 2 chinesischer Pagoden und des Sommerpalastes von Kaiser Bao Dais mit seinen 25 Zimmern; alle eingerichtet im Originalzustand des Jahres 1933.
Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf bummeln wir durch die Stadt und beobachteten wie sich am späten Nachmittag die Treppe vor dem Markt in eine große Garküche verwandelt. An unzähligen Essenständen verkaufen Frauen vorgekochte oder direkt am Stand auf einem tragbaren Holzkohlengrill zubereitete Gerichte. In einem Cafe trinken wir Artischockentee, der aus der Wurzel der Pflanze hergestellt wird u. sehr gut schmeckt!

Montag, 12.11.01 / Da Lat - Bao Loc - 115 km, Regen, bewölkt
Schluß mit Lustig!!!!!
Es regnet in Strömen u. Gerhard weigert sich den Bus zu nehmen!
Die ersten 10 km führen bergab durch Kiefernwälder, doch wegen des starken Regens, können wir es nicht genießen. Den Rest der Strecke geht es wellig auf dem Hochplateau, doch verschärft durch starken Gegenwind, weiter.
Soweit das Auge reicht sehen wir auf den umliegenden Hügeln Kaffee- u. dazwischen auch einige Teeplantagen. In den Dörfern liegen vor den Häusern die Kaffeebohnen zum Trocknen auf. In einigen Dörfern leben auch ethnische Minderheiten, die sich im Aussehen und der Kleidung stark von den Vietnamesen unterscheiden. Sie wohnen in einfachen, aus unbehandelten Brettern hergestellten Holzhäusern.

Dienstag, 13.11.01 - Bao Loc - Saigon - 187 km, sonnig, 28 Grad
Die hügelige Strecke sowie die Hitze zerren heute an unseren Reserven und der 50 km vor Saigon stark zunehmende Verkehr an unseren Nerven.
Wir kommen zur Rush Hour an und werden mit einer unvorstellbaren Verkehrshölle konfrontiert, welche wir noch nirgends auf der Welt in dieser Form erlebt haben. Tausende von Motorrädern fahren kreuz u. quer, alles bewegt sich, keiner hält an. Die Stadt brodelt u. raucht; eine aufgedrehte Metropole. Wir versuchen auf der 4-spurigen Straße auf dem rechten äußeren Fahrbahnrand zu fahren, was jedoch unmöglich ist, da ununterbrochen auch hier Motorräder u. Fahrräder entgegen kommen.
Am Abend bummeln wir über die Hauptgeschäftsstraßen mit ihren glitzernden Fassaden und großen Leuchtreklamen und würde man nicht plötzlich von einem Bettler am Ärmel gezupft, würde man nicht glauben in einer Dritte-Welt-Stadt zu sein! Übrigens lautet der offizielle Name von Saigon "Ho Chi Minh-Stadt".

Mittwoch, 14.11.01 - Saigon, sonnig 30 Grad
8 km zu Fuß, 10 km mit Cyclo (Fahrradrikscha)
Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch; auch ohne Bewegung schwitzt man wie ein Esel!
Da der Fahrrad-Diebstahl sehr verbreitet ist, lassen wir die Räder im sicheren Hotel. Nachdem wir unsere müden Beine bis zum kambodschanischen Konsulat (wir brauchen noch ein Visum) wund gelaufen haben, nehmen wir ein Cyclo und lassen uns durch den dichten Verkehr zu den Sehenswürdigkeiten schaukeln. Zum normalen Schweiß kommt auch noch der Angstschweiß!
Im chinesischen Viertel besuchen wir einige wunderschöne Tempel.
Das Museum der chin. u. amerik. Kriegsverbrechen hat uns sehr mitgenommen. Auf unzähligen Fotos werden die Greuel des Krieges dokumentiert. Darunter sind auch Fotos von mißgebildeten Babys zu sehen, deren Geburtsschäden dem von den Amerikanern versprühten Giftgas Agent Orange zugeschrieben werden. Auf dem Museumsgelände werden auch Panzerfahrzeuge, Artilleriegeschosse, Bomben u. Infanteriewaffen ausgestellt.
In Saigon leben ca. 2 Mio. Menschen illegal, d.h. ohne staatl. Wohnerlaubnis u. der größte Teil obdachlos auf der Straße. Dementsprechend stinkt es auch an vielen Ecken, da sie dort ihre Notdurft verrichten! Auch unser Cyclofahrer bleibt plötzlich auf der Hauptstraße stehen u. stellt sich zu einem Laternenmast.
Während unsere Wäsche im Fotolabor mit Waschmaschine u. Trockner gereinigt wird, vertreiben wir uns die Zeit bei inzwischen 3 lt. Bier; aber wir lernen dabei nette Vietnamesen kennen.

