Uganda - Ruanda

25. November 2008 - 10. Dezember 2008

25.11.2008

3,50 h Tagwache
6,55 h Abflug via Brüssel und Kigali nach Entebbe
Nach 13,50 Std. sind wir endlich gelandet (22,45 h - 24 Grad). Der Zöllner bei der Einreise war überaus freundlich und überrascht, daß wir schon das UGANDA-Visum im Pass hatten. Wir waren die Einzigen von den ca. 20 Passagieren die hier ausgestiegen sind.
Das 1. Hotel hatten wir über Internet mit Abholservice gebucht. Leider konnten wir den Fahrer nicht finden. Während ich am Automaten Geld behob, hatte sich Gerhard schon eine Schweizerin gefunden, die für die UNO arbeitet u. morgen mit einem UNO-Flugzeug weiter in den Kongo fliegt. Da auch sie keine Unterkunft hatte, überlegten wir was wir nun machen sollten. Als wir bereits mit einem Taxi verhandelten, hielt außerhalb der Ankunftshalle plötzlich Einer einen Zettel mit unserem Namen in der Hand. Wir fuhren dann zu Dritt in unser gebuchtes Hotel.

       

26.11.08 - Kampala, Uganda
Nach dem Frühstück sind wir durch Entebbe gelaufen, was aber nicht sonderlich aufregend war. Es ist uns aufgefallen, daß alles gepflegt ist und die Leute sehr freundlich sind.
Mit einem Matatu (Kleinbus, der immer dann los fährt, wenn er voll bzw. überfüllt ist) sind wir die 40 km nach Kampala gefahren. Nachdem der Bus im Zentrum von Kampala im Stau stand u. alle Fahrgäste ausstiegen, haben auch wir das Weite gesucht. Wir haben aber schnell ein anderes Matatu gefunden, das uns zu einem Hostel 6 km außerhalb der Stadt gebracht hat.
Wir wollten hier gleich die erste Safari buchen, doch leider war die nächste am Freitag schon ausgebucht, sodaß wir wiederum nach Kampala zurück mußten u. uns in einigen Reisebüros schlau machten.
Wir haben dann eine 3-Tage Tour in den Queen Elisabeth NP gebucht.
Leider fanden wir keine Gruppe dafür, sodaß wir morgen um 7 Uhr Früh eine Exklusiv-Safari antreten, die natürlich auch ihren Preis hat! Insgesamt US-S 1.400,--, aber dafür sind wir in einer Luxus-Lodge untergebracht.
Am Nachmittag wurde der Verkehr noch schlimmer u. auch auf der Straße wimmelte es von Menschenmassen. Für mich war das ganz schön streßig, weil ich Angst hatte Gerhard zu verlieren!
In der ersten Nacht waren wir nur 3 Weiße im Hotel u. wir dachten schon, daß es hier wenig Tourismus gibt. Doch als wir wieder in unser Hotel hier in Kampala kamen, wurden wir eines besseren belehrt! Wir konnten gerade noch einen 3 Tage Trip in den Murchison Nationalpark für Sonntag buchen. Auf dieser Safari sind wir dann im Moment 7 Leute u. daher kostet es auch nur US S 480,--.
Zum Abendessen probierten wir den einheimischen Fisch (Tilapia, eine Barsch-Art, die hier in fast allen Seen vorkommt). Er schmeckt köstlich u. ich kann Euch empfehlen ihn einmal zu probieren (es gibt Tilapia-Filets tiefgefroren beim Lidl).
Die ersten 2 Biersorten haben wir auch schon ausprobiert. Aber es gibt noch einige mehr! Prost!

   

27.11.08 Kampala - Queen Elizabeth Nationalpark
Um 4,15 h begann ein Hahn vor unserem Banda (Bungalow) zu krähen. Er unterhielt sich anscheinend mit einem anderen in der Ferne. Gerhard wollte ihn steinigen, doch in der Dunkelheit traf er ihn nicht.

Unser Fahrer kam beinahe pünktlich um 7,10 h mit einem Landrover.
Der Morgenverkehr in Kampala war bereits chaotisch. Einige Male fuhren wir fast in den Gegenverkehr. Es gibt keine Regeln, doch irgendwie geht sich immer alles aus. Zwischen den Autokolonnen zwängen sich noch Motorradfahrer u. Fahrradtaxis (Waffenräder mit gepolsterten Gepäcksträgern u. Fußraster) durch. Wenn sich die Autos mal berühren regt sich niemand auf. Die Kratzer und Dellen werden ignoriert. Es wird Stoßstange an Stoßstange mit seitlichem Abstand von einigen Zentimetern gefahren.
Wir baten unseren Chauffeur, bei einem Busunternehmen vorbei zu fahren, um unsere Weiterfahrt nach Ruanda zu organisieren.

Plötzlich versperrten 5 Polizisten die Fahrbahn und zwangen die Autos zum Links abbiegen. Nur unser Fahrer wollte es nicht akzeptieren und begann seelenruhig mitten auf der Kreuzung mit zwei von ihnen zu verhandeln. In der Zwischenzeit konfiszierten die anderen Polizisten 2 Motorradtaxis, die jeweils mit 3 Personen besetzt waren. Die Fahrgäste machten sich ohne zu Bezahlen aus dem Staub u. die Polizisten schoben die Motorräder persönlich an den Straßenrand u. hinterher trotteten die Besitzer mit hängendem Kopf.

Auf den ersten 40 km konnte man erahnen, daß die Strasse einmal asphaltiert war, jetzt ist es nur mehr eine Schlaglochpiste mit etwas Asphalt in der Mitte.

