Ecuador - Galapagos - Bonaire

23. November 2005 - 1. Jänner 2006

23. November 2005

Nach 19 Stunden Flug über Amsterdam, Bonaire, Guayaquil sind wir in Quito, dank der Business-Class, gut ausgeschlafen angekommen.
Die letzten 30 Flugminuten von Guayaquil im Süden Ecuadors waren sensationell. Durch die kurze Flugzeit sind wir nicht sehr hoch geflogen und knapp an den schneebedeckten Vulkankegeln vorbei. Sogar die Stewardessen haben begeistert hinaus gesehen.
In Quito (die Stadt liegt in 2850 m Höhe) ist das Wetter überraschend schön (+24 Grad).

25.11.05 Quito - Otavalo / 145 km
Durch die Zeitumstellung waren wir schon sehr früh wach und besichtigten die Altstadt von Quito.
Es gibt eine Unmenge von Kirchen, doch die am meisten beeindruckenste ist die "Basilica del Voto Nacional". Mit einem Lift fährt man auf einen der Türme. Weiter geht es dann über eine Treppe und Leitern bis ganz in die Turmspitze auf 115 m Höhe. Im obersten Stock, der nur noch aus Stahlbalken mit einem Gitter darüber gebildet wird, kann man schließlich durch eine kleine Öffnung ins Freie klettern u. steht dann auf einer ca. 50 x 50 cm großen Nische, ohne Geländer u. rechts u. links neben einem sind die brüchigen Verzierungen des Turms. Nur etwas für Mutige u. vor allem Schwindelfreie. Belohnt wird man mit einem tollen Ausblick auf die Stadt u. 2 schneebedeckte Vulkangipfel in der Ferne.
Zu Mittag haben wir unser Mietauto abgeholt u. sind zum Mitad del Mundo, dem Äquatordenkmal - Mitte der Welt, gefahren. Dort haben wir mehrfach den Äquator überquert.

Um nicht wieder die 23 km zurück nach Quito fahren zu müssen, haben wir uns nach einer Abkürzung zu unserem nächsten Ziel - Otavalo - erkundigt. Die Abkürzung stellte sich bereits nach einigen Kilometern als einziger Horror-Trip heraus. Es gibt keine Wegweiser u. von den 100 km waren mehr als die Hälfte Sand- u. Schotterpiste. Am Beginn der unbefestigten Straße mussten wir sogar eine Maut bezahlen u. kein vernünftiger Mensch hätte uns ohne Vierrad-Antrieb weiterfahren lassen. Wir mussten einen Pass mit karger Landschaft u. Sandsturm überqueren. Weit und breit keine Menschenseele u. der Sand u. die Fahrrillen so tief, dass wir einige Male mit dem Auto aufgesessen sind u. nur mit viel Glück wieder freikamen. Zudem haben wir in der Stunde nur 20 km geschafft u. es ist auch noch dunkel geworden.

Wir waren wirklich froh, als wir u. das Auto heil in Otavalo angekommen sind.

 

26.11.05 Otavalo - Atacames - 394 km
Otavalo liegt auf 2.530 m u. jeden Samstag (der heute zum Glück ist) findet hier der größte Indio-Markt Ecuadors statt.
Ein großer Teil der Stadt verwandelt sich in einen einzigen Marktplatz. Die Indianer in ihrer farbenprächtigen, traditionellen Kleidung sind sehr geschäftstüchtig. Es gibt von Ponchos, Teppichen, Hängematten, CD´s, Esswaren usw. so ziemlich alles.

Anschließend ging es auf der Panamericana Richtung Norden. Nach der Stadt Ibarra verließen wir die Anden u. es ging hinab durch teilweise sehr dichten Regenwald bis an die Küste.

In der Provinz Esmeraldas leben noch Nachfahren der in der Kolonialzeit als Sklaven nach Ecuador verschleppten Afrikaner.
An einer Brücke wurden wir von einigen Schwarzen zum Anhalten gezwungen (sie war mit einer Bambusstange abgesperrt) u. man verlangte Wegezoll von uns. Soviel wir verstanden haben, soll das Geld den Kindern zugute kommen. Nach einigen weiteren Kilometern war dann die Straße mit riesigen Baumstämmen versperrt u. man verlangte wiederum Geld. Uns wurde nun klar, warum man uns vor den Straßenräubern auf dieser Strecke gewarnt hatte.
Nach 394 km erreichten wir den beliebten Strandort Atacames.
Zum Abendessen gab es "Encocados" (ein Fisch- u. Meeresfrüchtegericht, das mit einer frischen pikanten Kokosmilch-Sauce zubereitet wird).

 

27.11.05 Atacames - Canoa - 284 km, 25 Grad bedeckt
Dieser Abschnitt der "Via del Pacifico", entlang der Küste, wurde erst vor wenigen Jahren gebaut. Trotzdem gibt es zeitweise riesige u. tiefe Schlaglöcher, sodass man immer wieder bis auf Schritttempo abbremsen muss.
Auf Abstechern kann man kleine Fischerdörfer u. abgelegene Sandstrände erreichen. Doch schon beim ersten Fischerdorf, lauerten bereits wieder die Straßenräuber. Diesmal war die Strasse von Frauen u. Kindern mit einem Seil versperrt u. wir überlegten es uns u. kehrten um.

Je weiter wir Richtung Süden fuhren, veränderte sich die Landschaft u. deren Bevölkerung. Die Menschen wurden wieder kleinwüchsiger u. meistens reiten sie auf Maultieren u. Pferden u. alle tragen riesige Macheten. Leider wird teilweise der Regenwald durch Brandrodung zerstört. Die fruchtbare grüne Landschaft verwandelte sich allmählich in trockene, dürre Steppe.
Canoa ist ein kleines Fischerdorf, das sich allmählich zu einem Touristenort entwickelt. Die Bungalows befinden sich direkt am Sandstrand.
Nach einem angenehmen Bad im ca. 26 Grad warmen Pazifik genossen wir den Sonnenuntergang mit frisch gepressten Mangoshake in einer Hängematte.

 

28.11.05 Canoa - Puerto Lopez - 238 km
Nach wenigen Kilometern erreichten wir den Fluss Rio Chone u. überquerten diesen mit einer Fähre. Das war etwas spektakulär, da man vom Strand auf die Fähre fahren musste.
Unterwegs wollten wir einen Stopp in Montecristi einlegen. Die Stadt ist bekannt für ihre Stroherzeugnisse, vor allem für die Fertigung der Panamahüte. Da es jedoch in ganz Ecuador an Wegweisern mangelt u. die aktuellste Straßenkarte 5 Jahre alt ist, haben wir die Abzweigung leider versäumt. Die von uns benutzte Strasse war weder im Reiseführer noch auf der Karte verzeichnet.
Obwohl das Fischerdorf Puerto Lopez 10.000 Ew. hat, gibt es nur eine Tankstelle, die aber keinen Super Benzin hat. Da es so wenige Tankstellen gibt hoffen wir, es morgen bis zur nächsten zu schaffen.

 

29.11.05 Puerto Lopez - Guayaquil 272 km - 34 Grad schwül
Ein großes Spektakel gab es frühmorgens am Strand. Die Fischer entluden ihre Boote u. zahlreiche Geier, Fregattvögel u. Pelikane versuchten Fische zu klauen. Auch einen 2 m langen Black Marlin hatten sie gefangen.
Gerhard war wieder einmal mitten im Geschehen, solange bis er von den Vögeln von oben bis unten voll gegackt war!
Übrigens gab es auch heute noch keinen Superbenzin an der Tankstelle u. die Angaben zur nächsten Tankstelle waren sehr widersprüchig. Wir hatten aber Glück u. es ging sich gerade noch aus.