Donnerstag, 15.11.01 - Busausflug Mekong Delta (Saigon - Can Tho)
Da unser Visa bereits in einigen Tagen abläuft, geraten wir etwas unter Zeitdruck. Wir nehmen daher an einem organisierten 2-tägigen Busausflug ins Mekong Delta teil, um auch etwas von der südlichsten Region Vietnams zu sehen.
Vom Reiseleiter erfahren wir sehr interessante Dinge, so z.B. daß es allein in Saigon 2 Millionen Motorräder gibt.
Beim 1. Stop unternehmen wir einen 3-stündigen Bootsausflug auf einem Seitenarm des Mekong. Das Gebiet ist ein einziger großer Sumpf, bedeckt mit mächtigen Bäumen und Gestrüpp. Zu Zeiten des Vietnamkrieges besaß der Vietcong hier einen Stützpunkt und unterirdische Bunker. Um diese besichtigen zu können, müssen wir auf 2 Mann-Ruderboote umsteigen, da die schweren Überschwemmungen, die es hier vor ca. 1 Monat gab, noch immer nicht ganz zurückgegangen sind.
Das Abendessen nehmen wir auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick auf den Mekong ein. Wir verwöhnen unseren Gaumen mit Spezialitäten dieser Gegend. Gerhard ißt eine in kleine Stücke geschnittene und im Wok gebratene Schlange, ich lasse mir ein paar Frösche schmecken.
Als Dessert gibt es eine weitere Spezialität, nämlich Schlangenwein (Reisschnaps, in deren Flasche eine Schlange eingelegt ist!)

Freitag, 16.11.01 - 2. Tag im Mekong Delta
Mit einem kleinen Boot besuchen wir den größten schwimmenden Markt im Mekong Delta. Viele einheimische Bauern u. Händler kommen per Boot um hier einzukaufen und zu verkaufen.
Zu Mittag stoppt das Boot bei einem kleinen Dorf und es gibt bei einer Familie typisch vietnamesisches Essen. Es hängt uns zwar schon zum Hals heraus, aber wir haben keine andere Wahl.
Auf der Rückfahrt nach Saigon stoppt der Bus bei einem Markt, der uns jedoch nichts Neues bietet.

Nachtrag zum Mekong-Delta:
Der Mekong entspringt im tibetanischen Hochland u. durchfließt China, bildet die Grenze zwischen Burma u. Laos, durchquert Laos und fließt dann entlang der Grenze zwischen Thailand und Laos durch Kambodscha u. Vietnam in das Südchin. Meer.
Der Fluß ist so gewaltig, daß 2 x täglich die Gezeiten wechseln. Er ist mit einer Gesamtlänge von 4.500 km einer der längsten Ströme mit einem der größten Deltagebiete der Erde.
Bei unserem Bootstrip haben wir auch eine Reismühle sowie eine Produktionsstätte für Reisnudeln besichtigt.

Samstag, 17.11.01 - Busausflug Tay Ninh u. Cu Chi-Tunnel
Die Stadt Tay Ninh ist der Hauptsitz einer interessanten einheimischen Religion. Der große Caodai-Tempel gehört zu den verblüffendsten Bauwerken Asiens. Der zwischen 1933 u. 1955 erbaute Tempel ist eine Art vietnamesische Neo-Rokoko-Komposition, die die typ. Merkmale einer französischen Kirche u. einer chin. Pagode vereinigt. Die Caodai-Religion ist eine Mischung aus Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Hinduismus, vietnam. Spiritualismus, Christentum u. Islam. Wir haben die Gelegenheit bei einer der 4 x tägl. stattfindenden Gebetszeremonien teilzunehmen.
Am Nachmittag besichtigen wir die Tunnelanlage von Cu Chi. Das System, das teilweise aus 3 Etagen bestand, verfügt über unzählige Falltüren, spez. angelegte Wohnbereiche, Waffenschmieden, Feldlazarette, Kommunikationszentralen u. Küchen u. hat eine Gesamtlänge von 250 km.
Die Tunnel ermöglichten die Kommunikation u. Koordinierung innerhalb der vom Vietcong kontrollierten Enklaven und wurden auch für Überraschungsangriffe genutzt.
Nur einige Mutige finden sich in unserer Gruppe, die durch das enge, nur 90 cm hohe u. 60 cm breite Tunnelsystem kriechen. Gerhard an der Spitze, da er als Einziger eine Taschenlampe mit hat. 100 m Auf und Ab durch mehrere Räume, teilweise auf allen Vieren und man kriegt fast keine Luft. Es ist unvorstellbar, wie zäh die Leute waren, die hier lange Zeit ausharren u. leben mußten.
Am Abend, auf dem Weg zurück ins Hotel, sehen wir einige Cyclofahrer, die in ihren Rikschas schlafen u. auf der Straße übernachten. Viele von ihnen waren früher Ärzte, Lehrer u. Journalisten u. wurden nach dem Krieg dafür bestraft, auf Seiten der Amerikaner gestanden zu sein! Sie wurden ihrer Staatsbürgerrechte beraubt u. mehrere Jahre in Umerziehungslager gesperrt. Noch heute besitzen sie keine Rechte und ihnen ist jegliche Existenzgrundlage entzogen. Sie können daher keine Familien gründen und besitzen kein Wohnrecht.


Kambodscha

Sonntag, 18.11.01 - Saigon - Svay Rieng/ Kambodscha - 118 km, sonnig, 30 Grad

In der Morgen Rush-Hour durch Saigon; der reinste Horror!!!!
Ein Radfahrer fährt mir hinten ins Rad, einen Motorradfahrer ramme ich mit meinem Lenker. 2 x sehen wir nach Unfällen Streitereien zwischen Motorradfahrern.
Nach 15 km lichtet sich der Verkehr einigermaßen. Die Straße zur Grenze ist etwas holprig, doch wissen wir noch nicht, was heute noch auf uns zukommt!

Die Grenzformalitäten bringen wir Widererwarten ohne Probleme rasch hinter uns. Für die 40 km von der Grenze bis zum Etappenziel benötigen wir etwas mehr als 2 1/2 Std.

