Hallo Freunde!
Wir befinden uns zur Zeit auf Afrika-Reise
..............
Donnerstag, 28.11.02
Mittwoch Abends flogen wir mit KLM nach Amsterdam u. anschließend gleich
mit Kenia Air weiter nach Nairobi. Ankunft 6,05 in
der Früh bei 16 Grad.
Das Abzocken geht schon am Flughafen los! Für das Erfragen der Telefonnr.
der Airline verlangt man schon Trinkgeld. Da die offiziell wirkende,
uniformierte Dame den Weg zum Schalter nicht erklärt
hat, sondern einfach mitgegangen ist, will sie schon Trinkgeld dafür haben
u. erklärt uns anschließend, dass es in Tansanien üblich ist, für eine
Dienstleistung zu bezahlen.
Der Shuttlebus nach Arusha, den wir per Internet reserviert hatten, kommt
zwar zur vereinbarten Zeit, aber nicht um uns abzuholen. Zum Glück
sind noch 2 Plätze frei. Wir waren froh, dass wir nicht in der 1. Reihe
sitzen mussten, da die Fahrerei hier kriminell ist.
Die Visaerteilung an der tansanischen Grenze
verlief zwar unbürokratisch, doch das ganze Gepäck
vom Dach des Busses abzuladen und beim Zoll zu
öffnen dauerte seine Zeit. Nach 4 1/2 Stunden
erreichen wir Arusha und werden von dem
ebenfalls per Internet gebuchten Bergsteigerunternehmen mit Namensschild
erwartet. Zuerst geht es ins wo uns bei Kaffee u. Tee die Route für
die Kilimanjaro-Besteigung erklärt und die Ausrüstung
gecheckt wird. Der Schock lässt nicht lange auf
sich warten, angeblich hat es derzeit am Gipfel -20 bis -25 Grad!!!
Kleidungsmässig sind wir höchstens auf -10 Grad
vorbereitet. Wie sollen wir das überstehen? Die
US 800,-- pro Person für die 7-tägige
Tour, werden uns auch gleich abgenommen.
Die Angestellten des Unternehmens sind überaus
freundlich und hilfsbereit und
begeben sich mit uns auf Hotelsuche. Derzeit findet hier ein Kongress
statt, an dem einige afrikanische Präsidenten
teilnehmen und so finden wir erst im 6. Hotel
ein freies Zimmer. Sie empfehlen uns noch eindringlich, nach Einbruch der
Dunkelheit (19 Uhr) das Hotel nicht mehr zu verlassen, was wir sowieso
nicht vorhatten, da die meisten Strassen in der Gegend unseres Hotels
unbeleuchtet u. nicht asphaltiert sind. Die Nebenstrassen sind hier noch
schlimmer als in Kambodscha.
Beim Abendessen in einer Pizzeria lernen wir 2 Norwegerinnen kennen mit
denen wir uns für eine 4-tägige
Campingsafari nach unserer Kili-Besteigung verabreden. Eines der beiden Mädchen
wurde in der Vorwoche vor der Pizzeria von 3 Jugendlichen
überfallen und ausgeraubt.
Hier in Arusha (250.000 Ew), der Tourismushauptstadt sind wir auf 1.400 m
und es hat 28 Grad.
Freitag,
29.11.2002
Leider haben wir wieder einmal ein Hotel in der Nähe einer Moschee. Der
Muezzin hat bis irgendwann Mitten in der Nacht lautstark gebetet und
sofort nach Sonnenaufgang (6 Uhr) ist der Lärm
bereits wieder losgegangen.
Heute liefen wir kreuz u. quer durch Arusha. Die Gegend in der wir wohnen
ist tiefstes Afrika! Nach kürzester Zeit ist die
Kleidung steif vor lauter Staub. Es gäbe hier
viele Fotomotive, doch getrauen wir uns die Kamera nicht auszupacken. Weit
und breit sind keine Weißen zu sehen. Ein
besonderes Erlebnis war der Marktbesuch. Wir kamen uns hier wie
Außerirdische vor. Doch fanden wir reichlich Auswahl an unserer
Lieblingsfrucht, Mango.
Nach dem Internet Cafe aßen wir tansanisch u. zwar Chipsy, eine Art Pommes
nur nicht ganz durch u. 2 Eier darüber - schmeckt gewöhnungsbedürftig!
Danach besuchten wir noch die Norwegerinnen, um die Safari zu fixieren. Es
stellte sich jedoch heraus, dass ihr Bekannter wesentlich teurer ist als
ein renommierter Veranstalter, worauf wir uns verabschiedeten
und im Laufschritt zurück in unser Guesthouse
eilten, da die Dämmerung schon hereinbrach und
ich Angst vor einem Überfall hatte!!!!
Morgen starten wir unsere Kili-Tour und wenn
alles klappt, sind wir am 5. Dez. am höchsten
Berg Afrikas.
Samstag,
30.11.02 / 13:46 -
Arusha,
Das kostbarste, das Tansanier besitzen ist Zeit,
das merkten wir heute so richtig.
Der bestellte Frühstückskaffee
(heißes Wasser u. Löskaffee)
ließ 40 Min. auf sich warten, letztendlich war es auch egal, da wir
um 45 Min. zu spät abgeholt wurden.
Die Fahrt zum Eingang des Kilimanjaro Nationalparks (1.800 m) dauerte ca.
1 1/2 Std., wobei es die letzten 7 km
unasphaltiert mit riesigen Schlaglöchern steil
bergauf ging. Nachdem wir registriert (wir waren an diesem Tag bereits Nr.
21 u. Nr. 22) und unser Gepäck,
die Lebensmittel, etc. in Säcke verpackt und
auf die Träger aufgeteilt war, ging es um 12,15
h los.
Die ganzen 5 Std. ging es durch herrlichen Regenwald. Da es schon so spät
war, mussten wir uns etwas beeilen und konnten
daher die schöne Landschaft nicht richtig
genießen. Umso weiter wir in den Regenwald vordrangen umso schlammiger u.
morastiger wurde es. Zeitweise ging es recht steil bergauf. Kurz vor
Erreichen des Lagers überholten wir eine Gruppe Israelis, die mehr als 1
Std. vor uns gestartet waren. Unser Zelt stand bereits u. wir bekamen eine
Waschschüssel mit heißem Wasser sowie Tee u. Kaffee mit heißen Popcorn u.
Keksen.
Als wir das Lager erreichten hatte es noch 16 Grad, doch als um 20 h das
Abendessen serviert wurde hatte es nur mehr 9 Grad, sodass wir dieses im
Zelt einnahmen. Das Essen war fantastisch; Suppe, Hauptgang, Obst - wir
konnten gar nicht alles aufessen! Wenn man bedenkt, dass die Träger das
alles den Berg hochschleppen u. in ihrem Zelt mit einfachsten Mitteln ein
so vielfältiges Menü zubereiten, ist das schon fantastisch!
Als wir noch vor dem Einschlafen das Toilettenhäuschen (Plumpsklo)
aufsuchten, funkelte der Himmel mit dichtaneinander gereihten Sternen.
