| 1.12.06 Lima, 20 Grad, 85
% Luftfeuchtigkeit, bewölkt |
| Nach 22 anstrengenden
Stunden Anreise sind wir gut gelandet. Das reservierte Taxi hat auf
uns am Flughafen gewartet, aber der Taxifahrer hat dann das
bestellte Hotel nicht gefunden. Gefahren ist er wie der Teufel, als
Gerhard ihn darauf ansprach, hat er uns erklärt, dass es in der
Nacht sicherer sei, nicht anzuhalten! Nach einigen Mal fragen bei
Sicherheitsleuten, sind wir dann in einer Villengegend doch ans Ziel
gekommen. |
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| 1.12.06 Lima |
Nach einem guten
Frühstück ging es zu Fuß nach Miraflores, ein belebtes u.
modernes Stadtviertel, das touristische Zentrum Limas. Wir hatten
vor, in einem der unzähligen Reisebüros einen Bus hoch in die
Anden zu buchen. Es ist uns jedoch nicht geglückt, da alle
Agenturen gleich eine ganze Rundreise verkaufen wollten. Deshalb
fuhren wir mit dem Taxi direkt zu einem Busunternehmen.
Anschließend besuchten wir Limas berühmtes Goldmuseum. Es ist
eines der 2 reichsten in Südamerika. Hier bekommt man eine gute
Vorstellung von den Goldschätzen des Inkareiches. Im Obergeschoß
befindet sich eine der besten Waffensammlungen der Welt.
Als
wir gegen 17,30 h zu unserer Unterkunft kamen, standen wir vor
verschlossener Tür. Nach ca. einer halben Stunde warten, hatte eine
Nachbarin Erbarmen u. lud uns zu einer Tasse Kaffee ein. Sie gab uns
einige wertvolle Tipps über Peru und wie auch die drei Taxifahrer,
mit denen wir heute unterwegs waren, ermahnte sie uns zur Vorsicht.
Besonders Touristen seien hier sehr gefährdet! Bis jetzt haben wir
nur positive Erfahrungen gemacht. Die Menschen sind sehr freundlich
und hilfsbereit. |
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| 2.12.06 Huancayo, 3271 m,
sonnig, 22 Grad |
Um 7 h mußten wir am
Busbahnhof sein. Das Einchecken war wie am Flughafen. Das Gepäck
wurde gewogen, das Handgepäck durchsucht u. jeder Fahrgast dabei
mit einer Videokamera gefilmt. Pünktlich um 7,45 h ging es los.
Zuerst durch die Slums von Lima u. dann ständig bergauf. Nach
einigen Kilometern lichtete sich der Hochnebel u. gab den Blick auf
ein grandioses Panorama frei. Zeitweise ging es entlang der höchst
gelegenen Eisenbahnlinie der Welt. Leider ist der Betrieb im Moment
eingestellt. Wir passierten einige typische Bergwerkstädte, in
denen Silber, Kupfer u. Blei abgebaut wird. Nachdem wir den Anticona
Pass mit 4.818 m überquert hatten, ging es durch eine lagunenreiche
Landschaft langsam bergab. Immer wieder sahen wir weidende
Lamaherden.
Die Bustour war eine richtige Erlebnisreise. Die
Busbegleiterin spielte mit den Fahrgästen Bingo. Davor u. danach
wurden Filme gespielt, zu Mittag gab es ein warmes Essen wie im
Flugzeug, obwohl der Bus keinen Stopp einlegte. Der Fahrer u. der 2.
Chauffeur sind durch eine Wand von den Passagieren getrennt, was den
Nachteil hat, daß man nach vorne nicht hinaus
sieht.
Huancayo mit seinen 280.000 Ew. ist ein bedeutendes
Handels- u. Agrarzentrum u. eine quirlige, lebendige Stadt.
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| 3.12.06 Huancayo -
Ayacucho, 320 km, 9 Std. Fahrzeit |
Die Nacht brachte uns
fast keinen Schlaf; es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.
Und wenn wir gewusst hätten, welch abenteuerliche Busfahrt uns noch
bevorsteht, hätten wir gar kein Auge zugemacht.
Zuerst ging
es ja noch 1 3/4 Std. auf der zentralen Hochlandstrasse (asphalt.)
recht zügig voran. Doch nach Beginn der unasphaltierten Strasse
füllte sich der Bus zunehmends. Leider fährt auf dieser Strecke
kein Komfortbus (mit WC u. Klimaanlage) sondern ein etwas
klappriger, der fast alles was am Wegesrand steht, mitnimmt.
Um 11 h blieb er dann endlich einmal für 30 min. stehen,
damit man aufs WC gehen konnte. Bei diesem Stopp aßen fast alle
Fahrgäste einen großen Suppentopf, so auch wir, doch den dazu
gereichten Fruchtsaft tranken wir schon nicht mehr, da wir ahnten,
dass der nächste Stopp erst bei der Endstation um 17,15 h sein
würde.
Am Nachmittag wurde die Strecke sehr spektakulär.
Links die Felswand u. rechts einige hundert Meter Abgrund entlang
des Flusses. Die Piste war gleich breit wie der Bus u. bei einigen
Spitzkehren hatten die hinteren Zwillingsreifen zuwenig Platz;
manchmal hing einer schon in der Luft. Wir trauten uns schon gar
nicht mehr aus dem Fenster raus zu sehen! Bei diesen schwierigen
Manövern blieb der Bus immer stehen u. ein Einweiser half ihm bei
diesen schwierigen Passagen. Am liebsten wären wir dabei immer
ausgestiegen! Sogar bei den Einheimischen, die doch öfter diese
Strecke fahren, kam dabei Unruhe auf! Im übrigen waren wir die zwei
einzigen Gringos im Bus.
Die letzten 54 km gab es wieder
Asphalt u. die Vegetation wurde wieder artenreicher. Zahlreiche
Kakteenarten u. Akazien säumten die Strasse.
Ayacucho ist
eine typische Kolonial- und Universitätsstadt mit 120.000 Ew. u. 37
sehenswerten Kirchen; sie liegt auf 2.761 m. |
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| 4.12.06 Ayacucho -
Andahuaylas, 260 km, 11 Std. inkl. 1/2 Std. Pause, leicht bewölkt,
sehr warm |
Den heutigen
Tagesabschnitt legten wir mit einer anderen Buslinie zurück; da die
gestrige diese Strecke nicht bedient. Von außen sah der Bus nicht
sehr vertrauenserweckend aus. Besonders die aeusseren
Zwillingsreifen waren sehr abgefahren u. wiesen große Schnitte auf.
Zum Glück war der Bus heute nicht voll u. so konnten wir je nach
Landschaft von einer Seite auf die andere wechseln.
Unmittelbar nach der Stadt hörte der Asphalt auf u. es ging
gleich einmal 60 km bergauf bis auf eine karge Hochebene, wo wir den
1. Pass mit 4.200 m überquerten. Auf der Passhöhe hielt der Bus
kurz an u. der 2. Chauffeur klopfte mit einem Holzhammer die Reifen
ab. Was das wohl zu bedeuten hat? Anschließend folgte ein ständiges
Auf und Ab bis zum nächsten Pass mit 4.400 m. Kurz danach hatte man
auf der rechten Seite eine grandiose Aussicht in einen gewaltigen
2.000 m tiefen Canyon - nichts für schwache Nerven! Die Piste
führte bis auf 2.000 m durch einen kleinen Kakteenwald hinab. Unten
ging es durch Orangen-, Mango- u. Papayaplantagen, bevor es über
den letzten Pass des Tages mit 4.150 m ging.
Bei Einsetzen
der Dunkelheit kamen wir in dem untouristischen Städtchen
Andahuaylas (2.900 m, 40.000 Ew.) an. Beim Ausladen unseres
Gepäcks erlebten wir eine Überraschen - es war so staubig, dass
wir es fast nicht erkannten! |
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| 5.12.06 Andahuaylas -
Cuzco, 334 km, 16 Stunden |
Pünktlich um 6,30 h
ging es wieder auf einer Rumpelpiste weiter. Gleich zu Beginn kroch
der Bus einen 4.100 m hohen Pass hinauf. Auf der Passhöhe stiegen
einige Indios aus, obwohl weit und breit keine Behausung zu sehen
war. Die Felder reichen hier bis auf 4.000 m; was hier oben wohl
noch wächst? Zum Glück sah man die tiefen Abgründe nicht immer,
da dichte Nebelschwaden unterhalb vorbei zogen. Nachdem wir den
nächsten 4.000er passiert hatten, öffnete sich wieder ein
grandioses Panorama, an dem auch Bergverwöhnte Tiroler ihre Freude
gehabt hätten. Tief unten auf der gegenüberliegenden Talseite sah
man schon auf die Distrikthauptstadt Abancay. Sie war nur 20 km
Luftlinie entfernt, doch der Bus benötigte noch 2 Stunden bis kurz
vor die Stadt.
Nach 137 km kamen wir endlich wieder auf eine
Asphaltstrasse. Doch die Freude währte nur kurz. Einige Kilometer
vor der Stadt war die Strasse blockiert. Ein LKW voll beladen mit
Polizisten, alle schwer bewaffnet mit Stahlhelm u. kugelsicherer
Weste fuhren als einzige weiter. Es herrschte große Aufregung u.
man erklärte uns, dass die Stadt von Studenten blockiert wird u. es
4 - 5 Stunden dauern kann bis es weitergeht. Die Busse u. Lkws
wurden immer mehr. Nach 1 Stunde bestellten wir in einem
nahe liegenden Restaurant ein Menü. Kaum wurde die Vorspeise
serviert, sprangen alle hektisch auf u. die Busse wurden gestartet.
Wir aßen ruhig weiter, da unser Bus zwischen anderen eingekeilt war
u. uns deshalb hätte nicht davon fahren können. Nach einigen
Minuten legte sich die Aufregung wieder u. es stellte sich heraus,
dass es ein Fehlalarm war. Plötzlich hörten wir in der Ferne
Schüsse u. im Radio, das alle Busse eingeschaltet hatten, wurde
kurze Zeit später von Toten u. Verletzten berichtet. Nach 6 Stunden
ging es dann endlich weiter. Einige Meter weiter musste der Bus
schon Zick-Zack fahren, da die Strasse noch teilweise mit großen
Steinen, verbrannten Autoreifen, Baumstämmen, usw. blockiert war.
Die Einheimischen waren alle auf der Strasse oder sahen aus den
Fenstern. In der Stadt fuhren wir über Umwege zum Busbahnhof. Bis
auf ca. 10 Leute stiegen alle aus. Der Busfahrer wollte nicht
weiterfahren, da er meinte, die Strassen seien noch nicht sicher.
Auch Busse anderer Unternehmen saßen hier schon den ganzen Tag
fest. Vor dem Terminal sah man noch die Spuren von verbrannten
Reifen. Einige Leute überredeten unseren Chauffeur zum
Weiterfahren. Schlussendlich fuhren wir dann im Konvoi mit zwei
anderen Bussen so schnell es ging. Wir kamen aber nicht weit, denn
nach einigen Metern flogen schon die ersten Steine. Ein faustgroßer
Stein durchschlug 2 Reihen vor uns eine Scheibe u. die Glassplitter
flogen bis zu uns! Zum Glück wurde niemand verletzt - alle bückten
sich u. hielten sich ihre Jacken oder Rucksäcke schützend über
dem Kopf. Nach einigen 100 m war die Strasse wieder mit brennenden
Reifen versperrt. Einer der Busfahrer verhandelte eine gute halbe
Stunde mit dem Rädelsführer. Man einigte sich darauf, dass jeder
Fahrgast umgerechnet Euro 0,25 bezahlt, um passieren zu können.