 
Der sogenannte National Highway Nr. 1 ist in einem absolut katastrophalen Zustand. Jeder Feldweg in good old Austria ist angenehmer zu befahren als diese Schlaglochpiste. Zum Glück gibt es hier fast keinen Verkehr u. wir können die ganze Straßenbreite zum Slalomfahren ausnützen. Von Land und Leuten bekommen wir überhaupt nichts mit, da wir uns nur auf die Straße konzentrieren müssen, um nicht in ein riesiges Schlagloch zu stürzen! In unserem Reiseführer gibt es eine Hitliste der 5 schlechtesten Straßen des Landes und da scheint diese Strecke noch gar nicht auf!!! Was kommt da noch auf uns zu????

Montag, 19.11.01 - Svay Rieng - Phnom Penh - 125 km, sonnig, 29 Grad, starker Gegenwind
So macht Radfahren wirklich keinen Spaß!!!!!!
Die ersten 65 km turnen wir über eine Schotterpiste, noch schlimmer als gestern, mit vielen scharfkantigen Steinen, unzähligen Schlaglöcher und noch dazu starkem Gegenwind! Bei diesem Wind würde ich mich zu Hause gar nicht aufs Rad setzen, aber was soll's!!!!
Mit nur 12 km/h geht es voran. Nach 4 Std. sind wir psych. am Ende! Auf einem Markt laben wir uns u. setzen anschließend mit einer Fähre über den Mekong. Dann kommt die große Überraschung: auf der anderen Fluß-Seite wartet eine asphaltierte Straße auf uns. Zwar ziemlich holprig, aber es rollt doch erheblich besser.
In der Hauptstadt Phnom Penh herrscht sehr starker Verkehr. Hier gibt es viele Autos u. Motorräder u. wenig Radfahrer. Es wird sehr schnell u. absolut rücksichtslos gefahren. Es staubt extrem stark, da auch hier die Straßen in einem sehr schlechten Zustand sind. Nur ein paar 100 m vom Zentrum entfernt sind die meisten Seitenstraßen nicht asphaltiert.

Dienstag, 20.11. und Mittwoch, 21.11.01 - Phnom Penh, sonnig, windig, 30 Grad
Stadtbesichtigung u. Relaxen
Unser Hotelzimmer für insges. öS 90,-- pro Tag hat SAT-TV u. fast 30 Kanäle, u.a. auch einen deutschsprachigen. Die Stadt ist die staubigste, die wir in Asien kennen!
Die Leute sind vom beginnenden Tourismus noch nicht verdorben und auch nicht so aufdringlich wie die Vietnamesen. Am Markt und an den Essenständen zahlt man automatisch den gleichen Preis wie die Einheimischen, was in den touristisch erschlossenen Gebieten Asiens nicht überall üblich ist!
Interessant ist auch, daß man neben der Landeswährung auch mit US-Dollar zahlen kann. Für Hotels, Ausflüge, Eintritte u. Restaurants zahlt man automatisch in US-Dollar. In Supermärkten sind die Preise ausschließlich in Dollar angegeben.
Unter der Herrschaft der Roten Khmer, unter Führung von Pol Pot, die erst über knapp 20 Jahre zurückliegt, wurden unvorstellbare Greueltaten an der kambodschanischen Bevölkerung begangen. Mit dem Besuch des Tuol Sleng Museums machen wir eine zutiefst erschütternde Erfahrung. Der Ort der völlig harmlos aussieht, macht das Erlebnis noch eindringlicher. Das schlichte Schulhaus inmitten von Wohnblocks wurde von Pol Pot zum größten Kerker des Landes gemacht. Hier wurden über 17.000 Menschen gefangen gehalten u. gefoltert. Die rostigen Bettgestelle, die Folterinstrumente und eine Wand nach der anderen bedeckt mit s/w-Fotos, teilweise vor u. nach der Folter, darunter auch unzählige Kinder, vermitteln einen Einblick in die teuflischen Abgründe der menschlichen Seele.
Anschließend fahren wir zu den Killing-Fields, wohin man die Gefangenen zur Exekution brachte. 43 der 129 Massengräber blieben unberührt. Teile von Menschenknochen u. Kleiderfetzen sind um die geöffneten Gruben verstreut. Über 8.000 Totenschädel sind nach Geschlecht u. Alter sortiert in einem Glaskasten aufgeschlichtet.
Glanz dagegen strahlt das Gebäude des Königspalastes mit der Silberpagode, deren Fußboden mit über 5.000 jeweils 1 kg schweren Silberfliesen bedeckt ist, aus. Hier stehen einige goldene Buddhas, darunter ein lebensgroßer, mit 9.584 Diamanten besetzt, der größte hat 25 Karat, sowie ein Smaragd- u. ein Marmorbuddha.
Auf dem einzigen Hügel der Stadt (27 m) liegt Wat Phnom. Der Legende nach wurde die erste Pagode auf diesem Gelände im Jahre 1373 für 4 Buddha-Statuen erbaut, die von den Fluten des Mekong hier angeschwemmt wurden. Rund um den Hügel kann man auf einem Elefanten reiten und unter den schattenspendenden Bäumen der parkähnlichen Anlage läßt es sich gut entspannen.