Dies hatten wir erst einmal im austral. Outback gesehen.
Sonntag,
1.12.02
Ich schlief aufgrund der dünnen Schaumstoffmatte, die wir ausgeborgt
haben, auf dem harten, steinigen Boden sehr schlecht. Gerhard schlief
besser, da er eine Luftmatratze mit hat (ich ließ meine im Quartier
zurück, da ich mir dachte, dass ich auf 4.000 m Höhe meine Luft
anderwärtig brauche!)
Nach einem reichhaltigen Fruehstueck mit Rührei, Würstchen u. sogar
getoastetem Brot ging es um 8,30 h los. Es war nebelig u. zeitweise
regnete es leicht; dies bei 16 Grad.
Die 1. Stunde ging es durch die Heidezone sehr steil bergan u. es war eine
ziemliche Kletterei. Beim Aussichtspunkt konnten wir wegen des Nebels den
nahen Mount Meru u. Shira leider nicht sehen. Unser Führer Amani legte
wieder ein beachtliches Tempo vor, sodass wir nach 1 Std. ein 30 Minuten
vorher gestartetes deutsches Pärchen eingeholt hatten. Die Sicht betrug
zeitweise gerademal 100 - 200 m. Das verlieh den gelegentlich
auftauchenden flechtenbehangenen Heidebäumen ein noch geheimnisvolleres
Aussehen. Für die heutige Etappe waren 4 - 5 Std. eingeplant. Wir
schafften es in 3 1/2 Std. u. waren somit die ersten die das Shira-Camp
auf 3.800 m Höhe erreichten. Die Träger hatten uns unterwegs überholt u.
so wurde unser Zelt bei unserer Ankunft gerade fertig. Gott sei Dank waren
wir so flott unterwegs, denn kaum als wir uns im Zelt eingerichtet hatten
begann es stark zu regnen. Die israel. Gruppe, mit der wir gleichzeitig
losgingen, kam im strömenden Regen 2 Std. nach uns an. Im Zelt verspeisten
wir unser Lunchpaket, das wir bereits in der Früh erhielten.
Der obligatorische heiße Tee u. Kaffee sowie die frisch zubereiteten
Popcorn u. warme Erdnüsse wurden auch serviert.
Wir konnten am Nachmittag immer nur kurz das Zelt verlassen, da es immer
wieder regnete. Um 17 h wurde uns im Zelt wieder ein reichhaltiges
Nachtmahl serviert u. bereits um 19 h begaben wir uns in die warmen
Schlafsäcke.
Montag,
2.12.02
In der Nacht hörten wir 2 x den Regen auf unser Zelt prasseln u. es war
bitterkalt (6 Grad im Zelt). Die letzten 2 Std. bis zur Tagwache um 6 h
konnte Gerhard trotz seiner langen, warmen Unterwäsche vor lauter Kälte
nicht mehr schlafen. Ich schlief diese Nacht sehr gut u. mir war zum Glück
nicht kalt!
Nachdem wir in der Früh das Zelt öffneten sahen wir endlich mal den
schneebedeckten Kili. Das schlechte Wetter u. der Nebel hatte sich
verzogen u. die Sonne kam heraus.
Nach dem Fruehstueck starteten wir kurz vor 8 h als erste Gruppe. Wir
stiegen über eine weite Lavawüste bis auf 4.500 m auf. Unterwegs dachten
wir einen Wolf zu sehen, doch unser Führer erklärte uns, dass es ein
wilder Hund war.
Nach einer kurzen Rast ging es zum Baranco Camp größtenteils abwärts. Das
letzte Stück war landschaftlich sehr interessant, da hier viele bis zu 6 m
hohe Senecienbäume wachsen. Wir konnten es jedoch nicht richtig genießen,
da schon wieder Regen einsetzte. Im Moment beginnt gerade die kleine
Regenzeit u. so müssen wir täglich am Nachmittag mit Regen rechnen. Als
wir das Camp erreichten war unser Zelt bereits wieder fertig. Den ganzen
Nachmittag regnete es wieder. Erst gegen Abend hörte es auf u. man sah
kurz den noch weit entfernten Kili. Mir ging es nicht besonders gut. Ich
hatte Probleme mit meinem Magen u. unterwegs sogar einmal erbrochen. Zum
Abendessen vertrug ich nur Suppe; die Hauptspeise musste ich auslassen!
Danach suchten wir die Israelis auf, die einen deutschsprachigen Arzt
mithatten. Er ist zwar Gynäkologe, aber er gab mir 2 Pillen für den Magen.
Dienstag,
3.12.02
In der Nacht ging es mir mit dem Magen wieder besser, doch bekam ich
plötzlich Kopfschmerzen u. nahm daher ein Aspro. Obwohl ich in der Früh
wieder eine Pille schluckte, brachte ich zum Frühstück lediglich eine
Scheibe Toastbrot mit Butter u. Marmelade hinunter. Ich bewunderte Gerhard
der keinerlei Beschwerden hatte u. wie ein Müllschlucker ass.
In dieser Nacht hatte es im Zelt nur mehr 4 Grad. Der ausgeliehene
Schlafsack von Gerhard dürfte für diese Temperaturen nicht geeignet sein.
Er schlief in voller Adjustierung u. es war ihm schon wieder kalt!
Am Kili sollte man 4 - 5 Lit. am Tag trinken um
das Blut flüssig zu halten. Die Flüssigkeit läuft praktisch nur durch den
Körper durch. Man sucht ständig nach Büschen und
Felsen. Das nervt, vor allem in der Nacht. Wir haben uns daher fürs
Wasserlassen eine eigene Toilette gebastelt (abgeschnittene
Wasserflasche!)
Beim Frühstück zeigte
sich der Berg von seiner schönsten Seite, jedoch sahen wir auch die steil
aufragende Felswand, die wir heute hochklettern mußten.
Einige Träger waren schon unterwegs u. riefen herunter. Wir bekamen es ein
bisschen mit der Angst zu tun. Beim Aufbruch um 8 h schien endlich einmal
die Sonne, doch der vom Tal heraufziehende Nebel umhüllte uns bald. Zum
ersten Mal benötigten wir zum Klettern auch beide Hände; doch zum Umdrehen
war es zu spät!
Oben angekommen ging es wieder recht steil hinab ins Karanga-Tal u. der
tägliche Regen ließ auch nicht lange auf sich
warten (dies bereits am Vormittag). Wir legten wieder die Regenkleidung an
und da ich schon weiche Knie bekam, weil ich
zuwenig gefrühstückt hatte, stärkte ich mich mit
einem Beutel Enervitene.
Die letzte halbe Stunde ging es dann wieder steil bergan u. durch meine
wiedergewonnene Kraft hatte sogar Gerhard Mühe mit mir Schritt zu halten.