Der Rest von den 430 km war in einem akzeptablen Zustand.
Wir bewegten uns ständig in einer Höhe um 1.300 m u. es hat 32 Grad. Trotzdem ist die Landschaft durchwegs grün und fruchtbar. Es ging vorbei an riesigen Teeplantagen u. am Straßenrand sitzen immer wieder Händler, die Gemüse u. Obst verkaufen. In den kleinen Dörfern gibt es zahlreiche hohe Schwellen, die man im Schritttempo passieren muß. Das war für uns natürlich sehr interessant, da wir dadurch schöne Fotos vom Dorfleben machen konnten. Die Bevölkerung ist sehr freundlich u. winkt uns immer wieder zu.

Schon vor dem Eingang zum Nationalpark sahen wir am Straßenrand Springböcke, Antilopen und Warzenschweine.
Bei der Ankunft in der Lodge kam uns ein Hoteldiener mit einem Tablett feuchter Handtücher zum Frischmachen entgegen. Er bot auch unserem Fahrer eines an, worauf dieser fragte: für was? Ebenfalls erhielten wir einen Willkommens Drink.
Da wir Vollpension buchten, wurden wir gleich zum Lunch gebeten, wo wir uns von der Speisekarte nach Belieben auswählen konnten. Der gestrige Fisch hatte uns so gut gemundet, daß wir uns wieder für Fisch entschieden.

 

 

Die Lodge liegt wunderschön auf einem Hügel mit Blick auf den Lake Edward. Auch von unserem Bungalow haben wir eine schöne Aussicht auf einen Fluß, den Kazinga Kanal.

Am Nachmittag beobachteten wir vom Pool aus, wie sich am gegenüberliegenden Flußufer Hippos, Wasserbüffel, Elefanten, Gazellen, usw. versammelten. Ab und zu sahen wir auch riesige Nilkrokodile auftauchen, die bis zu 5 m lang werden. Ein Warzenschwein graste seelenruhig 1 m von unserer Terrasse entfernt. Auch die Vogelwelt ist hier faszinierend.

   

28.11.2008 - Queen Elizabeth NP
Schon um 6,15 h bekamen wir ein Early Morning Frühstück (Kaffee, Tee, Muffins). Um 6,30 h ging es mit einem Ranger im Auto los zum Game Drive.
Gleich zu Beginn querte eine Elefantenherde unseren Weg. Ein junger Bulle fühlte sich gestört u. kam mit Drohgebärden auf uns zu. Leider hatte unser Fahrer zu viel Angst u. gab Gas, sodaß wir nicht schnell genug fotografieren konnten.
Auf den ersten 30 Min. sahen wir aber noch genügend Elefanten direkt neben dem Weg. In der Folge sahen wir auch noch Büffel, Impalas, Gazellen, Warzenschweine, Affen u. einen Seeadler.
Insgesamt gesehen war die 3-stündige Safari für uns jedoch ein wenig enttäuschend, da wir von früheren Safaris eine größere Vielfalt an Tieren gewöhnt sind. Auch unser Fahrer ist für eine Safari ungeeignet, da er mit seinem Fahrstil die Tiere vertrieb, bevor wir fotografieren konnten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück relaxten wir am Pool.
Um 15 Uhr starteten wir zu einem Boots-Trip. Der so genannte Launch Trip führte uns 2 Std. den Kazinga-Kanal entlang. Da am späten Nachmittag viele Tiere zum Wasser kommen u. das Boot ganz nahe am Ufer entlang fuhr, bekamen wir ein großes Spektrum der Tierwelt des NP zu Gesicht. Die US S 15,-- pro Person war jeden Cent wert. Alle Tiere aufzuzählen fällt uns schwer. Besonders beeindruckt haben uns die unzähligen Hippos, die oft nur 2 m vom Boot auf- oder abtauchten. Auch die Elefanten im Wasser u. die beeindruckende und vielfältige Vogelwelt hat es uns angetan. Mit einem exzellenten Abendessen auf der Terrasse bei 23 Grad u. dem Grunzen der Hippos unten am Fluß, ließen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen.       

 

29.11.2008 - Queen Elizabeth NP - Kampala
Die Ruhe und Gelassenheit der Afrikaner ist für uns gewöhnungsbedürftig. Wir hatten vor um 7 h zu frühstücken, doch bis alles bereit war, war es bereits 1/2 8 Uhr.
Beim Verlassen des NP hatten wir noch einmal die Gelegenheit eine Elefantenherde zu beobachten. Unser Fahrer fuhr wie immer viel zu schnell u. wir mußten ihn erst stoppen. Er hatte dann wieder solange den Retourgang eingelegt, bis der Elefantenbulle durch die Piepserei agressiv wurde.
Nach 80 km Fahrt bogen wir zu einem Wald ab, indem wir mit einem Parkranger eine 1 1/2 stündige Wanderung unternahmen. Er erklärte uns Flora und Fauna sowie die verschiedenen Vögel u. auch 3 Affenarten bekamen wir zu Gesicht. Am Anfang führte uns der Weg durch 1 1/2 m hohes Buschgras auf einem kaum sichtbaren Pfad. Etwas später wurde es angenehmer u. das Blätterdach des Waldes schützte uns vor der sengenden Hitze.
Auf der Weiterfahrt kamen wir durch endlose Bananenplantagen und Teefelder.
Die heutige Route zurück nach Kampala war mit vielen Schlaglöchern übersät. Auf Dauer war das für unser Auto zu viel u. 250 km vor Kampala gab es den Geist auf. Israel, so hieß unser Fahrer, war ratlos u. der Akku seines Handys leer. Gerhard half mit seinem Handy aus u. wir beschlossen das Auto stehen zu lassen u. einen Bus anzuhalten. Mit Hilfe einiger Plantagenarbeiter u. Kinder schoben wir das Auto von der Straße. Ein Bauer verlangte für das Bewachen des Autos Geld, doch Israel hatte keines u. borgte es sich von uns aus. Der Bus, der aus Ruanda kam, wollte zuerst nicht anhalten, aber die Neugier, was 2 Weiße in der Wildnis treiben, war dann doch größer. Der Bus war bis auf den letzten Platz besetzt u. wir hatten zuerst nur Stehplätze. Wir mußten auch das Busticket für Israel mitbezahlen. Die Fahrt dauerte dann 4 Stunden u. Gerhard, der nun ziemlich vorne einen Platz ergatterte bekam hautnah mit, wie alles von der Straße flüchtet sobald der Bus hupte. Durch die Orte fuhr er, wenn keine Schwellen waren, genauso schnell wie am Land.
In Kampala angekommen sollten wir vom Chef der Mietwagenfirma abgeholt werden. Da niemand da war, organisierte Israel ein Taxi. Wir fuhren jedoch nur 50 m bis zur nächsten Tankstelle. Auch der Taxifahrer hatte kein Geld u. verlangte sofort den Fahrpreis um damit ein paar Liter zu tanken.
In unserem Hotel angekommen wollte sich Israel mit dem Taxi davon machen, doch dann wurde ich erst richtig zornig u. erklärte ihm energisch, daß er hier erst weg kann, wenn wir unser ausgelegtes Geld zurück haben. Er telefonierte 2 x u. versuchte sich immer wieder mit fadenscheinigen Ausreden aus dem Staub zu machen. Nach 1 Std. kam dann endlich eine Angestellte vom Reisebüro u. gab uns das ausgelegte Geld zurück. Wegen der Unannehmlichkeiten (auch der geplante Stopp am Äquator sowie das Mittagessen fielen aus) sollten wir uns am Montag im Büro melden.