Donnerstag, 22.11.01 - Phnom Penh - Siem Reap, mit dem Schnellboot / sonnig, 28 Grad, 12 Radkilometer
In knapp 6 Std. fahren wir mit dem Schnellboot den Tonle Seap Fluß hoch nach Siem Reap und ersparen uns dadurch 300 holprige und staubige Kilometer.
Siem Reap ist der Ausgangspunkt für die Besichtigung der Tempel von Angkor.
Bei der Anlegestelle, die 11 km von der Stadt entfernt ist, warten jede Menge Motorrad-Taxis u. Gästehaus Besitzer hinter einer Absperrung und werden von der Polizei zurückgehalten, damit sie nicht unser ankommendes Boot stürmen.
Am Nachtmarkt gibt es exotische Spezialitäten. In heißem Öl, das bereits schwarz wie altes Motoröl ist, werden 10 - 12 cm große Schildkröten samt Panzer und ganze kleine Schlangen gebraten. Keine Sorge, wir probieren diesmal nichts!!!!

Freitag, 23.11.01 - Angkor / 27 km / sonnig, 28 Grad
Ein eindrucksvoller Tag!
Über 100 Tempel von Angkor, die zwischen dem 9. u. 14 Jhd. entstanden sind u. seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen, zeugen von der außerordentlichen Kunstfertigkeit der Khmer-Zivilisation. Während die Tempel den Jahrhunderten getrotzt haben, sind die aus Holz u. anderen vergänglichen Materialien gebauten Häuser u. Paläste längst verschwunden. Das Privileg, in Bauwerken aus Stein oder Ziegel zu wohnen, war allein den Göttern vorbehalten. Bei manchen Bauwerken hat der Dschungel längst wieder die Oberherrschaft errungen. Jeder Tempel strahlt eine eigene Faszination aus. Einige sind mit Reliefs, mit tausenden Figuren, die Alltagsszenen darstellen, verziert. Man könnte sicher eine Woche hier verbringen u. würde immer wieder Neues entdecken.
Unter den zahlreichen Besuchern treffen wir einen amerikan. Radreisenden, der Richtung Vietnam unterwegs ist, sowie ein Tiroler-Pärchen, das uns nützliche Tipps über unser nächstes Ziel - Südthailand - gibt.
Einen Schock erlebe ich am Rückweg, als ich fasziniert den Affen am Wegesrand und in den Baumwipfeln über uns zusehe u. dabei eine über 1 m lange, fingerdicke Schlange fahre. Mir rutscht das Herz in die Hose, aber die Schlange schlängelt sich weiter über die Straße und verschwindet im Gras.

Samstag, 24.11.01 - Siem Reap - Aranyaprathet (Thailand) 157 km / sonnig, 27 Grad
Die ersten 20 km u. zwischendurch noch einmal 20 km sind asphaltiert, der Rest stark staubende Naturpiste. Die vielen LKW's stauben uns ein, so daß ich Gerhard 2 m vor mir nicht mehr sehen kann. Durch den Schweiß bleibt der rote Sand an uns kleben u. in kürzester Zeit sehen wir aus wie Schweine.
Ausgerechnet als wir an einem am Straßenrand stehenden Jeep vorbeifahren, hat Gerhard wieder einmal Hinterrad-Defekt. Die Insassen des Autos kommen aus Tirol und sind schon zum 2. Mal in Kambodscha unterwegs. Nachdem wir uns mit ihnen über den schlechten Zustand der Straßen unterhalten, erzählen sie uns, daß sie jetzt schon gut hergerichtet sind. Als sie hier vor 5 Jahren mit dem Auto entlang gefahren sind haben sie für 100 km 10 Std. benötigt!
Ein paar Kilometer weiter sucht ein LKW-Fahrer mit seinem Beifahrer große Steine um damit ein Riesenloch etwas aufzufüllen, um überhaupt passieren zu können.
Ursprünglich planten wir nach 100 km zu übernachten. Um uns aber einen weiteren Tag im Schmutz zu ersparen, entschließen wir uns spontan bis Thailand durchzufahren.
 

Die letzten 20 km erweisen sich als der schlimmste Straßenabschnitt der ganzen Reise. Selbst in der großen Grenzstadt Poipet gibt es keinen Asphalt u. die Straße ist so schlecht, daß selbst die Autos nur im Schritt-Tempo fahren können. Ein LKW steht mit Achsbruch mitten auf der Fahrbahn!
An der Grenze müssen wir von der rechten auf die linke Straßenseite wechseln, da in Thailand Linksverkehr herrscht.
Nach dem Grenzbalken fühlen wir uns wie im Paradies! Die Fahrbahn so schön wie bei uns, keine Abfallberge neben der Straße u. vor allem wieder Verkehrszeichen, Ortstafeln, Wegweiser, Kilometersteine. Das alles ist in Kambodscha nicht vorhanden.
Wir sind der Staubhölle Kambodschas entkommen!!!!

P.S. zum Thema Biertrinken:
Wir haben nicht bemerkt, daß der Bierverkauf in Restaurants eingestellt wurde. Die wenigsten Kambodschaner können sich das Biertrinken leisten. Im Gegensatz zu Vietnam, haben wir keinen einzigen Betrunkenen gesehen. Bei einem jährl. Durchschnittseinkommen von öS 4.500,-- u. einem Bierpreis von knapp über 20,-- öS zählt es zu den Luxusartikeln. 40 % leben unter der Armutsgrenze.