Bereits nach 2 1/2 Std. erreichten wir unser Camp u. diesmal war unser
Zelt noch nicht fertig gestellt. Wir waren jeden Tag früher als geplant im
Ziel, da unser Führer sobald der erste Regentropfen fiel, ein enormes
Tempo vorlegte. Morgen müssen wir ihn bremsen, damit sich der Körper an
die Höhe anpassen kann, wenn man langsamer aufsteigt.
Mein Magen hatte sich wieder erholt u. das warme Mittagessen schmeckte mir
wieder.
Den ganzen Nachmittag konnten wir das Zelt nicht verlassen, da es ständig
regnete. Erst nach dem Abendessen klarte es auf u. wir sahen den Kili mit
seinen Schneezungen vor uns.
Mittwoch,
4.12.02
Gerhard hat fast nichts geschlafen, da seine Luftmatratze aus
unerklärlichen Gründen ein Loch bekam. Ich schlief so gut wie noch nie.
Die Frühtemperatur im Zelt betrug 4 Grad, Außentemperatur 3 Grad. Für
kurze Zeit schien sogar die Sonne. Der Ausblick war grandios: vor uns der
Kili unter uns eine Wolkendecke. Gemeinsam mit einem Stuttgarter Pärchen
wanderten wir los. Wir bekamen die dünne Luft schön langsam zu spüren u.
bewegten uns nur mehr im Schneckentempo vorwärts. Um nicht zu schnell an
Höhe zu gewinnen, gingen wir Zick-Zack über die Mondlandschaft. Nach 2
Std. 10 Min. erreichten wir diesmal ohne Regen Barafu Hut in 4.600 m Höhe.
Die in 6 Tagen die Tour absolvieren sind schon gestern bis hierher
gegangen. Hier befindet sich das letzte Basislager vor dem Gipfel. Als wir
das Camp erreichten kamen gerade die letzten Gipfelstürmer vom Kili
herunter. 3 Österreicher erzählten über die enormen Strapazen des
Aufstiegs u. der extremen Kälte u. waren glücklich es geschafft zu haben.
Kaum war unser Zelt aufgestellt kam bereits wieder der Nebel u.
Schneeregen setzte ein. Der Wind blies durch unser Zelt u. wir zogen
bereits all unsere warme Kleidung an. Um 14 h kam die Sonne zum Vorschein
u. es wurde angenehm warm. Wir konnten es kaum glauben, als um diese Zeit
ein Kanadier mit seinem Führer vom Gipfel herunterkam. Er bat uns um Tee
u. etwas zu essen, da er am Ende seiner Kräfte war. Doch bald zog wieder
der Nebel vom Tal herauf u. wir schlüpften wieder in unsere Schlafsäcke.
Das Wetter wechselte fast minütlich. Beim Abendessen schien wieder die
Sonne u. wir sahen erstmals den Berg Mawenzi. In unserem Camp gab es
massenhaft braungestreifte, Fettgefressene Mäuse. Sie sind besonders frech
u. man muss aufpassen, dass sie nicht ins Zelt huschen. Nach dem
Abendessen folgte die tägliche. Instruktion unseres Führers. Für den
nächtlichen Aufstieg: Tagwache 23 Uhr, um 23,30
Uhr Tee, Kaffee und Kekse, Aufbruch um 24 Uhr.
Donnerstag,
5.12.02 / 16:05 (von
Gerhard am 06.12.2002)
Bericht folgt.
>>>
Haben den Killi geschafft.<<<
Dienstag, 10.12.2002 16:49
Der Sturm, der um unser Zelt peitschte, weckte uns bereits um 22 Uhr.
Obwohl es Graupelschauer gab hatten wir eine Außentemperatur von 6 Grad.
Im Camp herrschte reges Treiben. Mit Stirnlampen ausgerüstet
brachen wir mit 2 Führern bei sternenklarem
Himmel als 3. Gruppe um 0,10 h auf. Unser Führer
legte wieder ein für uns enormes Tempo vor und
nach einer 1/2 Std. hatten wir bereits beide Gruppen überholt.
Abwechselnd ging es uns mal besser mal schlechter. Zeitweise hatten wir
sogar Schwindelanfälle. Wir wussten nicht, ob es
an der Höhe lag oder aber da wir kein richtiges
Frühstück gegessen
hatten. Wir tankten daher wieder Kraft mit
Enervitene u. ich nahm zusätzlich eine halbe Tablette DIAMOX (Medikament
gegen Höhenkrankheit). Dieses Medikament nahm
ich bereits 2 x vorher, da es mir der israelische
Arzt zur Vorbeugung empfohlen hatte. Der Aufstieg wurde immer steiler, die
Luft immer dünner und
jeder Schritt kostete uns Mühe; zudem wehte ein
eiskalter Wind. Zum Trinken und zum Wasserlassen
blieben wir nur kurz stehen, um nicht auszukühlen.
Der Aufstieg war so steil geworden, der Sand unter den Füssen
so lose, dass mein Gehirn voll damit ausgelastet war, Atmung und Steigung
inkl. Zurückrutschen zu koordinieren. Plötzlich
sahen wir ober uns Lichter und unser Führer
erklärte uns, dass hier die einfache Coca-Cola
Route dazustösst und
es nur mehr 30 Min. bis zum Stella-Point sind. Diesen erreichten wir
bereits um 4,45 h. Bei Erreichen dieses Punktes gilt der Kili als
bestiegen. Hier stärkten wir uns noch einmal für
die restlichen 200 Höhenmeter. Das letzte Stück
bis zum Uhuru-Peak 5.895 m war zum Glück nicht
mehr steil. Im Osten brach die Dämmerung
an und zur Linken lag der Gletscher,
während rechts das große Loch des Kraters ist,
der übrigens noch nicht erloschen ist. Wir
bewegten uns am Kraterrand entlang u. erreichten kurz vor 6 h das Dach
Afrikas. Hier wehte ein eisigkalter Wind (- 10 Grad) doch wir warteten den
Sonnenaufgang ab. Auf dem Rückweg trafen wir
noch die restlichen Gruppen unseres Camps und
wir ermunterten sie auszuharren. In der israelischen
Gruppe befand sich ein ehemaliger Soldat, der trotz Arm- und
Beinprothese den Aufstieg schaffte. Ab Stella-Point nahmen wir eine andere
Abstiegsroute, die grösstenteils
über steil abfallende Lavafelder führte.
Die meiste Zeit rutschten wir wie auf einer Schipiste hinunter und
nach 2 Std. erreichten wir wieder das Basislager. Wir hatten 1 Std. Zeit
um uns auszuruhen und zu stärken.
Anschließend erfolgte ein 3-stündiger Abstieg in
das Rau Camp auf 3.200 m Höhe. Insgesamt waren
wir heute 11 Std. auf den Beinen und
dementsprechend fühlten wir uns auch!
Freitag, 6.12.02 / 07:13 -
Dar es Salaam
In der Nacht hatte es stark geregnet. Beim Fruehstueck lichtete sich kurz
der Neben u. ich sah, dass der Kili weit herunter verschneit war. Bei
unserer Besteigung hatten wir offensichtlich großes Wetterglück!
