KOLUMBIEN 2015

24. November 2015, Santa Marta – Rodero – Santa Marta, sonnig, 32 Grad


Hotel-Pool
Hotel-Pool

Nach dem besten und ausgiebigsten Frühstück hier in Kolumbien, machten wir uns auf die Suche nach einem Reisebüro. Zuerst schickte man uns von einer Fluglinie zur anderen; aber nur bei einer hätten wir einen Flug nach Venezuela bekommen. € 1.000,-- pro Person waren uns dann aber doch zu viel. Durch Zufall fanden wir ein Ausflugsbüro u. dort schafften wir es einen günstigen Flug mit Zwischenstopp in Bogota zu bekommen. Die Fluglinie akzeptiert aber keine Kreditkarten u. aus dem Bankomaten kommen pro Behebung lediglich € 100,--. Mit einer Angestellten vom Reisebüro klapperten wir in der Umgebung alle Banken ab, bis wir endlich nach 1 Stunde genügend Geld beisammen hatten. In der Zwischenzeit war der halbe Tag vergangen.

 

Am Nachmittag besuchten wir noch kurz einen südlich gelegenen Badestrand, um uns etwas abzukühlen.


Strand in Rodadero
Strand in Rodadero

Jetzt steht uns eine Nacht ohne Schlaf bevor.

Abflug 20,53 h – 22,23h nach Bogota und Weiterflug um 03,41h bis 06,11h nach Caracas. Dort werden wir hoffentlich vom Flughafen abgeholt.


23. November 2015, Santa Marta – Maicao – Santa Marta, 31 Grad

Manchmal kommt es anders als man denkt. Nach genau 12 Stunden Busfahren und 500 km waren wir wieder am Ausgangspunkt zurück. Aber nun der Reihe nach.

 

Wir waren froh, daß es schon um 7 Uhr Frühstück gab u. wir dadurch den Bus um 8 h vom Busbahnhof, am Rande der Stadt, noch erreichten. Als wir in Maicao, der letzten Stadt, 10 km vor der Grenze zu Venezuela aus dem Bus stiegen wurden wir sofort von illegalen Geldwechslern u. Taxifahrern bedrängt. Die einen wollten uns in eine der vielen kleinen Wechselstuben am Busbahnhof drängen, die anderen Taxifahrer aus Venezuela versuchten uns zu überreden, in ihren riesigen uralten, rostigen Ami-Schlitten in die erste große Stadt in Venezuela mitzufahren.


Das erste Hindernis war nun das Geldwechseln. Euro wollte keiner nehmen u. bei Dollar nur neue Scheine. Wir wechselten 60 US-Dollar u. bekamen dafür 393 Geldscheine!


das sind 60,-- US-Dollar - gewechselt in Bolivares, hoffentlich kein Falschgeld!
das sind 60,-- US-Dollar - gewechselt in Bolivares, hoffentlich kein Falschgeld!

Wir wußten zuerst gar nicht, wie wir die 37.150,-- Bolivares sicher verstauen sollten. Da Gerhard immer Hunger hat, mußten wir noch am Busbahnhof ein Mittagsmenü essen, was letzlich gesehen unser Glück war. Wir fragten im Lokal nach einem Bus an die Grenze. Dabei erfuhren wir, daß diese schon seit 3 Monaten geschlossen ist. Plötzlich mischten sich alle Gäste im Lokal ins Gespräch ein u. alle warnten uns eindringlich davor, mit den Taxi über illegale Wege ohne Ausreisestempel aus Kolumbien u. ohne Einreisestempel nach Venezuela einzureisen. Es gibt sehr viele Polizeikontrollen u. die Strafen sind sehr hoch, außerdem besteht die Gefahr, daß man in den Taxis ausgeraubt wird. Was nun? Über Internet hatten wir schon vor ein paar Wochen mit einer Deutschen, die in Venezuela ein paar Unterkünfte betreibt, Kontakt aufgenommen. Gerhard besorgte ein Mobiltelefon, die man hier an jeder Ecke ausleihen u. zu einem günstigen Tarif telefonieren kann. Die Deutsche erklärte ihm dann, daß es kein Problem sei, illegal ins Land einzureisen. Das machen im Moment alle u. wenn man von der Polizei angehalten wird, muß man ihnen halt 20,-- US-Dollar geben. Das Schlimmste was einem passieren kann ist, daß man ausgewiesen wird. Wir verstehen es nicht ganz, wieso sie es uns nicht schon in den unzähligen vorhergegangenen Mails mitgeteilt hat.