Thailand
Sonntag, 25.11.01 - Aranyaprathet - Bangkok - mit Eisenbahn ca. 400 km / sonnig, 30 Grad
Nach einer kurzen Nacht (wir haben schlecht geschlafen, da die Matratze hart wie ein Brett war) fahren wir mit dem Frühzug um 6,30 h nach Bangkok.
Nachdem wir Thailand bereits 2 x mit dem Fahrrad bereisten, haben wir diese Radtour an der thail. Grenze mit insges. 2.505 km beendet.
Auf unserer Radtour von Singapor nach Bangkok konnten wir damals aus Zeitmangel die Inseln im Süden nicht besuchen. Auch ist der Transport des Rades auf touristisch nicht erschlossenen Inseln nur schwer möglich u. nicht sinnvoll, da man oft nur mit kleinen Fischerbooten zu den kleinen Inseln gelangt und es auch keine Straßen gibt.
Morgen werden die Räder verpackt u. in einer Gepäckaufbewahrung deponiert. Mit leichtem Gepäck geht es mit dem Nachtzug Richtung Süden auf Badeurlaub.
Wir haben vor, 8 - 10 Inseln zu besuchen u. werden natürlich weiterhin, hoffentlich von schönen Erlebnissen, berichten.

Montag, 26.11.01 - Bangkok / leicht bewölkt, 30 Grad
Die Stadt hat sich seit unserem letzten Besuch seit ca. 6 Jahren sehr stark verändert u. ist eine moderne Großstadtmetropole geworden. Um das Verkehrsproblem etwas in den Griff zu bekommen, wurden mehrstöckige 4-6 spurige Schnellstraßen u. ein Skytrain durch die Stadt gebaut. Fahrradrikschas u. Radfahrer sind aus dem Stadtbild verschwunden.
Unzählige Wolkenkratzer mit Shoppingkomplexen, intern. Hotels u. Restaurants ragen in den Himmel. In keiner anderen Stadt treten die Gegensätze zwischen einer asiat. u. westl. Gesellschaft deutlicher hervor. Dicht beieinander liegen Arm u. Reich.
In vielen Hotels u. Restaurants werden exquisite Buffets zu günstigen Preisen angeboten. Gestern Abend testeten wir die Speisen in einem jap. Restaurant. An den Tischen gab es eingebaute Griller u. wir konnten uns die verschiedenen marinierten Fleisch- u. Fischstücke selbst zubereiten. Ein Salat- Obst- u.. Eisbuffet rundeten das ausgiebige Mahl noch ab.
Da Gerhard bereits beim Gedanken die nächsten 5 Wochen ohne Radfahren verbringen zu müssen unruhig wird u. auch schon Sehnsucht nach zu Hause hat, sind wir vor dem Frühstück 20 km quer durch die Stadt zum Büro der Fluglinie geradelt um unseren Rückflug auf Mitte Dezember vorzuverlegen.
Zu Mittag schlemmen wir bei einem Thai-Buffet in einem Hotelrestaurant u. probieren fast alle kulinarischen Spezialitäten des Landes.
Nachdem die Räder u. das überflüssige Gepäck gut verpackt u. deponiert ist, besteigen wir den Nachtzug Richtung Südthailand.

Dienstag,27.11.01 - Bangkok-Trang-Ko Bulon Lae

938 km Eisenbahn, ca. 100 km Kleinbus, 22 km Boot
Die Nachtzüge in Thailand entsprechen einem rollenden Hotel. Ab 20 h werden die Betten in Fahrtrichtung heruntergeklappt , mit sauberer weißer Bettwäsche bezogen u. mit Vorhängen abgedeckt. Ich schlafe wie bei einem Stockbett oben, Gerhard unter mir. Die Züge führen auch einen Speisewagen mit, doch springen in den Bahnhöfen flinke Verkäuferinnen in den Zug u. bieten gebratene Hühnchenteile mit Klebreis, Currys, Süßigkeiten, Getränke u.s.w. sehr preiswert an. Das Minus an der schönen Bahnfahrt ist, daß wir bis Trang 2 1/2 Std. Verspätung haben u. dadurch eine Menge Streß, um das letzte Boot auf unsere 1. Insel rechtzeitig zu erreichen. Mit einem Kleinbus geht es sofort weiter zum Pier nach Pakbara, von wo wir mit dem Boot in 1 1/2 Std. auf die 22 km vom Festland entfernte Insel Ko Bulon Lae gelangen.

Mittwoch, 28.11.01 - Ko Bulon Lae / bedeckt, 28 Grad
Diese paradiesische Kleininsel gehört zu einem Nationalpark u. wurde erst vor wenigen Jahren für den Traveller-Tourismus erschlossen. Im Osten liegen direkt am weißen Sandstrand 2 Bungalow-Resorts u. das vorgelagerte Riff lädt zum Schnorcheln ein. In einem kleinen Dorf im Westen leben etwa 500 Seezigeuner. Die Insel ist so klein, so daß man in einem 10-min. Fußmarsch durch den Dschungel das andere Ende erreicht.

Donnerstag, 29.11.01 - Ko Bulon Lae / sonnig, 30 Grad
Gerhard hat bereits nach 1 Tag die ganze Insel u. sämtl. Schnorchelplätze erkundet u. es zieht ihn schon wieder weiter.
Um 9 h fährt die tägl. Fähre zum Festland, jedoch je nach Wind u. Strömung von unterschiedlichen Stellen. Wir warten auf der falschen Stelle u. versäumen das Boot. Ich war sehr froh darüber, da es sich auf dieser ruhigen traumhaften Insel, direkt am Strand gut faulenzen läßt, aber Gerhard ärgert sich über den für ihn verlorenen Tag!