Wir marschierten schon um 7 h los u. wussten noch nicht, dass es der
härteste Tag unserer Tour wird. Zuerst gingen wir noch eine 3/4 Std. durch
busch- und strauchbewachsenes Hochland bevor wir in den Regenwald
eintauchten. Wir hatten bis jetzt schon zahlreiche Regenwälder in den
verschiedensten Regionen der Welt gesehen, aber erst seit heute wissen wir
was ein richtiger Regenwald ist!
Zuerst führte der Weg noch durch einen verzauberten "Feenwald" bis wir mit
dem Schlamm Bekanntschaft machten, der nun unsere ganze Aufmerksamkeit in
Anspruch nahm. Je weiter wir hinunterkamen umso schlimmer wurde es. Der
Weg bestand nur noch aus ein paar tief ausgetretenen, schmierigen Rinnen
im gelb-orangefarbenem Boden. Wo das Wasser nicht abrinnen konnte
verwandelte sich das Ganze in einen schleimigen Brei. Zuerst versuchten
wir noch den Pfützen auszuweichen, doch als wir die ersten Stürze in den
Gatsch hinter uns hatten u. uns unsere Träger mit dem Gepäck auf dem Kopf
balancierend überholten u. geradewegs durch den Schlamm gingen, machten
wir es ihnen gleich. Zeitweise ging es recht steil bergab, wo wir mehr
gerutscht als gegangen sind. Ich habe unsere interne Wertung 4:3 gewonnen,
d.h. wir hatten insgesamt 7 Kapitalstürze in den Dreck, wobei es Gerhard
einmal sogar im Stehen die Beine wegzog. An dieser Stelle möchten wir uns
noch sehr herzlich bei unserem Freund Karli N. bedanken, der uns den Rat
gab am ersten u. am letzten Tag alte Sportschuhe anzuziehen!
Die letzte Stunde führte uns durch wesentlich trockeneren hochstämmigen
Wald. Am Checkpoint angekommen sahen wir buchstäblich aus wie die
Schweine. Nachdem wir uns halbwegs gewaschen hatten (den eingetrockneten
Schlamm bekommt man fast nicht von der Haut) u. umgezogen waren trugen wir
uns in das Besucherbuch ein u. erhielten unsere Urkunden für den
Gipfelerfolg.
Mit dem Jeep unseres Veranstalters fuhren wir gemeinsam mit den Führern u.
Trägern zurück nach Arusha. Zuvor hielten wir noch bei einem Restaurant in
Moshi, wo wir ein Mittagessen nach freier Wahl erhielten. Unsere 5
Begleiter (Führer u. Träger) mussten in der Zwischenzeit im Auto warten.
In Arusha angekommen brachte man uns zuerst zur Veranstalterfirma, wo wir
unsere hinterlegten Sachen abholten u. die geforderten Trinkgelder an die
Crew verteilten. Weiters buchten wir für den nächsten Tag eine 4-taegige
Safari.
In dem Gästehaus in dem wir vorher ein Zimmer reserviert hatten war alles
ausgebucht u. wir ließen uns zu einem anderem bringen. Da es kurz vor dem
Dunkelwerden war getraute ich mich nicht mehr aus dem Zimmer u. Gerhard
zog mit nur ein bisschen Kleingeld in den Taschen los um Wasser für die
Safari einzukaufen. Er kam bald zurück, da die Geschäfte schon um 17 h
geschlossen hatten.
Samstag, 7.12.02 - Dar es Salaam
Diesmal wurden wir von Shidolya Tours pünktlich zur vereinbarten Zeit
abgeholt. Zuerst ging es zum Office, wo wir noch ein franz. Pärchen u. den
Koch abholten. Auf dem Weg zum Lake Manyara Nationalpark, der uns durch
ländliches Gebiet führte, sahen wir viele traditionell gekleidete Masai
auf Fahrrädern u. kleine Kinder beim Hüten der Viehherden.
Anfangs war die Strasse noch gut asphaltiert, aber die letzten 20 km war
es nur mehr eine staubige, holprige Piste. Kurz vor dem Eingang in den
Nationalpark wurden in einer wunderschönen grünen Gartenanlage mit
herrlichen Blumen unsere Zelte aufgeschlagen. Der Campingplatz verfügte
auch über eine große Halle mit Bar u. TV. Auch die Dusch- u.
Toiletteanlagen waren aussergewoehnlich sauber. Nach einem ausgiebigen
Picknick-Lunch u. einer kleinen Siesta ging es endlich auf die "Pirsch",
hier Game Drive genannt. Wir hatten nicht erwartet gleich so viele wilde
Tiere zu Gesicht zu bekommen: Zebras, Giraffen, Gazellen, riesige
Pavianherden, Warzenschweine, Elefanten mit Babys, jede Menge bunter Vögel
(u.a. auch Flamingos, Pelikane, Störche, Enten, Marabus, usw.) u. zu guter
Letzt 2 Löwinnen, die auf Baumästen dösten, sowie ein Hippo (Flusspferd).
An einer Stelle am Ufer des Sees war es gestattet das Auto zu verlassen.
Da das Gelände hier sehr spärlich bewachsen ist u. Löwen sowie andere
angriffslustige Tiere schon von weitem auszumachen sind, kann man sich
hier die Beine vertreten.
Nach der Rückkehr ins Camp wurde uns ein hervorragendes Abendessen
serviert, das der Koch inzwischen zubereitet hatte.
Sonntag, 8.12.02 - Dar es Salaam
In der Nacht plagten mich die Moskitos, dies obwohl wir im Zelt unser
eigenes Moskitonetz montiert hatten.
Nach dem Fruehstueck brachen wir auf in Richtung Serengeti. Zunächst
fuhren wir die Westseite des afrik. Grabens hoch. Fast oben angekommen
hielten wir kurz um den fantastischen Ausblick auf den Lake Manyara NP
noch einmal zu genießen. Nach einer endlos scheinenden Fahrt durch etliche
kleine Dörfer erreichten wir den Kraterrad des Ngorongor Kraters in 2.000
m Höhe. Weiter ging es durch grünes Weideland der Masai. Je weiter wir
hinunter in Richtung Ebene kamen umso trockener wurde das Land u. umso
schlechter die ohnehin schon miserable Piste.
Nach einer weiteren 3/4 Std. erreichten wir eine Hügelgruppe inmitten
einer topfebenen Landschaft, der Checkpoint für die Serengeti. Nachdem die
Nationalp. Gebühr entrichtet war ging es weiter u. schon bald zeigten sich
die ersten Bewohner dieser Gegend. Abgesehen von den allgegenwärtigen
Gazellen bekamen wir Strauße, Gnus u. Zebras zu Gesicht. Mitten in der
Wildnis hielten wir kurz an um unsere Lunchpakete zu vertilgen. Je weiter
wir ins Zentrum der Serengeti fuhren, desto mehr Tieren begegneten wir u.
es dauerte nicht lange bis uns die erste Löwin über den Weg lief. Sie trug
ein Halsband mit einem Sender.