Durch den Nationalpark Machalilla mit Sandstränden u. dem Regenwald von Ayampe ging es weiter Richtung Süden bis zur Halbinsel Santa Elena, auf deren Westzipfel der Ferienort Salinas liegt. Entlang der Uferpromenade mit den Wohnhochhäusern u. mehrstöckigen Hotels sieht es aus wie in den Ferienorten am Mittelmeer. Auf einer überraschend gut ausgebauten, teilweise 4-spurigen Straße, ging es durch eine Kakteenwüste u. Savannenlandschaft in die größte Stadt Ecuadors Guayaquil (3 Mio Ew.). Das feuchtheiße Klima bekommen wir sofort zu spüren. Viele Kolonialbauten, die noch an die Gründerzeit erinnern, stehen zwischen modernen Hochhäusern.
Im Park Bolivar, mitten im Zentrum, gibt es eine besondere Attraktion. Bis zu einem Meter große Leguane gehen frei im Park spazieren.
Im übrigen parkt man hier die
Autos ohne eingelegtem Gang, da jeder Zentimeter Parkraum genutzt wird u. die Autos händisch hin- u. hergeschoben werden.

 

30.11.05 Guayaquil - Cuenca 210 km, 20 Grad, bewölkt
Zunächst führte uns die Fahrt durch die tropische Tiefebene bis an den Fuß der Anden. Danach ging es über einen 4.200 m hohen Pass (zum Glück nicht mit dem Rad!) in den Nationalpark El Cajas. Ein feuchtes hügeliges Bergland mit über 200 kleinen Seen.
Zu Mittag erreichten wir die schöne Kolonialstadt Cuenca (2.530 m Höhe). Sie wurde 1999 von der UNESCO unter Weltdenkmalschutz gestellt u. ist mit 300.000 Ew. die drittgrößte Stadt Ecuadors. Es ist bis jetzt die sauberste u. gepflegteste Stadt auf unserer Route.
Leider macht uns hier die Höhe (von 0 auf 2.530 m) etwas zu schaffen (leichte Kopfschmerzen und Unwohlsein, Atemnot beim Treppensteigen).

 

1.12.05 Cuenca - Alausi 204 km, 18 Grad bewölkt
Der lt. Reiseführer beschriebene farbenprächtige Markt in Cuenca stellte sich als Entäuschung heraus.

Auf der Panamericana ging es weiter nach Ingapirca, wo wir die best erhaltensten Ruinen der Inka-Kultur Ecuadors besichtigten.

Das Landschaftsbild änderte sich von der fruchtbaren, relativ flachen Hochebene, zu einer extremen Berg- und Talfahrt.
Wenn von der Panamericana die Rede war, haben wir uns immer eine gut ausgebaute Strasse vorgestellt. Doch die Realität sieht anders aus. Immer wieder kurze Stücke die nicht asphaltiert sind u. mit tiefen Schlaglöchern übersät sind. Sogar ein endlos langer Pass war nur Naturstrasse.

In den Dörfern bei den Straßenständen sahen wir heute die ersten gegrillten Meerschweinchen.

 

2.12.05 Alausi - Riobamba 101 km, sonnig 23 Grad, 2.750 m Seehöhe
Heute fuhren wir mit der Eisenbahn. Die Bahnstrecke führte früher von Quito zur Küste. Leider sind Teile davon durch Erdrutsche stark beschädigt worden. Jedoch der berühmteste Teil, die sogenannte "Teufelsnase" (Nariz del Diabolo) ist noch erhalten. Man bezeichnet sie als steilste u. schwierigste Bahnstrecke der Welt. Der Zug fährt ab Riobamba. Wir stiegen in Alausi zu u. kletterten gleich auf das Waggondach. Von oben genießt man die überwältigende Landschaft mit hohen Bergen u. tiefen Tälern noch intensiver. Während der Fahrt balancieren der Schaffner u. Getränkeverkäufer auf dem schwankenden Dach. Die Bahn fährt an der Teufelsnase eine fast senkrechte Felswand hoch, indem sie im Zickzack-Kurs die Wand entlangfährt. Etliche Male stoppt die Bahn, ändert ihre Richtung u. erklimmt so die gesamte Wand. Teilweise schwankten die Waggons so stark u. wir hofften, dass die Bremsen funktionieren. Nach 1 Std. Fahrt wendet die Bahn in einer Schlucht mitten im Nirgendwo. Der ehemalige Bahnhof ist längst verfallen u. es gibt weder Strassen noch Häuser hier. Beim Umkoppeln der Lok passierte dann ein kleines Missgeschick. Der Lokführer bremste zu spät und fuhr viel zu schnell auf die stehenden Waggons auf. Ein Mann auf unserem Waggon zog sich dadurch eine blutende Schürfwunde zu u. ich u. wahrscheinlich auch einige andere Passagiere holten sich blaue Flecken. Auch der Limonadenverkäufer blutete am Schienbein.
Wir stiegen wieder in Alausi aus u. fuhren auf der Panamericana Richtung Norden weiter. Auf diesem Teilstück ändert sich die Landschaft wieder schlagartig. Von einer trockenen, wüstenähnlichen mit Steppengras u. Kakteen bewachsenen Sierra in eine fruchtbare u. landwirtschaftlich intensiv genutzte Hochebene.

Wir sind angenehm überrascht, dass in dieser Höhe das Klima so mild u. warm ist.

3.12.05 Riobamba - Banos (1.800 Hm) 195 km, bewölkt,
Riobamba mit 100.000 Ew. ist die Hauptstadt u. das agrarwirtschaftliche Zentrum der Provinz Chimborazo. Die Stadt ist umgeben von den Vulkanen Altar, Tungurahua u. Chimborazo. Leider war es stark bewölkt, sodass wir keinen einzigen gesehen haben.

Heute Samstag war Markttag u. in einem Teil der Stadt herrschte reges Treiben. Auch hier findet der Markt nicht nur auf einem zentralen Platz statt, sondern auch die umliegenden Straßenzüge werden mit eingeschlossen. Es dürfte gerade Erntezeit für Mangos sein, da sie Lkw-weise herangeschafft werden. Ein Paradies für uns .....

Weiter ging es in den Chimborazo Nationalpark. Der Chimborazo ist mit 6.310 m der höchste Berg des Landes. In der wüstenartigen Landschaft sahen wir einige Vicunas (eine Lamaart). Mit dem Auto konnten wir bis auf eine Höhe von 4.800 m fahren, wobei die letzten 7,5 km auf einer Naturstrasse, teilweise im Slalom zwischen Vulkangestein, zu bewältigen waren. Das Wetter änderte sich im Minutentakt. Immer wieder zogen Nebelschwaden auf u. die Sicht betrug zeitweise nur mehr 50 Meter! Wir überlegten schon ob wir umkehren sollten, da wir im Nationalpark kein Auto u. keine Menschenseele sahen. Doch am Parkplatz war dann ein wenig Betrieb. Wir zogen uns warm an, erkundigten uns nach dem Weg u. stiegen zur Edward Whymber Schutzhütte auf 5.000 m auf. Als wir dort ankamen machte sich gerade eine deutsche Bergsteigergruppe mit einem einheimischen Führer zum Gletscherabbruch auf. Gerhard lief gleich hinterher, doch ich hatte erstens keine Bergschuhe mit u. zweitens schnaufte ich die 200 Höhenmeter vom Parkplatz die sehr steil waren, schon sehr langsam hoch, da die Luft schon extrem dünn ist.

Gerhard stieg mit der Gruppe bis auf 5.250 m auf, doch den Gipfel bekam auch er nicht zu sehen.

Auf der Weiterfahrt sahen wir zum ersten Mal zwischen weidenden Kühen, Schafen u. Schweinen auch Lamas.

