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Radreise durch Vietnam - Kambodscha -
Thailand von Christine und Gerhard NORTH |
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Freitag, 19.10. 2001 -
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| Am Nachmittag unternehmen wir noch einen Bummel in die Stadt und müssen meistens die Straße benützen, da auf den schmalen Gehsteigen die Mopeds parken. Zur Rush Hour nimmt der ohnehin für Europäer schon unvorstellbare Verkehr von einspurigen Fahrzeugen noch zu! Das Überqueren der Straße wird zum wahren Spießrutenlauf. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kambodscha
Sonntag, 18.11.01 - Saigon - Svay Rieng/
Kambodscha - 118 km, sonnig, 30 Grad |
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| Montag, 19.11.01 -
Svay Rieng - Phnom Penh - 125 km, sonnig, 29 Grad, starker Gegenwind So macht Radfahren wirklich keinen Spaß!!!!!! Die ersten 65 km turnen wir über eine Schotterpiste, noch schlimmer als gestern, mit vielen scharfkantigen Steinen, unzähligen Schlaglöcher und noch dazu starkem Gegenwind! Bei diesem Wind würde ich mich zu Hause gar nicht aufs Rad setzen, aber was soll's!!!! Mit nur 12 km/h geht es voran. Nach 4 Std. sind wir psych. am Ende! Auf einem Markt laben wir uns u. setzen anschließend mit einer Fähre über den Mekong. Dann kommt die große Überraschung: auf der anderen Fluß-Seite wartet eine asphaltierte Straße auf uns. Zwar ziemlich holprig, aber es rollt doch erheblich besser. In der Hauptstadt Phnom Penh herrscht sehr starker Verkehr. Hier gibt es viele Autos u. Motorräder u. wenig Radfahrer. Es wird sehr schnell u. absolut rücksichtslos gefahren. Es staubt extrem stark, da auch hier die Straßen in einem sehr schlechten Zustand sind. Nur ein paar 100 m vom Zentrum entfernt sind die meisten Seitenstraßen nicht asphaltiert. Dienstag, 20.11. und Mittwoch, 21.11.01 - Phnom Penh, sonnig, windig, 30 Grad Stadtbesichtigung u. Relaxen Unser Hotelzimmer für insges. öS 90,-- pro Tag hat SAT-TV u. fast 30 Kanäle, u.a. auch einen deutschsprachigen. Die Stadt ist die staubigste, die wir in Asien kennen! Die Leute sind vom beginnenden Tourismus noch nicht verdorben und auch nicht so aufdringlich wie die Vietnamesen. Am Markt und an den Essenständen zahlt man automatisch den gleichen Preis wie die Einheimischen, was in den touristisch erschlossenen Gebieten Asiens nicht überall üblich ist! Interessant ist auch, daß man neben der Landeswährung auch mit US-Dollar zahlen kann. Für Hotels, Ausflüge, Eintritte u. Restaurants zahlt man automatisch in US-Dollar. In Supermärkten sind die Preise ausschließlich in Dollar angegeben. Unter der Herrschaft der Roten Khmer, unter Führung von Pol Pot, die erst über knapp 20 Jahre zurückliegt, wurden unvorstellbare Greueltaten an der kambodschanischen Bevölkerung begangen. Mit dem Besuch des Tuol Sleng Museums machen wir eine zutiefst erschütternde Erfahrung. Der Ort der völlig harmlos aussieht, macht das Erlebnis noch eindringlicher. Das schlichte Schulhaus inmitten von Wohnblocks wurde von Pol Pot zum größten Kerker des Landes gemacht. Hier wurden über 17.000 Menschen gefangen gehalten u. gefoltert. Die rostigen Bettgestelle, die Folterinstrumente und eine Wand nach der anderen bedeckt mit s/w-Fotos, teilweise vor u. nach der Folter, darunter auch unzählige Kinder, vermitteln einen Einblick in die teuflischen Abgründe der menschlichen Seele. Anschließend fahren wir zu den Killing-Fields, wohin man die Gefangenen zur Exekution brachte. 