Zu unserer Freude sahen wir auf einem ausladenden Baum einen Geparden
dösen. Nachdem, wir noch eine weitere Gruppe Löwen (diesmal ohne Sender)
u. anderes Getier sahen, trafen wir kurz nach 18 h in unserem Busch-Camp
ein. Wir waren froh, nach 9 Std. Fahrt auf holpriger, staubiger Strasse,
endlich aus dem Auto zu kommen. Rasch waren die Zelte aufgebaut u. wir
schafften es noch kurz vor Sonnenuntergang zu duschen (da kein Strom
vorhanden war, gab es auch nur kaltes Wasser!). Die Speisen wurden von den
Köchen in einer ca. 50 m2 großen vergitterten Baracke zubereitet. Jeder
Koch machte am Boden sein eigenes Feuer. Das Essen wurde bei
Petroleumlicht unter sternenklarem Himmel serviert.
Danach wurden wir über die nächtlichen Verhaltensregeln in der Wildnis
instruiert. Man darf nichts vor dem Zelt liegen lassen, keine Lebensmittel
im Zelt haben. Wenn man auf die Toilette muss, soll man zuerst aus dem
Zelt schauen, dann die Gegend ableuchten u. sich nicht zu weit vom Zelt
entfernen. Wir würden wahrscheinlich in der Nacht Löwen u. Hyänen hören,
da diese die Lebensmittel in der Kochbaracke riechen, hören.
Vor dem Schlafengehen sahen wir noch den Ranger mit dem Gewehr
herumspazieren. Mit gemischten Gefühlen zogen wir uns zurück!
Montag, 9.12.02 - Dar es Salaam
Durchfall in der Serengeti;
natürlich wieder bei Gerhard oder war es die Angst vor den Löwen in der
Nacht???????
Um 1 h weckte mich Gerhard, da er dringend zur Toilette musste. Nachdem er
sich angezogen hatte öffneten wir vorsichtig das Zelt u. leuchteten in die
Dunkelheit. An die 10 Augenpaare blitzten uns entgegen. Nachdem wir den
Strahl der Lampe stärker gestellt hatten, merkten wir, dass es sich um
friedlich grasende Gazellen handelte, die nur 10 m vom Zelt entfernt waren
u. sich vom Licht nicht aus der Ruhe bringen ließen. Mit einem
Taschenmesser bewaffnet wagte sich Gerhard zum 70 m entfernten Plumpsklo.
Er hatte heftigen Durchfall. Nachdem er zurück war konnten wir eine
Zeitlang nicht einschlafen u. belauschten die Umgebung. Es gab
ungewöhnliche Brüllgeraeusche in weiter Entfernung u. plötzlich auch ganz
in der Nähe. Doch als wir aus dem Zelt blickten, sahen wir nichts als
einen Hasen u. die Gazellen.
Um 6 h Früh gab es Tee, Kaffee u. Kekse u. danach ging es auf die
Morgenpirsch, wo wir gleich Jagdglück hatten. Auf einem Felsblock trieb
sich ein Rudel Loewe mit Jungen herum. Etwas abseits verspeiste der
Löwenpapa die letzten Überreste eines in der Nacht erlegten Gnus.
Zahlreiche Aasfresser, wie Geier, Schakale, Hyänen u. Adler warteten
geduldig bis er satt war, um sich danach um die Reste zu streiten; ein
interessantes Schauspiel.
Als wir weiterfuhren stießen wir auf eine unbeschreibliche Riesenkarawane
von Gnus u. einigen Zebras. Eine halbe Stunde beobachteten wir das Treiben
u. als wir weiterfuhren war am Horizont noch kein Ende abzusehen; es
müssen tausende Tiere gewesen sein.
An einer tiefen Wasserstelle suhlten sich ca. 10 Hippos mit einem Baby u.
am Uferrand lag regungslos ein ca. 3 m langes Krokodil. Anscheinend war es
satt, da es sich nicht bewegte als eine Herde Zebras u. Gnus zum Trinken
kam. Am Weg zurück ins Camp kamen wir noch einige Male an friedlich unter
schattenspendenden Bäumen schlummernden Löwen vorbei.
Um 11,30 h war die Pirsch zu Ende u. es wurde uns im Lager ein ausgiebiger
Brunch serviert. Anschließend fuhren wir über die Holperpiste zurück in
den Ngorongoro NP. Der Campingplatz liegt am Kraterrand auf 2.000 m Höhe
u. es war dementsprechend kühl, doch hatten wir eine grandiose Aussicht in
den Krater.
Dienstag, 10.12.02 - Sansibar
2 Stk. Imodium hatten Gerhard wieder aufgerichtet u. zum Glück ist sein
Durchfall wieder vorbei.
Das franz. Pärchen übernachtete in einer Lodge, da es Angst hatte die
Nacht im Zelt sei zu kalt. Für unsere Verhältnisse war es gerade angenehm.
In den Ngorongoro Krater (16 x 20 km groß) führte ein holpriger, steil
abfallender Pfad. Der Krater ist Heimat einer großartigen Tierwelt. Alle
Wildtiere außer Giraffen u. Impalas (sie können die steilen Kraterwände
nicht bewältigen) sind hier vertreten. Unter den grasenden Wildtieren
sahen wir auch Viehherden der Masai, die morgens ihre Tiere in den Krater
führten.
Unser Führer Crisbin fand mit seinem geschulten Auge auch die
verstecktesten Tiere u.a. die "Big Five" der afrik. Tierwelt: Loewe,
Büffel, Elefant, Nashorn u. Leopard. Diese sind aufgrund ihres Fells,
Elfenbeins u. Trophäe die begehrtesten Tiere Afrikas. Wir waren überrascht
hier so viele große Herden anzutreffen.
Die Mittagsrast verbrachten wir an einem kleinen Süßwassersee, in dem sich
zahlreiche Flusspferde suhlten. Gerade als die Französin ihr Sandwich aus
der Lunchbox nahm, stürzte ein großer Greifvogel, der wie ein Adler
aussah, blitzschnell vom Himmel u. entriss es ihr.
Als heftiger Regen einsetzte fuhren wir die steile Ausfahrtsstrasse hoch
u. es ging in 4 Std. zurück nach Arusha.
Mittwoch, 11.12.02 - Stone Town, Sansibar
Mit einem Luxusbus von Scandinavian-Express (lt. Reiseführer eines der
sichersten Unternehmen) fuhren wir die über 700 km in 9 Stunden nach Dar
es Salaam. Der Bus verfügte über Video u. Toilette u. die Stewardess
reichte Snacks u. Getränke. Knapp vor dem Dunkelwerden erreichten wir
unser Ziel. In dem aus dem Reiseführer ausgesuchten Hotel bekamen wir
gerade noch das letzte freie Zimmer. Die Wände im Zimmer waren frisch
lackiert, dementsprechend stank es nach Farbe, doch aufgrund der
hereinbrechenden Dunkelheit hatten wir keine Zeit mehr ein anderes Hotel
zu suchen. Auch in dieser Stadt herrscht eine hohe Kriminalitätsrate u.
man sollte daher nachts nicht auf die Strasse gehen.