 


30.11.08 - Kampala - Murchison Falls Nationalpark, 310 km   
Unsere zweite 3-Tage-Safari führte uns in den Murchison Fall NP. Diese haben wir über unser Quartier in Kampala, Red Chili Hideaway, gebucht. In der Früh mußten wir auf 5 Schotten warten, sodaß es erst um 9 Uhr los ging. Außer uns ist auch noch ein Amerikaner in der Gruppe.
Anscheinend ist es hier so üblich, daß jede Autofahrt, sobald die Fahrgäste im Wagen sind, mit einem Tankstopp beginnt. Anschließend ging es noch zum Supermarkt, wo sich Hussein, unser Fahrer, von einem Gast Geld auslieh, auch das dürfte hier so üblich sein.
Als wir wieder los wollten sprang der alte Toyota Bus nicht mehr an, da der Starter nicht einwandfrei funktionierte. Hussein versprach, es in der Mittagspause reparieren zu lassen.

Obwohl heute Sonntag ist, kamen wir nach einigen Kilometern wieder in einen Stau. 10 Minuten ging einmal gar nichts. Als wir sahen, daß sich im Kreisverkehr vor uns wieder etwas bewegte, aber 2 Autos unmittelbar vor uns stehen blieben, scherte Hussein aus und überholte. Mitten im Kreisverkehr sprang plötzlich ein Polizist unmittelbar vor das Auto, nahm Hussein die Autoschlüssel ab u. ging weg. Er hielt auch noch 2 andere Autos an. Nun standen wir, insgesamt 3 Autos, mitten im Kreisverkehr. Er regelte dann ungefähr 5 min. den restlichen Verkehr bis er wieder zurück kam. Der Polizist belehrte Hussein intensiv u. erklärte ihm, daß er ihn nur weiterfahren läßt, weil er noch 8 Ausländer im Auto hat. Nun hatten wir zwar wieder den Zündschlüssel, doch das Auto sprang nicht an. Unsere Mitreisenden diskutierten schon mit den Bauarbeitern, die natürlich einen Heidenspaß hatten, daß sie anschieben sollten. Nach einigen Versuchen ging es dann zum Glück weiter.
Eine Zeitlang fuhren wir zügig dahin, bis die Strasse schlechter wurde. Plötzlich hörten wir ein lautes Zischen u. wir hatten die nächste Panne, der Wasserschlauch war geplatzt. Zum Glück befanden wir uns gerade mitten in einem Dorf. Hussein hatte noch nicht einmal den Motor abgestellt, schon war ein Mann mit einem Wasserkanister da. Die vordere Sitzbank wurde hoch geklappt, da sich der Motorblock darunter befindet u. es dampfte u. sprudelte heraus! Im Nu hatte sich das ganze Dorf versammelt. Die kleinen Kinder hatten richtig Angst vor uns. Wenn wir einen Schritt auf sie zumachten liefen sie davon oder versteckten sich hinter den Erwachsenen. Ein Kleinbus aus der anderen Richtung hielt an u. half mit Isolierband u. Werkzeug aus. Nach einiger Zeit war es notdürftig repariert u. wir fuhren dann etwas langsamer in die nächste Stadt. Zum Glück wird hier auch Sonntags gearbeitet!
Während wir zu Mittag aßen, ließ Hussein alles reparieren u. kaufte für das Camp im Nationalpark am Markt ein. Dadurch ging wieder wertvolle Zeit verloren. Die letzten 90 km ging es dann nur mehr auf einer unbefestigten Straße u. sehr langsam weiter.
Wir hielten auch immer wieder an, da die Straße öfters mit Rudel von Affen u. anderen Tieren blockiert war. Ein Vogel, so groß wie bei uns die Hühner, flog zu spät weg u. blieb in der Bananenstaude, die wir am Dach hatten, hängen. Er machte ein Mordsgeschrei bis er nach ca. 100 m an der Seite vom Dach fiel.

An einer Anhöhe mit schönem Blick auf die Savanne hielten wir an u. Hussein empfahl uns das Einreiben mit Insektenschutzmittel. Wir bekamen beim Aussteigen auch gleich zu spüren warum. In dieser Gegend ist die Tsetse Fliege weit verbreitet. Der NP verdankt seiner Existenz einer Epidemie der Schlafkrankheit zu Beginn des 20. Jhd. die durch diese Fliege übertragen wird. Damals wurde ein riesiges Gebiet evakuiert u. war lange Zeit menschenleer. Der Name des NP kommt von den Wasserfällen Murchison Falls. Hier zwängt sich der Nil durch eine 7 m breite Schlucht u. stürzt 43 m in die Tiefe.