Gerhard hat nun endlich "Cuy" (Meerschweinchen - Spezialität in den südamerik. Anden)) gegessen. Auch ich habe davon gekostet; schmeckt sehr gut, wie Kaninchen.

Als wir am späten Nachmittag in Baños eintrafen, war die halbe Stadt abgesperrt, weil gerade ein regionales Fest stattfand. Es war eine Art Karnevalsumzug mit Musik u. Tanzgruppen aus der gesamten Provinz. Das Fest wurde sogar live im Fernsehen übertragen.

 

4.12.05 Baños leicht bewölkt 24 Grad
Baños ist ein Marien Walfahrtsort u. der Touristenort Ecuadors. Wegen des angenehmen Klimas, der warmen Thermalquellen u. der schönen Landschaft zieht es nicht nur ausländische Touristen an.

Die Stadt liegt direkt am Fuße des noch aktiven Vulkans Tungurahua, wir bemerkten jedoch nichts von vulkanischen Aktivitäten.
In der Kirche des Ortes kann man viele Gemälde bestaunen, die immer wieder das Motiv eines ausbrechenden Vulkans zeigen u. natürlich die wundersame Rettung der Dorfbewohner.

Wir entschlossen uns einen Tag zu bleiben, da man von hier aus schöne Wanderungen machen kann u. außerdem mussten wir einmal unsere Schmutzwäsche waschen lassen. Als wir um 8 Uhr früh einen Spaziergang durch den Ort machten, war im Thermalbad bereits voller Betrieb (es öffnet schon um 4,30 Uhr).

Unsere 3-stündige Wanderung auf den Loma Chontilla war eine Fehlentscheidung. Aus dem fantastischen Panoramablick auf den Vulkan wurde leider nichts, da er sich hinter Wolken versteckte. Oben sah es aus wie auf unseren Almen. Am Rückweg hatten wir Glück u. ein Auto nahm uns die 8 km zurück in die Stadt mit.

Am Nachmittag machten wir mit dem Auto noch einen Ausflug zu mehreren Wasserfällen. Der größte u. beeindruckendste ist der sogenannte "Teufelswasserfall". Bei einem anderen Wasserfall kann man die Schlucht mit einer Lastenseilbahn überqueren. Der Passagierkorb, eine abenteuerliche Konstruktion in einer Art nach oben offenen Hundehütte, hängt an einem Seil das von einem alten V8-Motor bewegt wird. Ein Adrenalinkick für 1,--US, aber nichts für uns!!!

 

5.12.05 Baños - Coca, 335 km, bewölkt 27 Grad
Die ersten 60 Kilometer waren eine atemberaubende Fahrt durch den Pastaza-Canyon. Wie immer in Ecuador beim Wechsel vom Hoch- ins Tiefland ändert sich die Vegetation schnell.

In der Stadt Puyo öffnete sich der Canyon und vor uns lag das noch hügelige Amazonas-Tiefland. Die Region Amazonica, so der offizielle Name, ist die größte Region Ecuadors. Fast die Hälfte der Landfläche entfällt auf das Gebiet östlich der Andenkette.

Ab der Stadt Puyo war es mit dem Asphalt vorbei. Den Zustand der Strasse!!!!??? kann man mit Worten gar nicht beschreiben. Nicht nur riesige Schlaglöcher, sondern die meiste Zeit Schotterpiste mit 10 - 15 cm großen Steinen. Von den LKW s und Bussen waren oft tiefe Furchen vorhanden, die natürlich für unser kleines Auto viel zu breit waren. Einige Male sind wir mit der Bodenplatte aufgesessen. Da wir nicht wussten, wie viele Kilometer es bis Coca sind, haben wir unterwegs keine Pause eingelegt. Für die gesamte Strecke haben wir 8,5 Std. benötigt!

 

6.12.05 Coca - Regenwald, 30 Grad, 95 % Luftfeuchtgkeit
Die 18.000 Einwohnerstadt Coca liegt am Zusammenfluss des Rio Coca u. des Rio Napo, der mit 950 km längste Fluss Ecuadors, der wiederum in den Amazonas mündet.

Gestern Abend wollten wir eine Regenwaldtour buchen, doch leider gibt es hier kein Reisebüro. Wir hatten aber Riesenglück u. sahen bei einem Hotel gerade eine Gruppe von einer Tour zurück kommen. Der Guide sprach uns an u. er wollte uns für den nächsten Tag gleich eine 5-tägige Tour mit Übernachtung auf einer Matte u. einem Moskitonetz sowie einer Plastikplane darüber als Schutz gegen den Regen, verkaufen. Das wäre für uns aber doch ein bisschen zuviel Natur!!! Er telefonierte herum u. organisierte uns dann einen 4 Tagestrip mit Übernachtung in einer Dschungel Lodge.

Um 9 Uhr war Treffpunkt im Hotel. Zuerst ging er mit uns in die Apotheke um ein besonders starkes Mittel gegen Moskitos u. ein zweites Mittel zum Einreiben mancher Körperstellen in der Nacht, damit die Mikroorganismen nicht ihre Eier unter unsere Haut ablegen, zu kaufen. Auf was haben wir uns da bloß eingelassen???? Auch Taschenlampen mussten wir noch kaufen, da es im Regenwald keinen Strom gibt. Um 10,30 Uhr sollte es losgehen. Unsere Gruppe bestand aus 2 Kanadierinnen u. einer Schweizerin. Der einen Kanadierin wurde auf der Anreise nach Coca im Bus der Pass u. Fotoapparat gestohlen u. sie brauchte ewig lange auf der Polizei. Nachdem wir noch Gummistiefel bekommen hatten, die einzigen Schuhe mit denen man im Regenwald gehen kann, ging es um 12 Uhr endlich los.

Zuerst eine 3 Stunden-Tour in einem offenen Bus mit Holzsitzen über Stock und Stein. Die Strasse führte durch kleine Dörfer u. viel Landschaft. Parallel zur Strasse verlief die Ölpipeline. Immer wieder konnten wir Ölpumpen sehen, von teilweise 10 - 15 dünne Rohre weggingen, oft nur ein paar Meter vor den Hauseingängen der Einheimischen. Am Ende der Strecke kamen wir an einen Fluss u. es ging nun weitere 4 Stunden per Boot weiter. Unser Bootsführer, ein Indianer - genannt Canon, war ein echter Könner. Perfekt hat er uns zwischen lauter Baumstämmen im Wasser durch den Fluss manövriert. Die Fahrt war sehr schön u. spannend. Wir sahen Schildkröten, einen Tukan, bunte Papageien u. einen Tapir, der schwimmend den Fluss überquerte. Mit dem Boot fuhr auch noch eine Indianerfamilie mit, die irgendwo in der Wildnis ausgestiegen ist. Man glaubt gar nicht, wo überall Menschen wohnen! Nach 2 Stunden wurde es dunkel u. wir fuhren mit einem kleinen Handscheinwerfer beleuchtet weiter. Ein echter Bilderbuchdschungel - mal eng und überwachsen, dann wieder weite Stellen mit breiten Sandbänken. Endlich sahen wir die Solarlichter der Shiripuno-Lodge. Wir waren etwas überrascht, denn unter einer Lodge hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Es war eine große Veranda mit Strohdach u. mit Brettern in einzelne Abteilungen unterteilt. In jedem Abteil, das rundherum offen ist, steht ein Bett mit Moskitonetz. Überraschender weise hat jedes Abteil eigene Toilette, Kaltwasserdusche u. davor eine Hängematte. Bald gab es Abendessen bei Kerzenschein mit unserem Guide Diego u. er erklärte uns die nächsten Tage.
Mit den Geräuschen des Regenwaldes schliefen wir todmüde ein.