43 der 129 Massengräber blieben unberührt. Teile von Menschenknochen u. Kleiderfetzen sind um die geöffneten Gruben verstreut. Über 8.000 Totenschädel sind nach Geschlecht u. Alter sortiert in einem Glaskasten aufgeschlichtet. Glanz dagegen strahlt das Gebäude des Königspalastes mit der Silberpagode, deren Fußboden mit über 5.000 jeweils 1 kg schweren Silberfliesen bedeckt ist, aus. Hier stehen einige goldene Buddhas, darunter ein lebensgroßer, mit 9.584 Diamanten besetzt, der größte hat 25 Karat, sowie ein Smaragd- u. ein Marmorbuddha. Auf dem einzigen Hügel der Stadt (27 m) liegt Wat Phnom. Der Legende nach wurde die erste Pagode auf diesem Gelände im Jahre 1373 für 4 Buddha-Statuen erbaut, die von den Fluten des Mekong hier angeschwemmt wurden. Rund um den Hügel kann man auf einem Elefanten reiten und unter den schattenspendenden Bäumen der parkähnlichen Anlage läßt es sich gut entspannen. Donnerstag, 22.11.01 - Phnom Penh - Siem Reap, mit dem Schnellboot / sonnig, 28 Grad, 12 Radkilometer In knapp 6 Std. fahren wir mit dem Schnellboot den Tonle Seap Fluß hoch nach Siem Reap und ersparen uns dadurch 300 holprige und staubige Kilometer. Siem Reap ist der Ausgangspunkt für die Besichtigung der Tempel von Angkor. Bei der Anlegestelle, die 11 km von der Stadt entfernt ist, warten jede Menge Motorrad-Taxis u. Gästehaus Besitzer hinter einer Absperrung und werden von der Polizei zurückgehalten, damit sie nicht unser ankommendes Boot stürmen. Am Nachtmarkt gibt es exotische Spezialitäten. In heißem Öl, das bereits schwarz wie altes Motoröl ist, werden 10 - 12 cm große Schildkröten samt Panzer und ganze kleine Schlangen gebraten. Keine Sorge, wir probieren diesmal nichts!!!! Freitag, 23.11.01 - Angkor / 27 km / sonnig, 28 Grad Ein eindrucksvoller Tag! Über 100 Tempel von Angkor, die zwischen dem 9. u. 14 Jhd. entstanden sind u. seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen, zeugen von der außerordentlichen Kunstfertigkeit der Khmer-Zivilisation. Während die Tempel den Jahrhunderten getrotzt haben, sind die aus Holz u. anderen vergänglichen Materialien gebauten Häuser u. Paläste längst verschwunden. Das Privileg, in Bauwerken aus Stein oder Ziegel zu wohnen, war allein den Göttern vorbehalten. Bei manchen Bauwerken hat der Dschungel längst wieder die Oberherrschaft errungen. Jeder Tempel strahlt eine eigene Faszination aus. Einige sind mit Reliefs, mit tausenden Figuren, die Alltagsszenen darstellen, verziert. Man könnte sicher eine Woche hier verbringen u. würde immer wieder Neues entdecken. Unter den zahlreichen Besuchern treffen wir einen amerikan. Radreisenden, der Richtung Vietnam unterwegs ist, sowie ein Tiroler-Pärchen, das uns nützliche Tipps über unser nächstes Ziel - Südthailand - gibt. Einen Schock erlebe ich am Rückweg, als ich fasziniert den Affen am Wegesrand und in den Baumwipfeln über uns zusehe u. dabei eine über 1 m lange, fingerdicke Schlange fahre. Mir rutscht das Herz in die Hose, aber die Schlange schlängelt sich weiter über die Straße und verschwindet im Gras. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Samstag, 24.11.01 - Siem