Um 21 Uhr hatte es trotz Deckenventilator u. 2 offenen Fenstern 30 Grad im
Zimmer.
Donnerstag, 12.12.02 - Stone Town, Sansibar
6,30 Uhr - Zimmertemperatur 28 Grad; es war buchstäblich eine heiße Nacht.
Trotz der frühen Stunde herrschte ein turbulentes Treiben auf den
Strassen. Um 7 h zogen wir ohne Gepäck los; zuerst zum Busbahnhof, um uns
über die Verbindung nach Mombasa zu erkundigen u. anschließend zum
Fährhafen um die Tickets für die Überfahrt nach Sansibar zu kaufen. Vor
jedem Ticketschalter der verschiedenen Reedereien bedrängten uns Keiler.
Es dauerte einige Zeit bis wir uns einen Überblick verschafft hatten. Als
wir endlich das schnellste Boot gefunden hatten, konnten wir das Ticket
nicht kaufen, da man dazu den Reisepass benötigte u. der war im Hotel.
Also wieder zurück ins Hotel. Zimmer räumen u. wieder retour!
Das Ticket pro Person kostete US-S 30,-- + 5,- Hafengebühr. Ausländer
bezahlen mehr und müssen in Dollar bezahlen. Nachdem wir die Tickets in
der Tasche hatten ging ich ins Internetcafe u. Gerhard in der Zwischenzeit
Geld wechseln u. ein Fruehstueck besorgen.
Pünktlich um 10,30 h fuhr das Tragflügelboot ab u. brauchte trotz ruhige
See statt der versprochenen 90 Minuten 130 Minuten. Obwohl Sansibar zu
Tanzania gehört, mussten wir ein Visum ausfüllen u. bekamen einen
Einreisestempel in den Pass. Gleich nach Verlassen des Hafens wurden wir
von unzähligen Schwarzen regelrecht "überfallen". Man nennt sie hier
"papaasi", was so viel wie Zecke/Parasit bedeutet. Zum einen wollten sie
uns ein Hotel vermitteln, an dem sie natürlich mitkassieren, oder ihre
Taxidienste anbieten oder sogleich als Führer für den ganzen Tag tätig
werden, um am Ende des Tages ein angemessenes Trinkgeld zu erhalten. Wir
ließen uns von einem ein Hotel zeigen u. somit konnten wir die Meute
loswerden. Das Hotel lag sehr nahe am Hafen u. auch das
Preis/Leistungsverhältnis stimmte. Am Nachmittag durchstreiften wir die
Altstadt von Stone Town. In den unzähligen schmalen Gassen (nur ein paar
davon sind mit dem Auto befahrbar) reihen sich diverse Handwerksbetriebe,
kleine Geschäfte u. Souvenierläden dicht aneinander.
Endlich kamen wir auch kulinarisch auf unsere Kosten, denn hier gibt es
die verschiedensten Fische in allen Variationen.
Freitag, 13.12.02 - Stone Town, Sansibar
Wie schon letzte Nacht hatten wir diesmal wieder das Pech in der Nähe
einer Moschee zu wohnen u. wieder genau um 4,45 h weckte uns der Muezzin
mit seinem Gebet, das mittels Lautsprecher ausgestrahlt wurde. Das ganze
Spektakel dauert jeden Tag nur 10 Minuten. Zudem war es drückend heiß - 30
Grad im Raum!
Beim Fruehstueck baten wir die Hotelchefin uns eine Transportmöglichkeit
in den Norden der Insel zu organisieren. Um 8 h wurden wir von einem Boy
abgeholt u. zur Hauptstrasse gebracht, wo wir ungefähr 45 Min. auf einen
Kleinbus warteten, der schlussendlich bereits überbelegt war. Nachdem es
zwischen einigen Schwarzen einen riesigen Streit gab kam dann noch ein
weiterer Bus u. 3 Leute vom überbesetzten Bus mussten in unserem Bus
umsteigen. Für die 57 km nach Nungwi brauchten wir 1 1/2 Std. da die
letzten 15 km eine extreme Schlaglochpiste war.
Wir hatten 3 verschiedene Bungalowanlagen in die Auswahl genommen. Als wir
sie unserem Fahrer nannten lachte er nur u. erklärte uns, dass alle 3
abgebrannt seien u. er würde uns zu einer anderen bringen. Vorerst
glaubten wir ihm nicht, da im Reiseführer vor solchen Machenschaften
gewarnt wird, da die Fahrer versuchen die Leute dorthin zu bringen wo sie
die meiste Provision bekommen. Als wir ankamen sahen wir, dass hier ein
Riesenfeuer gewütet haben muss, wo nicht nur Bungalowanlagen, sondern auch
2 Tauchschulen, Internet-Cafe u. Geschäfte abgebrannt sind.
Aufgrund dessen war die Auswahl etwas beschränkt u. die Preise etwas
höher. Als Entschädigung dafür fanden wir hier ein Bilderbuch-Paradies mit
puderig weißem Sandstrand, türkisblauem 28 Grad warmen Wasser vor. Obwohl
wir den ganzen Tag im Schatten einer Palme gut eingecremt verbrachten war
unsere Haut am Abend leicht gerötet. Im Schatten hatte es gemessene 35
Grad. Zu Mittag und am Abend aßen wir köstlichen vor unseren Augen
zubereiteten Fisch.
Samstag, 14.12.02 - Stone Town, Sansibar
Vor dem Fruehstueck spazierten wir durch das kleine Fischerdorf. Fast alle
Häuser sind aus Korallenblöcken gebaut u. nicht verputzt. Hier kann man
barfuss gehen, da man sich nur auf weißem Sand bewegt. Auf dem Weg zurück
am Strand entlang lag ein toter Delphin, der sich anscheinend in einem
Fischernetz verfangen hatte. Die Kinder die ihn bewachten sprachen leider
kein Englisch, aber für ein Foto hätten wir bezahlen müssen.
Den restlichen Tag lagen wir faul unter der Palme u. suchten beim
Schnorcheln etwas Abkühlung.
Am Nachmittag war es interessant die Rückkehr der Fischer zu beobachten.
Frauen u. Kinder warteten mit riesigen Plastikkübeln im Schatten auf die
eintreffenden Boote. Sobald ein Boot in Ufernähe kam stürmten sie ins
Wasser um den Fischern ihren Fang abzukaufen. Es handelte sich um kleine
Sardinen, die sie im Dorf zum Trocknen auflegen.
Sonntag, 15.12.02 - Stone Town, Sansibar
Gerhard machte einen Tagesauflug auf die Insel Mnemba zum Tauchen. Auf den
2 Tauchgängen sah er 3 Schildkröten, 1 Muräne, zahlreiche Großfische u.
viele bunte Korallenstöcke. Leider dauerte die Anfahrt zum Tauchplatz
aufgrund des langsamen Bootes 2 Std. u. das im Preis enthaltene
Mittagessen bestand lediglich aus einem Chapati (Palatschinke) bestrichen
mit Streichkäse u. 3 Tomatenscheiben u. 1 Fl. Wasser.