Passagiere aus dem ersten Bus mussten vor dem Bus herlaufen u. die
Strasse von den Hindernissen befreien.
Inzwischen war es
dunkel geworden. Nachtfahrten wollten wir grundsätzlich vermeiden;
gerade heute lasen wir in der Zeitung, dass ein Autobus gestern
Nacht aufgrund des schlechten Straßenzustandes 400 m in die Tiefe
gestürzt war u. es 50 Tote gab. Außerdem waren wir heute lt.
Reiseführer auf der landschaftlich schönsten Strecke unserer
Rundreise unterwegs.
Der Bus musste noch 2 Pässe mit je
4.000 m überqueren u. durch die 2 kaputten Scheiben war es leider
sehr kalt im Bus! Um 22,30 h waren wir dann endlich am Ziel u. froh,
den Tag unbeschadet überstanden zu haben. Für umgerechnet Euro
7,-- pro Person erlebten wir eine 16-stuendige Adventure-Tour
sondergleichen! |
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| 6.12.06
Cuzco |
Beim
Frühstück lasen wir in der Zeitung, daß es gestern bei den Studentenunruhen 3 Tote
u. 16 Verletzte gegeben hat.
Den Vormittag verbrachten wir
mit dem Buchen diverser Ausflüge, u.a. die 4-tägige Trekkingtour
auf dem Inka-Trail nach Machu Picchu. Es gibt eine Vielzahl von
Anbietern mit großen Preisunterschieden. In einem Reisebüro
lernten wir eine Münchnerin kennen, die ebenfalls die selbe Tour
buchen wollte u. gemeinsam konnten wir einen besseren Preis
aushandeln.
Am Nachmittag besichtigten wir einige
Sehenswürdigkeiten von Cuzco. Die Stadt mit ihren 360.000 Ew. liegt
auf 3.430 m u. lt. Reiseführer ist sie aufgrund ihrer historischen
Bedeutung die interessanteste Stadt ganz Südamerikas. Sie war einst
die Hauptstadt u. das Herz des Inka-Imperiums. Nach Eroberung u.
teilweisen Zerstörung im Jahre 1533 durch die Spanier, wurde Cuzco
wieder auf den Inka-Grundmauern aufgebaut. Mehrere schwere Erdbeben
zerstörten in der Folgezeit die Kolonialbauten; die wuchtigen
Grundmauern der Inka-Bauwerke blieben jedoch unversehrt.
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| 7.12.06 Cuzco, 18 Grad,
bedeckt |
Heute nahmen wir an
einer organisierten Tour ins "Valle Sagrado de los Incas" (heiliges
Tal der Inka) teil. Das Tal war wegen der Fruchtbarkeit u. des
besonders milden Klimas für die Versorgung der Inkas von extrem
wichtiger Bedeutung. Dieser Ausflug gehört zum Pflichtprogramm
eines Cuzco-Aufenthaltes. Dementsprechend touristisch waren daher
die zwei Märkte die wir zuerst besuchten. Den nächsten Stopp
machten wir in Pisaq bei den Inka-Ruinen oberhalb der Stadt.
Schmale, steile Pfade führen über Terrassenanlagen hinauf zum
Ruinenkomplex. Belohnt wird man mit einem eindrucksvollen Blick in
das Tal des Rio Vilcanota u. die Berge der Umgebung. Beim Abstieg
hatte eine junge Argentinierin auf dem schmalen Pfad einige
Probleme; sie kroch teilweise auf allen vieren hinunter u.
verursachte einen ziemlichen Stau.
Nach der Mittagspause
besuchten wir die Inkafestung auf einem mächtigen Bergsporn, die
wie ein Adlerhorst thront. Ein steiler Felspfad führt aufwärts an
einem Altarmonolith vorbei u. endet an einer eindrucksvollen
Fundamentmauer eines nie vollendeten Tempels. Die Mauer besteht aus
6 glatt geschliffenen bis zu 4 m hohen, tonnenschweren Steinblöcken.
Es ist kaum vorstellbar, wie die Baumeister der Inkas diese ohne
Benutzung von Flaschenzügen vom Steinbruch auf der anderen Talseite
über den steilen Berg hinauf bis hierher transportiert
haben.
Der letzte Stopp erfolgte in Chinchero. Der kleine Ort
liegt auf 3.760 m und ist ein altes Landwirtschaftszentrum. Das
idyllische Dorf mit seiner kleinen Kirche in Lehmziegelbauweise,
umgeben von alten Inkamauern hat uns sehr gefallen. Leider war es
zum fotografieren schon zu dunkel. Um 19 h waren wir wieder zurück
in Cuzco.
Der Ausflug war seine Euro 7,-- auf alle Fälle
wert. Genervt haben uns nur die Südamerikaner im Bus. Sie haben
anscheinend kein Zeitgefühl u. wir mussten bei jedem Stopp auf sie
warten, da sie nie zur vereinbarten Abfahrtszeit zurück waren.
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| 8.12.06 Cuzco, 22 Grad,
bewölkt/sonnig |
Nach dem tägl.
Frühstück am Markt (Papaya- u. Mangofrappe, je 1/2 lt mit Kuchen)
besorgten wir uns am Bahnhof die Zugkarten nach
Puno.
Anschließend wanderten wir über einen sehr steilen
Aufstieg zu den Inkaruinen von Saqsaywaman. Es sind dies die
imposantesten u. mächtigsten Ruinen der Umgebung u. lieferten einen
Vorgeschmack auf Machu Picchu. Für die ca. 2 km benötigten wir ca.
1 Std., da wir aufgrund der dünnen Luft alle paar Meter anhalten
mussten.
Auch in Peru ist heute Feiertag u. so waren mehr
Einheimische als Touristen unterwegs. Es boten sich immer wieder, in
ihren Trachten gekleidete Frauen u. Kinder mit ihren Lamas, zum
Fotografieren an. Bei den Ruinen waren dann wir das Fotomotiv. Eine
ganze Schulklasse war unterwegs u. alle wollten sich einzeln mit uns
fotografieren lassen. Es hat eine Weile gedauert, bis alle Kinder
durch waren. Ein Stück des Weges gingen wir dann mit der
Schulklasse u. dadurch trauten wir uns auch durch einen schmalen,
niedrigen u. stockdunklen Tunnel, den die Inkas als Friedhof benutzt
hatten.
Nach dem Abstieg in die Stadt beendeten wir unseren
am 1. Tag begonnenen Stadtrundgang mit der Besichtigung der
wichtigsten Kirchen. In der riesigen u. sehenswerten Kathedrale mit
ihren 10 prunkvollen mit Silber u. Gold verzierten Seitenaltären
entdeckten wir ein riesiges Gemälde, das das letzte Abendmahl
darstellt. Und was haben Jesus u. die 12 Apostel am Tisch?
Gebratenes Meerschweinchen!!! Obwohl man für die Besichtigung
der Sehenswürdigkeiten in u. um Cuzco ein so genanntes "Boleto
Touristico" um Euro 17,-- benötigt, muss man bei den Kirchen noch
extra Euro 4,-- Eintritt bezahlen.
Wir besichtigten auch die
berühmteste Mauer von Cuzco. Sie gilt als eine der schönsten
Beispiele der Kunst der fugenlosen Verblockung riesiger
Steinblöcke, die mit ihrer Verzahnung u. Verbolzung keinen Mörtel
benötigen. Der Paradestein hat 12 Ecken u. wurde exakt passgenau in
das Mauerwerk eingefügt.
Und nun gehen wir zum Briefing für
unsere morgen beginnende 4-tägige Wanderung am Inka Trail nach
Machu Picchu. Wir melden uns daher erst wieder Dienstag oder
Mittwoch |
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| 9.12.06 Cuzco -
Wayllabamba, 3.000 m, ca. 12 km zu Fuß, sonnig |
Zwischen 6 u. 6,30 h
sollten wir vom Hotel abgeholt werden. Da die Uhren hier anders
gehen, war es schließlich 6,50 h. Der Bus fuhr kreuz u. quer durch
die Stadt u. holte noch die restl. Teilnehmer ab. Insgesamt waren
wir 25 Personen. Nach 3 stuendige Busfahrt, die letzte Stunde
auf unbefestigter Strasse, kamen wir am Trailhead 82 an. Nachdem wir
auf 2 Gruppen aufgeteilt waren, unsere bestand aus 16 Personen, u.
wir noch unsere Schlafmatten verstaut hatten, ging es endlich
los. Nach der Registrierung am Eingang zum Nationalpark Machu
Picchu überquerten wir den Urubamba-Fluß. Der Trail folgte nun 1
Stunde dem Urubambatal. Nach 5 km kamen wir an die Ruinen von
Llactapata. Nach einer kurzen geschichtl. Erklärung durch unseren
Führer ging es noch 1 Std. hügelig weiter bis zu unserer
Mittagspause. Die Träger waren uns schon weit voraus geeilt u. das
Essenszelt stand bereits. Im NP darf nichts deponiert, sondern muss
alles immer mitgeschleppt werden. Es gab ein 3-gängiges Menü u.
zum Abschluss Coca-Tee. Der Guide erklärte uns, dass aus
Coca-Blättern nicht nur Suchtgift hergestellt wird, sondern es
dient auch der heimischen Bevölkerung als wichtiges Heilmittel bei
Magen- u. Kopfschmerzen. Außerdem ist es für uns wichtig, in den
nächsten Tagen zur Leistungssteigerung Coca-Blätter zu kauen. Da
ich, Christine, plötzlich Zahnschmerzen bekam, probierte ich es
sofort aus u. der Zahn war nach 1/4 Std. tatsächlich betäubt u.
die Schmerzen weg.
Frisch gestärkt ging es nach kurzer Zeit
weiter. Wir kamen an einem abgelegenen Haus vorbei u. erhielten als
Kostprobe Chicha, ein säuerliches Maisbier. Die Frauen kauen den
Mais, spucken ihn dann in ein Gefäß wo es durch den Speichel zur
Gärung kommt u. fertig ist Chicha. So hat es auch
geschmeckt!
Wir überquerten den Cusichaca u. folgten seinem
Tal bis Wayllabamba. Das Dorf liegt auf 2.800 m u. ist die letzte
Siedlung entlang des Trails. Am Dorfrand, mit tollem Blick auf die
schneebedeckte "Veronika" standen bereits unsere Zelte. Zur
Begrüßung gab es Coca-Tee u. frisches Popcorn. Nach dem
wohlschmeckenden Abendessen (Gemüsesuppe, Forelle mit Reis u.