 

So beschlossen wir,  in den nächsten Bus zu steigen und  250 km zurück zu fahren. Gott, daß es im Bus WIFI gab, so konnten wir wenigstens ein Zimmer für die Nacht reservieren. Da es nach der Ankunft schon dunkel war, fanden wir das gebuchte Hotel nicht gleich, obwohl wir fast davor standen. Die Gruppe von ca. 10 Mann der Touristenpolizei, die vor dem Wachzimmer standen, das sich schräg gegenüber des Hotels befindet,  konnte mit der Adresse nichts anfangen u. sagte, wir seien im falschen Stadtviertel. Nach einer kurzen Diskussion u. einem Telefonat war dann doch einer darunter, der nicht ganz so blöd war. Er befahl seinem Kollegen, uns die 5 m zum Hoteleingang zu begleiten. Der Portier gab ihm dann eine Visitenkarte für das nächste Mal. Sie haben sich dann entschuldigt u. uns erklärt daß das Hotel ganz neu ist. Es ist wirklich ein wunderschönes Boutique-Hotel in einem restaurierten Kolonialhaus mit Innenpool und Dachterrasse. Leider funktioniert das WLAN derzeit im ganzen Haus nicht.

 


22. November 2015, Santa Marta – Taganga – Santa Marta, sonnig, 31 Grad

Nach einem ausgiebigen Frühstück (inkl. Rindsuppe) im Hotel, sind wir mit dem Stadtbus ins 5 km entfernte Dorf Taganga gefahren. Im winzigen Fischerdörfchen, ohne asphaltierte Straßen, wurden wir sofort von Bootskeilern umringt, die uns zum Schnorcheln oder in die nächste Bucht bringen wollten. Wir schlossen uns jedoch einer einheimischen, großen Gruppe an. Über einen ausgesetzten u. abenteuerlichen Pfad kletterten wir mit ihnen gemeinsam über einen Hügel in die nächste Bucht.


Der 15-minütige Weg war landschaftlich sehr schön, mit toller Aussicht u. mit Sicherheit die bessere Alternative als mit dem Boot. In der Bucht „Playa Grande“ verbrachten wir dann den Rest des Tages mit Schnorcheln, Fruchtsäften u. gutem Essen.


Der Eisverkäufer versucht im Wasser seine Ware an den Mann zu bringen
Der Eisverkäufer versucht im Wasser seine Ware an den Mann zu bringen

Der Strand war überfüllt, aber vom Liegestuhl im Schatten war es lustig, das Treiben zu beobachten.


21. November 2015, Cartagena – Santa Marta, 426.000 Ew

Von Cartagena aus fahren viele Touristen (vor allem kolumbianische) nach Santa Marta um hier Party zu machen. Es gibt daher Shuttle Busse, die zwar teurer sind, aber ein door-to-door Service bieten. Das war für uns natürlich sehr angenehm, weil wir uns das Rucksackschleppen dadurch ersparten.

 

Santa Marta ist eine der ältesten Städte des Kontinents. Wir dachten, daß es hier schöne Strände gibt. Der Ort ist auch Ausgangspunkt für einen der schönsten Nationalparks des Landes mit schönen Badebuchten u. weißen Sandstränden. Leider erfuhren wir, daß dieser Park den ganzen November geschlossen ist. Im Park wohnen indigene Bevölkerungs-gruppen, die beschlossen, den ganzen Park spirituell zu reinigen, da zu viele Touristen den Park besuchten. Am 1. Dezember wird er wieder geöffnet – leider etwas zu spät für uns.