 

7.12.05 Shiripuno Lodge, sehr heiss, sonnig
Durch das Surren unzähliger Viecher rund um das Moskitonetz wurden wir schon früh wach. Beim Frühstück um 7,30 Uhr trieb uns die hohe Luftfeuchtigkeit schon das Wasser aus allen Poren. Danach ging es gleich los zu unserer ersten Dschungelwanderung. Ausgerüstet mit Gummistiefel u. langer Hose ging es bergauf und -ab, durch Matsch, kleine Flußläufe u. umgefallene Bäume. Es war einfach genial, der perfekte "richtige" Dschungel mit Lianen, Schlingpflanzen, dichtem Bewuchs, Baumriesen u. dazu allerlei Tiere. Diego wußte wirklich Interessantes über riesige giftige Riesenameisen, Pflanzengifte, Froesche, Bäume, Vögel, .... zu erzählen. Wir konnten sogar eine Affenhorde hoch oben auf den Bäumen beobachten. Nach 5 Stunden waren wir erledigt in unserer Lodge zurück.

Nach einem köstlichen Mittagessen hielten wir Siesta in der Hängematte bevor es am Nachmittag losging zum Piranha fischen. Nach kurzer Zeit hatte Diego bereits einen am Haken. Den nächsten Fisch, einen ca. 30 cm langen Catfisch (ein guter Speisefisch) fing Elvira, die Schweizerin. Der Fisch hat an seinen Seitenflossen 2 lange Stacheln u. beim Herausnehmen des Hakens rammte sich unser Guide einen Stachel tief in seine Handfläche. Die Wunde blutete stark u. er hatte auch Schmerzen, sodass wir unseren Angelausflug abbrechen mussten.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung gingen wir mit Taschenlampen ausgestattet los, um im Dunkeln die nachtaktiven Tiere zu beobachten. Außer Froschaugen u. ein paar leuchtenden Insekten haben wir leider nicht viel gesehen.

Das Abendessen war wieder vorzüglich. Es ist sensationell welch köstliches Menü in der Küche bei Kerzenlicht auf dem Gaskocher zubereitet wird. Als Nachtisch gab es süße Tomaten als Kompott (wir sahen sie vorher schon öfters auf dem Markt).

 

8.12.05 Shirupuno Lodge, heiß, sonnig
Um 5,30 Uhr war Tagwache u. in der Morgendämmerung ließen wir uns mit dem Boot ohne Motor flußabwärts treiben, um die verschiedenen Vögel zu beobachten. Diese saßen jedoch meist in den Baumkronen u. die Bäume sind so enorm hoch, dass man sie trotz Fernglas nicht allzu gut sieht.

Nach dem Frühstück stand wieder eine 4-stündige Wanderung auf dem Programm. Diesmal auf einen Hügel zu einem Aussichtspunkt von dem man einen schönen Ausblick auf das Amazonasgebiet hat. Canon unser Indianer erklärte uns unterwegs die verschiedenen Pflanzen, die die Waldbewohner essen oder als Medizin benutzen. Vorher wurden wir noch eindringlich gewarnt nichts anzufassen, da es speziell in diesem Gebiet giftige Schlangen u. Froesche gibt. Wir sahen Wildschweinspuren, allerlei Insekten u. 2 Frösche (nur 1 cm groß!!!) 2 Tukans u. jede Menge bunte, riesige Schmetterlinge sowie einige bunte Papageien. Der Höhepunkt waren die Lemon-Ameisen; sie schmecken wirklich nach Zitrone, aber satt wird man davon nicht. Der Weg endete ca. 100 m von unserem Boot entfernt. Unser Bootsführer sprang kurzerhand samt Kleidung und Gummistiefel in den schlammigen Fluss u. ließ sich mit der Strömung zum Boot treiben. Die 2 Kanadierinnen machten es ihm nach. Als sie weg waren erzählte uns Diego, dass sie zum Glück nicht wissen, was alles im Fluss schwimmt. Nicht nur Piranhas u. Kaimane, sondern auch Blutegel. Die größte Gefahr stellen aber die riesigen umgestürzten Bäume dar, die im Fluss liegen u. an denen man sich ernsthaft verletzen kann.

Nach dem Mittagessen gab es wieder die gewohnte Siesta in der Hängematte (sogar Gerhard kann auch einmal mehr als 5 Minuten Ruhe geben!). Als sie uns jedoch zu lange dauerte, gingen wir mit den anderen 3 Mädels zum Bootssteg um zu fischen. Des öfteren glaubten wir größere Fische am Haken zu haben, doch es stellte sich immer wieder heraus, dass es bloß Treibholz war. Shelly, die Kanadierin, hatte aber bereits nach 5 Minuten einen Piranha am Haken u. kurz darauf biß auch bei Gerhard einer an. Erst jetzt wurde Shelly richtig bewusst, welches Risiko beim Schwimmen bestand.

Anschließend fuhren wir mit dem Boot ein Stück flußabwärts. Auf einer Sandbank erlebten wir einen schönen Sonnenuntergang im Urwald. Auf der Rückfahrt bei absoluter Dunkelheit ging es auf Kaiman-Jagd. Mit unseren Taschenlampen suchten wir das Ufer ab u. haben wirklich einige Exemplare entdeckt. Die braunen Augen leuchten im Scheinwerferlicht knallrot - faszinierend! Einer lag sogar ganz nah am Wasser u. wir konnten aus 1 m Entfernung schöne Fotos machen.

 

9.12.05 Shiripuno Lodge - Coca, sehr, sehr heiß
Leider mußten wir heute wieder aufbrechen. Die wunderschöne u. erholsame Zeit in der Shiripuno Lodge war viel zu schnell vorbei. Nach 1 Std. Bootsfahrt machten wir einen kurzen Fotostopp bei einem wirklich ungewöhnlich riesigen Baum. Nach weiteren 2 Std. hielten wir noch einmal in einem Indianerdorf. Sie leben vom Fischfang u. den Tieren des Urwaldes, die sie mit ca. 3 m langen Blasrohren jagen. Testweise durften auch wir mit einem Originalblasrohr schießen. Ich war gleich die erste u. die einzige von uns, die das Ziel, eine Manniokwurzel, in 10 m Entfernung traf (das war sicher reiner Zufall!).

Durch Elvira, der netten Schweizerin, hatten wir etwas Stress, da sie noch ihren Flug nach Quito erreichen musste. Wir nahmen daher unser Mittagessen aus einer Lunchbox während der Bootsfahrt ein.

Auf die anschließende anstrengende u. staubige sowie holprige 3-stündige Busfahrt nach Coca hätten wir alle gerne verzichtet.

 

10.12.05 Coca - Papallacta, 338 km
Amazonien unerträglich heiß, Andenhochland 3.300 m saukalt
Am Vorabend warteten wir bei einem kühlen Bier bis wir unsere gewaschene Kleidung aus der Wäscherei abholen konnten. Plötzlich hielt die Polizei mit einem Pick Up u. 5 Polizisten machten bei den einheimischen Gästen eine Ausweiskontrolle. Die jugendlichen Burschen suchten rasch das Weite u. 3 junge Mädchen wurden mitgenommen. Im Nebenlokal wiederholte sich das Spiel u. in Kürze war der Pick Up voll mit jungen Mädchen, sodass die 5 Polizisten kaum noch Platz auf der Ladefläche hatten u. auf der Stoßstange stehen mussten.