Reap - Aranyaprathet (Thailand) 157 km / sonnig, 27 Grad Die ersten 20 km u. zwischendurch noch einmal 20 km sind asphaltiert, der Rest stark staubende Naturpiste. Die vielen LKW's stauben uns ein, so daß ich Gerhard 2 m vor mir nicht mehr sehen kann. Durch den Schweiß bleibt der rote Sand an uns kleben u. in kürzester Zeit sehen wir aus wie Schweine. Ausgerechnet als wir an einem am Straßenrand stehenden Jeep vorbeifahren, hat Gerhard wieder einmal Hinterrad-Defekt. Die Insassen des Autos kommen aus Tirol und sind schon zum 2. Mal in Kambodscha unterwegs. Nachdem wir uns mit ihnen über den schlechten Zustand der Straßen unterhalten, erzählen sie uns, daß sie jetzt schon gut hergerichtet sind. Als sie hier vor 5 Jahren mit dem Auto entlang gefahren sind haben sie für 100 km 10 Std. benötigt! Ein paar Kilometer weiter sucht ein LKW-Fahrer mit seinem Beifahrer große Steine um damit ein Riesenloch etwas aufzufüllen, um überhaupt passieren zu können. Ursprünglich planten wir nach 100 km zu übernachten. Um uns aber einen weiteren Tag im Schmutz zu ersparen, entschließen wir uns spontan bis Thailand durchzufahren. Die letzten 20 km erweisen sich als der schlimmste Straßenabschnitt der ganzen Reise. Selbst in der großen Grenzstadt Poipet gibt es keinen Asphalt u. die Straße ist so schlecht, daß selbst die Autos nur im Schritt-Tempo fahren können. Ein LKW steht mit Achsbruch mitten auf der Fahrbahn! An der Grenze müssen wir von der rechten auf die linke Straßenseite wechseln, da in Thailand Linksverkehr herrscht. Nach dem Grenzbalken fühlen wir uns wie im Paradies! Die Fahrbahn so schön wie bei uns, keine Abfallberge neben der Straße u. vor allem wieder Verkehrszeichen, Ortstafeln, Wegweiser, Kilometersteine. Das alles ist in Kambodscha nicht vorhanden. Wir sind der Staubhölle Kambodschas entkommen!!!! |
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| P.S. zum
Thema Biertrinken: Wir haben nicht bemerkt, daß der Bierverkauf in Restaurants eingestellt wurde. Die wenigsten Kambodschaner können sich das Biertrinken leisten. Im Gegensatz zu Vietnam, haben wir keinen einzigen Betrunkenen gesehen. Bei einem jährl. Durchschnittseinkommen von öS 4.500,-- u. einem Bierpreis von knapp über 20,-- öS zählt es zu den Luxusartikeln. 40 % leben unter der Armutsgrenze. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Thailand Sonntag, 25.11.01 - Aranyaprathet - Bangkok - mit Eisenbahn ca. 400 km / sonnig, 30 Grad Nach einer kurzen Nacht (wir haben schlecht geschlafen, da die Matratze hart wie ein Brett war) fahren wir mit dem Frühzug um 6,30 h nach Bangkok. Nachdem wir Thailand bereits 2 x mit dem Fahrrad bereisten, haben wir diese Radtour an der thail. Grenze mit insges. 