Die Strände hier in Santa Marta sind für uns nicht einladend u. es gibt auch keinen Schatten. Wir machen daher morgen eine Tagestour weiter nördlich der Küste entlang, in der Hoffnung, einen schönen Strand zum Schwimmen zu finden, bevor es weiter nach Venezuela geht.


Strand gleich neben dem Containerhafen
Strand gleich neben dem Containerhafen

20. November 2015, Cartagena – Vulkan Totumo – Cartagena, sonnig, 30 Grad

Halbtagesausflug zu dem 50 km nordöstlich von Cartagena an einem Flußufer liegenden Minivulkan.

Der 15 m hohe Hügel spukt statt Lava, Schlamm, der durch Gase heraus gepreßt wird u. sich unterirdisch durch die Zersetzung von organischem Material bildet. Über eine angefertigte Treppe kommt man auf die Spitze des Hügels u. kann in den Krater hineinsteigen, um dort ein lauwarmes Schlammbad zu nehmen. Der Schlamm hat eine therapeutische Wirkung. Es fühlt sich an wie in einem Joghurtbad. Man spürt keinen Boden unter den Füßen, aber man geht nicht unter Wir sind im Schlamm geschwebt u. haben uns dabei massieren lassen – 4 Minuten = € 1,--. Danach kann man sich in einer seichten Lagune den Schlamm wieder abwaschen.


Am Nachmittag waren wir 4 ½ Stunden im Spital. Ich habe seit 2 Tagen starke Rückenschmerzen u. seit ich gestern aus dem Boot gehoben wurde, kann ich kaum mehr gehen. Ich befürchtete schon einen Bandscheibenvorfall. Im Krankenhaus bekam ich dann 2 Infusionen; jetzt geht es mir spürbar besser u. ich hoffe es bleibt so.


natürlich bin ich wieder die Arme
natürlich bin ich wieder die Arme

19. November 2015, Cartagena – Isla de Rosario – Playa Blanca – Cartagena, zeitweise sonnig, 28 Grad

Den heutigen Ausflug haben wir in unserem Hotel gebucht, darum hat uns der Nachtportier nach Dienstschluß zum Hafen gebracht u. uns das richtige Boot gezeigt.

 

Die Isla de Rosario sind eine Inselgruppe, 35 km südwestlich von Cartagena u. bestehen aus 27 kleinen Koralleninseln. Sie gehören zu einem Nationalpark u. daher mußten wir fürs Schnorcheln Eintritt bezahlen. Mit dem Schnell-boot benötigten  wir 1 Stunde bis zu den Inseln. Der 1. Stopp war bei einer Insel mit einem Aquarium u. die Nichtschnorchler konnten dort aussteigen. Wir sind weiter zu einem Riff gefahren u. das Schnorcheln im angenehm warmen Wasser war sehr schön. Danach ging es zur Playa Blanca, zum inkludierten Mittagessen – Fisch, Reis, Salat u. Fruchtsaft. Nach dem Essen hatten wir noch 2 Stunden Zeit zum Schwimmen u. zum Schnorcheln im glasklaren Wasser.


18. November 2015, Medellin – Cartagena, 704 km, 17 Stunden

Gestern Abend waren wir noch optimistisch. Unser Bus mit Namen „Rapido“ hat 17 Stunden benötigt! Es ist gesetzlich vorgeschrieben, daß es im Bus für alle Fahrgäste sichtbar, eine Geschwindigkeitsanzeige geben muß. Diese gibt es zwar in allen Bussen; diesmal war sie zum 1. Mal auch in Betrieb. Auf den zum Teil nicht asphaltierten Straßen fuhren wir mit 15 km/h zwischen den Schlaglöchern bergauf Slalom.


der langsame "Rapido-Bus", dafür aber mit WIFI
der langsame "Rapido-Bus", dafür aber mit WIFI

Cartagena, die 945.000 Ew-Stadt, liegt direkt an der Karibik-Küste. Obwohl keine Sonne zu sehen war, ist es heiß und schwül. Wir sind froh, daß wir ein Zimmer mit Klimaanlage reserviert haben. Die Stadt wird als Schönste Kolumbiens bezeichnet, dieser Meinung sind wir aber nicht. Es sind zwar im Zentrum viele Kolonialhäuser schön restauriert u. beherbergen vornehme Restaurants und Boutiquen, doch dazwischen gibt es auch baufällige Häuser u. jede Menge Baustellen. Rund um die Altstadt, die mit einer massiven Stadtmauer aus der Zeit der span. Besetzung umgeben ist, ist alles zugemüllt.