Ein Parkranger erklärte uns die nachfolgende 1-stündige Wanderung, bergauf- u. bergab, über steinigen rutschigen Boden u. 2 Schottinnen standen noch immer in Flip Flops da. Nachdem der Ranger sie aufforderte die Schuhe zu wechseln, klemmte die Heckklappe vom Bus u. sie kamen nicht zu ihrem Gepäck.

Von oben war die Sicht auf die Wasserfälle spektakulär u. unten kühlte uns die Gischt etwas ab.

Die letzte Stunde ging es dann im Dunkeln bis zu unserem Camp. Nachdem wir belehrt wurden, auf keinen Fall Lebensmittel ins Zelt mit zu nehmen, da die wilden Tiere in der Nacht durchs Camp wandern u. sie einen sehr guten Geruchssinn haben, wurde uns ein Zelt zugewiesen (ca. 3 x 3 m, 2 m hoch) mit richtigen Betten u. einer Petroleumlampe. Um 22 Uhr haben wir noch immer 26 Grad gemessen!

 

Montag, 1.12.2008
Das beste Mittel gegen Durst ist Bier. Deshalb mußte ich auch in der Nacht auf die Toilette u. stolperte in der Dunkelheit fast über 2 grasende Warzenschweine.
Um 24 Uhr wurde im ganzen Camp der Strom abgeschaltet, doch wir sind darauf eingestellt u. haben immer Stirnlampen mit dabei.
Die Nacht im Zelt war angenehm kühl. Die Schotten, die auf Bungalows aufzahlten, hatten zwar bis Mitternacht Strom, doch konnten sie vor lauter Hitze nicht schlafen. Durch die Strapazen der Anreise waren wir so müde, daß wir erst in den Morgenstunden das Grunzen der Wildschweine hörten. Als wir um 6 h Früh bei völliger Dunkelheit aus dem Zelt krochen bemerkten wir erst, daß sich eine Wildschweinfamilie direkt neben unserem Zelt zur Ruhe gelegt hatte. Um 7 h setzten wir mit der ersten Fähre über den Nil. Am anderen Ufer wartete schon ein Ranger mit Gewehr, der uns auf der Safari begleitete. Gleich zu Beginn bekamen wir eine Gruppe der hier verbreiteten Rothschild-Giraffen vor die Linse. Im Gegensatz zum Queen Elizabeth NP mit Buschlandschaft, gibt es hier überwiegend Savanne mit vereinzelten Palmen. Dadurch hat man auch eine gute Sicht in die Ferne.
Unser Range erklärte uns auch einen Termitenhügel u. zeigte uns, wie man sie richtig ißt, damit sie nicht im Hals stecken bleiben. Wir sahen wieder viele Tiere, auch mußten wir einmal durch eine riesige Büffelherde fahren, die unseren Weg kreuzte. Insgesamt gesehen war die 4-stündige Safari ein schönes Erlebnis.

Nach 2 1/2 Stunden MIttagspause im Camp ging es in der Gluthitze (35 Grad im Schatten) weiter mit einem Launch-Trip (Bootstour auf dem Nil). Die Tour führte uns 17 km flußaufwärts zu den Murchison Falls. Es ging langsam am linken Flußufer mit vielen Fotostopps entlang. Die Tierwelt war wieder faszinierend. Wir sahen unzählige Hippogruppen, riesige Nilkrokodile, Elefanten, die buntesten Vögel, usw.
Obwohl es hier Strom nur vom Generator gibt, ist das Handynetz besser als bei uns zu Hause! Es ist auch unbeschreiblich, welch köstliches Essen, hier abseits der Zivilisation von den Köchen auf den Tisch gezaubert wird.

 

2.12.08 - Murchison Falls NP - Kampala
Um 4 h Früh fingen 2 Engländer im gegenüberliegenden Zelt laut zu plaudern an. Gerhard steckte sich die Oropax rein u. schlief einfach weiter. Mir wurde es bald zuviel u. ich stand auf u. schlug voller Wut auf ihr Zelt. Sie schrien vor lauter Schreck auf u. dachten wohl ich bin ein wildes Tier, was ich in dem Moment auch war. Danach war aber bis 6 Uhr Ruhe bis die ersten zur Safari aufbrachen.

Beim Frühstück erzählte der Ami ganz aufgeregt, daß in der Nacht bei seinem Zelt die Hippos vorbei gewandert sind.

Auf dem Weg zurück nach Kampala besuchten wir Ziwa Rhino Sanctuary. Hier werden auf einem 70 km2 großen Gebiet, in einem von der EU geförderten Projekt, die durch Wilderei ausgestorbenen Spitzmaul- und Breitmaulnashörner, die es früher in Uganda gegeben hat, gezüchtet. Danach sollen sie in den Nationalparks wieder ausgewildert werden. Im Moment leben 6 Tiere hier, die rund um die Uhr von einem Ranger bewacht werden. Dank der GPS-Daten war es leicht die Tiere zu finden, allerdings mußten wir in der Mittagshitze durch 1 1/2 m hohes Gras eine gute 1/2 Stunde marschieren. Wir durften dann bis auf 10 m an sie heran. Als Unruhe in die Gruppe kam, sprach der Ranger die Tiere mit Namen an u. sie beruhigten sich zum Glück wieder. Ich hatte gehörigen Respekt vor den riesigen Viechern u. stellte mich sicherheitshalber hinter den Ranger mit Gewehr.                       


Auf der Weiterfahrt schliefen alle im Bus u. wir hofften, daß wenigstens der Fahrer durchhält.

Und was gab es zum Abendessen? einen gebackenen Tilapia u. ein gekühltes Nil-Spezial-Bier.

 

3.12.08 - Kampala
In der Morgendämmerung wurde ich wach, da unser Zimmer voll Rauch war. Zuerst dachte ich, der Nachbar raucht vor unserem Fenster, doch der beißende Gestank kam vom Nachbargrundstück.