2.505 km beendet. Auf unserer Radtour von Singapor nach Bangkok konnten wir damals aus Zeitmangel die Inseln im Süden nicht besuchen. Auch ist der Transport des Rades auf touristisch nicht erschlossenen Inseln nur schwer möglich u. nicht sinnvoll, da man oft nur mit kleinen Fischerbooten zu den kleinen Inseln gelangt und es auch keine Straßen gibt. Morgen werden die Räder verpackt u. in einer Gepäckaufbewahrung deponiert. Mit leichtem Gepäck geht es mit dem Nachtzug Richtung Süden auf Badeurlaub. Wir haben vor, 8 - 10 Inseln zu besuchen u. werden natürlich weiterhin, hoffentlich von schönen Erlebnissen, berichten. Montag, 26.11.01 - Bangkok / leicht bewölkt, 30 Grad Die Stadt hat sich seit unserem letzten Besuch seit ca. 6 Jahren sehr stark verändert u. ist eine moderne Großstadtmetropole geworden. Um das Verkehrsproblem etwas in den Griff zu bekommen, wurden mehrstöckige 4-6 spurige Schnellstraßen u. ein Skytrain durch die Stadt gebaut. Fahrradrikschas u. Radfahrer sind aus dem Stadtbild verschwunden. Unzählige Wolkenkratzer mit Shoppingkomplexen, intern. Hotels u. Restaurants ragen in den Himmel. In keiner anderen Stadt treten die Gegensätze zwischen einer asiat. u. westl. Gesellschaft deutlicher hervor. Dicht beieinander liegen Arm u. Reich. In vielen Hotels u. Restaurants werden exquisite Buffets zu günstigen Preisen angeboten. Gestern Abend testeten wir die Speisen in einem jap. Restaurant. An den Tischen gab es eingebaute Griller u. wir konnten uns die verschiedenen marinierten Fleisch- u. Fischstücke selbst zubereiten. Ein Salat- Obst- u.. Eisbuffet rundeten das ausgiebige Mahl noch ab. Da Gerhard bereits beim Gedanken die nächsten 5 Wochen ohne Radfahren verbringen zu müssen unruhig wird u. auch schon Sehnsucht nach zu Hause hat, sind wir vor dem Frühstück 20 km quer durch die Stadt zum Büro der Fluglinie geradelt um unseren Rückflug auf Mitte Dezember vorzuverlegen. Zu Mittag schlemmen wir bei einem Thai-Buffet in einem Hotelrestaurant u. probieren fast alle kulinarischen Spezialitäten des Landes. Nachdem die Räder u. das überflüssige Gepäck gut verpackt u. deponiert ist, besteigen wir den Nachtzug Richtung Südthailand. Dienstag,27.11.01 - Bangkok-Trang-Ko Bulon Lae / 938 km Eisenbahn, ca. 100 km Kleinbus, 22 km Boot Die Nachtzüge in Thailand entsprechen einem rollenden Hotel. Ab 20 h werden die Betten in Fahrtrichtung heruntergeklappt , mit sauberer weißer Bettwäsche bezogen u. mit Vorhängen abgedeckt. Ich schlafe wie bei einem Stockbett oben, Gerhard unter mir. Die Züge führen auch einen Speisewagen mit, doch springen in den Bahnhöfen flinke Verkäuferinnen in den Zug u. bieten gebratene Hühnchenteile mit Klebreis, Currys, Süßigkeiten, Getränke u.s.w. sehr preiswert an. Das Minus an der schönen Bahnfahrt ist, daß wir bis Trang 2 1/2 Std. Verspätung haben u. dadurch eine Menge Streß, um das letzte Boot auf unsere 1. Insel rechtzeitig zu erreichen. Mit einem Kleinbus geht es sofort weiter zum Pier nach Pakbara, von wo wir mit dem Boot in 1 1/2 Std. auf die 22 km vom Festland entfernte Insel Ko Bulon Lae gelangen. Mittwoch, 28.11.01 - Ko Bulon Lae / bedeckt, 28 Grad Diese paradiesische Kleininsel gehört zu einem Nationalpark u. wurde erst vor wenigen Jahren für den Traveller-Tourismus erschlossen. Im Osten liegen direkt am weißen Sandstrand 2 Bungalow-Resorts u. das vorgelagerte Riff lädt zum Schnorcheln ein. In einem kleinen Dorf im Westen leben etwa 500 Seezigeuner. Die Insel ist so klein, so daß man in einem 10-min. Fußmarsch durch den Dschungel das andere Ende