17. November 2015, Medellin, bewölkt, 25 Grad

Am gestrigen Feiertag waren alle Geschäfte, außer den klimatisierten, modernen u. teuren Einkaufszentren, geschlossen. Heute haben wir es endlich geschafft, eine günstige neue Kamera zu kaufen.

 

Im Zentrum waren unheimlich viele Menschen unterwegs. Die meisten bewegen sich im Schneckentempo vorwärts. Wir wußten gar nicht, daß man so langsam gehen kann. Auffällig in der Innenstadt sind die unzähligen Obdachlosen, die den ganzen Tag irgendwo auf der Straße schlafen.


Wir besuchten noch einen großen Markt, der allerdings nicht so schön war, wie auf den Fotos angepriesen u. am Weg dorthin mußten wir durch ein wildes, schäbiges Viertel gehen. Zum Glück steht an jeder Ecke Polizei.


Jetzt warten wir auf den Nachtbus nach Cartagena, der uns hoffentlich in 12 – 13 Stunden gesund ans Ziel bringt.


16. November 2015, Medellin, sonnig, 25 Grad

Medillin liegt inmitten zerklüfteter Berggipfel, die in allen 4 Himmelsrichtungen die Stadt einrahmen. Zahlreiche Hochhäuser ragen in den Himmel.

 

In den 1990er Jahren war die Stadt eine No-Go Zone für Ausländer. Es war die Stadt mit der höchsten Mordrate u. wurde vom Drogenkönig Pablo Escobar beherrscht, bis er 1993 auf den Dächern von Medellin erschossen wurde. Heute zählt Medellin zu den sichersten Reisezielen des Landes. Sie hat das einzige U-Bahn-Netz Kolumbiens u. 2 Seilbahnen. Die Seilbahnen schweben über die ärmsten Viertel hinweg u. von oben hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt. Die Seilbahnen sind ins U-Bahn-Netz eingebunden. Mit einem Fahrschein fährt man bis zum Ende der U-Bahn u. steigt in der Station direkt um in die Seilbahn. Oben haben wir von der Aussichtsplattform Fotos gemacht u. sind ohne die Station zu verlassen, wieder zurück gefahren.


über die Dächer der Armenviertel
über die Dächer der Armenviertel

Das Zentrum bietet bis auf ein paar alte Kirchen nicht viel. Die koloniale Architektur ist fast verschwunden. Das interessanteste für uns war der Platz vor einem Museum, auf dem vom berühmten Künstler Fernando Boteros, der ein Faible für alles Dicke hatte, 23 große Bronzefiguren aufgestellt sind.


15. November 2015, Salento – Medellin, 1.494 m, 3 Mio Ew.

Der Nordwesten von Kolumbien ist bergig u. hat ein mildes Klima. Busfahren ist hier extrem mühsam. Auf den schmalen u. kurvenreichen Straßen gibt es kein Vorankommen. Für die 246 km benötigte der Bus 5,45 Stunden. Obwohl heute Sonntag ist, war viel LKW-Verkehr und diese kriechen im Schneckentempo die steilen Berge hoch. Wenn man im Bus vorne sitzt benötigt man gute Nerven u. einen Schutzengel, da es üblich ist, in unübersichtlichen Kurven zu überholen. MTB- und Rennradfahrer sieht man trotz des schwierigen Geländes mehr als bei uns.

 

Aber die interessante Landschaft entschädigt für die Strapazen der anstrengenden Reise!


Samstag, 14. November 2015, Salento – Valle de Cocora – Salento

Salento ist ein beliebter Ausgangspunkt für eine Tour in das schöne Tal Valle de Cocora.

Der kleine Ort inmitten von herrlich grünen Bergen, lebt von der Kaffeeherstellung, von Forellenzucht und von den Touristen.