Pommes) u. dem Briefung für den nächsten Tag verkrochen wir uns
bereits um 20 h in das Zelt. |
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| 10.12.06 Wayllabamba -
Pacasmayo, 3.600 m, 12 km, meiste Zeit Nieselregen, ziemlich
kalt |
Um 5 h wurden wir mit
heißem Coca-Tee geweckt. Zum Schlafen hatten wir bereits unsere
Thermo-Schiunterwäsche an, doch zum Glück war es nicht allzu kalt,
obwohl bei meinem ausgeborgten Schlafsack der Reißverschluss kaputt
war. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck (Palatschinken,
Haferschleim, Trinkjoghurt, Obstsalat, Brot, Marmelade, Tee, Kaffee,
Kakao) stellte sich die ganze Gruppe inkl. der Guides, Träger u.
Koch vor. In unserer Gruppe sind 5 Deutsche, 3 Argentinier, mit uns
3 Österreicher, 2 Engländer, 1 Brasilianer, 1 Irländerin u. 1
Spanier, davon sind 8 Frauen.
Heute stand uns die schwerste
Etappe des Trails bevor. Gleich nach dem Start stieg es steil an.
Nach 15 Min. gab es bei einem Kontrollposten einen kurzen Halt. Der
Grossteil der Gruppe stopfte sich hier schon die Wangen mit
Coca-Blättern voll. Danach ging fast jeder sein eigenes Tempo.
Unsere Taktik, ganz langsam u. gleichmaessig zu gehen, war genau die
richtige. Es galt, den mit 4.218 m höchsten Pass des Trails zu
überqueren. Je höher wir kamen fiel das Atmen immer schwerer.
Schließlich trugen wir das notwendigste Gepäck (mit Schlafsack u.
Unterlage gut 10 kg) selbst. Von unserer Gruppe hatten 2
Argentinierinnen 2 Träger für das Gepäck angeheuert, was ihnen
aber auch nichts nützte. Sie kamen jeden Tag als letzte ans Ziel.
Die letzten 500 m vor dem Pass wurden durch die hohen Stufen
besonders schwer. Wir bewegten uns im Schneckentempo vorwärts u.
die Träger mit ihren Gummisandalen u. 30 kg Ausrüstung am Rücken
joggten an uns vorbei. Nach 3 harten Stunden hatten wir endlich
die Passhöhe erreicht. Es war sehr kalt u. es wehte ein eisiger
Wind. Da wir ganz durchgeschwitzt waren gingen wir gleich weiter.
Zum Glück hatte es in der Zwischenzeit zum Regnen aufgehört, doch
leider hatte man aufgrund des Nebels keine Sicht. Auch der Abstieg
hatte es mächtig in sich. Über 1 1/2 Std. ging es über steile
Felsstufen hinab ins Pacaymayo Tal. Die geliehenen Trekkingstöcke
waren uns dabei sehr hilfreich! Als wir ankamen waren bereits die
Zelte aufgebaut u. der junge Österreicher (21 Jahre) u. der Spanier
waren bereits hier. Wir kamen zusammen mit Birgit aus München an.
Kaum wir ins Zelt gekrochen, begann es zu regnen u. wir waren froh,
dass wir es im trockenen noch geschafft haben. Die nächsten kamen 1
1/4 Std. nach uns. Mit dem Mittagessen mussten wir noch 2 1/2 Std.
warten bis die letzten (die 2 Argentinierinnen ohne Gepäck)
ankamen.
Zum Duschen gab es nur eiskaltes Wasser aus dem
vorbei fließenden Bach, doch gelegentlich muss man sich auch
waschen.
Nach der Jause (Popcorn, Kekse u. Coca-Tee) blieb
die ganze Gruppe im Ess-Zelt sitzen u. erzählte Reiseabenteuer von
der ganzen Welt. Da merkten wir, wie viel es noch zu entdecken gibt.
Plötzlich gab es einen Riesenaufschrei Aufschrei, denn aus der Seitenwand
des Kochzeltes schoss eine große Stichflamme. Die Gaskartusche der
Beleuchtung war undicht u. der Koch kickte die brennende Lampe ins
Freie. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Nach dem
sensationellen Abendessen gingen wir müde schlafen (20 Uhr!).
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| 11.12.06 Pacaymayo -
Winaywayna, 2.700 m, 16 km |
Das Aufstehen um 5 h
fiel uns nicht schwer. Es war eine eiskalte Nacht; im Zelt hatten
wir 7 Grad u. die Schlafsäcke, die bis minus 5 Grad geeignet sein
sollten, waren ihr Geld nicht wert. Auch die laut rauschenden Bäche
links u. rechts vom Zeltplatz ließen uns nur wenig Schlaf. Zum
Glück hatte der Regen in der Nacht aufgehört.
Um 7 h
starteten wir die längste Etappe unseres Trails. Gleich zu Beginn
ging es über steile Stufen den Abra Runkurahay Pass (3.970 m) hoch.
Gerhard lief voraus u. kam noch einmal zurück u. trug dann meinen
Rucksack hoch. Ich hatte mir dadurch eine 1/2 Std. Schlepperei
erspart. Danach ging es zum Teil über halsbrecherische Felsstufen
hinunter zur Inkafestung Szyacmarka. Der Zugang zur Anlage erfolgt
über eine schmale, fast senkrecht ansteigende Felstreppe, die nach
der Besichtigung auch wieder hinunter geklettert werden mußte. Es
ging dann wieder leicht steigend bergauf durch einen wunderschönen
mit Farnen bewachsenen Bergurwald. An der Laguna Seca (3.500 m) die
leider ausgetrocknet war, waren schon die Essenzelte aller Gruppen,
die am Trail unterwegs waren, aufgestellt.
Nach einem
ausgiebigen Mittagsbuffet ging es gleich wieder über einen 3.600 m
hohen Paß. Kurz hinter dem Pass kamen wir an den Ruinen von Phuyupatamarka vorbei. Die Vegetation hatte sich nun grundlegend
geändert. Anstelle von Gras- u. Buschlandschaft war nun wieder ein
dichter, bis an die Gipfel der umliegenden Berge reichender
Regenwald, getreten. Der lange Abstieg nach Winaywayna (2.700 m)
wurde noch einmal eine Strapaze für die Gelenke. Kurz nach 16 h
erreichten wir das Camp. Hier gab es neben einem Restaurant zum
ersten Mal nach 3 Tagen eine heiße Dusche. Nach dem
Abschiedsabendessen verabschiedeten sich der Koch u. die 15 Träger,
da sie am nächsten Morgen nach dem Fruehstueck schon wieder zurück
nach Cuszco mussten. |
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| 12.12.06 Winywyna - Machu
Picchu - Cuzco, 6 km zu Fuß |
Um 4 h war bereits
Tagwache. Wir wollten vor allen anderen Gruppen am letzten
Kontrollpunkt, der um 5,30 h öffnet, sein, um den besten Platz am
"Sonnentor" hoch oben über Machu Picchu zu ergattern. Inzwischen
wurde es schon hell u. als wir am Gate ankamen standen schon um die
100 Leute davor. Als wir nach ca. 20 Min. Warten durch die
Kontrolle waren, stürmte Gerhard mit dem anderen Österreicher u.
dem Spanier los, um mit den ersten oben zu sein. Der Weg ist so
schmal, dass man nur an einigen Stellen überholen kann. Oben
angekommen waren wir alle sehr entäuscht, denn außer Nebel war
nichts zu sehen. Auch gab es auf den Aussichtsterrassen Platz für
einige hundert Leute u. wir hätten gar nicht so hetzen müssen.
Nach kurzer Zeit fing es auch noch zu regnen an u. von Machu Picchu
war weit u. breit nichts zu sehen. So stiegen wir eine knappe Stunde
bis zum Haupteingang ab, um dort unsere Rucksäcke zu deponieren.
Nach einer weiteren Stunde hörte es zu regnen auf u. aus dem Nebel
tauchten immer mehr Ruinen auf. Einige Zeit später war der Nebel
ganz verschwunden u. erst jetzt zeigte sich die ganze Pracht der
Anlage.
Nach einer kurzen Erklärung des Führers
verabschiedete sich Gerhard mit 2 anderen aus der Gruppe, um auf
den, die Anlage überragenden Waynapicchu, zu klettern. Der Aufstieg
beginnt im Norden der Ruinenanlage. Dort steht eine kleine Hütte wo
man sich registrieren lassen muss. Der Aufstieg sieht auf den ersten
Blick schwieriger aus als er wirklich ist. Nur sollte man
schwindelfrei sein, da der Weg teilweise sehr steil u. schmal ist u.
es schon einige Abstürze gegeben hat. Vom Gipfel des Felssporns,
der von den Inkas als Beobachtungsturm genutzt wurde, sah man
hinunter auf die Ruinenanlage, hinauf auf das gegenüberliegende
Sonnentor u. unten im Tal schlängelt sich der Urubambafluß vorbei.
Am Gipfel ging es auf einer Leiter in eine kleine Höhle hinab u.
kurze Zeit später auf allen Vieren durch einen sehr engen Tunnel.
Etwas "Beleibtere" bleiben hier sicher stecken! Danach kam noch eine
steile, schmale Treppe, die man nur auf allen Vieren u. verkehrt
hinunter steigen konnte. Nach 1 1/2 Std. waren sie wieder unten u.
trafen durch Zufall auf unsere Gruppe, die in der Zwischenzeit mit
dem Guide eine interessante Führung durch die Anlage gemacht hatte.
Gerhard war noch immer nicht müde u. lief noch einmal zum Sonnentor
hoch. Wo in der Früh noch mehr als 100 Wanderer standen u. durch
den Nebel nichts sahen, war er jetzt mit dem Lama ganz
allein.
Am frühen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus über
viele Serpentinen hinunter nach Aguas Calientes, wo wir uns beim
Mittagessen in einem Restaurant von unseren Guides verabschiedeten.
Um 16,20 h ging es mit dem Touristenzug (die Einheimischen fuhren
mit einem anderen in dem keine Touristen mitfahren dürfen) in einer
2 stündigen. Fahrt bis kurz nach Ollantytambo wo der Zug auf freiem
Feld anhielt u. wir in die wartenden Busse umstiegen. 2 Stunden
später kamen wir in Cuszco an. Ich hatte in der Zwischenzeit so
starke Zahnschmerzen bekommen, dass nicht einmal die in die Wange
eingelegten Cocablätter mehr halfen. |
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| 13.12.06 Cuzco - Puno, 10
Std. Zug, sonnig u. warm, 3.830 m |
Durch die Einnahme eines
starken Schmerzmittels waren meine Zahnschmerzen zum Glück
weg. Nach 4 Tagen wieder einmal in einem richtigen Bett zu
schlafen tat uns sehr gut. Wir haben aber beide einen Muskelkater
wie nie zuvor im Leben!!!!
Nach dem Frühstück am Markt
mußten wir um 7,30 h am Bahnhof sein. Der Zug fuhr pünktlich um 8
h ab. Obwohl wir nur die billige Backpacker-Klasse gebucht hatten,
waren wir angenehm überrascht. Zwischen den gepolsterten
Sitzbänken waren Tische mit weißen Tischtüchern. Auch die
Toiletten waren sauber u. wurden regelmäßig gereinigt. Unterhalten
wurden wir während der 10 stündigen Fahrt von einer 3 köpfigen
Musikgruppe mit peruanischer Musik.