erreicht. Donnerstag, 29.11.01 - Ko Bulon Lae / sonnig, 30 Grad Gerhard hat bereits nach 1 Tag die ganze Insel u. sämtl. Schnorchelplätze erkundet u. es zieht ihn schon wieder weiter. Um 9 h fährt die tägl. Fähre zum Festland, jedoch je nach Wind u. Strömung von unterschiedlichen Stellen. Wir warten auf der falschen Stelle u. versäumen das Boot. Ich war sehr froh darüber, da es sich auf dieser ruhigen traumhaften Insel, direkt am Strand gut faulenzen läßt, aber Gerhard ärgert sich über den für ihn verlorenen Tag! Freitag, 30.11.01 - Ko Bulon Lae-Trang-Ko Lanta 22 km Boot, ca. 100 km Bus, 120 km Kleinbus inkl. 2 Fähren / bedeckt, 28 Grad Heute haben wir zum Glück die Fähre erwischt. Anschließend fahren wir vom Pier in Pakbara mit dem Songthaew (Klein-LKW mit 2 niedrigen Sitzbänken, auf denen sich die Passagiere gegenüber sitzen) nach La-Ngu und von dort mit dem Linienbus nach Trang. Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns noch nicht einig, welche Insel unser nächstes Ziel sein soll. Gerhard will weiter Richtung Süden auf die malaiische Insel Langkawi, u. ich Richtung Norden. Wir lassen das Los entscheiden und fahren mit einem klimatisierten Kleinbus auf die Insel Ko Lanta. Samstag, 1.12.01 - Ko Lanta / sonnig, 31 Grad Vor 8 oder 9 Jahren waren wir bereits einmal auf dieser Insel u. hätten sie fast nicht wiedererkannt. Damals konnte man nur in meistens überladenen kleinen Booten, eingekeilt zwischen Einheimischen, Bananenstauden, Hühnern, Enten, usw. in 2-stündiger Fahrt über das offene Meer, auf diese Insel gelangen. Es gab nur ein paar strohgedeckte Bambushütten ohne Strom. Am Abend erhielt man eine Petroleumlampe und bei jedem Windstoß rieselte der Sand durch das Dach. Heute gelangt man bequem mit 2 Autofähren auf die Insel und die Hütten mußten unzähligen Bungalowresorts Platz machen, die westlichem Standard entsprechen. Da es in der Nähe keinen internationalen Flughafen gibt, gibt es auch noch keinen Pauschaltourismus. Der Strand, das Meer u. das Preis-/Leistungsverhältnis ist daher noch o.k. u. wir könnten uns gut vorstellen, in der Pension hier zu überwintern. Sonntag, 2.12.01 - Ko Lanta / sonnig, 30 Grad Um 7 h reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. 30 Min. später werden zum Tauchausflug abgeholt. Er beinhaltet Frühstück, Mittagessen, Getränke, Früchte u. 2 Tauchgänge. Für die 10 Taucher, die sich auf dem Boot befinden, stehen 5 Guides zur Verfügung und ich fahre als einzige Schnorchlerin mit. Inklusive der Schiffsbesatzung sind 7 Nationen vertreten und es herrscht eine tolle ausgelassene Stimmung. Unter den Tauchguides ist auch eine junge Brasilianerin. Als Gerhard sie über ihre Heimat befragt und über seine Pläne Südamerika zu bereisen berichtet, will sie gleich mit ihm aufbrechen! Die Tauchplätze sind sehr schön und interessant, so daß wir für morgen eine Schnorcheltour zu 4 verschiedenen Inseln buchen. Auf der Rückfahrt begleitet uns kurz eine Gruppe von Delphinen. Montaga, 3.12.01 - Ko Lanta / Vormittag sonnig, Nachmittag bewölkt Die Insel Ko Lanta wird zum größten Teil von muslimischen Fischern bewohnt. Heute hören wir zum 1. Mal um 5 Uhr Früh, als es noch stockdunkel ist, den Muezzin zum Gebet rufen. Erwähnenswert