Mit Jeeps, die Bus und Taxis ersetzen, fährt man 30 min. nach Valle de Cocora, wo die asphaltierte Straße endet. Das breite grüne Tal mit schroffen Felsen u. vor allem mit den Wachspalmen, die bis zu 60 m Höhe erreichen u. aus dem Nebelwald herausragen, ist wunderschön anzusehen.


der kleine, grüne Punkt vor der Palme bin ich!
der kleine, grüne Punkt vor der Palme bin ich!

Man kann ausgedehnte, verschiedene Wanderungen unternehmen. Viele einheimische Besucher benutzen Pferde mit Führer u. lassen sich die steilen Wege hoch zu den Berghütten bringen. Wir wanderten 5 ½ Stunden bis auf über 3.000 m; teilweise über schwindelerregende u. schaukelnde Hängebrücken.


Nach den Anstrengungen des Tages ließen wir uns die örtliche Spezialität, gegrillte Lachsforelle, die in jedem Restaurant angeboten wird, schmecken.

 

Nach dem Abendessen versuchten wir bei einem Bier das traditionelle Spiel dieser Gegend. Man wirft mit 2 kg schweren Gewichten aus einigen Metern Entfernung in eine Lehmgruppe. Darin werden mit Schießpulver gefüllte Papierobjekte aufgelegt. Wenn diese getroffen werden, fliegen sie mit ohrenbetäubenden Lärm in die Luft.


Freitag, 13. November 2015, Popayan – Salento, 1.900 m, sonnig 25 Grad

Mit einem Kleinbus fuhren wir über Cali nach Armenia u. von dort mit einem anderen Bus, nach dem Mittagessen, nach Salento.

 

Freitag, der 13. war nicht unser Tag. Zuerst verlor Gerhard im Bus den Fotoapparat. Er ist ihm beim Sitzen mit Sicherheit aus der Hosentasche gerutscht u. dann mußten wir in Solento ewig lang eine Unterkunft suchen. Die heutige Nacht wäre kein Problem gewesen, aber morgen ist alles ausgebucht. Am Montag ist ein Feiertag u. daher wird das 7.200 Ew Städtchen von einheimischen Touristen aus der Großstadt Cali besucht. Heute hatten wir zum ersten Mal keine Vorreservierung gemacht, da in den letzten Tagen immer überall genügend frei war. Daß am Montag Feiertag ist, erfuhren wir erst heute bei der Zimmersuche.

 

Salento ist von sanften Hügeln mit dichtem Wald umgeben. Die ruhigen u. teils steilen Straßen säumen viele Läden die Kunsthandwerk verkaufen u. es gibt eine Menge Bars, Kaffees und Restaurants.


12. November 2015, San Agustin – Popayan, 1760 m

Damit wir nicht wieder einen ganzen Tag im Bus verbringen müssen, haben wir einen Zwischenstopp in Popayan eingelegt. Für die 133 km über die serpentinenreiche Bergstrecke, die zu 2/3 eine schlammige Naturstraße war,  haben wir 4 Stunden gebraucht. Im Bus hingen Speibsackerln, die auch von einigen Mitreisenden benutzt wurden. Bei einer Polizeikontrolle wurde das ganze Gepäck der Einheimischen kontrolliert; nur wir durften im Bus sitzen bleiben. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, da es auf dieser Strecke gelegentlich zu Überfällen kommt. Die Strecke war landschaftlich wunderschön. Es ging vorbei an Bananen- Ananas-, Kaffee- und Zuckerrohrfeldern und auch durch dichtbewachsenen Dschungel; bis auf über 3.000 m hinauf.