Durch wunderschöne
abwechslungsreiche Landschaft ging es über La Raya (4.338 m) dem
höchsten Punkt der Bahnfahrt. Für nicht ausreichend
Höhenangepasste führt der Zug eine Sauerstoffflasche mit. Wir
durften auf der Passhöhe kurz aussteigen. Einige Verkaufsstände
mit Produkten aus Alpakawolle waren aufgebaut. Wir deckten uns mit
Verpflegung ein u. schon ging es weiter.
Das Landschaftsbild
veränderte sich allmählich; es wurde steppenartig u. es waren
große Lamaherden zu sehen. In der Stadt Juliaca fuhr der Zug im
Schneckentempo mitten durch den Markt. Die Waren waren bis unter die
Waggons aufgelegt.
Beim Verlassen des Bahnhofs in Puno
wurden wir von unzähligen Hotelkeilern erwartet. Beim Abendessen
probierten wir Alpaka (Lamaart) u. tranken das peruan.
Nationalgetränk Pisco Sour; ein Traubenschnaps gemixt mit
Limettensaft, Zuckermelasse, frischem Eiweiß u. einigen Tropfen
Angostura - ein teuflisch süffiges Getränk! |
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| 14.12.06 Puno, sonnig, 25
Grad |
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Gleich nach dem Aufstehen gingen wir
hinunter zur Bootsanlegestelle am Titicacasee, den mit 3.810 m
höchst gelegenen, schiffbaren See der Erde. Er ist 13 x größer
als der Bodensee, 195 km lang, 65 km breit u. bis 304 m tief u.
erreicht eine Hoechsttemperatur von 10 - 12 Grad.
Wir kauften
uns ein Ticket für ein so genanntes See-Colectivo; das sind
Gemeinschaftsboote der Inselbewohner. Wir wollten zur 35 km
entfernten Isla Taquile. Als genügend Fahrgäste beisammen waren
ging es endlich los. Unterwegs hielten wir bei den Nachfahren der
Uru an. Sie leben auf schwimmenden Schilfinseln. Auch ihre Häuser
u. ihre Boote sind aus Schilf. Das Gehen auf der Insel war sehr
weich u. angenehm. Nach 30 min. bei den ausgesprochen freundlichen
Bewohnern ging es weiter bis wir nach 3 Std. Taquile erreichten. Die
Insel ist 5 km lang u. 1 km breit. Nach der Ankunft im kleinen Hafen
mussten wir 536 steile Stufen bis zum "Bogen der Freundschaft", dem
Eingangstor des Dorfes, hinaufsteigen. Die Insel ist für ihre
strickenden Männer bekannt. Sie tragen alle Zipfelmützen u. an den
Farben kann man erkennen ob sie ledig oder verheiratet sind. Gerhard
machte eine 1 1/2 stündige Wanderung um den Nordteil der Insel. Ich
war vom Inka-Trail noch nicht richtig erholt u. ließ mir in der
Zwischenzeit lieber eine leckere Forelle schmecken.
Die
Inselbewohner sind sehr freundlich u. lassen sich bereitwillig
fotografieren. Bei der Hin- u. Rückfahrt haben die Einheimischen
aus ihren umgebundenen gestrickten Taschen Coca-Blätter entnommen
u. gegenseitig ausgetauscht (warum auch immer?) u. sich dann eine
Handvoll in den Mund gestopft. Auch uns haben sie diesen Snack
angeboten. Die Blätter schmecken wie Tabak u. die freigesetzten
Stoffe sorgen für ein Sättigungsgefühl.
Zurück in Puno
haben wir bei einem Chinesen Abend gegessen. Das hervorragende Menü
um ungerechnet Euro 1,50 war so viel, dass man es alleine gar nicht
aufessen konnte. |
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| 15.12.06 Puno -
Copacabana - Bolivien, 3813 m |
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Am Vorabend hatten wir uns die
Bustickets nach La Paz (Bolivien) mit Zwischenstopp in Copacabana
gekauft. Die Dame im Busbüro- erzählte uns ganz stolz, dass der Bus
sowohl eine Damen- als auch eine Herrentoilette besitzt. Doch bevor
es losging forderte der Chauffeur uns auf, die Toiletten im
Busterminal aufzusuchen, da die im Bus versperrt sind. Es handelte
sich um einen fast nagelneuen Komfortbus u. er war wohl zu bequem
die Toiletten zu reinigen.
Um 7,30 h fuhren wir ab u. nach 2
Std. hatten wir die Grenze zu Bolivien erreicht. Alle mussten aus
dem Bus aussteigen u. im Immigrationsbüro- den Ausreisestempel
holen. Zu Fuß gingen wir dann weiter zum bolivianischen Büro- u.
erhielten den Einreisestempel. Nach 8 km hatten wir die kleine Stadt
Copacabana am Titicacasee, 20.000 Ew., ein Wallfahrtsort u. auch
Namensgeber für den berühmten Strand in Rio de Janeiro (leider,
denn da wäre es jetzt wärmer) erreicht. Vor der Stadt wurde der
Bus angehalten u. jeder Passagier musste 1 Bolivianos, umgerechnet
Euro 0,11 bezahlen.
Bei der Auswahl unseres Nachtquartiers
machte Gerhard einen gravierenden Fehler. Da er immer darauf achtet,
dass es eine möglichst harte Matratze gibt, kam das erste Hotel
nicht in Frage. Doch was er dann aussuchte unterlag jeglicher
Kritik! Die Nacht werde ich wohl ohne Dusche u. in meinem eigenen
dünnen Schlafsack verbringen u. hoffen, dass sie rasch zu Ende
geht. Ich hoffe nur, dass die künftigen Unterkünfte in Bolivien
besser werden!
Gerhard unternahm am Nachmittag alleine einen
Bootsausflug zur Sonneninsel. Laut Reiseführer gibt es nicht viel
zu sehen u. daher fuhr ich nicht mit. Wir besorgten das Ticket
einmal ausnahmsweise in einer Reiseagentur, doch das gebuchte Boot
fuhr heute leider nicht. Auch andere Passagiere hatten das Boot
gebucht u. es gab heftige Diskussionen. Schließlich fuhr ein
Ersatzboot mit 1/2 stuendige Verspätung. Statt der versprochenen
Stunde zur Besichtigung des Inkabrunnens u. des Dorfes, das über
hunderte steile Inkastufen zu erreichen ist, blieben gerade noch 25
Minuten. Beinahe hätte Gerhard auch noch das Retourboot (er musste
mit einem anderen zurück fahren) versäumt. Wahrscheinlich hat er
die Uhrzeit falsch verstanden - ich sage schon lange er soll endlich
spanisch lernen! Zu seinem Glück hat man ihn winkend u. pfeifend
die Treppe hinunter stürmen gesehen u. das Boot hat noch einmal
umgedreht. Es gab dann noch einen 10-minütigen Stopp bei einer
Inkaruine. Von 25 Passagieren stieg lediglich Gerhard u. ein kleiner
Junge aus. Am Rückweg gab es ein heftiges Gewitter u. bei der
Ankunft war in ganz Copacabana Stromausfall.
Am Abend, kurz
vor dem 3. Gewitter des Tages fanden wir ein Restaurant mit einem
wunderschönen Ambiente u. schlugen uns in vorweihnachtlicher
Stimmung (direkt neben einem blinkenden Christbaum) den Bauch voll.
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| 16.12.06, Copacabana - La
Paz, 20 Grad, sonnig |
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Trotz der 16 Grad im Zimmer haben wir
sehr gut geschlafen, aber nur, weil wir uns aus dem Nebenzimmer mit
zusätzlichen Decken versorgt hatten. Fast die ganze Nacht hat es
geregnet. Als wir um 9 h aufstanden schien bereits wieder die
Sonne.
Wir besichtigten die "Basilica Virgen de la
Candelaria", wo 3 Hochzeiten hintereinander stattfanden. Vor der
Kirche wurden gleichzeitig einige Autos geweiht. Es war eine
interessante Zeremonie. Die Autos wurden mit Rosenblättern oder
Konfetti bestreut u. mit Bier oder Sekt übergossen. Der Priester
ging mit dem Weihrauch um jedes Auto.
Gerhard quälte mich
so lange, bis ich mit ihm den schweißtreibenden Aufstieg auf den
Kalvarienberg (4.000 m) mit seinen 14 Kreuzstationen mitmachte. Oben
wurde man aber mit einem fantastischen Blick über den Titicacasee
belohnt. Es gab viele Verkaufsstände, wo Miniaturausgaben von
Häusern, Autos u. bündelweise Geldscheinen (Euro u. Dollarnoten)
verkauft wurden. Diese konnte man in Nischen verbrennen, damit man
das nächste Leben im Wohlstand verbringen kann. Auch beobachteten
wir einen Schamanen, der mit Bier eine Familie bespritzte u. ihnen
den Bierschaum auf die Hände klatschte u. dabei immer etwas
murmelte. Eine interessante Darbietung die schwer zu beschreiben
ist.
Um 13,30 h fuhren wir weiter nach La Paz. Leider nicht
mit dem Komfortbus vom Vortag, sondern mit einem kleineren
bolivianischen, wo das Gepäck am Dach verstaut wurde. Am Ende der
Halbinsel mussten alle aus dem Bus aussteigen. Mit kleinen Booten
wurden die Passagiere zum Festland transportiert. Dies war eine
wackelige Angelegenheit, da durch den Wind ein hoher Wellengang
herrschte. Jedes Fahrzeug wurde einzeln mit kaum seetüchtigen Kähnen zum Festland gebracht. Zeitweise hatte unser Bus eine
derartige Schräglage, dass man glaubte, dass der Kahn nun
kentert.
Kurz nach 17 h kamen wir nach La Paz, die größte
Stadt Boliviens mit 1,3 Mio. Ew. Sie ist eine der höchst gelegenen
Großstädte der Welt; der höchste Punkt der Stadt ist 4.100 m u.
der niedrigste 3.100 m. Aufgrund der dünnen Luft benötigen hier
die Flugzeuge eine 5 km lange Startbahn.
Unser Bus fuhr
gleich in die Altstadt u. das Verkehrs u. Menschengewirr war
gigantisch. Für die Hotelsuche benötigten wir eine Stunde. Die
ersten zwei aus unserem Reiseführer gab es nicht mehr. Auch sind
hier die Zimmer doppelt so teuer, wie bisher auf unserer Reise u. so
grausam, dass man nicht darin wohnen möchte. Als wir dann endlich
ein Zimmer hatten, wollten wir uns noch wegen Ausflüge erkundigen
u. kamen durch Zufall in das Büro- eines Schweizers. Im Grunde
wollte er uns gar nichts verkaufen, sondern zeigte uns Fotos u.
erzählte uns 1 Stunde wissenswertes über Bolivien.
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| 17.12.06 La Paz - Oruro -
Uyuni, 230 km Autobus, 325 km Zug, sonnig, 23 Grad |
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Im Gegensatz zu Peru sind in Bolivien
am Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen. Auch der Bahnhof bei
dem wir das kombinierte Bus- Zugticket kaufen wollten existiert
nicht mehr; also mussten wir zum Busbahnhof gehen. Mindestens 10
Buslinien bedienen zeitgleich die Strecke. Wir sahen uns vorher die
Busse an, bevor wir uns für eine Buslinie entschieden. Die 230 km
nach Oruro kosteten pro Person Euro 2,60, in einem Panoramabus.