Für die Rückfahrt in das Andenhochland hatten wir 2 Möglichkeiten: die extrem schlechte Strecke, die wir gekommen waren oder eine um 70 Kilometer längere, aber angeblich bessere. Wir überlegten lange, da es auf der längeren Strecke gelegentlich zu Überfällen kommt u. auch in unserem Reiseführer vor diesem Gebiet gewarnt wird. Wir entschieden uns trotzdem für die längere Variante, da sie durch die Provinzhauptstadt Lago Agrio führt u. wir wieder Benzin benötigten. Auf den ersten 150 km kamen wir an 8 Tankstellen vorbei, doch keine führte Superbenzin; nur Normal u. Diesel. Erst bei der 9. Tankstelle, sie lag schon auf der Strasse Richtung Kolumbien, was wieder einen Umweg für uns bedeutete, hatten wir dann Glück.

Leider war es einige Kilometer weiter mit dem Glück vorbei. Die Strasse war weg gebrochen u. 50 m in einen Fluss abgestürzt. Ein Bagger war gerade dabei einen Hang abzutragen u. eine neue Fahrspur zu errichten. Die Polizei sagte uns, dass es 2 - 3 Std. dauern kann.

Nach 3 Std. war es dann endlich so weit u. das Chaos brach los. Alle wollten gleichzeitig losfahren u. die Polizei sah dem Treiben gelassen zu u. unternahm nichts. Zuerst fuhren die LKWs mit ihren Zwillingsreifen los, doch der 3. ein schwerer Holztransporter blieb gleich stecken u. musste vom Bagger herausgezogen werden. Er hinterließ so tiefe Fahrspuren, dass kein Auto mehr durchgekommen wäre. Der Bagger musste wieder alles glätten u. neuer Schotter wurde aufgetragen. Einen Pkw-Fahrer wurde es dann zu bunt u. er fuhr einfach los u. wir gleich hinterher. Nach weiteren 30 km ging plötzlich wieder nichts. Ein umgestürzter LKW blockierte die Strasse, doch wir mit unserem kleinen Auto kamen gerade noch vorbei.
Schlussendlich brauchten wir für die 338 km 9 1/2 Stunden!

Wir übernachteten auf 3.300 m u. ich bekam gleich wieder Kopfschmerzen. Unser Hotel lag direkt neben den schönsten u. bekanntesten Thermen Ecuadors. Im heißen Thermalwasser, umgeben von einigen Vulkanen, ließen wir den Tag ausklingen.
In der Nacht war es in unserem Zimmer so kalt, sodass wir mit unserer langen Thermounterwäsche schlafen mussten. Wir haben in ganz Ecuador noch keine Heizung gesehen.

 

11.12.05 Papallacta - Chugchiglan (3.100 m) - 216 km, bewölkt 20 Grad
Zum ersten Mal in diesem Urlaub hat es heute Früh geregnet. Die Auffahrt auf den 4.400 m hohen Papallacta Paß war wieder einmal Naturpiste. Oben war es dann Gott sei Dank mit dem Regen vorbei.

Auf dem Markt in Sangolqui deckten wir uns mit frischen Mangos und Bananen ein.
Dann ging es 30 km auf der "Strasse der Vulkane", so benannt von Alexander von Humboldt, (wegen der Wolken haben wir aber keinen Gipfel gesehen!), bevor wir auf einer kurvenreichen Schotterpiste bergauf und bergab weiter holperten. Die schöne Landschaft der ecuadorianischen Anden, wo die Indianer bis in eine Höhe von 4.000 m Landwirtschaft betreiben, hat uns für vieles entschädigt. Wir mussten um die 20 x nach dem richtigen Weg fragen; die Bevölkerung ist ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Ohne Spanischkenntnisse hätten wir heute wohl nie das Ziel erreicht.

Am späten Nachmittag kamen wir in das abgelegene kleine Bergdorf Chugchilan (3.100 m), wo es erstaunlicherweise sogar 3 Nächtigungsmöglichkeiten gibt. Beim Dorfspaziergang neigte sich bereits der Tag dem Ende zu u. es wurde wieder sehr frisch. In der Zwischenzeit war unsere Wirtin so nett u. hatte den Kanonenofen im Aufenthaltsraum eingeheizt, somit konnten wir es uns noch bis zum Abendessen gemütlich machen. In unserem Zimmer war es wieder so kalt, sodass wir uns in unserer Thermounterwäsche und Socken zusammenkuscheln mussten.

 

12.12.05 Chugchiglan - Latacunga (2.850 m), 172 km, stark bewölkt ca. 18 Grad
Erstaunlicherweise haben wir recht gut geschlafen. Zum Frühstück gab es u.a. Marmelade von süßen Tomaten, die wir schon als Kompott im Regenwald bekamen.

Danach ging es 20 km = 1 Stunde auf holpriger Piste zum Kratersee Laguna Quilotoa, auf 4.016 m. Der See ist bekannt für seine smaragdgrüne Farbe, die er gelösten Mineralsalzen verdankt.

Endlich ging es wieder auf geteerten Strassen weiter. Am Straßenrand bettelten immer wieder dreckverschmierte Kinder. Meist hüteten sie ein paar Schafe, Lamas oder Schweine.

Als wir in unserem Etappenort Latacunga ankamen war es erst 11 Uhr u. daher entschlossen wir uns gleich in den Cotopaxi-Nationalpark weiter zu fahren. Beim Parkeingang war ein sehr freundlicher Wächter u. er erklärte uns, dass wir ohne Vierradantrieb nicht bis zum Parkplatz auf 4.600 m fahren können. Es blieb uns nichts anderes übrig als umzukehren u. nach Latacunga zurück zu fahren.

Nach einem Rundgang durch die Stadt (es gibt viele interessante Kirchen) hofften wir den ganzen Nachmittag, dass doch einmal eine Lücke in den Wolken entsteht und wir einen Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Cotopaxi werfen können.
Vielleicht klappt es ja morgen, denn da haben wir eine Tour in den Nationalpark zur Jose Ribas-Schutzhütte auf 4.800 m gebucht.

 

13.12.05 Tagesausflug Cotopaxi
Heute morgen beim Duschen entdeckte ich ein Mitbringsel aus dem Dschungel; eine dicke, fette Zecke, mit ein bisschen Alkohol ließ er gleich los!

35 km ging es mit einem uralten, klapprigen Jeep bis zum Parkeingang auf 4.600 m. Unterwegs hielten wir bei einem Museum, indem uns alle Pflanzen u. Tiere die es im Nationalpark gibt, erklärt wurden. Der nächste Stopp war an einem See, wo wir einen kleinen Spaziergang machten, um uns etwas an die Höhe zu gewöhnen. Anschließend ging es weiter zum Parkplatz auf 4.600 m. Von da stiegen wir 200 Höhenmeter zur Schutzhütte Jose Ribas auf. Als wir dort ankamen schien kurz die Sonne u. der Gipfel war sichtbar. Wenige Minuten später hagelte u. donnerte es plötzlich u. der Hagel ging in Schneefall über. Bei heißem Tee warteten wir auf besseres Wetter u. tatsächlich nach einer 1/2 Std. klarte es wieder auf. Wir stiegen noch auf 4.870 m bis zum Gletscherabbruch auf. Das letzte Stück mussten wir über blankes Eis klettern, doch ohne Steigeisen u. Pickel war es zu gefährlich um weiter zu gehen. Beim Abstieg zum Parkplatz fiel wiederum dichter Nebel ein u. es begann zu regnen.

Der Cotopaxi ist von 64 Vulkanen die es in diesem Land gibt, der höchste aktive mit 5.897 m u. der zweithöchste Berg nach dem Chimborazo, des Landes.

Unser Tagesausflug hat sich wirklich gelohnt. Unser Führer, der 8 Jahre in Deutschland studierte u. perfekt Deutsch spricht, hat uns viel Interessantes über Land, Leute u. das Leben in Ecuador erzählt.

 

14.12.05 Latacunga - Quito 106 km, 20 Grad, Vormittag sonnig, Mittag bewölkt, Abend Regen
Beim Einschlafen regnete es sehr stark, doch in der Früh schien die Sonne u. der Himmel war strahlend blau.