Dafür schmeckte ihm das Abendessen: gegrillter Gelbflossenthunfisch in
Safransauce u. mir natürlich die gegrillten Kalamari.
Ich genoss inzwischen den letzten Badetag auf Sansibar.
Montag, 16.12.02 - Dar Es Salaam
In der Früh erlebten wir am Strand eine riesige Überraschung, denn es
herrschte im Gegensatz zu den anderen Tagen, extreme Ebbe. Das Meer sah
überhaupt nicht einladend aus.
Pünktlich wie vereinbart wurden wir abgeholt. 9 Personen saßen bereits im
Minibus u. wir durften zum Glück vorne beim Fahrer sitzen. In Stone Town
stiegen wir beim Hafen aus u. kauften für den nächsten Tag Tickets für die
Schnellfähre um 7 Uhr Früh.
Wir nahmen wieder im gleichen Hotel ein Zimmer. Den Nachmittag verbrachten
wir mit Bummeln durch den Bazar u. die Markthalle.
Nach dem Sonnenuntergang wurden in einer Parkanlage am Meer zahlreiche
Grillstände aufgebaut, wo man frisch gegrillten Fisch, Fischspieße,
Calamari, Langusten sowie Sansibar Pizza (dünne Palatschinken mit Fleisch
u. Gemüse gefüllt), Fruchtsäfte u. Obst erhielt. Bis in die späten
Abendstunden treffen sich hier Touristen sowie Sansibars auf einen Plausch
mit Snacks.
Dienstag, 17.12.02 - Dar Es Salaam
Die hohe Luftfeuchtigkeit ist unerträglich. Ich kann in der Nacht fast
nicht schlafen!
Um 9 Uhr legte die Fähre in Dar Es Salaam an.
Wir brachten unser Gepäck in ein Hotel u. machten uns auf, um die Tickets
für die Busfahrt nach Mombasa zu kaufen. Nicht weit von der Busstation
befindet sich der größte Supermarkt der Stadt, indem es neben südafrikan.
u. kenianischen auch viele europ. Produkte zu kaufen gibt. Hier deckten
wir uns für die 10-stuendige Busfahrt nach Mombasa mit Getränken u. Snacks
ein. Anschließend unternahmen wir noch einen Stadtrundgang u. besichtigten
die alten Verwaltungsgebäuden u. Residenzen aus der Zeit
Deutsch-Ostafrikas.
Mittwoch, 18.12.02 - Mombasa, Kenia
Ein langer Tag auf der Strasse! Die Fahrt mit dem Bus von
Scandinavian-Express dauerte 10 1/2 Std. bis nach Mombasa. Der Bus hatte
keine Toilette u. so blieb er einmal auf offener Landstrasse stehen. Der
Schaffner schickte die Herren an die Vorderseite u. die Damen an die
Rückseite des Busses zum Wasserlassen.
Die letzten 70 km bis zur tansanischen Grenze gab es lediglich eine
Naturpiste.
Nach Erhalten des Ausreisestempels fuhren wir noch einige Kilometer im
Niemandsland auf wieder gut asphaltierter Strasse. Die
Einreiseformalitäten waren etwas umständlich u. nahmen einige Zeit in
Anspruch. Nach 3 Kontrollen bekamen wir endlich den Einreisestempel u. zu
guter Letzt mussten wir noch unser Gepäck vom Bus ausladen u. zum Zoll
schleppen. Es war aber ein freundlicher Beamter, der sogar ein paar
Brocken Deutsch sprach.
Kurz vor Mombasa mussten wir noch einmal aus dem Bus aussteigen, da
Mombasa auf einer Insel liegt u. von Süden her nur mit einer Fähre zu
erreichen ist. Dies dauerte wiederum eine 3/4 Std. da für unseren hohen
Bus extra eine größere Fähre eingesetzt werden musste. Da wieder einmal
die Nacht hereinbrach nahmen wir das erstbeste Gästehaus. Es war zwar eine
Zumutung, das Zimmer war so groß wie ein Schuhkarton, aber wir haben auch
das überlebt.
Donnerstag, 19.12.02 - Mombasa, Kenia
Um 6 h Früh weckte uns der starke Straßenlärm, also schlenderten wir durch
das morgendliche Mombasa bis um 9 h endlich die Banken öffneten. Nachdem
wir Geld gewechselt hatten kauften wir am Bahnhof die Fahrkarten für 1.
Klasse Schlafwagen nach Nairobi (in der 2. Klasse wäre man nach
Geschlechtern getrennt). In der Nähe des Bahnhofs fanden wir ein gutes
Hotel für die nächste Nacht, zwar 8 x so teuer wie die letzte Nacht, doch
dafür hat es europ. Standard mit Pool, Sauna u. Fitnessraum.
Mit einem so genannten Matatu (extrem überladenes Sammeltaxi) machten wir
uns zu den Nordstränden von Mombasa auf. Unterwegs stoppte uns die Polizei
u. dem Fahrer wurde kurzfristig der Autoschlüssel abgenommen. Einige der
Fahrgäste verloren die Geduld u. stiegen in ein anderes Matatu um. Nach
einiger Zeit ging es dann doch weiter.
Der Strand war entäuschend; zwar schöner weißer Sand, doch herrschte
extreme Ebbe. Im Laufe des Nachmittags setzte zwar die Flut ein, doch
durch das viele Seegras verspürten wir keine Lust zum Schwimmen.
Am Abend probierten wir einige kenianische Spezialitäten vom Grill.
Freitag, 20.12.02 - Nairobi
Im 6. Stock des Hotels hörten wir keinen Strassenlaerm, doch wieder einmal
weckte uns um 4,45 Uhr der Muezzin mit seinem Gesang. Es hörte sich an,
als stehe er neben meinem Bett. Das Frühstücks-Buffet befand sich auf der
Terrasse im 1. Stock neben dem Pool u. man hatte keine andere Möglichkeit
als in der prallen Sonne zu sitzen!
Zu Fuß schlenderten wir zur Likoni-Fähre wo bereits ein turbulentes
Treiben herrschte. Die Fußgänger werden erst aufs Schiff gelassen wenn die
Autos schon an Bord sind. Es ist interessant zu beobachten, wenn die
Menschenmasse auf der anderen Seite gleichzeitig die Rampe hoch, vorbei an
den zahlreichen Erfrischungsständen u. sonstigen Händlern zu den wartenden
Matatus strömen.
Auch wir bestiegen eines um zum 40 km entfernten südlich von Mombasa
liegenden Diani-Beach zu gelangen. Als wir endlich losfuhren waren in dem
Toyota-Bus (bei uns 9-sitzig) 21 Erwachsene u. 3 Kinder. In einer
Kamikazefahrt ging es dahin, sodass wir Angst hatten das Auto fällt
auseinander!