 

Die 266.000 Ew-Stadt ist angeblich die zweitschönste Kolonialstadt Kolumbiens. Sie wird auch weiße Stadt genannt, da die Häuser alle weiß gestrichen sind. Im Zentrum gibt es unzählige Kirchen, doch leider war nur die Kathedrale geöffnet.


fahrender Händler
fahrender Händler
wunderschöne Innenhöfe in den alten Kolonialhäusern
wunderschöne Innenhöfe in den alten Kolonialhäusern
Placa Major
Placa Major
genau das richtige für Gerhard - sogar der Becher ist aus reiner Schokolade
genau das richtige für Gerhard - sogar der Becher ist aus reiner Schokolade

11. November 2015, San Agustin, 26 Grad, sonnig

Unser Hotel besteht nur aus einem Zimmer mit 3 großen Betten, einer Küche und einem Bad mit WC. Es befindet sich in einem alten Kolonialhaus u. die Besitzer wohnen irgendwo anders. Wir haben also ein Haus für uns allein. Das Zimmer befindet sich im 1. Stock u. wäre ja super, wenn nicht der Nachbar am Haus gegenüber am Dach jede Menge Hühner und auch Hähne halten würde. Die Viecher fangen in der Morgendämmerung zum Krähen an u. hören nicht mehr auf!


neben allerlei Unrat auch viele Hühner und Hähne am Dach
neben allerlei Unrat auch viele Hühner und Hähne am Dach

Der Ort liegt mitten im tiefgrünen Andengebirge. Die Ausgrabungsstätten gehören zu den wichtigsten präkolumbianischen Anlagen Südamerikas. Archäologen entdeckten hier hunderte Steinskulpturen mit menschlichen und tierischen Gesichtszügen. Die Fundstellen sind weit um St. Agustin verstreut. Wir haben uns nur den 3 km entfernten Hauptpark angesehen. Die Alternative wäre eine 7 – 8 stündige Jeeptour gewesen, doch so viele Skulpturen wollten wir dann doch nicht sehen.


hier gibt es wieder Gerhard`s Lieblingsessen; gegrillte Meerschweinchen
hier gibt es wieder Gerhard`s Lieblingsessen; gegrillte Meerschweinchen

10. November 2016, Bogota – San Agustin, 1.695 m

Aus der geplanten 9-stündigen Busfahrt in den Südwesten wurden schlußendlich doch 11 Stunden. Von den Anden ging es hinab in die Ebene und vorbei an der Tatacoa Wüste. In der nahegelegenen Provinzhauptstadt Neiva, hielt der Bus für einen Tankstopp, bei dem alle aussteigen mußten. Wir wurden von der Hitze fast erdrückt u. waren froh als wir wieder in den klimatisierten Bus steigen durften. Die Fahrt ging weiter durch fruchtbares Ackerland mit Reisfeldern, Ananas-Plantagen, Mango- und Bananenbäumen.

 

Im Gegensatz zu anderen südamerikanischen Ländern hielt der Bus nicht zu einer Mittagsrast. Es wurde lediglich ein kleiner Snack (2 Schnitten, 1 Bonbon u. 0,2 lt Limonade) serviert. Gut daß wir noch etwas mithatten. Am Abend kamen wir so spät an, daß wir auch nicht mehr Essen gehen wollten.


9. November 2015, Villa de Leyva – Bogota, 18 Grad, sonnig

Wir haben uns noch immer nicht an die Zeitverschiebung gewöhnt u. werden dadurch sehr früh wach. Darum sind wir auch schon vor dem Frühstück mit Kamera bewaffnet durch das Dorf gelaufen.

 

Um 9 h haben wir einen Bus zurück nach Bogota genommen u. waren zu Mittag wieder im Hotel. Das zurück gelassene Gepäck befand sich schon im Zimmer u. wir hatten am Nachmittag noch genügend Zeit, um den Rest des historischen Zentrums zu besichtigen.


Präsidentenpalast - Bogota
Präsidentenpalast - Bogota

8. November, Bogota – Villa de Leyva, 9.600 Ew., 2.140 Höhenmeter

Heute, sowie jeden Sonntag, verwandelt sich Bogota in ein Paradies für Radfahrer. Zu den 350 km ausgewiesenen Spuren für Radfahrer werden 120 km von 7 – 14 Uhr für den Autoverkehr gesperrt u. die Stadt wird von den Radfahrern beherrscht. Entlang der gesperrten Straßen gibt es Erfrischungsstände, Erste Hilfe Zelte u. Reparaturstellen. Ebenso sind viele Sanitäter mit dem Fahrrad unterwegs.