Freitag, 30.11.01 - Ko Bulon Lae-Trang-Ko Lanta
22 km Boot, ca. 100 km Bus, 120 km Kleinbus inkl. 2 Fähren / bedeckt, 28 Grad
Heute haben wir zum Glück die Fähre erwischt. Anschließend fahren wir vom Pier in Pakbara mit dem Songthaew (Klein-LKW mit 2 niedrigen Sitzbänken, auf denen sich die Passagiere gegenüber sitzen) nach La-Ngu und von dort mit dem Linienbus nach Trang. Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns noch nicht einig, welche Insel unser nächstes Ziel sein soll. Gerhard will weiter Richtung Süden auf die malaiische Insel Langkawi, u. ich Richtung Norden. Wir lassen das Los entscheiden und fahren mit einem klimatisierten Kleinbus auf die Insel Ko Lanta.

Samstag, 1.12.01 - Ko Lanta / sonnig, 31 Grad
Vor 8 oder 9 Jahren waren wir bereits einmal auf dieser Insel u. hätten sie fast nicht wiedererkannt. Damals konnte man nur in meistens überladenen kleinen Booten, eingekeilt zwischen Einheimischen, Bananenstauden, Hühnern, Enten, usw. in 2-stündiger Fahrt über das offene Meer, auf diese Insel gelangen. Es gab nur ein paar strohgedeckte Bambushütten ohne Strom. Am Abend erhielt man eine Petroleumlampe und bei jedem Windstoß rieselte der Sand durch das Dach.
Heute gelangt man bequem mit 2 Autofähren auf die Insel und die Hütten mußten unzähligen Bungalowresorts Platz machen, die westlichem Standard entsprechen. Da es in der Nähe keinen internationalen Flughafen gibt, gibt es auch noch keinen Pauschaltourismus. Der Strand, das Meer u. das Preis-/Leistungsverhältnis ist daher noch o.k. u. wir könnten uns gut vorstellen, in der Pension hier zu überwintern.

Sonntag, 2.12.01 - Ko Lanta / sonnig, 30 Grad
Um 7 h reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. 30 Min. später werden zum Tauchausflug abgeholt. Er beinhaltet Frühstück, Mittagessen, Getränke, Früchte u. 2 Tauchgänge. Für die 10 Taucher, die sich auf dem Boot befinden, stehen 5 Guides zur Verfügung und ich fahre als einzige Schnorchlerin mit. Inklusive der Schiffsbesatzung sind 7 Nationen vertreten und es herrscht eine tolle ausgelassene Stimmung. Unter den Tauchguides ist auch eine junge Brasilianerin. Als Gerhard sie über ihre Heimat befragt und über seine Pläne Südamerika zu bereisen berichtet, will sie gleich mit ihm aufbrechen!
Die Tauchplätze sind sehr schön und interessant, so daß wir für morgen eine Schnorcheltour zu 4 verschiedenen Inseln buchen.
Auf der Rückfahrt begleitet uns kurz eine Gruppe von Delphinen.

Montaga, 3.12.01 - Ko Lanta / Vormittag sonnig, Nachmittag bewölkt
Die Insel Ko Lanta wird zum größten Teil von muslimischen Fischern bewohnt. Heute hören wir zum 1. Mal um 5 Uhr Früh, als es noch stockdunkel ist, den Muezzin zum Gebet rufen.
Erwähnenswert ist auch noch, daß Thailand offiziell bereits das Jahr 2544 schreibt, da es sich nach dem religiösen Kalender buddhistischen Ursprungs richtet.
Unser Schnorcheltrip führt uns zuerst auf die Insel Ko Hai. Die Sicht unter Wasser ist leider sehr schlecht u. so fahren wir nach kurzem Stop weiter zur Insel Ko Kradan. Wegen dieser Insel haben wir diese Tour gebucht, da wir ursprünglich hier einige Tage verbringen wollten. Hier gibt es zwar einen wunderschönen weißen Sandstrand u. ein intaktes zum Schnorcheln bestens geeignetes Korallenriff, doch nur eine Bungalowanlage mit abgewohnten Hütten u. einem Restaurant mit weit überhöhten Preisen.
Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Insel Ko Muk, wo ein kleines Naturwunder, die "Emerald Cave" auf uns wartet. Die Höhle ist nur mit einem Boot erreichbar u. gar nicht als Höhle erkennbar. Wir bekommen alle eine Schwimmweste u. schwimmen mit unserem Guide, der mit einer wasserdichten Taschenlampe ausgerüstet ist, in die stockdunkle Höhle, die man nur bei Ebbe durchschwimmen kann. Nach 50 m u. einigen Biegungen mündet der Tunnel am anderen Ende in eine kleine Lagune mit schönem Strand. Die winzige Lagune ist mit schroff aufragenden Felswänden, die mit tropischen Pflanzen dicht bewachsen sind, begrenzt. Das eindrucksvolle Erlebnis wurde noch durch die dschungelartigen Geräusche verstärkt.
Unseren letzten Stop legen wir bei einer unbewohnten Insel mit sehr schönen Korallen u. vielen bunten Fischen ein. Darunter auch ein riesiger Kugelfisch u. eine Qualle mit einem Durchmesser von ungef. 50 cm, wie wir sie noch nie gesehen haben. Übrigens habe ich schon erwähnt, daß das Meer eine Temperatur von 28 Grad hat????
Auch beim Abendessen bleoben wir bei Fisch und lassen uns einen White Snapper sowie ein Stück von einem Baracuda in Knoblauch- Pfeffersoße gut schmecken.