Als wir auf der Panamericana Richtung Quito fuhren sahen wir endlich einmal die ganze Pracht der Vulkane. Rechts den Cotopaxi in seiner ganzen Größe u. links Iliniza Sur (5.268 m) u. Iliniza Norte (5.116 m) alle Gipfel schneebedeckt.

In Quito angekommen suchten wir uns zuerst ein Hotel u. anschließend gaben wir am Flughafen unseren treuen Gefährten Chevrolet Stark, der uns 3.245 km durchs Land begleitete, zurück.

Danach gab es das gewohnte Mittagsmenü, das uns schon langsam zum Hals heraushängt. Die ecuadorianische Küche (abseits der Küste) ist leider sehr einfallslos. Hier ißt man zum Frühstück, zu Mittag u. am Abend immer dasselbe u. zwar:
Vorspeise: Suppe entweder mit Huhn oder Rindfleisch, aber immer mit dem gleichen Gemüse u. daher schmeckt sie auch immer gleich!
Hauptspeise: 1 Stück Huhn oder Rindfleisch, Reis, Bohnen, Kartoffeln, ein bisschen klein geschnittener Salat (alles auf einem Teller) u. garniert mit Bananenchips.
Dazu gibt es fast immer einen Fruchtsaft. Es ist zwar sehr billig, zwischen 1,-- und 2,-- US-Dollar, aber nach ein paar Tagen hat man genug davon. Gott sei Dank gibt es in jeder Stadt eine Pizzeria!

Den Nachmittag verbrachten wir mit Shopping.

 

15.12.05 Quito, bewölkt 20 Grad
Am Morgen schlenderten wir gemütlich in die Altstadt u. besichtigten wieder einige der vielen Kirchen. Es gibt 52; für jede Woche des Jahres eine! Leider kamen wir auch bei der Basilika del Vota Nacional vorbei u. Gerhard quälte mich so lange bis ich mit ihm noch einmal über die senkrechten Hühnerleitern bis in die Turmspitze kletterte. Er wollte mir unbedingt die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Vulkane zeigen, doch die Smogglocke über der Stadt ließ dies nicht zu!

Am Nachmittag strapazierten wir dann Mastercard u. Visa u. am Abend stellten wir fest, dass die Souvenirs gar nicht im Rucksack Platz haben.

Morgen Früh fliegen wir endlich wieder in die Sonne: Galapagos - 8 Tage Kreuzfahrt

 

16.12.05 Quito - Galapagos, sonnig
Mit 1/4 stündiger Verspätung starteten wir mit einem Airbus 320 (wir erwarteten ein kleines Flugzeug) Richtung Galapagos mit Zwischenlandung in Guayaquil. Nach 3 Std. landeten wir auf der Insel Baltra. Dort mussten wir den Nationalpark-Eintritt in Höhe von US 100,-- pro Person bezahlen. Unser Naturführer Carlos hat uns schon erwartet u. mit dem Bus ging es zum Schiffsanleger. Mit 2 kleinen Beibooten schipperten wir von dort zu unserem schwimmenden Hotel "Tip Top III". Das Schiff hat Platz für 16 Passagiere u. 8 Mann Besatzung. Wir sind insgesamt 14 Gäste: 1 Japaner, 2 junge Burschen aus Quito, 1 Schweizer, 2 Deutsche, 1 Engländer, 5 Amerikaner.

Nachdem uns das Schiff u. die Kabine gezeigt wurde ging es auch schon los. Nach dem Mittagslunch erreichten wir die Insel Santa Cruz, wo wir die erste Naßlandung am Bachas Beach hatten.
Hier sahen wir Meeresechsen, die nur auf Galapagos vorkommen. Sie sind hässliche Geschöpfe u. sehen aus wie kleine Drachen aus der Urzeit. Auch begegneten wir einem einsamen Flamingo, der sich von uns nicht stören ließ. Auch verschiedene Vogelarten u. viele rote Klippenkrabben. Pelikane u. Fregattvögel flogen manchmal nur knapp 1 m über unseren Köpfen hinweg. Anschließend hatten wir noch Gelegenheit zum Schwimmen. Das Wasser ist angenehm warm, so um die 25 Grad.

Danach ging es zurück aufs Schiff - Duschen - Begrüßungscocktail - Abendessen - Briefing u. ein kurzer beeindruckender Film über den letzten Vulkanausbruch vor 2 Monaten auf der Insel Isabella.

 

17.12.05 Insel Genovesa
Galapagos besteht aus 13 Hauptinseln u. mehr als 40 kleinen Inseln; 4 davon sind bewohnt. Sie liegen ca. 1.000 km vom Festland entfernt u. gehören zum Staatsgebiet von Ecuador.

Die Besonderheit dieser Inseln macht die Tierwelt aus. Man findet hier einige Tiere die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Die Tiere dürfen weder gefüttert, erschreckt oder berührt werden, da sie sonst ihre natürliche Furchtlosigkeit verlieren. Es ist unglaublich, dass man bis auf wenige Zentimeter an die Tiere herangehen kann u. sie bewegen sich nicht von der Stelle, egal ob Vogel, Echsen oder Seelöwen; sie ignorieren den Menschen einfach.

7 Uhr Fruehstück, 8 Uhr Landgang mit Nasslandung am Korallenstrand Darwin Bay Beach. Die ersten Seelöwen begrüssen uns schon beim Ausstieg aus dem Boot. Auf der knapp 2 km langen Wanderung sehen wir nistende Möwen, Rotfusstölpel u. Fregattvögel. Danach hatte man die Möglichkeit zum Schnorcheln oder Kajakfahren entlang der Steilküste. Wir entschieden uns für Schnorcheln u. wurden mit dem Beiboot zum weiter entfernten Riff gebracht, von wo wir uns dann mit der Strömung Richtung Boot treiben ließen. Wir sahen unzählige tropische Fische, kleine als auch große, sowie spielende Seelöwen, die uns gar nicht beachteten.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen hielten wir 2 Stunden Siesta u. danach ging es mit dem Beiboot zu einem steilen Felsen "Prince Philips Steps". Oben wanderten wir 2 Std. an verschiedenen Vogelkolonien vorbei.

 

18.12.05 Isla Santiago, NM Isla Bartolome
Es gab wieder eine Nasslandung (man steigt vom Beiboot am Strand ins Wasser) in der James Bucht. Am schwarzen Lavastrand warteten schon die Meeresechsen u. Pelzrobben. Der erste Teil der Wanderung war eher langweilig, da er lediglich durch Lavaasche u. vertrocknete Sträucher führte. Der Rückweg über den Lavastrand war dann wieder sehr aufregend. Es wimmelte von Leguanen, die sich vom Lavagestein kaum abhoben u. man musste bei jedem Schritt aufpassen nicht auf sie zu treten, da sie sich nicht von der Stelle bewegten. Auch die Robben lagen kreuz u. quer herum. Teilweise säugten sie ihre Jungen.

Wieder zurück am Ausgangspunkt hatten wir Gelegenheit zum Schnorcheln. Leider war das Wasser deutlich kühler als gestern (22 Grad). Dafür war es ein einmaliges Erlebnis zwischen den spielenden Robben zu Schnorcheln. An Land bewegen sie sich sehr schwerfällig, doch im Wasser sind sie blitzschnell. Die Weibchen mit ihren Jungen sind sehr neugierig u. verspielt u. hatten anscheinend ihren Spaß daran uns zu erschrecken, denn immer wieder schossen sie pfeilsschnell in nur einigen Zentimeter Entfernung an uns vorbei.

Während dem Mittagessen fuhren wir zu unserem nächsten Ziel - Isla Bartolome. Beim anschließenden Schnorcheln sahen wir zu den gewohnten bunten Fischschwärmen u. Seelöwen auch Pinguine.