Als wir zum Frühstück gingen durchwühlten 2 Affen den Müllcontainer nach Freßbaren.

Mit dem Matatu fuhren wir ins Zentrum u. kauften am Busbahnhof Tickets für die morgige Weiterreise nach Ruanda. Wir checkten gleich daneben in einem Hotel ein, das von Moslems mit arab. Abstammung geführt wird.
Beim Bummel durch den Markt probierten wir Zuckerrohr. Es wird abgeschält u. in kleine Stücke geschnitten, die man dann so lange kaut, bis der ganze Saft heraußen ist. Den Rest spuckt man dann aus.
An einigen Ständen wurden lebende Riesenheuschrecken verkauft. Die Beine hat man ihnen schon vorher ausgerissen. Kurz vor dem Verspeisen werden ihnen auch noch die Flügel entfernt.

Wir hatten vor, im Hotelrestaurant Mittag zu essen, aber als wir sahen, daß mehrere Personen mit den Fingern von einem gemeinsamen Tablett aßen, verging uns der Appetit u. entschieden uns für eine Pizzeria.

Kampala bietet nicht viele Sehenswürdigkeiten. Beim Spaziergang durchs Zentrum kamen wir am Parlamentsgebäude vorbei. Am Eingangsbogen, der die ugandische Unabhängigkeit signalisiert saßen einige der riesigen und häßlichen Marabus. Sie sehen aus wie große Geier. Anschließend wanderten wir noch zu den Gräbern der Könige, die etwas außerhalb liegen.

                       

4.12.08 - Kampala - Kigali
In unserer Wohngegend fanden wir gestern Abend kein Restaurant mit intern. Küche. Also verpflegten wir uns zum Gaudium der Leute an den unzähligen Straßenständen (gegrillter Mais, gegrillte Bananen, gebackene Mäuse). Gerhard wollte noch ein Omelette mit Fladenbrot probieren, doch aus Angst vor Durchfall traute er sich dann doch nicht!

Zurück im Hotel gab es, wie schon den ganzen Tag, kein Wasser, da die Hauptleitung der Stadt repariert wird. Das Duschen mit dem bereitgestellten Kanister war etwas mühsam. Als wir Toilettepapier verlangten, mußten sie es erst einkaufen. Auch den Toast, den wir zum Frühstück bestellten mußten sie erst besorgen. Der Tee war schon fertig mit viel Zucker, Milch u. Ingwer.

Schade, daß wir für Uganda nicht mehr Zeit hatten. Wir lernten ein ganz anderes Afrika kennen als wir es von unseren vorherigen Afrika-Reisen kannten. Die Leute sind sehr zurückhaltend u. außergewöhnlich hilfsbereit u. freundlich. Es gibt weniger Bettler als in Wien.

Der Bus fuhr um 9 Uhr pünktlich los. Außer uns gab es noch 2 Touristen im voll besetzten Bus. Nach ca. einer halben Stunden hielt uns eine Polizeikontrolle an. Der Polizist stieg in den Bus ein. Er drehte sich zu den Fahrgästen u. hielt den Zeigefinger vor den Mund, damit niemand spricht. Dann kontrollierte er die Papiere des Fahrers u. belehrte ihn, daß er vorsichtig u. langsam fahren muß!

Zu Mittag hielt der Bus zum Tanken. Die Toilette auf der Tankstelle war einzigartig - ein Pissoir für Frauen! Eine verflieste Wand mit einer Rinne u. die Frauen gingen nebeneinander in die Hocke!

An der Grenze war es ein wenig chaotisch. Nachdem die Ausreiseformalitäten erledigt waren, liefen wir ca. 200 m durchs Niemandsland zum Einreiseschalter. Für US S 60,-- pro Person bekamen wir ein Visum (Deutsche müssen nichts bezahlen - EU läßt grüssen!). Bei der Gepäckkontrolle forderte uns der Zöllner auf, alle Plastiksäcke zu entsorgen. Ich hatte es schon vorher im Internet in einem Reisebericht gelesen, daß einem Traveller der ganze Rucksack entleert wurde. Plastiksackerl (Plastiktüten für die deutschen Gäste) sind in Ruanda verboten.

Auf der Grenze gab es einen Wechsel von Links- auf Rechtsverkehr. Nach 10 Stunden kamen wir in der Dunkelheit bei leichtem Regen am Busbahnhof 2 km außerhalb von Kigali an. Das Gepäckausladen war extrem hektisch. Vor der Ladeluke drängten sich ca. 15 Gepäckträger u. wir hatten Angst, daß in der Dunkelheit einer mit unseren Rucksäcken verschwindet.

Mit Glück fanden wir im Gewirr auch gleich das richtige Sammeltaxi ins Zentrum. In dem kleinen Toyotabus waren wir gezählte 19 Personen (10 mehr als bei uns erlaubt sind). An der Endstation fuhr der Bus in eine Menschentraube u. wurde von außen von allen Seiten bedrängt, sodaß der Schaffner kaum die Schiebetür öffnen konnte. Wir waren noch nicht ganz draußen, kletterten die ersten schon bei den Fenstern hinein (wie die Affen!). Es war für mich sensationell, doch Gerhard kannte so etwas schon von seiner Zugfahrt in Bombay.

Da in Ruanda französisch gesprochen wird war es nicht so einfach, den Weg zum Hotel zu erfragen. Ein Uniformierter ging einige 100 m Gott sei Dank mit uns. Es gab nur eine spärliche Straßenbeleuchtung, daher war es schwer sich zu orientieren. Das aus dem Reiseführer ausgewählte Hotel existierte aber nicht mehr. Wir fragten einen anderen Passanten nach einem Hotel in der Nähe u. auch der begleitete uns unaufgefordert bis dort hin. Leider war es ausgebucht u. so mußten wir ein ziemlich heruntergekommenes Zimmer an der nächsten Ecke nehmen.