Unterwegs bei den Mautstellen stiegen immer wieder Verkäufer ein,
die Essen, Eis, Zeitungen usw. verkauften u. nach 30 - 40 km wieder
ausstiegen. Die Strasse ist eine der wenigen asphaltierten in
Bolivien u. so waren wir in 3 Std. in Oruro.
Obwohl der
einzige Zug des Tages erst um 19 h abfuhr, warteten zu Mittag
bereits jede Menge Leute. Um 15 h öffnete der Fahrkartenschalter u.
mit etwas Geschick schafften wir es relativ weit vorne in die
Warteschlange. Eine 1/2 Std. später hatten wir nicht nur
Riesenhunger sondern auch unsere Fahrkarten. Nachdem wir uns
gestärkt hatten machten wir einen Stadtrundgang. Gerhard schleppte
mich rund 5 km kreuz u. quer. Dabei kamen wir an einem bolivian.
Christkindlmarkt vorbei. Die Kinder ließen sich mit dem
Weihnachtsmann auf dem Rentierschlitten fotografieren. Statt Punsch
gibt es hier frisch gepresste Fruchtsäfte u. statt
Weihnachtsdekoration wird Kinderspielzeug verkauf. Auf dem Markt
deckten wir uns mit Verpflegung für die Zugsfahrt ein
(Schweinsbratensemmerln mit Zwiebel u. Tomaten). Die Zugfahrt war
sehr angenehm u. der Waggon äußerst gepflegt. Sogar der Boden
wurde nach 2 - 3 Std. aufgewischt. Im Bordfernsehen sahen wir 2
Videos bis wir die Liegesitze zurückklappten um ein wenig zu
schlafen. Pünktlich um 2,20 h trafen wir in Uyuni ein. Am Bahnhof
warteten 2 Tourenveranstalter u. einige Hotelvermittler. Wir fuhren
mit einem Veranstalter mit u. handelten einen guten Preis aus. Die
meisten Traveller buchen die 3-tägige Salar-Tour schon in La Paz
(USD 80,--) wir bekamen dieselbe Tour um USD 60,-- inkl. der 1.
Nacht gratis im Hostal.
Wir sind nun 3 Tage in der Natur ohne
Strom u. Internet unterwegs, also macht Euch keine Sorgen es geht
uns gut! |
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| 18.12.06 Uyuni - Sala de Uyuni,
sehr heiß, ca. 28 - 30 Grad |
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Um 10,30 h sollte unsere Tour starten,
doch die Abfahrt verzögerte sich um eine halbe Stunde. Nachdem
alles am Dach des Jeeps verstaut war fuhren wir noch das Gepäck vom
Fahrer abholen, dann zu einer Werkstatt um die Reifen aufzupumpen u.
nochmals zurück zur Agentur. Wir sollten noch einen Spanier
mitnehmen, obwohl wir bereits 6 Leute plus Fahrer im Auto waren. Wir
alle, 1 holländisches Pärchen, 1 Pärchen - sie aus Kalifornien,
er aus Schweden, weigerten uns noch einen Fahrgast mitzunehmen. Nach
endlosen Diskussionen erbarmten wir uns u. nahmen ihn schließlich
bis zur Mittagspause mit. Wie sich während der Fahrt heraus stellte
hatte er um einiges mehr als alle anderen bezahlt u. keiner wollte
ihn mitnehmen! Bereits in der Stadt begann die Rumpelpiste. Die
Stadt ist stark verschmutzt u. es sieht aus wie auf einer
Müllhalde, wie eigentlich ganz Bolivien bis jetzt.
Nach 10
km machten wir den 1. Stopp am Rande des Salzsees. Er ist 160 km
lang, 135 km breit u. der größte Salzsee der Welt; er befindet
sich auf über 3.000 m. Die Salzkruste differiert zwischen 2 u. 7
Meter. Den Grossteil des Jahres ist der See ausgetrocknet u. kann
problemlos mit dem Jeep befahren werden. Nur während der Regenzeit,
die eigentlich schon Anfang Dezember beginnen sollte, weicht die
Salzkruste auf u. die Fahrzeuge könnten einbrechen. Im Salzmuseum
wurde uns erklärt, dass das Salz händisch von vermummten Arbeitern
abgebaut wird. Die in den Randbereichen noch schmutzig braune Farbe
des Salzsee ging schnell in ein reines Weiß über, sodass man
unbedingt eine Sonnenbrille zum Schutz der Augen benötigt. Nach
einigen Kilometern kamen wir zu einem Salzabbaugebiet, wo das Salz
bereits für den Abtransport vorbereitet war. Einige Zeit später
erreichten wir das "Hotel de Sal", das komplett aus Salzblöcken
gebaut ist. Lediglich das Dach ist mit Gras gedeckt u. ein 6 Volt
Windrad sorgt für Strom. Auch die Einrichtung, Tische, Stühle,
Betten, usw. bestehen komplett aus Salz. Auf der Weiterfahrt
schlief der Fahrer gelegentlich ein u. Gerhard der vorne saß, griff
ihm ab und zu ins Lenkrad. Es wundert uns nicht, dass sich hier
immer wieder Fahrer verirren, da man wie auf einem weißen
Schneefeld ohne Anhaltspunkte in der Ferne dahinfährt. Nach 80 km
erreichten wir die einsam, mitten im Salzsee liegende Insel
"Pescado". Der höchste Punkt der Insel liegt 100 m höher als der
Salar u. bietet eine schöne Rundumsicht. Auf ihr wachsen
unzählige, bis zu 10 m hohe u. sehr alte Kakteen (ca. 1.200 Jahre).
Während wir die Insel besichtigte, bereitete unser Fahrer das
Mittagessen vor. Es gab Lama-Steak mit Quinoa (eine fast vergessene
Getreideart, die so ähnlich aussieht wie Reis u. auch schon von den
Inkas angebaut wurde) mit Tomaten u. Gurken. Da alle Veranstalter
dieselbe Tour fahren, waren außer uns noch weitere ca. 20 Jeeps da.
Wir sahen, dass alle auf ihren mitgebrachten Gaskochern dasselbe
Menü zubereiteten. Nach der Mittagspause ging es weiter durch die
endlose Monotonie des Salar. Irgendwann hielt der Fahrer einmal an,
stieg wortlos aus dem Wagen u. ging in Fahrtrichtung weiter. Auch
ein weiterer Jeep war in der Zwischenzeit angekommen u. alle
Insassen liefen hinter dem Fahrer her. Wie sich herausstellte,
prüften die Fahrer den Untergrund, da der Salzsee in diesem Bereich
sehr brüchig war. Der 3. Jeep der ankam u. weiterfuhr, blieb auch
prompt stecken. Das erste angefahrene Salzhotel war leider schon
belegt u. so fuhren wir weiter zum nächsten, auf einer Anhöhe, am
Rande des Salzsees gelegen. Auch dieses besteht komplett aus
Salzblöcken. Der gesamte Boden ist lose aus groben Salzkörnern.
Die Betten bestehen aus Salzblöcken mit Strohmatratzen darauf u.
zusätzlich noch einer normalen. Es gibt 3 große Räume mit je 6
Betten u. 2 Doppelzimmer u. 1 Aufenthaltsraum. Unsere Gruppe kam als
erste an und wir verteilten uns auf die 2 DZ u. 2 Betten im
6-Bettzimmer. Als die nächste Gruppe ankam begann die Streiterei. 4
junge Israelis, die wesentlich mehr bezahlt u. denen man 1 DZ
versprochen hatte (Fotos von einem schönen Hotel gezeigt hatte)
mußten nun mit uns beiden im Mehrbettzimmer nächtigen. Wie sie
erzählten wurden sie während ihrer Reise durch Südamerika schon
öfters über den Tisch gezogen. In dieser Hinsicht hatten wir
bisher großes Glück. Nachdem wir bereits mit der Jause (Keks,
Tee, Kaffee) fertig waren, kam 1 1/2 Std. nach uns die 3. Gruppe,
die solange im Salz stecken geblieben war. 2 deutsche Mädchen
zeigten uns auf ihrer Kamera das Foto, wie mit riesigen Pfosten das
Auto hoch gehebelt wurde. Das Foto war faszinierend: rotes Auto auf
weißem Salzsee mit blauem Himmel. Nachdem alle ein Bett gefunden
u. sich beruhigt hatten, wurde rasch Freundschaft geschlossen. 18
Gleichgesinnte aus verschiedenen Nationen erzählten ihre Abenteuer
u. Erlebnisse. Die meisten sind mind. 1/2 Jahr unterwegs u. gerade
mal 20 Jahre alt; wir fragten uns, wie sie sich das leisten können.
Wir kamen zum Schluss, dass unsere Reisezeit viel zu kurz bemessen
ist u. wir daher einen richtigen Stress haben! Um 20,45 h gab es
endlich Abendessen (Gemüsesuppe, gebr. Hähnchen mit Reis). Um
21,30 h wurde der Strom abgedreht. Der Schwede packte seine 1 Liter
Rumflasche aus u. bei Kerzenlicht fingen einige zum Kartenspielen
an; wir gingen zu Bett. |
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| 19.12.06, sonnig,
heiß |
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Obwohl das Bett weich u. angenehm warm
war, habe ich im Salzhotel nicht besonders gut geschlafen; im
Gegensatz zu Gerhard. Um 6 h war Tagwache, 6,30 h Frühstück (im
Gegensatz zum Inkatrail etwas mickrig), 7 h Abfahrt. Nach kurzer
Zeit waren wir auf über 4.000 m u. hatten die endlose Weite des
südbolivianischen Altiplano erreicht. Zwischendurch fuhren wir
durch zwei verschlafene, staubige Dörfer, die Häuser mit Lehm
verputzt, die genauso gut in Afrika stehen könnten. Der Fahrer, der
gleichzeitig auch Guide u. Koch ist, fuhr wie der Teufel. Alleine
wäre es unmöglich, sich hier zurecht zu finden, denn es gibt
zeitweise keine Wege u. die Fahrspuren verlaufen kreuz u. quer.
Allmählich wurde der Straßenzustand immer abenteuerlicher u.
teilweise beherrschte unser Toyota Landcruiser den Fahrer u. nicht
umgekehrt! Ganz geheuer war uns nicht als wir eine Bahntrasse (über
den aufgeschütteten Bahndamm) überquerten, wo es gar keine
Übergang gab.
Wir fuhren am aktiven Vulkan Ollague(5.865 m)
vorbei, der zur Hälfte bereits zu Chile gehört. Auf seiner
Südseite stieg eine Rauchfahne auf. Die atemberaubende Landschaft
zog uns unweigerlich in ihren Bann. Immer wieder sahen wir große
Lama- u. Alpakaherden sowie Vicunas. Zu Mittag erreichten wir die
Lagune Canapa, die erste von fünf auf den Weg zur Lagune Colorada.