Am Strand angekommen wurden wir gleich auf Deutsch begrüßt, denn hier
spricht jeder Schwarze Deutsch. Auch an den großen Werbetafeln
"Reihenhäuser zu verkaufen" oder "nette Nachbarn gesucht" erkennt man
sofort, dass hier alles in deutscher Hand ist. Es herrschte gerade Ebbe u.
daher war an Schwimmen nicht zu denken. Wir spazierten einige Kilometer
den Strand entlang u. viele der Strandhotels u. Appartementanlagen machten
ein heruntergekommenen u. teilweise verfallenen Eindruck. Auch sah man
sehr wenige Touristen.
In einem gut besuchten Strandrestaurant gönnten wir uns den letzten Fisch
an der Küste. Plötzlich kreischten die spielenden Kinder auf u. ein Affe,
an dessen Bauch noch ein Baby hing, huschte mit etwas essbarem durchs
Lokal.
Vom Restaurant weg fanden wir nicht sofort zurück den Weg zur
Hauptstrasse, doch hatten wir Glück u. ein Pick-Up mit Hotelangestellten
kam vorbei u. nahm uns auf der Ladefläche mit.
Im Allgemeinen sind die Kenianer sehr freundlich, hilfsbereit u. man wird
absolut fair behandelt.
Zurück in Mombasa holten wir unser Gepäck vom Hotel u. marschierten zum
Bahnhof, wo unser Zug pünktlich um 19 h abfuhr. Der Bahnhof, der Zug u.
die ganze Atmosphäre erinnern stark an die Kolonialzeit. An vielen
Traditionen hält man noch fest, so z.B. an der Zeremonie des Glockenspiels
mit der der Schaffner durch die Schlafwagen geht um die Gäste zum Essen zu
rufen.
Im Abteil war es unerträglich heiß u. alle paar Minuten fiel der Strom im
gesamten Waggon aus. Nachdem wir uns beschwerten kam der Schaffner u.
stellte uns eine brennende Kerze ins Abteil. Nach ca. 1 1/2 Std. machte er
uns die Betten bereit u. erklärte uns die Sicherheitshinweise. Über den
oberen Teil des Fensters schob er ein Gitterfenster u. sagte, dass man es
nicht öffnen darf, da der Zug in der Nacht öfters hält u. so niemand durch
das Fenster einsteigen kann! Bei der Demonstration des Ganzen ging gleich
alles kaputt u. wir mussten in ein anderes Abteil übersiedeln. Beim
Schlafengehen hatte es im Abteil 31 Grad.
Samstag, 21.12.02 - Nairobi, Kenia
In der Nacht begann es zu regnen u. es wurde angenehm kühl.
Vom fahrenden Zug aus sahen wir einige Herden in der Savanne grasender
Wildtiere, wie Zebras, Antilopen, Gazellen, Gnus, usw.
Mit 1 1/4 Std. Verspätung kamen wir in Nairobi an. Die Leute trugen
Anoraks oder dicke Pullover, doch alle Touristen stiegen aus dem Zug mit
T-Shirt u. Short aus. Die 24 Grad waren für uns gerade angenehm. Die Stadt
liegt auf 1.670 m u. daher herrscht für Europäer ein gutes Klima.
Den Stadtkern prägen moderne Hochhäuser u. dazwischen einige
Kolonialbauten u. es wirkt gepflegt. Doch einige Gassen weiter ist man
schon wieder im richtigen Afrika. Es gibt ein dichtes Verkehrsaufkommen;
Straßenhändler blockieren die halben Gehsteige u. tausende von Menschen
sind unterwegs. An Spazierengehen ist nicht zu denken, man schwimmt im
Menschenstrom mit. Hier wird man eindringlichst vor den Taschendieben
gewarnt.
Plötzlich rafften die Straßenhändler ihre Waren hektisch zusammen u. ein
paar Sekunden später fielen auch schon Schüsse. An verschiedenen Stellen
stieg Rauch auf u. alles begann zu laufen; auch wir liefen mit, um nicht
niedergerannt zu werden! Der Grund waren Demonstrationen aufgrund
bevorstehender Wahlen, die von der Polizei mit Tränengasgranaten aufgelöst
wurde. Wir sahen zwar keinen einzigen Polizisten u. waren ungefähr 100 m
von den Rauchfahnen entfernt, doch bekamen wir das Tränengas am eigenen
Leibe zu spüren. Die Augen begannen zu tränen, die Nase u. den Mund
schützten wir mit unseren Kappen, doch eine Stunde später brannte uns noch
immer der Hals. Als wir weit genug vom Geschehen entfernt waren stiegen
wir in ein Matatu u. fuhren zu einem der bekanntesten Restaurants
Nairobis, das außerhalb der Stadt liegt. Das "Carnivore" ist ein riesiger
Gastronomiebetrieb, wo auf einem Monstergrill gleichzeitig 8 Köche
hantieren. Neben Hühner u. Rindfleisch wird hier auch Krokodil-, Zebra-,
Straußen-, Antilopen- u. Wasserbüffelfleisch gegrillt. Alles wird in 1/4
kg Mengen verkauft. Wir entschieden uns für eine 1/2 kg Wildbretplatte mit
Krokodil-, Antilopen-, Zebra- u. Straußenfleisch.
Als wir wieder zurück in der Stadt waren tummelten sich noch mehr
Menschenmassen auf der Straße als zuvor. Die Straßenhändler wurden immer
mehr u. man konnte kaum noch den Gehsteig überqueren, so dass ich es
vorzog ins Hotel zurück zu gehen.
Sonntag, 22.12.02 - wieder glücklich zu Hause
Das Gehupe, der Straßenlärm u. laute Musik dauerte die ganze Nacht. Um 6 h
Früh dürfte wieder eine Demonstration stattgefunden haben, denn
minutenlanges Menschengeschrei zog am Hotel vorbei.
Unsere Unterkunft hatten wir unmittelbar in der Nähe der Station des
Airport-Busses gewählt. Um 8 h fuhren wir mit diesem zum Yomo Kenyatta
International Airport, um über Amsterdam nach Wien zu fliegen.
Am Flughafen gab es unzählige Kontrollen u. bevor wir noch das Flugzeuge
bestiegen mußten wir unser Gepäck identifizieren. Dies dauerte sehr lange,
da 3 Gepäckstücke keinem der zugestiegenen Fluggäste gehörten u. 1
Passagier auf sein Gepäck eine 1/2 Std. vor dem Flugzeug stehend warten
mußte. Dadurch hatten wir bis Amsterdam über 1/2 Std. Verspätung. In
Amsterdam herrschte Nebel, sodaß auch der Anschlußflug nach Wien 1/2 Std.
Verspätung hatte.
Sonntag, 22.12.2002 -
Maria Theresia
Wir haben das "Abenteuer" zum Glück gut überstanden u. sind wieder froh in
Österreich zu sein!
Wir wünschen allen ein Frohes Weihnachtsfest u. einen guten Rutsch ins
Jahr 2003 und freuen uns schon auf ein Wiedersehen!
Christine u. Gerhard NORTH
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