Bevor das Boot zum nächsten Ziel weiterfuhr stiegen wir auf Lavalandschaft zum 114 m hoch gelegenen Aussichtspunkt auf.

 

19.12.05 St. Cruz
Als wir aufwachten lag das Schiff vor der Stadt Puerto Ayora, dem touristischen Zentrum der Galapagos-Inseln vor Anker.
Am Vormittag stand der Besuch der Charles Darwin Forschungsstation auf dem Programm. Seit 1964 arbeiten hier Wissenschaftler aus aller Welt daran die Ursprünglichkeit der Inseln zu erhalten u. Schäden soweit wie möglich wieder gut zu machen. Es gibt hier u.a. ein Nachzuchtprogramm für Landschildkröten. Die Eier werden eingesammelt u. in Brutschränken ausgebrütet. Wenn die Tiere groß genug sind (5 Jahre) werden sie in die Freiheit entlassen. Anschließend hatten wir 1 1/2 Std. Zeit zum Stoppen u. zur Stadtbesichtigung.

Nachmittags führte unsere Tour in die Highlands von St. Cruz. Wir gingen durch ein Stück dichten Wald, wo wir diverse Vögel beobachten konnten. Auch viele frei lebende Riesenschildkröten gab es zu sehen. Auf der Insel gibt es 3.000 davon! Zum Abschluss wanderten wir noch durch einen 300 m langen Lavatunnel.

Als wir am Schiff zurück waren lernten wir die neuen zugestiegenen Passagiere kennen. Der Japaner u. die 2 Jungs aus Quito hatten uns am Vormittag verlassen u. statt ihnen sind nun 2 französischsprechende Schweizer u. 3 Amerikaner an Bord gekommen.

 

20.12.05 Vormittag South Plaza, Nachmittag Isla Santa Fe
In der Nacht hat uns die Tip Top III zur Insel South Plaza gebracht. Beim Aussteigen aus dem Beiboot lagen unzählige Seelöwen faul in der Sonne u. ließen sich kaum von unserem Guide verscheuchen. Nachdem wir eine Zeitlang die Seelöwenkolonien (sie besteht aus 20 - 30 Weibchen, vielen Jungtieren u. 1 Bullen) beim Schwimmen, Schlafen u. Spielen beobachtet hatten, machten wir eine 1 1/2 stündige Wanderung. Jetzt in der Trockenzeit bildet der "Rote Korallenstrauch" einen roten Teppich, der nur durch vereinzelt herumstehende Baumkakteen unterbrochen wird. Der Weg führte uns vorbei an Landleguanen u. Seelöwen hinauf zum Kliff. Dort nisten Gabelschwanzmöwen u. Meeresechsen liegen träge in der Sonne. Vom Kliff aus konnten wir viele Seevögel bei ihren Flugmanövern bestaunen.

Während des Mittagessens brachte uns das Schiff zur Isla St. Fe. Einige Fregattvögel begleiteten uns. Man kann sie als Piraten der Lüfte bezeichnen, denn sie rauben anderen Vögeln die Fische im Flug aus dem Schnabel. Das liegt daran, da sie ihr Federkleid nicht einfetten können, sodaß es nicht wasserabstossend ist.

Nach einer nicht besonders aufregenden Schnorchelexkursion ging es zurück aufs Schiff zum Duschen. Danach war Landgang. Im seichten Wasser wo wir bei der Nasslandung ausstiegen, tummelte sich ein ganzes Rudel Haie. Der Seelöwenbulle wachte über die verspielten Jungen, die immer wieder ins Wasser wollten.

Am 1,3 km langen Rundgang gab es nicht allzu viel zu sehen. Außer ein paar gelbliche Landleguane, die es nur auf dieser Insel gibt, einen Habicht, Pelikane, Seelöwen u. einige Blaufusstölpel. Auf der Rückfahrt zum Schiff schwammen im klaren türkisblauen Wasser einige Adlerrochen u. ein paar Schildkröten vorbei.

In der Nacht ging es weiter zur Insel Española.

 

21.12. Isla Española
Seelöwen, Seelöwen, Seelöwen ....., ihr Gebrüll hört man sobald man das Schiff verlässt. Die Gardner Bay im Südosten der Insel ist ein idealer Platz um die Galapagos Seelöwen zu beobachten, die in großen Kolonien am feinen weißen Sandstrand liegen. Die jungen Babies sind sehr neugierig, kamen heran, beschnupperten unsere Beine u. zogen an den Fransen meines Rockes.

Vom Strand aus ging es zum Schnorcheln u. man sah unzählige Schildkröten, riesige Mantas u. Stachelrochen. Der 2. Schnorchelgang fand dann an der Steilküste statt, aber da war das Wasser so frisch, dass nur mehr Gerhard mitmachte. Es dauerte aber nicht lange u. er kletterte wieder ins Boot.

In der Mittagspause fuhren wir eine 3/4 Stunde in den Westen der Insel. Der 2,5 km langen Rundwanderweg führte durch Kolonien von brütenden Maskentölpeln u. Albatrossen. Unzählige Meeresechsen, schwarz/rot gefärbt - es gibt sie nur auf dieser Insel - lagen am Weg. Sie ließen sich überhaupt nicht stören u. gingen auch nicht aus dem Weg. Wozu auch? Schließlich ist es ihr Revier u. wir Menschen sind nur geduldete Gäste!

 

22.12.05 Isla Floreana
Floreana gehört zu den 4 bewohnten Inseln (100 Einwohner) Galapagos. Wir ankerten in der Post Office Bay. 1793 wurde dort von Walfängern eine Posttonne aufgestellt. Ankommende Walfänger konnten für zu Hause eine Nachricht hinterlassen u. die Schiffe auf der Heimfahrt nahmen die Briefe mit. Das System funktioniert auch heute noch. Jeder ankommende Tourist sieht die Post durch u. nimmt die mit, die einen Adressaten in seiner Heimatstadt hat. Wir haben 2 Postkarten mit Wiener Adressen mitgenommen.

Danach gab es die Möglichkeit Kajak zu fahren oder mit dem Beiboot die Bucht zu erkunden. Gerhard fand zu meinem Glück einen Partner für das Kajaking u. ich ließ mich mit den meisten anderen im Panga (Beiboot) herum chauffieren. Wir sahen dabei Pinguine, 1 Wasserschildkröte am Strand, viele im Meer, Rochen, riesige Mantas, Blaufusstölpel u. natürlich jede Menge Seelöwen.

Vor dem Mittagessen gab es noch eine Schnorcheltour um die Teufelskrone, ein halboffener u. versunkener Vulkankrater. Mir war das Wasser aber zu kalt u. ich blieb daher im Panga u. frischte mit dem Bootsführer mein Spanisch auf. Gerhard war begeistert, endlich sah er wieder einmal einen Weißspitzenriffhai (ca. 1,5 m) aus nächster Nähe.

Nach dem Mittagessen fuhren wir ein Stück weiter zum Besucherstandort Punta Cormorant. Von dort ging es auf einem 400 m langen Weg zu einem anderen weißen Strand, wo die grüne Meeresschildkröte in der Nacht ihre Eier ablegt. Wir sahen einige Exemplare u. auch Rochen ganz nahe am Strand auf- u. abschwimmen. Zwischen den beiden Sandstränden war noch eine Lagune mit Mangrovenbestand wo sich um die 30 Flamingos aufhielten.