Dienstag, 4.12.01 - Ko Lanta - Krabi - Ao Nang Beach / Kleinbus 80 km / sonnig, 31 Grad
Mit einem Kleinbus fahren wir in die Provinzhauptstadt Krabi. Nach dem Mittagessen geht es mit einem Pickup weiter an den 18 km westlich gelegenen Ao Nang Beach. Hier herrscht richtiger Massentourismus. Das Schönste an diesem Strand sind die Felsformationen die hier aus dem Meer ragen. Erholung sucht man hier vergebens, da die vielen Longtailboote mit ihren laut knatternden Motoren den Strand ständig auf- u. abfahren. Nach ein paar Stunden haben wir genug von diesem Strand und sind froh, keine Pauschaltouristen zu sein, die hier ihren gebuchten Urlaub verbringen müssen.
Durch ein verlockendes Plakat, das wir beim abendlichen Bummel im Touristenstrom entdecken, entschließen wir uns dennoch einen weiteren Tag zu bleiben und buchen eine 4-Insel-Boottour inkl. Schnorcheln.

Mittwoch, 5.12.01 - Krabi Ao Nang Beach / sonnig, 30 Grad
Der Ausflug hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Mit einem laut knatternden Boot fahren wir zu traumhaften Inseln mit weißen Sandstränden u. glasklarem Wasser. Beim Schnorcheln ist die Sicht hervorragend u. wir sehen viele farbenprächtige Fische. Schon allein die Bootsfahrt zwischen den steil aus dem Meer ragenden Kalkfelsen, die scheinbar nur durch die Wurzeln der wild wuchernden tropischen Vegetation zusammengehalten werden sowie die dunklen Höhlen u. Grotten mit herabhängenden Stalaktiten, machen diese Tour zu einem unvergeßlichen Erlebnis!

Donnerstag, 6.12.01 - Krabi - Ko Phi Phi / 1 1/2 Std. Faehre / sonnig, 32 Grad
Eine Insel die Südseeträume weckt. Schneeweiße Sandbuchten u. glasklares Wasser, das in allen Blauschattierungen schimmert. Man sieht die Korallen u. bunten Fische schon vom Boot aus. Das Einzige das die Idylle stört, sind auch hier die unzähligen lauten Boote.

Freitag, 7.12.01 - Ko Phi Phi / sonnig, 31 Grad
Ko Phi Phi ist so klein und unzugängig, daß es keine Straßen u. daher auch kein einziges Auto gibt. Zu den traumhaften Buchten gelangt man nur per Boot oder über schmale Dschungelpfade, aber trotzdem gibt es hier Highlife!
In der Ansiedlung am Pier reihen sich viele Tauchschulen, Restaurants, Souvenirläden, Bäckereien, usw. dicht aneinander. Vom Travellerparadies hat sich die Insel in ein Pauschalreiseziel gewandelt. Die billigen Strohhütten mit Hängematten davor direkt am Wasser mußten Luxusbungalows mit Klimaanlage u. SAT-TV weichen.
Gerhard ist von der Unterwasserwelt so fasziniert u. verbringt fast den ganzen Tag im Wasser. Sein Schockerlebnis hat er als ihm im seichten, knapp 2 m tiefen Wasser, ein Hai entgegen schwimmt. Dies kann ihn jedoch nicht davon abhalten, am Abend an einem Nachttauchgang teilzunehmen. Obwohl er noch beim Sprung ins stockdunkle Wasser ein mulmiges Gefühl hat, fasziniert ihn was er unter Wasser im Schein der Taschenlampe sieht. In bunten Farben leuchtende Korallen, schlafende Fische, die man theoretisch einsammeln könnte, nachtaktive Tiere wie riesige Lobster, Krebse, Schnecken, Muränen u. v. m. Während unseres exzellenten Abendessens (Seafood-Platte mit Haifisch-Steak, Blue Marlin, Krebs u. Languste) erzählt Gerhard noch ununterbrochen von seinen Erlebnissen und kann sich gar nicht beruhigen!

Samstag, 8.12.01 - Ko Phi Phi - Phuket / 2 Std. Fähre / sonnig, 33 Grad
Mit der Fähre fahren wir nach Phuket-Stadt. Der erste Weg führt uns ins vornehme Hotel Metropol, wo es ein asiatisches Buffet vom Feinsten gibt. Wir schaffen es nicht, alle angebotenen Speisen durchzukosten. Es gibt nicht nur thail. Leckereien, sondern auch welche aus Japan, China u. anderen asiatischen Ländern.
Anschließend geht es mit dem Bus zum 18 km entfernten Patong-Beach. Hier sind die Preise durch den starken Tourismus höher als bisher in Thailand.
Patong ist eine pulsierende Stadt mit einem breiten Angebot an Essens-, Einkaufs- u. Ausflugsmöglichkeiten. Auch alle Arten von Wassersport kann man hier ausüben.
Am Abend stürzen wir uns ins Nachtleben u. amüsieren uns über die "alten Knacker", die Hand in Hand mit jungen Thai-Mädchen unterwegs sind. Interessant ist es auch, in den Bierbars die besonders hübsch herausgeputzten "Mädchen", die ihre weiblichen Formen allerdings ausschließlich den Schönheitschirugen u. dem Silikon verdanken, zu beobachten.