Wir fanden dann um 20 Uhr noch eine offene Bank wo wir Geld wechseln konnten, da der Automat die Bankomatkarte nicht wollte.       

 

5.12.2008, Kigali - Ruhengeri
In den frühen Morgenstunden sahen wir uns in Kigali um. Die Stadt ist sehr sauber u. der Verkehr gesittet. Es gibt große Supermärkte mit europ. Standard. Da hier viele gut bezahlte Mitarbeiter von Hilfsorganisationen leben ist das Preisniveau wesentlich höher als in Uganda. Die Leute sind teilweise vom Tourismus verdorben, was man an den vielen Bettlern, vor allem Kinder, Geldwechslern, Straßenverkäufern, Souvenirshops, usw. merkt. In Uganda hat es das alles nicht gegeben.

Wir besuchten das Büro der Nationalparkverwaltung u. erkundigten uns über das Gorilla Trekking. Anschließend liefen wir von einer Bank zur anderen, doch kein Automat wollte unsere Karte.

Mit einem Kleinbus einer privaten Busgesellschaft fuhren wir nach Ruhengeri (1800 m), von wo wir unser Gorilla Trekking starten. Auf den 2 Stunden Fahrt ging es nur bergauf und bergab. Ruhengeri ist angeblich die kälteste Stadt Ruandas, aber die Temperaturen sind wie bei uns im Sommer.

Als wir hier ankamen u. uns zur Reiseagentur, mit der wir schon E-Mailkontakt hatten durchfragten, konnte uns niemand den Weg sagen. Plötzlich hielt ein Landrover neben uns an u. bot uns einen Transfer zur Agentur an, bei der auch arbeitet. Es ist uns ein Rätsel wie schnell es sich herum gesprochen hatte wohin wir wollten. Als er dann jedoch in einen schmalen Feldweg einbog u. uns aufforderte ohne Gepäck mitzukommen, war uns die Sache nicht mehr geheuer! Wir mussten nämlich nicht, dass die Firma in einem Privathaus untergebracht ist u. dieses Haus hätten wir garantiert nie gefunden. Der Büroleiter organisierte uns zuerst in seinem Nachbarhaus eine schöne u. günstige Unterkunft. Nachdem wir ihm US S 1.000,-- ausgehändigt hatten versprach er uns, die Gorilla Permits fuer morgen zu organisieren u. sich um den Transfer zum 13 km entfernten Parkeingang zu kümmern. Er zeigte uns auch noch ein Restaurant wo wir anschließend beim Mittagessen 2 Schweizer kennen lernten, die insgesamt 4 Wochen in Uganda u. Ruanda unterwegs sind. Auch sie haben hier schon viel erlebt u. hatten wie wir eine Panne mit einem Mietauto samt Fahrer. Zu ihrem Pech aber mitten in der Wildnis.

Am Nachmittag zogen wir unsere Bergschuhe an u. wanderten damit durchs Dorf um uns daran zu gewöhnen. Als ich am Wäsche waschen war kam der Agenturchef vorbei u. fragte uns was wir sonst noch in Ruanda vorhaben, weil er für morgen keine Gorilla Permits mehr bekommen konnte. Die Besucherzahl ist auf 25 Personen pro Tag begrenzt. Er wird uns nun Tickets für Sonntag besorgen u. als Entschädigung bekommen wir einen Nacht gratis u. einen Tagesausflug in die Umgebung von Kigali.

 

6.12.08, Ruhengeri - Kigali - Ntarama - Kigali - Ruhengeri
Pünktlich um 8 Uhr fuhr der Bus los u. mußte gleich zu Beginn eine Umleitung fahren, da eine Demonstration der Fahrrad- u. Motorradtaxis stattfand. Mit einem Einheimischen kam ich im Bus ins Gespräch u. natürlich wollte er wissen, wohin wir wollen. Als ich ihm sagte, dass wir zur Genezid-Gedenkstätte nach Ntarama fahren, erzählte er mir, dass er damals 10 Jahre alt war u. seine gesamte Familie sowie viele Freunde u. Bekannte, insges. 88 Personen die erkannte, umgebracht wurden.
Es war 1994, also erst vor 14 Jahren, wurden hier bei einem Streit unter 2 Bevölkerungsgruppen 800.000 Tutsis ermordet.
Mein Gesprächspartner organisierte uns in Kigali einen Bus ins 30 km entfernte Ntarama. Die Leute sind hier alle sehr hilfsbereit u. haben anscheinend jede Menge Zeit. Immer wenn wir nach dem Weg fragen, begleiten sie uns persönlich bis zum Ziel. Die englischsprachigen versuchen auch immer wieder mit uns ins Gespräch zu kommen, sind aber nicht aufdringlich!

Der Kleinbus ließ uns an der Hauptstrasse aussteigen u. die letzten 3 km gingen wir zu Fuß zur abgelegenen kleinen Kirche, in der damals 2.500 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Die Mörder verschafften sich mit Granaten Zutritt u. erschlugen die restlichen Überlebenden. Es waren vor allem Frauen u. Kinder. In der Kirche liegen noch immer die Gebeine mit den Resten der blutigen Kleider. Auf einem Regal sind mehrere 100 Schädel aufgeschlichtet. Ein grausamer Anblick!

Am Rückweg zur Hauptstrasse hatten die vielen Kinder Spaß mit uns. Sie wollten immer wieder fotografiert werden, nachdem wir ihnen das Foto am Display zeigten. Auf der Rückfahrt waren wir wieder insges. 19 Pers. plus 4 Kleinkinder, zusammengepfercht im Kleinbus. Ein kleiner Junge zupfte immer an Gerhards Armbehaarung u. der ganze Bus amüsierte sich. Der 30 Personen-Bus, in den wir in Kigali umsteigen mussten, hatte 10 Min. Verspätung. Als er in den Bahnhof einfuhr, brach plötzlich Hektik los. Die umherstehenden Leute stürmten den Bus. Alle wollten zugleich einsteigen u. es gab eine riesige Drängerei u. Streiterei um die Sitzplätze. Wir konnten nicht nachvollziehen aus welchem Grund das Chaos losbrach. Es werden bei dieser Firma nur so viele Karten verkauft wie es Sitzplätze gibt, also konnte sowieso jeder mit der ein Ticket hatte.