Sie sind mit ihrem Vogelreichtum u. ihrer Farbenpracht ein weiteres
Highlight der Tour. Das Wasser funkelt je nach Mineralgehalt in den
unterschiedlichsten Farbtönen. In jeder dieser Lagunen leben
unzählige Flamingos. Diese sind die größten ihrer Art u.
wesentlich farbintensiver als die uns bekannten. Mittlerweile waren
wir auf 4.500 m in der wüstenartigen "Pampa Siloli" gekommen u.
durch den starken Wind drang der Staub durch jede Ritze unseres
Autos. An einer Felsformation, wo Vizcachas (Andenkaninchen,
verwandt mit den Chinchillas) leben, hielten wir kurz an. Trotz
intensiver Suche waren keine zu sehen. Der nächste Stopp war am
"versteinerten Baum". Ein stark erodierter Felsen in Form eines
Baumes, der sich aus der Eintönigkeit der Pampa abhob. Der
Höhepunkt des heutigen Tages war die "Laguna Colorada". Das
intensive Rot des Wassers (die Farbe kommt von kupferhaltigen
Mineralien) wird durch die weißen Borax-Inseln noch verstärkt, die
wie kleine Eisberge aus dem Wasser ragen. Der Uferbereich war mit
einem ockerfarbenen Moosteppich überzogen; zusammen mit dem blauen
Himmel eine tolle Farbenpalette. Unser Nachtlager an der Lagune
glich einer Baracke. Es gibt 2 Räume mit je 7 wild
zusammen geschweißten Betten sowie ein Doppelzimmer mit einem
Stockbett, das diesmal wir bezogen. Duschen gibt es hier überhaupt
keine, nur 2 Toiletten mit durchsichtigem Plastikvorhang u. das für
18 Leute. |
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| 20.12.06, sonnig, sehr
heiß |
Am Vorabend war der
Dieselgenerator von 19 - 21,30 h in Betrieb, danach gab es nicht
einmal Kerzen. Im Aufenthaltsraum wurde ein kleiner Ofen geheizt, da
wir uns auf 4.280 m befanden u. ein eiskalter Wind wehte. Es war
eine sternenklare Nacht u. so viele Sterne am Himmel, wie wir es
vorher noch nie gesehen haben.
Ausgemacht war 4 h wecken,
4,30 h Abfahrt, doch es kam ganz anders. Als unsere Gruppe
abfahrtsbereit im Auto saß bemerkten sie, dass man uns nicht
geweckt hatte. Wir mussten im Stockdunkeln, nur im Schein unserer
Taschenlampe in Windeseile alles zusammen packen. Als dann endlich
das gesamte Gepäck am Dach verstaut war, mussten wir noch einmal 10
Min. auf Gerhard warten, da er zum 3. Mal in diesem Urlaub Durchfall
hat.
Nach kurzer Fahrt (25 km) erreichten wir auf 4.850 m,
den Geysir "Sol de Manana". Gerhard musste gezwungenermaßen gleich
hinter dem nächsten Felsen verschwinden u. hatte furchtbare
Magenkrämpfe. Das Gebiet ist übersät mit unzähligen
kochenden Lavaschlammloechern. Überall gluckert u. brodelt es u.
der größte Geysir stößt in kurzen Abständen 10 m hohe
Dampfsäulen empor. Der Sonnenaufgang war ein außergewöhnliches
Naturschauspiel; die umliegenden Berge erstrahlten in einem
intensiven Ockergelb. Um 7,30 h erreichten wir die "Thermas de
Chalvin" an der Laguna Salada. Es hatte 2 Grad u. das Wasser am
Rande der Lagune war gefroren. In einem Pool nur 2 m daneben stieg
der Wasserdampf auf. Wir konnten uns zuerst nicht vorstellen, auf
ca. 4.800 m baden zu gehen. Das wäre im Vergleich zu Europa, als
wenn man am höchsten Berg der Alpen, dem Mont Blanc, in die
Badewanne steigen würde. Als wir es uns noch überlegten saß unser
Schwede schon mit der Rumflasche im Wasser. Schließlich zogen wir
uns doch aus u. stiegen zu den anderen ins angenehme 35 Grad heiße
Wasser. Die Kulisse rundherum war traumhaft; die Berge von der Sonne
erleuchtet u. einige Meter von uns entfernt stolzierten die
Flamingos umher. In der Zwischenzeit bereitete unser Fahrer das
Fruehstueck vor. Anschließend ging es weiter entlang der
chilenischen Grenze bis zur "Laguna Verde". Leider waren wir zu
früh da und konnten nicht miterleben wie sich das kristallklare
Wasser der Lagune durch die Sonneinstrahlung in Verbindung mit dem
hohen Blei-, Kalzium- u. Schwefelgehalt um die Mittagszeit in
smaragdgrün färbt. Danach folgte der härteste Teil unserer
3-Tagestour. In einer endlosen holprigen Fahrt zurück nach Uyuni
mussten wir in der letzten Reihe unseres Jeeps jede Menge Staub
schlucken. Zwischendurch mussten wir noch ein paar Mal wegen Gerhard
anhalten, bis er schließlich von der Amerikanerin Imodium u.
Tabletten gegen die Magenkrämpfe erhielt. Sie hatte am Vortag
dasselbe Problem u. bekam die Medikamente von einem Franzosen. Kurz
vor Erreichen von Uyuni ging auch noch der Treibstoff aus, doch gab
es zum Glück noch einen vollen Kanister am Dach. Auf dem Weg zum
Hostal buchten wir noch die Weiterfahrt nach Potosi. |
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| 21.12.06, Uyuni - Potosi, 4.065 m,
215 km, sonnig, heiss |
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Die Busfahrt nach Potosi war wieder
ein richtiges Erlebnis. Am Vorabend bekamen wir gerade noch die
letzten Plätze, doch bei der Abfahrt um 10 h war er überbelegt.
Nicht nur das Gepäck, das auf dem Dach keinen Platz mehr hatte
wurde in den Gang gestellt, auch 10 Fahrgäste hatten einen 6
Stunden Stehplatz. Hinter uns saß eine Frau mit einem Kleinkind
sowie einem ca. 8-jährigen Kind u. hatte nur die Karte für einen
Platz. Der Mann daneben regte sich zuerst auf, doch schlussendlich
saß die Kleine dann auf seinem Schoß. Im Bus hat es fürchterlich
gestunken; Fenster konnte man keines öffnen, da die gesamte Strecke
nicht aspaltiert war u. es bei den geschlossenen Fenstern bereits
herein staubte. Doch die kontrastreiche Landschaft, zuerst
wüstenartige Steppe mit riesigen Lamaherden, dann eine Hochebene
mit losem Sand u. zahlreichen Flussdurchquerungen entschädigten
uns. Nach einem 4.100 m hohen Pass ging es durch eine schöne
Wildwestlandschaft mit meterhohen Kakteen bis wir um 16 h Potosi
erreichten. Die Stadt ist die höchst gelegene Großstadt der
Welt u. hat 162.500 Ew. Sie wird überragt vom 4.829 m hohen
Bergkegel "Cerro Rico". Bis heute wurden 47.000 t Silber aus dem
Berg geholt u. daher ist er durchlöchert wie ein Schweizer Käse.
Bis zum 18. Jhd. haben hier schon 8 Mio Menschen im Stollen oder
durch Quecksilbervergiftung (das als Scheidemittel eingesetzt wurde)
bei der unmenschlichen Arbeit ihr Leben verloren. Das historische
Zentrum mit ihren Kolonialbauten wurde zum Teil renoviert u. von der
UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Für uns ist es die erste
saubere u. gepflegte Stadt Boliviens. Am Busbahnhof wurden wir
von einem Hostalbesitzer angesprochen. Er zeigte uns das Prospekt
seiner Unterkunft u. da es sehr ansprechend aussah fuhren wir mit
ihm mit. Das Zimmer war nett u. sauber u. hat sogar Kabel-TV u. das
um umgerechnet Euro 6,-- für 2 Personen. Für morgen buchten wir
eine Minentour u. schlenderten (das heißt bei Gerhard im
Laufschritt, außerdem geht es bergauf u. bergab) durch die Altstadt.
Zum Abschluß aßen wir noch in einem Touristenlokal mit
nettem Ambiente ein 4-gängiges Menü (Palatschinken mit
Käsefüllung, Gemüsesuppe mit Quinoa, gegrilltes Lama mit Reis,
Bananenkuchen) fuer Euro 2,50 pro Person. Hoffentlich hat es Gerhard
schon vertragen, denn heute hat das Imodium noch gewirkt!
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| 22.12.06, Potosi - Sucre, 170 km -
3 1/2 Std. Busfahrt, sonnig, heiß |
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Bereits um 8,30 h begann unsere
Minentour. Mit dem Bus fuhren wir zum Ausrüstungsdepot, wo wir
Jacke, Hose, Helm, Licht u. Gummistiefel erhielten. Vor allem der
Helm sollte sich in den nächsten Stunden noch mehrfach bewähren.
Anschließend ging es zum "Mercado de Mineros". Hier gibt es alles
was einen Mineroherz höher schlagen läßt; Schaufeln, Handschuhe,
Zigaretten, Getränke u. natürlich Coca-Blätter. In offenen Kisten
steht das Dynamit herum, das übrigens jedes Kind ohne Ausweis oder
Registrierung kaufen kann! Zum Probieren gab es noch 96 %igen
Alkohol, den die Mineros angeblich trinken, aber wir rochen nur
daran. Wir kauften uns Atemschutzmasken sowie einen Sack
Coca-Blätter u. einige aus unserer Gruppe kauften Dynamit u.
Zündschnur. Weiter ging es zu einer Aufbereitungsanlage wo uns
erklärt wurde, wie das Gestein aus den Minen in verschiedenen
Arbeitsgängen zerkleinert, zermahlen u. mit verschiedenen
Chemikalien u. Wasser versetzt wird. Nach der Trennung bleibt dann
ein silber- oder zinkhältiger Schlamm über, der dann getrocknet u.
exportiert wird. Anschließend fuhren wir mit dem Bus hoch zum
"Cerro Ricco" (reicher Berg). Nach 1/2 Std. standen wir vor dem
Mineneingang. Armdicke Luftschläuche führen in den Schacht, jedoch
nicht etwa zur Belüftung der stickigen Stollen, sondern einzig u.
allein für die Versorgung der Presslufthämmer. Im Gänsemarsch
ging es in den Stollen. Unsere Gruppe bestand aus 2 Deutschen, 2
Franzosen, uns beiden sowie einem Führer mit Assistenten. Da in
der gesamten Mine gearbeitet wird, mussten wir bereits nach einigen
Metern in eine Nische springen, um nicht von einem vollbeladenen
Waggon überrollt zu werden. Bis zum Erreichen des Museums konnten
wir noch relativ aufrecht gehen. Danach wurde es immer enger u.
vor allem niedriger; die Schachthöhe betrug nur mehr max. 1 Meter!
Am Hosenboden rutschten wir hinunter in das 2. Level. Dort sahen wir
einige Zeit den Arbeitern zu, wie sie mit einer Seilwinde das
schwere Gestein vom 3. Level hoch beförderten u. in eine Rutsche
zum Abtransport schütteten. Um in das 3. Level zu gelangen
mussten wir auf allen Vieren durch einen noch engeren Schacht
kriechen. Die letzten 10 m bestanden dann aus einer ca. 1 m breiten
u. steilen Holzrinne, wo wir uns mit den Füßen rechts u. links
verkeilen u. langsam abrutschen mussten. Von hier gingen wir bis zum
Ende eines Schienenstranges, wo Arbeiter mit Schaufeln das Gestein
in Körbe füllten, die dann in das 2. Level hochgezogen wurden.