ist auch noch, daß Thailand offiziell bereits das Jahr 2544 schreibt, da es sich nach dem religiösen Kalender buddhistischen Ursprungs richtet. Unser Schnorcheltrip führt uns zuerst auf die Insel Ko Hai. Die Sicht unter Wasser ist leider sehr schlecht u. so fahren wir nach kurzem Stop weiter zur Insel Ko Kradan. Wegen dieser Insel haben wir diese Tour gebucht, da wir ursprünglich hier einige Tage verbringen wollten. Hier gibt es zwar einen wunderschönen weißen Sandstrand u. ein intaktes zum Schnorcheln bestens geeignetes Korallenriff, doch nur eine Bungalowanlage mit abgewohnten Hütten u. einem Restaurant mit weit überhöhten Preisen. Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Insel Ko Muk, wo ein kleines Naturwunder, die "Emerald Cave" auf uns wartet. Die Höhle ist nur mit einem Boot erreichbar u. gar nicht als Höhle erkennbar. Wir bekommen alle eine Schwimmweste u. schwimmen mit unserem Guide, der mit einer wasserdichten Taschenlampe ausgerüstet ist, in die stockdunkle Höhle, die man nur bei Ebbe durchschwimmen kann. Nach 50 m u. einigen Biegungen mündet der Tunnel am anderen Ende in eine kleine Lagune mit schönem Strand. Die winzige Lagune ist mit schroff aufragenden Felswänden, die mit tropischen Pflanzen dicht bewachsen sind, begrenzt. Das eindrucksvolle Erlebnis wurde noch durch die dschungelartigen Geräusche verstärkt. Unseren letzten Stop legen wir bei einer unbewohnten Insel mit sehr schönen Korallen u. vielen bunten Fischen ein. Darunter auch ein riesiger Kugelfisch u. eine Qualle mit einem Durchmesser von ungef. 50 cm, wie wir sie noch nie gesehen haben. Übrigens habe ich schon erwähnt, daß das Meer eine Temperatur von 28 Grad hat???? Auch beim Abendessen bleoben wir bei Fisch und lassen uns einen White Snapper sowie ein Stück von einem Baracuda in Knoblauch- Pfeffersoße gut schmecken. Dienstag, 4.12.01 - Ko Lanta - Krabi - Ao Nang Beach / Kleinbus 80 km / sonnig, 31 Grad Mit einem Kleinbus fahren wir in die Provinzhauptstadt Krabi. Nach dem Mittagessen geht es mit einem Pickup weiter an den 18 km westlich gelegenen Ao Nang Beach. Hier herrscht richtiger Massentourismus. Das Schönste an diesem Strand sind die Felsformationen die hier aus dem Meer ragen. Erholung sucht man hier vergebens, da die vielen Longtailboote mit ihren laut knatternden Motoren den Strand ständig auf- u. abfahren. Nach ein paar Stunden haben wir genug von diesem Strand und sind froh, keine Pauschaltouristen zu sein, die hier ihren gebuchten Urlaub verbringen müssen. Durch ein verlockendes Plakat, das wir beim abendlichen Bummel im Touristenstrom entdecken, entschließen wir uns dennoch einen weiteren Tag zu bleiben und buchen eine 4-Insel-Boottour inkl. Schnorcheln. Mittwoch, 5.12.01 - Krabi Ao Nang Beach / sonnig, 30 Grad Der Ausflug hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Mit einem laut knatternden Boot fahren wir zu traumhaften Inseln mit weißen Sandstränden u. glasklarem Wasser. Beim Schnorcheln ist die Sicht hervorragend u. wir sehen viele farbenprächtige Fische. Schon allein die Bootsfahrt zwischen den steil aus dem Meer ragenden Kalkfelsen, die scheinbar nur durch die Wurzeln der wild wuchernden tropischen Vegetation zusammengehalten werden sowie die