 

23.12.05 VM Isla Seymour Norte, NM Isla St. Cruz
Diesmal hieß es früh aus den Betten. Bereits um 6,10 h war Abfahrt mit dem Panga. Es gab zwar eine Trockenlandung, doch durch den hohen Wellengang war das Aussteigen auf das schlüpfrige Lavagestein nicht ungefährlich. Der 1,4 km lange Rundweg führte uns direkt durch die Brutkolonien der Blaufußtölpel u. Fregattvögel. Die Blaufußtölpel, die wir bis jetzt nur vereinzelt sahen, sind mit ihren intensiv blauen Füssen, die sich von ihrem weißen Körper u. schwarzen Flügeln abheben, wunderschön anzusehen.

Die Frigattvögel nisten in den Salzbüschen u. zur Balzzeit bläst das männliche Tier seinen leuchtenden roten Kehlkopf für seine Liebste auf. Leider ist im Moment nicht Paarungszeit u. wir sahen dieses Schauspiel nur bei einem Vogel, der aber ziemlich weit weg vom Weg saß.

Während des anschließenden Frühstücks fuhr das Schiff das letzte Stück zur Flughafeninsel Baltra zurück. Die Seelöwen, die uns bereits bei der Ankunft begrüßten, waren auch wieder da.

Am Flughafen verabschiedeten wir uns von unseren Mitreisenden u. fuhren mit dem nächsten Bus zum Kanal, wo wir mit der Fähre nach St. Cruz übersetzten. Mit einem Bus auf der anderen Seite ging es weiter in die 40 km entfernte Inselhauptstadt Puerto Ayora.

Am Nachmittag ließen wir uns mit dem Wassertaxi in die gegenüberliegende Bucht bringen. Wir wanderten zuerst an Salinen vorbei, dann wurde der Weg immer felsiger, bis wir zum Schluss nur mehr über Lavagestein hinunter in einen Canyon kletterten, der mit einem Gemisch von Süß- u. Salzwasser gefüllt war. Da dort bereits zwei Einheimische schnorchelten, traute sich auch Gerhard in das glasklare Wasser. Durch den unterirdischen Zufluss vom Meer gab es viele große Papageienfische zu sehen.

Danach besuchten wir noch eine kleine Sandbucht in der Nähe der Charles Darwin Forschungsstation.

 

24.12.05 Santa Cruz - Puerto Ayora
Weihnachten an einem weißen, feinpudrigen u. menschenleeren Sandstrand - Tortuga Bay. Er liegt 2,5 km außerhalb der Stadt u. ist nur zu Fuß zu erreichen. An diesem Strand leisteten uns nur Pelikane, Blaufusstölpel, verschiedene Finken u. Meeresechsen Gesellschaft. Im Wasser tummelten sich unzählige Schildkröten, die immer wieder ihre Köpfe herausstreckten.

Beim Bummeln am späten Nachmittag hörten wir aus einer Kirche Weihnachtslieder. Es war eine Gruppe Kinder, die ein Krippenspiel aufführten. Um wenigstens ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen, sahen wir es uns an.

Unser Weihnachtsmenü bestand aus Garnelen mit Kokossauce u. frisch gepresstem Mangosaft. Lediglich die Weihnachtskekse haben gefehlt!

 

25.12.05 Puerto Ayora (28 Grad) - Quito (13 Grad, Regen)
Leider mussten wir heute das Paradies verlassen. Auf dem Flug von Baltra nach Guyaquil u. weiter nach Quito gab es heftige Turbulenzen. Am zweiten Flugabschnitt konnten nicht einmal Getränke ausgeteilt werden.

Die Ankunft in Quito war ein Temperaturschock: von sonnigen 28 Grad beim Abflug auf 13 Grad und Regen.

 

26.12.05 Quito 10 Grad, Bonaire 29 Grad, stark bewölkt
Aus dem riesigen KLM-Flieger sind lediglich 10 - 15 Personen mit uns ausgestiegen. Die Luftfeuchtigkeit war enorm; die Hitze fast unerträglich. Mit einem Taxi fuhren wir zu unserem bereits reservierten Hotel u. stellten fest, dass wir die einzigen Gäste hier sind.

Auf der Insel verkehren keine Busse; man fährt entweder mit dem Taxi oder mietet sich ein eigenes Fortbewegungsmittel (Fahrrad, Mofa, Motorrad, Auto). Die Mietautos sind fast ausschließlich Pick Up´s.

Rund um die Insel gibt es ca. 60 Tauch- und Schnorchelplätze. Fast alle sind vom Land aus zu erreichen. Die meisten Urlauber mieten sich nur die Pressluftflaschen u. einen Pick Up u. gehen selbständig tauchen. Alle Plätze sind am Straßenrand gut gekennzeichnet. Die Insel gilt als d a s Tauchparadies!!!

 

27.12. Bonaire, sehr, sehr heiß
Wir mieteten uns 2 Fahrräder u. umrundeten den südlichen Teil der Insel - ca. 35 km. Überall dort wo wir Schnorchler oder Taucher sahen, hielten wir an u. gingen Schnorcheln. Das Meer hat angenehme 27 Grad; man kommt sich vor wie in einem Aquarium. Im knietiefen Wasser tummeln sich die buntesten Fische.

Auch das Kreuzfahrtschiff "AIDA" liegt heute hier vor Anker.

Das Preisniveau auf der Insel ist sehr hoch. Für das billigste Abendessen (Fisch des Tages) zahlten wir US 18,-- ohne Getränk, pro Person.

 

28.12. Bonaire
Das Wassertaxi brachte uns auf die vorgelagerte Insel "Klein-Bonaire". Am "No Name"-Beach, einem weißen Sandstrand mit türkisblauem Wasser sind wir ausgestiegen. Den ganzen Tag verbrachten wir mit Schnorcheln!

 

29.12.05 Bonaire, sehr heiß
Alle Fahrräder u. Autos sind bis Anfang Jänner vermietet, sodass nur mehr ein Motorroller zu bekommen war. Damit erkundeten wir den nördlichen Teil der Insel. Natürlich mussten wieder alle Schnorchelplätze getestet werden. Einige waren nur über eine Naturstrasse zu erreichen. Aber es hat sich gelohnt, zu sehen gab es nicht nur die üblichen Fische, sondern auch seltene Exemplare, wie Steinfisch, Flunder, Oktopus, Muräne u. 3 abnormal große Papageienfische in Farben, wie wir sie vorher noch nie gesehen haben!

 

30.12.05 Bonaire, bewölkt
Am Morgen wanderten wir zum nächst gelegenen Sandstrand - Windsock u. was Gerhard dort den ganzen Tag gemacht hat, kann sich jeder sicher denken (Schnorcheln, Schnorcheln, Schnorcheln ...). Die Hitze war angenehmer zu ertragen, da die Sonne nur selten zum Vorschein kam.

Wie jeden Abend genossen wir den Sonnenuntergang an der Strandpromenade u. ertappten uns beim Gedanken an den Schnee u. die Kälte zu Hause.

 

31.12.05 Baonaire - Amsterdam
Vormittag Schnorcheln, Nachmittag Flug nach Amsterdam

die Silvesterfeier in 10.000 m Höhe mitten über dem Atlantik war sehr schön. Der Kapitän zählte die letzten 10 Sekunden des alten Jahres u. die Crew (alle trugen einen lustigen Kopfschmuck mit "Happy New Year" verteilte Sekt. Auf den Bildschirmen waren die Feuerwerke aus div. europäischen Hauptstädten zu sehen.


1.1.2006 Amsterdam - Wien

Am letzten Flugabschnitt von Amsterdam nach Wien um 8 Uhr Früh waren wir lediglich 19 Passagiere.

Schließlich sind wir gut in Schwechat gelandet; nur unser gesamtes Gepäck ist irgendwo auf der Strecke geblieben!? Lediglich mein Souvenirpaket ist heil angekommen.

 

P.S. Das fehlende Gepäck wurde uns noch am selben Abend um 22,30 Uhr nach Hause geliefert.