In der Altstadt sind viele Häuser mit bunten Graffiti`s geschmückt
In der Altstadt sind viele Häuser mit bunten Graffiti`s geschmückt

Nach einem kurzen Spaziergang durchs Zentrum sind wir ins 3 ½ Stunden entfernte Museumsdorf Villa de Leyva aufgebrochen. Der koloniale Ort ist ein Naturdenkmal u. hat bis heute seinen ursprünglichen Zustand bewahrt. Moderne Häuser gibt es hier nicht. Durch das gesunde und milde Klima fahren über das Wochenende viele aus der Großstadt hierher. Der prächtige Plaza Mayor ist in seiner Art der größte auf dem amerikanischen Kontinent. Die weiß getünchten Häuser haben teilweise prachtvolle Innenhöfe u. sind mit wunderschönen Blumen geschmückt.


Plaza Mayor
Plaza Mayor

7. November 2015, Bogota – Zipaquira – Bogota

 Das Wetter ist der Jahreszeit entsprechend regnerisch. Es hat tagsüber 18 Grad und es gibt immer wieder Regenschauer. Manche davon sind heftige Tropengüsse.

 

Um 3 h Früh waren wir ausgeschlafen, weil sich der Körper noch nicht an die Zeitumstellung (- 6 Stunden) gewöhnt hat.

Das dürftige Frühstück im Hotel, Rührei mit süßem Gepäck u. Kaffee, sind für Kolumbien typisch.

 

Als der 1. Regenschauer des Tages einsetzte befanden wir uns gerade im Museum del Oro. Mit über 34.000 goldenen Ausstellungsstücken ist es das bedeutendste Goldmuseum der Welt. Im Museum waren fast alle Gruppen mit deutschsprechenden Führern unterwegs.


Goldmuseum
Goldmuseum

Anschließend erkundigten wir uns über das Bussystem „TransMilenio“ (ersetzt hier die U-Bahn). Riesige Busse brausen auf gesonderten Fahrspuren durch die wichtigsten Verbindungsstraßen. Die Verkäuferin am Ticketschalter vermittelte uns gleich an die umstehenden Fahrgäste weiter u. so erfuhren wir, daß der Bus, den wir am Sonntag gebraucht hätten am Sonntag nicht fährt. Somit starteten wir und auch ein junges Mädel aus Hongkong gleich ins 50 km entfernte Zipaquira. Dort befindet sich eine der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Kolumbiens, eine unterirdische Salzkathedrale. Im Bergwerk ist ein Kreuzweg angelegt mit 12 Stationen u. am Ende steht man in einer riesigen Halle,  die 8.400 Menschen Platz bietet. Das Highlight ist ein riesiges Salzkreuz.

Am Rückweg ins Zentrum waren froh im Bus zu sein, als wieder ein heftiger Schauer niederging u. die Straßen überflutete.


Salz-Kathedrale
Salz-Kathedrale

6. November 2015, Wien – Paris – Bogota, Flug mit AUA und AIR FRANCE

Eine lange und mühsame Anreise

 

Die 7,4 Mio Einwohner Metropole liegt auf 2.600 m Höhe, was sich bei mir gleich mit Kopfschmerzen bemerkbar macht.

Unser Hotel liegt im Altstadtviertel „La Candelaria“ u. wir wagten uns trotz Dunkelheit zum Essen noch hinaus. In dem vom Reiseführer empfohlenen Lokal versuchten wir die ersten einheimischen Spezialitäten (Ajiaco = Hühnersuppe mit Mais u. vielen Kartoffelsorten, lokalen Kräutern, serviert mit einem Teller Reis, Avocado u. Kapern) sowie „Chocolate santafereno“ (eine Tasse heiße Schokolade, zu der ein Stück Käse u. Brot serviert wird). Den Weichkäse bröckelt man in den Kakao. Eine interessante Geschmacksvariante. Beim Essen saßen 2 Salzburger am Tisch, die einen Tag davor angekommen und glücklich waren, daß sie noch vor dem Lufthansa-Streik fliegen konnten.