dunklen Höhlen u. Grotten mit herabhängenden Stalaktiten, machen diese Tour zu einem unvergeßlichen Erlebnis! Donnerstag, 6.12.01 - Krabi - Ko Phi Phi / 1 1/2 Std. Faehre / sonnig, 32 Grad Eine Insel die Südseeträume weckt. Schneeweiße Sandbuchten u. glasklares Wasser, das in allen Blauschattierungen schimmert. Man sieht die Korallen u. bunten Fische schon vom Boot aus. Das Einzige das die Idylle stört, sind auch hier die unzähligen lauten Boote. Freitag, 7.12.01 - Ko Phi Phi / sonnig, 31 Grad Ko Phi Phi ist so klein und unzugängig, daß es keine Straßen u. daher auch kein einziges Auto gibt. Zu den traumhaften Buchten gelangt man nur per Boot oder über schmale Dschungelpfade, aber trotzdem gibt es hier Highlife! In der Ansiedlung am Pier reihen sich viele Tauchschulen, Restaurants, Souvenirläden, Bäckereien, usw. dicht aneinander. Vom Travellerparadies hat sich die Insel in ein Pauschalreiseziel gewandelt. Die billigen Strohhütten mit Hängematten davor direkt am Wasser mußten Luxusbungalows mit Klimaanlage u. SAT-TV weichen. Gerhard ist von der Unterwasserwelt so fasziniert u. verbringt fast den ganzen Tag im Wasser. Sein Schockerlebnis hat er als ihm im seichten, knapp 2 m tiefen Wasser, ein Hai entgegen schwimmt. Dies kann ihn jedoch nicht davon abhalten, am Abend an einem Nachttauchgang teilzunehmen. Obwohl er noch beim Sprung ins stockdunkle Wasser ein mulmiges Gefühl hat, fasziniert ihn was er unter Wasser im Schein der Taschenlampe sieht. In bunten Farben leuchtende Korallen, schlafende Fische, die man theoretisch einsammeln könnte, nachtaktive Tiere wie riesige Lobster, Krebse, Schnecken, Muränen u. v. m. Während unseres exzellenten Abendessens (Seafood-Platte mit Haifisch-Steak, Blue Marlin, Krebs u. Languste) erzählt Gerhard noch ununterbrochen von seinen Erlebnissen und kann sich gar nicht beruhigen! Samstag, 8.12.01 - Ko Phi Phi - Phuket / 2 Std. Fähre / sonnig, 33 Grad Mit der Fähre fahren wir nach Phuket-Stadt. Der erste Weg führt uns ins vornehme Hotel Metropol, wo es ein asiatisches Buffet vom Feinsten gibt. Wir schaffen es nicht, alle angebotenen Speisen durchzukosten. Es gibt nicht nur thail. Leckereien, sondern auch welche aus Japan, China u. anderen asiatischen Ländern. Anschließend geht es mit dem Bus zum 18 km entfernten Patong-Beach. Hier sind die Preise durch den starken Tourismus höher als bisher in Thailand. Patong ist eine pulsierende Stadt mit einem breiten Angebot an Essens-, Einkaufs- u. Ausflugsmöglichkeiten. Auch alle Arten von Wassersport kann man hier ausüben. Am Abend stürzen wir uns ins Nachtleben u. amüsieren uns über die "alten Knacker", die Hand in Hand mit jungen Thai-Mädchen unterwegs sind. Interessant ist es auch, in den Bierbars die besonders hübsch herausgeputzten "Mädchen", die ihre weiblichen Formen allerdings ausschließlich den Schönheitschirugen u. dem Silikon verdanken, zu beobachten. Sonntag, 9.12.01 - Patong / sonnig, 31 Grad, 141 km Motorrad Wenn Ihr glaubt, ich könnte mal einen Tag faul in der Sonne liegen, habt Ihr Euch aber geirrt! Wir mieten ein Motorrad und besichtigen den ganzen Tag, die laut Reiseführer schönsten Strände Phukets, die übrigens die größte Insel Thailands ist. Ich bin sehr froh, daß wir die