In Ruhengeri gibt es keine Straßenbeleuchtung. Wenn nicht die paar Geschäfte Licht hätten u. wir keine Taschenlampe, würden wir gar nicht zu unserem Hotel zurück finden.

   

7.12.08 Gorilla Trekking, Ruhengeri - Kigali
Gerhard irrt sich ständig mit der Uhrzeit! Bereits zum 2. Mal läutete das Handy um 1 Stunde zu früh! Uganda hat zu uns 2 Stunden Differenz, Ruanda nur 1 Stunde.

Um 6 Uhr wurden wir abgeholt u. der Fahrer teilte uns mit, dass wir von seiner Agentur heute die einzigen Kunden sind u. daher das gesamte Auto bezahlen müssen (80,-- US). Nach zähen Verhandlungen waren bei US 60,-- u. plötzlich gab es doch noch einen Gast. Wir fuhren die 13 km zum Park Hauptquartier, wo wir nach Kaffee u. Tee zu Gruppen mit je 8 Personen eingeteilt wurden. Im Moment sind 7 Gorillagruppen auf der ruandischen Seite. Zu jeder Gruppe dürfen täglich 8 Touristen u. so werden tägl. 56 Permits a US 500,-- verkauft! Es wird eine genaue Statistik geführt u. wir sahen, dass im November 86 Österreicher die Gorillas besucht haben! Uns fiel auf, dass die Gruppen nach Alter der Teilnehmer zusammen gestellt wurden, somit kamen wir zu den älteren, was aber den Vorteil hatte, dass wir einer Gorillagruppe zugeteilt wurden, die sich relativ nahe am Rand des Nationalparks aufhält u. wir daher einen nicht so langen Fußmarsch hatten.
Zuerst fuhren wir noch mit dem Geländewagen einige Kilometer auf einer äußerst schlechten Lavapiste im Schritttempo. Immer wieder liefen schmutzige in Lumpen eingehüllte Kinder barfuß Richtung Auto u. winkten uns zu.

Auf 2.300 m stiegen wir dann aus u. es ging über matschige Kartoffelfelder bis zu einer mit Lavasteinen aufgeschütteten Mauer. Sie begrenzt den Nationalpark u. hat auch den Sinn, die Büffel u. Elefanten im Park zu halten. Wir kletterten darüber u. waren im undurchdringlichen Dschungel. Unsere Begleiter waren: 3 Träger, die die Tagesrucksäcke der älteren Amerikanerinnen trugen, 2 Parkranger, 1 Fährtensucher u. 2 bewaffnete Soldaten wegen der Wilderer. Zuerst folgten wir einem schlammigen Pfad mit Büffelspuren. Wir waren froh, dass wir unsere Bergschuhe anhatten, da wir zeitweise bis zum Knöchel im Schlamm versanken. Wir blieben immer hinter dem Ranger u. sahen daher nicht, wie die Peruanerin u. der Kanadier mit den Freizeitschuhen zurecht kamen. Als wir an eine Lichtung kamen stand plötzlich eine riesige Büffelherde vor uns. Wir merkten, dass die Einheimischen ziemlich nervös wurden u. ich überlegte schon, in welche Richtung ich im Notfall davon laufe.
Nach einiger Zeit zog ein Teil der Büffel ab. Das ermutigte unsere schwarzen Begleiter, sie formierten sich u. stürmten auf Kommando brüllend u. mit Stöcken fuchtelnd auf den Rest der Herde zu, woraufhin diese die Flucht ergriffen. Bevor wir weiter gingen, zogen sich die gut ausgerüsteten Amerikanerinnen, die vom Vortag schon Erfahrung hatten, Überhosen, Jacken u. Handschuhe an. Von jetzt an ging es sehr steil u. rutschig durch Nesseln u. Dornenbüsche. Zum Glück hatten auch wir Gartenhandschuhe mit, doch unsere Überhosen wollten wir nicht schmutzig machen. Nach einiger Zeit bereuten wir es aber, da wir durch unsere dünnen Hosen alles durchspürten.
Die Landschaft wechselte in einen Bambuswald, der so dicht wurde, dass man den Himmel nicht mehr sah. Auf einer Lichtung stießen wir auf 4 Schwarze, die sich anscheinend immer in der Nähe der Gorillagruppe aufhalten. Hier mussten wir nun alle unsere Tagesrucksäcke u. Wanderstöcke zurück lassen. Wir rochen u. spürten, dass die Tiere nun schon ganz nahe waren. Wir stiegen noch weiter auf u. nach kurzer Zeit sahen war schon das erste Weibchen mit ihrem Baby zu sehen, das aber schnell wieder im Unterholz verschwand. Wir hörten durch das Brechen der Äste, daß einige Tiere in der Nähe sind, doch konnten wir sie im Dickicht nicht ausmachen.                         
Der Fährtensucher schlug mit seiner Machete einen schmalen Pfad u. plötzlich saß der Silberrücken weniger als 5 m vor uns. Er ließ sich beim Fressen überhaupt nicht stören u. nahm keine Notiz von uns. Wir waren so fasziniert u. fotografieren beschäftigt, daß wir gar nicht merkten, dass von der Seite ein Weibchen mit ihrem Jungen einen 1/2 m vor uns vorbeilief. Unser wurde vorher erklärt, daß wir 7 m Abstand zu den Tieren halten müssen, aber die Gorillas kennen diese Regel nicht.
Nun waren wir inmitten der Gorillafamilie, die aus insgesamt 24 Tieren besteht. Die Babys schlugen Purzelbäume u. turnten vergnügt auf den Ästen umher. Der Ranger imitierte immer wieder Gorillalaute, damit sich die Tiere zu uns umdrehen u. wir sie besser fotografieren können. Insgesamt 1 Stunde verfolgten wir die Gruppe auf Tuchfühlung. Sie verweilte ein paar Minuten mit Fressen, um dann wieder einige Meter weiter zu wandern. Wir waren überwältigt, weil wir nicht dachten, so nahe an die Tiere heran zu kommen. Sie nahmen überhaupt keine Notiz von uns. Einige folgten unserem Pfad u. wir mussten ins Unterholz ausweichen um sie vorbei zu lassen. Dabei gingen sie so knapp an uns vorbei, daß wir sie hätten streicheln können, was aber natürlich verboten ist! Einmal zeigte uns auch der Silberrücken wer hier der Boss ist. Er stand kurz auf u. trommelte unter lautem Gebrüll mit den Fäusten einige Male gegen seine Brust. Die Stunde unter den Tieren kam uns vor wie 10 Minuten. Schweren Herzens mussten wir den Rückweg antreten.