Auch wir wurden zum Mithelfen animiert u. stellten fest, wie
anstrengend diese Arbeit ist. Im Stollen hat es 35 Grad u.
aufgrund der giftigen Gase nehmen die Arbeiter in ihrer 8 - 10
Stunden Schicht keine Nahrung zu sich. Sie stopfen sich, wie schon
ihre Vorfahren vor 400 Jahren, ihre Backen mit Coca-Blättern voll
u. trinken zuckerhältige Limonade. Der Stollen hat insgesamt 7
Levels u. wir waren froh, dass wir nach dem 3. Level wieder umdrehen
durften. Auch der Rückweg war sehr anstrengend, da wir die engen
Schächte wieder hochkriechen mussten. Nach 3 heißen u.
anstrengenden Stunden konnten wir endlich frische Luft atmen. Den
Abschluss bildete eine Sprengdemonstration im Freien. Die Explosion
einer Dynamitstange ist doch um einiges heftiger als unsere
Silvesterknaller. Erst auf der anschließenden Busfahrt (alles
asphaltiert!) nach Sucre las ich die Verzichtserklärung, die wir
beim Buchen der Tour unterschreiben mussten. Darin stand u.a. dass
bei Schachteinstürzen derzeit die meisten Minenarbeiter ums Leben
kommen u. der Veranstalter jede Haftung ablehnt. Es wäre in Europa
unvorstellbar, eine so desolate Mine, in der noch gearbeitet wird,
als Tourist zu besuchen. |
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| 23.12.06, Sucre, 2.790 m, ca. 25
Grad |
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Sucre ist die Hauptstadt Boliviens mit
ca. 225.000 Ew. Es herrscht hier das ganze Jahr ein angenehm mildes
Klima, daher ist die Stadt mit ihrer kolonialen Bausubstanz ein
beliebtes Reiseziel mit historischer Atmosphäre für Bolivianer.
Sie zählt seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Die Stadt
ist äußerst gepflegt u. der Verkehr ist zivilisiert. Für uns ist
sie die schönste Stadt Boliviens. Es gibt hier jedoch extrem viele
Obdachlose u. Bettler, was bei einer 50 %igen Arbeitslosenrate in
Bolivien nicht verwundert. Am Vormittag gab es wieder
Sightseeing (von einer Kirche in die andere). In der Fußgängerzone
herrschte vorweihnachtliches Treiben. Zwischendurch legten wir eine
Pause in einem schattigen Park ein, da es uns in der Sonne schon zu
heiß wurde. Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich mit
Shopping, Essen u. Internet, bevor wir kurz vor 18 h den Nachtbus
nach La Paz bestiegen. Richtig bequeme, breite Sitze, die man zum
Schlafen wie ein Bett umklappen kann, langer Fußstütze, wie im
Flugzeug in der Business Class u. über jeden Sitz eine Decke sowie
eine Bordtoilette. Doch die Freude war nach 5 Min. vorbei - wir
saßen im falschen Bus. Unser Bus hatte zwar auch Liegesitze, jedoch
nicht so breit u. bequem, doch leider keine Toilette. Und diese
Tatsache sollte mir wenig später zum Verhängnis werden.
Anscheinend war der bessere Bus von der selben Firma schon
ausgebucht, denn er wurde uns gar nicht angeboten! Nach 3 1/2
Std. (21,30 h) stoppte der Bus direkt neben dem Busbahnhof in
Potosi. Ich nützte die Gelegenheit um eine Toilette aufzusuchen.
Bereits beim Aussteigen wiesen mir einige Männer den Weg. Gerhard
überquerte zunächst noch mit mir die Strasse, doch dann einigten
wir uns, dass er beim Bus bleibt, damit er nicht ohne uns abfährt.
Es waren viele Passanten auf der Strasse u. ich fragte noch einmal
wo es die Toiletten gibt. Ein Mann wies mir den Weg in die
Seitengasse. Kaum war ich 10 m in der Gasse standen plötzlich 2
Männer um mich herum, der eine gab sich als Polizist aus, nannte
die Busgesellschaft mit der wir fuhren u. forderte mich auf, mich
auszuweisen. Er sprach von einer Drogenkontrolle (Marihuana) u.
fragte mich, ob ich chil. Geld bei mir hätte u. als ich verneinte,
forderte er mich auf, meinen umgeschnallten Geldbeutel vorzuzeigen.
Nachdem er alles durchsucht hatte u. ich ihn dabei ganz genau
beobachtete, gab er mir alles wieder zurück. In der Zwischenzeit
wollte der Bus bereits weiterfahren, doch Gerhard konnte es noch
verhindern. Gerhard lief dann noch herum um mich zu suchen. Er hatte
schon Panik, weil er ahnte, dass etwas nicht stimmt, da ich schon so
lange weg war. Erst im Bus als ich das Geld nachzählte, merkte ich,
dass Euro 150,-- fehlten u. nur mehr die kleinen Geldscheine da
waren. Obwohl ich vorher im Reiseführer las, dass man sich vor
falschen Polizisten in Acht nehmen muss, habe ich in der Situation
Panik gehabt u. nicht um Hilfe gerufen. Wenn ich jedoch an die 2
Österreicher denke, die im Frühjahr in Bolivien von falschen
Polizisten ermordet wurden, bin ich noch einmal mit einem blauen
Auge davon gekommen. |
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| 24.12.06 La Paz |
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Heute lasen wir im Internet
über die
vielen Übergriffe auf Touristen in Bolivien. Es stand, dass
Bolivien neben Kolumbien, wegen ihrer Armut, eines der
gefährlichsten Länder Südamerikas ist. Vor allem über die Stadt
Potosi lasen wir viel Negatives. Die meisten Überfallenen trugen
auch Verletzungen davon - so gesehen, hatte ich noch großes
Glück! Unser Bus kam mit 1-stündiger Verspätung in La Paz an.
Das Hotel, das wir ausgesucht hatten war leider ausgebucht - aber
100 m weiter fanden wir ein passables Zimmer. Bei der
Stadtbesichtigung trafen wir die 4 Deutschen mit denen wir am
Inka-Trail waren. Wir besichtigten von außen das Gefängnis San
Pedro, das mit einer Vollzugsanstalt in Europa nichts zu tun hat. Es
ist einen ganzen Häuserblock groß u. die Gefangenen können sich
darin frei bewegen. Wachpersonal gibt es nur am Eingang, sonst sind
die Gefangenen sich selbst überlassen. Marktfrauen können darin
ihre Waren anbieten u. Familienangehörige leben oft freiwillig
darin. Als wir durch den Eingang sahen herrschte im Hof ein
fürchterliches Gedränge. Die Gefangenen hielten uns durch die
Gitterstäbe selbst gebastelte Waren zum Kauf entgegen. In allen
Kirchen die wir besuchten, war heute Weihnachtsgottesdienst u. in
den Gassen Markt. Nach dem Besuch des Coca-Museums, wo alles vom
Anbau bis zum fertigen Produkt erklärt wird (auch auf Deutsch)
schauten wir noch am Hexenmarkt vorbei. Hier werden geheimnisvolle
Pülverchen u. Mittel gegen aller Art von Krankheiten u. bösen
Geistern verkauft. Es hängen auch überall Embryos von Lamas herum.
Sie werden beim Hausbau in alle 4 Ecken eingemauert u. sollen den
Bewohnern Glück bringen. Gerhard buchte für morgen eine
Downhill-Mountainbike-Tour. 60 km bergab auf der gefährlichsten
Straße der Welt. Ich werde als Begleitperson im Auto mitfahren.
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| 25.12.06, La Paz - Coroico u.
retour |
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Um 7,30 h wurden wir abgeholt. Zuerst
ging es 27 km hoch bis zum Pass "La Cumbre", 4.650 m. Kurz vorher
passierten wir einen Polizei Checkpoint, wo jedes Fahrzeug mit dem
Ziel Coroico registriert wurde, für den Fall, dass man unterwegs
verloren geht. Zeitweise herrschte starker Nebel, sodass wir die
Schönheit der Cordillera Real erst auf der Rückfahrt bewundern
konnten. Auf der Passhöhe wurden die Bikes ausgeladen u. die
Regenkleidung (Hose u. Jacke) gelbe Schutzweste, Helm u. Handschuhe
ausgeteilt. Neben Gerhard war noch ein 21-jaehr. Brasilianer mit dem
Guide unterwegs. Nach einem kurzen Briefing ging es auch schon los.
Die Strecke La Cumbre - Chusquipata ist asphaltiert u. gut
ausgebaut. So konnte sich Gerhard gut an das voll gefederte
Downhill-Bike mit Scheibenbremsen gewöhnen u. es auch einmal
richtig laufen lassen. Einige Lkws wurden überholt u. der Kleinbus
mit mir war immer hinterher. Nach einer halben Stunde kam ein
Tunnel, der von den Bikern rechts umfahren wurde, da hier im Vorjahr
ein Guide gestorben ist, als er frontal in ein unbeleuchtetes
Polizeiauto fuhr. Kurze Zeit später kam ein weiterer Polizei
Checkpoint, wo die Biker die Räder durchschieben mussten. Nun
folgte ein Abschnitt mit einem kleinen Anstieg (ca. 3 km). Der
Brasilianer war die Höhe nicht gewohnt, bekam keine Luft u. stieg
ins Auto. Der 21-jaehrige Guide wollte hier Gerhard einmal testen u.
musste schlussendlich klein beigeben. Oben gab es dann einen kleinen
Snack, damit der Guide Zeit hatte sich zu erholen. Nach einer
guten Stunde war das nächste Zwischenziel der Beginn des "Camiono
de la Muerte", der berüchtigten Strasse des Todes erreicht. Es gab
wieder ein kurzes Briefing, denn ab hier herrscht Linksverkehr. Die
bergauf fahrenden Fahrzeuge haben Vorrang u. dürfen an der Hangseite
fahren. Zum Nebel kam nun auch noch leichter Regen dazu u.
machte die Schotterpiste ziemlich rutschig. Nach kurzer Fahrt hob
sich der Nebel u. gab einen ersten Blick auf die imposante Schlucht
u. die gegenüberliegenden Berge mit unzähligen gewaltigen
Wasserfälle frei. Die Schlucht mit ihren nahezu senkrechten, dicht
bewachsenen Felswänden ist hier locker 500 m tief u. mit Bäumen,
Büschen u. Farnen zugewachsen. Gerhard bekam von dem allen nichts
mit, da er voll konzentriert fahren musste. Ich hatte die Hose
gestrichen voll u. konzentrierte mich auf die grandiose Landschaft,
um ja nicht auf die extrem schmale, zeitweise ins Nichts führende
Straße schauen zu müssen. Nach kurzer Zeit hörte der Regen
auf u. der Nebel war ganz verschwunden. Fast in jeder Kurve stehen
Kreuze am Straßenrand u. da wo besonders viele Fahrzeuge abstürzen
hielt der Guide immer an. Pro Jahr sterben auf diesem Straßenstück
100 Menschen u. 3 davon sind Mountainbiker! Vor kurzem ist ein
20-jaehr. Deutscher abgestürzt. Die Kurven sind überhaupt nicht
gesichert, es gibt überhaupt keine Leitplanken u. an einigen
Stellen ist der Straßenrand bereits soweit abgebrochen, dass die
Fahrspur fließend in die Abbruchkante übergeht. Es ist nicht
vorstellbar, dass hier noch LKWs u. Busse fahren. Beim nächsten
Halt zeigte uns der Guide die Reste eines erst heuer abgestürzten
LKWs, bei dem 5 Menschen ums Leben kamen. Glücklicherweise war
heute Feiertag, sodass uns bei der Abfahrt kein einziges Auto
entgegen kam. Einige besonders gefährliche Kurven haben sogar
Spitznahmen, so z.B. wird eine Kehre, wo ein Bus mit einer
Folkloregruppe abstürzte, "Zentralfriedhof" genannt - schon etwas
makaber. Am Ende des gefährlichsten Abschnittes der Death Road
stürzen an mehreren Stellen, aus einer nahezu senkrechten Felswand,
Wasserfälle direkt auf u. über die Strasse. Im unteren
Abschnitt wurde die Strasse etwas breiter - lediglich einige
Flußläufe waren zu durchqueren. Der Guide ließ es wieder etwas
schneller laufen, worauf Gerhard gleich 2 Hinterrad-Defekte
hatte. Als wir bereits in einiger Entfernung, das auf einem
Bergrücken liegende Dorf Coroico sahen, gab es noch einmal eine
kleine Jause. In der Zwischenzeit hatte es so um die 25 Grad u.
die Sonne brannte vom Himmel. Auch die Vegetation hatte sich wieder
geändert. Umgeben von trop. Dschungel fuhren wir an Bananen- u.