Räder nicht mit haben, denn es geht fast ständig sehr steil bergauf u. bergab! Einige Strände sind wie aus dem Bilderbuch u. einige wenige unterscheiden sich kaum von Caorle oder Lignano. Montag, 10.12.01 - Phuket - Khao Lak, 106 km Bus / sonnig, 32 Grad Mit dem Bus nach Phuket-Stadt u. nach dem Frühstück in 2 1/4 Std. weiter nach Khao Lak. Ich will mir die Strände hier unbedingt ansehen, da Khao Lak von vielen österr. Reiseveranstaltern als Traumziel angepriesen wird. Den Weg hierher hätten wir uns aber sparen können! Das Meer hat hier keine schöne Farbe, da die feinen Sandsegmente des goldgelben Strandes ständig aufgewirbelt werden. Der Ort ist ideal für Reisende, die absolute Ruhe u. Einsamkeit suchen, denn nicht einmal ein abendlicher Bummel ist möglich. Entschädigt werden wir aber durch das exzellente Seafood-Restaurant, das wir am Abend entdecken. Wir essen hier die am besten zubereiteten Fische unserer Reise u. noch dazu die billigsten. Dienstag, 11.12.01 - Khao Lak / leicht bewoelkt, 29 Grad Heute einmal ausnahmsweise den ganzen Tag am Strand gefaulenzt. Gerhard will zwar weiter nach Ko Samui, doch mir ist das zu streßig u. ich kann ihn zum Hierbleiben überzeugen. Das beste Argument ist, noch einmal das gute Fischrestaurant aufzusuchen. Mittwoch, 12.12.01 - Khao Lak - Surat Thani / 184 km Bus -/ bedeckt, 27 Grad Um 9 Uhr fahren wir mit dem Bus in, für unseren Geschmack, etwas zu riskantem Fahrstil zum Zugbahnhof Phunpin. Dort besorgen wir uns Fahrkarten für den Nachtzug nach Bangkok u. fahren anschließend in das 12 km entfernte Surat Thani. Die Provinzhauptstadt hat zwar nichts außergewöhnliches zu bieten, aber wir müssen irgendwie die Zeit totschlagen. Donnerstag, 13.12.01 - Surat Thani - Bangkok - Zug / bewölkt 28 Grad Wir wollen den Zug um 18,20 h nehmen, doch leider ist dieser ausgebucht. Der nächste um 19,25 h kommt bereits mit 1 1/2 Std. Verspätung an. Wir bekommen gerade noch die letzten Plätze im Liegewagen. Gut ausgeschlafen komen wir um 10 h in Bangkok an. Zu Mittag essen wir in einem noblen japanischen "all you can eat"-Restaurant. Von Sushi bis zum gegrillten Frosch sowie Spezialitäten die wir bisher nicht kannten. Unser Magen ist zu klein, um all die Köstlichkeiten zu probieren. Im Preis von knapp öS 150,-- (unser teuerstes Buffet bis jetzt) ist das gesamte Essen sowie div. Softdrinks, 3 Sorten Punsch, Kaffee vom Espresso bis Capuccino, Eiskaffee, etc. enthalten. Der Hauptgrund warum Gerhard unbedingt hier essen will, ist die Vitrine mit den vielen verschiedenen leckeren Tortenstücken. Den Nachmittag verbringen wir in den riesigen Shoppingkomplexen mit den vielen exquisiten Designerläden. Freitag, 14.12.01 - Bangkok / sonnig, 31 Grad Den letzten Tag unseres Urlaubs widmen wir, wie sollte es anders sein, dem Shopping. Die Einkaufszentren sind so riesengroß, so daß wir nur 2 nebeneinander liegende an einem Tag schaffen. Das gekaufte verstauen wir in unseren Radtaschen u. so wiegen unsere Räder am Airport zusammen 56 kg. Samstag, 15.12.01 / Wien / MINUS 12 GRAD!!!!!! Nach 11 1/2 Std. Flug sind wir um 7 Uhr Früh gut in Wien gelandet. Der Temperaturunterschied trifft uns wie ein Keulenschlag!
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