Sonntag, 9.12.01 - Patong / sonnig, 31 Grad, 141 km Motorrad
Wenn Ihr glaubt, ich könnte mal einen Tag faul in der Sonne liegen, habt Ihr Euch aber geirrt! Wir mieten ein Motorrad und besichtigen den ganzen Tag, die laut Reiseführer schönsten Strände Phukets, die übrigens die größte Insel Thailands ist. Ich bin sehr froh, daß wir die Räder nicht mit haben, denn es geht fast ständig sehr steil bergauf u. bergab!
Einige Strände sind wie aus dem Bilderbuch u. einige wenige unterscheiden sich kaum von Caorle oder Lignano.

Montag, 10.12.01 - Phuket - Khao Lak, 106 km Bus / sonnig, 32 Grad
Mit dem Bus nach Phuket-Stadt u. nach dem Frühstück in 2 1/4 Std. weiter nach Khao Lak. Ich will mir die Strände hier unbedingt ansehen, da Khao Lak von vielen österr. Reiseveranstaltern als Traumziel angepriesen wird. Den Weg hierher hätten wir uns aber sparen können! Das Meer hat hier keine schöne Farbe, da die feinen Sandsegmente des goldgelben Strandes ständig aufgewirbelt werden. Der Ort ist ideal für Reisende, die absolute Ruhe u. Einsamkeit suchen, denn nicht einmal ein abendlicher Bummel ist möglich. Entschädigt werden wir aber durch das exzellente Seafood-Restaurant, das wir am Abend entdecken. Wir essen hier die am besten zubereiteten Fische unserer Reise u. noch dazu die billigsten.

Dienstag, 11.12.01 - Khao Lak / leicht bewoelkt, 29 Grad
Heute einmal ausnahmsweise den ganzen Tag am Strand gefaulenzt. Gerhard will zwar weiter nach Ko Samui, doch mir ist das zu streßig u. ich kann ihn zum Hierbleiben überzeugen. Das beste Argument ist, noch einmal das gute Fischrestaurant aufzusuchen.

Mittwoch, 12.12.01 - Khao Lak - Surat Thani / 184 km Bus -/ bedeckt, 27 Grad
Um 9 Uhr fahren wir mit dem Bus in, für unseren Geschmack, etwas zu riskantem Fahrstil zum Zugbahnhof Phunpin. Dort besorgen wir uns Fahrkarten für den Nachtzug nach Bangkok u. fahren anschließend in das 12 km entfernte Surat Thani. Die Provinzhauptstadt hat zwar nichts außergewöhnliches zu bieten, aber wir müssen irgendwie die Zeit totschlagen.

Donnerstag, 13.12.01 - Surat Thani - Bangkok - Zug / bewölkt 28 Grad
Wir wollen den Zug um 18,20 h nehmen, doch leider ist dieser ausgebucht. Der nächste um 19,25 h kommt bereits mit 1 1/2 Std. Verspätung an. Wir bekommen gerade noch die letzten Plätze im Liegewagen. Gut ausgeschlafen komen wir um 10 h in Bangkok an. Zu Mittag essen wir in einem noblen japanischen "all you can eat"-Restaurant. Von Sushi bis zum gegrillten Frosch sowie Spezialitäten die wir bisher nicht kannten. Unser Magen ist zu klein, um all die Köstlichkeiten zu probieren. Im Preis von knapp öS 150,-- (unser teuerstes Buffet bis jetzt) ist das gesamte Essen sowie div. Softdrinks, 3 Sorten Punsch, Kaffee vom Espresso bis Capuccino, Eiskaffee, etc. enthalten. Der Hauptgrund warum Gerhard unbedingt hier essen will, ist die Vitrine mit den vielen verschiedenen leckeren Tortenstücken.
Den Nachmittag verbringen wir in den riesigen Shoppingkomplexen mit den vielen exquisiten Designerläden.

Freitag, 14.12.01 - Bangkok / sonnig, 31 Grad
Den letzten Tag unseres Urlaubs widmen wir, wie sollte es anders sein, dem Shopping. Die Einkaufszentren sind so riesengroß, so daß wir nur 2 nebeneinander liegende an einem Tag schaffen. Das gekaufte verstauen wir in unseren Radtaschen u. so wiegen unsere Räder am Airport zusammen 56 kg.

Samstag, 15.12.01 / Wien / MINUS 12 GRAD!!!!!!
Nach 11 1/2 Std. Flug sind wir um 7 Uhr Früh gut in Wien gelandet. Der Temperaturunterschied trifft uns wie ein Keulenschlag!

 

K O S T E N (in öS)

 

Vietnam

Kambodscha Thailand Gesamt
Nächtigung 3514,-- 515,-- 2619,-- 6648,--
Essen 2720,-- 393,-- 2596,-- 5709,--
Ausflüge, Transport 1924,-- 1685,-- 4151,-- 7760,--
Sonstiges 1155,-- 15,-- 317,-- 1487,--
SUMME 9313,-- 2608,-- 9683,-- 21604,--
 
Flug: Wien-Bangkok-Hanoi; Bangkok - Wien 22078,--
Visum Vietnam 1960,--
GESAMTKOSTEN 45642,--
Pro-Kopf-Verbrauch öS 22.821,-- : 58 Tage = öS 394,-- pro