Fast alle Touristen mit denen wir auf unserer Reise gesprochen haben, haben das Gorillatrekking aufgrund des hohen Preises ausgelassen. Gerade wegen der Gorilla haben wir die Reise unternommen u. es war ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis, das wir nicht missen möchten. Ich bin froh, dass ich trotz Warnung und negativer Einstellung meiner Freunde mitgefahren bin. Die Berichterstattung unserer Medien über die Unruhen im Kongo haben Ruanda in keinster Weise betroffen.

Um 13 Uhr waren wir wieder zurück in unserem Hotel in Ruhengeri. Auf der Busfahrt nach Kigali fuhren wir an einer größeren Menschenansammlung vorbei. Beim näheren Hinsehen bemerkten wir, dass ein Bus 15 m über eine Böschung abgestürzt war u. sich der Unfall erst kurz vorher ereignet haben muß.

 

8.12.08, Kigali - Lake Kivu - Kigali
Wir fuhren mit dem 1. Bus um 6,15 h in die 124 km entfernte Stadt Kibuje am Kivu See. Der 1.450 m hoch gelegene See soll der reizvollste See des zentralafrik. Grabens sein. Tief einschneidende Buchten, steil aufragende Bergketten u. vorgelagerte Insel bieten ein grandioses Panorama. In der Mitte des Sees verläuft die Grenze zur Demokrat. Republik Kongo. Lt. Reiseführer ist Kibuje ein touristisch erschlossener Badeort, aber außer ein paar badenden einheimischen Kindern u. 2 Hotels ohne Gäste haben wir auf 10 km Fußmarsch auf der bergigen Küstenstraße nichts bemerkt. Es herrscht eine ruhige, entspannte Atmosphäre u. es würde sich lohnen hier einige Tage zu relaxen.
Nach dem Mittagessen (Tilapia in Weißweinsauce) erreichten wir gerade noch um 14 Uhr den Bus zurück nach Kigali. Der Busfahrer war um die 20 Jahre alt u. fuhr wie bei einer Rally. Er versuchte die bergige u. kurvenreiche Strecke in Rekordzeit zu bewältigen. Bei jeder Kurve quietschten die Reifen u. es war die schlimmste Autofahrt meines Lebens. Wider Erwarten kamen wir doch noch heil in Kigali an.

 

9.12.2008, Kigali
In Kigali selbst gibt es keine Sehenswürdigkeiten, so mußten wir versuchen den Tag tot zu schlagen, bevor unser Flug um 20,50 h Richtung Heimat startet. Wir spazierten zur Fluglinie u. reservierten unsere Sitzplätze. Danach schlenderten wir noch ziellos durch die Stadt.

Im Internetcafe sahen wir die Wettervorhersage für Österreich u. beschlossen, für die Weihnachtsfeiertage eine Kreuzfahrt ab Dubai zu suchen.
Nach dem Check-out aus dem Hotel aßen wir zum letzten Mal an einem ruandischen Buffet. Diese sind im ganzen Land ziemlich einheitlich. Es gibt: Tomaten- u. Krautsalat, Fisolen, eingebrannte Bohnen, Brat- u. Süßkartoffel, Bratbananen (sind nicht süß u. haben den Geschmack von Kartoffeln), Reis, gebratenen Reis, grünen Brei (sieht aus wie Spinat, schmeckt zwar nicht schlecht aber anders) u. Rindfleischstücke in Soße. Für € 2,60 bekommt ein Teller, das man sich einmal befüllen darf. Das Fleisch ist rationiert auf 2 Würfel pro Person. Die Einheimischen türmen das Teller so voll, bis es fast wieder runter fällt.

Das Taxi zum Flughafen bezahlten wir mit den restlichen Ruanda-Francs u. US-Dollar. Der Flughafen liegt direkt in einem Vorort von Kigali auf einem Hochplateau. An der Seite reichen die Wohnhäuser bis an den Flughafen.
Im Flughafengebäude gibt es sogar WLAN u. die wohlhabenden Einheimischen kommen hierher u. surfen im Internet stundenlang. Nach einiger Zeit nervt uns das sehr, da es im gesamten Gebäude nur 3 Sitzbänke gibt u. sich immer mehr Surfer zu uns drängen! Sie haben dabei kein schlechtes Gewissen, wenn sie den Fluggästen die Plätze wegnehmen. Sie sind richtige Profis, sie nehmen sogar eine Steckdosenleiste mit, um mehr Laptops an den Strom anzuhängen.
Nach dem Check-in, wir wollten gerade in den Duty Free, fiel im ganzen Flughafengebäude der Strom für kurze Zeit aus u. es war stockdunkel. Kurz davor hatten wir noch unsere Taschenlampen in die Rucksäcke verstaut, in dem Glauben sie nicht mehr zu benötigen!