Kaffeeplantagen vorbei. Auf über 3.500 m Höhenunterschied haben
wir fast alle Klima- u. Vegetationszonen Südamerikas
durchquert. Nach 3,5 Std. Downhill inkl. kurzen Pausen erreichten
wir am tiefsten Punkt (1.300 m) der Tour das Dorf Yolosa.
Während die Räder verladen wurden, stießen wir mit einem Bier
auf die unfallfreie Fahrt an. Anschließend ging es mit dem Auto 15
Min. hoch nach Coroico. In einem 4-Stern Hotel, inmitten von
Bananenstauden, trop. Pflanzen u. Orchideen, wurde uns noch ein
T-Shirt überreicht u. ein Zimmer zum Duschen zugeteilt. Wir hatten
1 Std. Zeit zum Schwimmen im Hotelpool, bevor wir uns am
Mittagsbuffet labten. Nach dem Essen ging es dieselbe Strecke
wieder zurück. Gerhard sah erst jetzt was er bei der Abfahrt alles
nicht gesehen hatte u. als passiver Beifahrer hatte auch er die Hose
voll. Ich bin froh, dass ich mitgefahren bin (diese gefährliche
Strecke wollte ich zuerst auf keinen Fall fahren) denn die
Landschaft war so überwältigend dass ich sie nie vergessen
werde. |
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| 26.12.06, La Paz - Arica,
heiß,
ca. 28 Grad |
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Um nicht dieselbe Strecke, die wir
gekommen sind, nach Peru zurück zu reisen, haben wir uns
kurzfristig entschlossen, den Weg über Chile zu nehmen. Der Bus
fuhr bereits um 6 h ab u. beinahe hätten wir verschlafen. Gerhard
stellte nämlich den Wecker um 1 Std. zu spät, zum Glück aber den
Alarm auf meiner Uhr richtig. Auf dem Weg zum Busbahnhof fühlten
wir uns nicht ganz wohl, da es noch dunkel war, aber es ist alles
gut gegangen. Vor dem Busterminal schliefen in einer Ecke, vor noch
geschlossenen Marktständen, an die Hundert Obdachlose, Körper an
Körper, mit Decken u. Plastikplanen zugedeckt. Es waren auch viele
Kinder darunter - ein trauriger Anblick. Der Bus war von einer
chilenischen Firma, ziemlich neu u. sehr komfortabel. Unterwegs
bekamen wir Fruehstueck u. Mittagessen serviert. Die Grenze zu
Chile liegt auf 4.500 m u. befindet sich inmitten eines
Nationalparks. Die umliegenden Vulkankegel waren mit Schnee bedeckt
u. in einer großen Lagune direkt an der Grenze, gab es unzählige
Flamingos. 2 Std. später erreichten wir Arica, ein kleines
Städtchen direkt am Meer. Vor dem Busbahnhof sprach uns ein
Zimmervermieter an u. da sein Haus nur 150 m entfernt war, hatten
wir rasch ein Zimmer. Da der Geldautomat am Busbahnhof keine Pesos
ausspuckte (aus welchen Gründen auch immer) spazierten wir ins
Zentrum u. tauschten unsere letzten, übrig gebliebenen Euros.
Die Stadt ist äußerst gepflegt u. hat eine große
Fußgängerzone, aber keine touristischen Sehenswürdigkeiten. Es
sieht alles ein bisschen wie in Nordamerika aus; ein krasser
Gegensatz zu Bolivien! Am Nachmittag hatten wir zum ersten Mal in
diesem Urlaub Zeit zum Faulenzen u. verbrachten ihn am Strand mit
Schwimmen u. Herumliegen. Am Strand war richtig was los u. das
Wasser hatte mind. 23 Grad. |
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| 27.12.06, Arica - Arequipa, 2353 m,
476 km Bus, sonnig |
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Unser Zimmervermieter hat uns
empfohlen, nicht den Direktbus nach Arequipa zu nehmen, da dieser
sehr teuer sei. So sind wir um 8 h mit dem chilen. Bus bis Tacna
(156 km) gefahren u. von da mit einem peruanischen Bus. Es hat super
geklappt, nicht einmal die Hälfte gekostet u. wir hatten auch
gleich Anschluss. Die ganze Strecke verlief durch eine
wüstenähnliche u. vegetationslose Landschaft. Zwischendurch gab es
vereinzelt einige grüne Oasen, wo sogar Reis angebaut wurde. Um
15 h erreichten wir Arequipa, mit 890.000 Ew. die zweitgrößte
Stadt Perus. Sie wird die Stadt des "ewigen Frühlings" genannt.
Angeblich scheint hier 300 Tage im Jahr die Sonne; sie ist nur 75 km
Luftlinie vom Meer entfernt. Durch die Nähe aktiver Vulkane werden
in der Stadt täglich bis zu 12 Erdbeben in unterschiedlicher
Stärke registriert. Für morgen haben wir eine 2-taegige Tour in
den "Colca-Canyon" gebucht, der einer der attraktivsten
Natursehenswürdigkeiten Perus ist. |
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| 28.12.06, Arequipa - Chavay, 3.633
m, 160 km |
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Kurz nach 5 h war es mit der Nachtruhe
vorbei. Ein verrückter Busfahrer hat die ganze Straße entlang
gehupt u. uns geweckt. Wir waren um 7,30 h die Ersten, die von
einem Kleinbus eingesammelt wurden. Danach holten wir eine span.
Pärchen, dann zwei irische Mädchen u. zum Schluß eine franz.
Familie mit 3 Kindern ab. Am Stadtrand gab es den nächsten Halt.
In einem kleinen Laden sollten wir uns dann noch mit Getränken,
Coca-Blättern u. Süßigkeiten eindecken. Die Straße führte
ständig bergauf, entlang des Vulkans "Chanchani", bis wir die
Paßhöhe auf 4.900 m ereichten. Hier hatten wir eine wunderschöne
Aussicht auf die umliegenden schneebedeckten Vulkane. Auf der
Hochebene mit dem typ. Andengras weideten unzählige Alpakas,
Vucunas u. Lamas. Wir sahen also 3 von 4 in Südamerika vorkommenden
Kleinkamelarten. Auch sahen wir Andenkaninchen (Viscachas), die wir
in der Atacamawüste nicht gefunden hatten. Vom Pass ging es auf
halsbrecherischen Serpentinen hinunter in das kleine Dorf Chivay,
das bereits im Colca-Tal liegt. Zum Mittagessen bracht man uns in
ein überteuertes Touristenrestaurant, wo wir jedoch am Buffet
nichts fanden was uns mundete. Wir gingen daraufhin in die 200 m
weit entfernte Markthalle u. aßen mit den Einheimischen. Am
Rückweg begann es stark zu hageln u. trotz 26 Grad blieb der Hagel
teilweise liegen. 1 Stunde später zeigten uns Kinder einen kleinen
Schneemann aus Hagelkörnern. Am Weg dahin entdeckten wir auch
unser Hotel, das direkt am Hauptplatz liegt. Nach einer
2-stuendigen Mittagspause wurden wir wieder abgeholt u. zu einer
Thermalquell gebracht. Das Wasser kommt mit 96 Grad direkt aus dem
Vulkan u. wird durch Becken, in denen Rohre mit kaltem Wasser
verlaufen, auf 40 Grad abgekühlt. Es gab auch ein Dampfbad, wo das
heiße Wasser direkt über Eukalyptuszweige fließt, was gut für die
Atemwege sein soll. Hoffentlich hat es etwas genützt, da ich schon
sei 6 Tagen starken Husten habe u. der Hustensaft nicht gewirkt hat.
Während wir im heißen Wasser saßen, begann es zu regnen u. es
hörte bis zum Abendessen nicht mehr auf. |
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| 29.12.06, Chivay - Arequipa,
sonnig, sehr warm |
|
Der Colca-Canyon ist noch gewaltiger
als der Grand Canyon in den USA u. gilt als tiefste Schlucht der
Welt. Tagwache war um 5 h, Abholung zu einem sehr, sehr einfachen
Frühstück (die Marmelade wurde vor unsren Augen mit warmen Wasser
verdünnt, ebenso den Papaya-Juice, den alle stehen ließen u. 2
Stk. hohle Semmeln; das einzig gute war der Coca-Tee) um 5,30
h. Danach wollten wir die franz. Familie abholen, die im
nächsten Dorf untergebracht war. Natürlich waren sie nicht fertig
u. wir besichtigten inzwischen das Dorf Achoma. Dort mussten für
uns Touristen eine kleine Gruppe Kinder in ihren Trachten schon um
6,15 h tanzen. Ebenso gab es jede Menge Souvenirstände u. die
Frauen boten sich mit ihren geschmückten Lamas, Adlern u. Eulen zum
Fotografieren an. Als unser Chauffeur dann mit den Franzosen nach 1/2
Std. endlich eintraf, wollten wir alle natürlich sofort
weiterfahren. Doch die franz. Familie stieg seelenruhig aus dem Auto
aus, sodass Gerhard leicht durchdrehte u. zum Streiten begann. Es
herrschte dann etwas frostige Stimmung im Auto. Nach einigen
Stopps an Aussichtspunkten erreichten wir um 7,30 h den "Mirador
Cruz del Condor" (dem Aussichtspunkt für Kondore). Hier ist die
Schlucht 1.200 m tief u. unten fließt der Rio Colca, den man nur
hören, aber mit freiem Auge nicht erkennen konnte. Auf einer
kurzen Wanderung beobachteten wir riesige Kolibris u.
Andenkaninchen. Am Aussichtspunkt waren bereits viele Touristen u.
warteten ebenfalls auf das Auftauchen des "Koenigs der Anden". Der
Kondor hat eine Flügelspannweite bis 3,20 m u. wird bis zu 70 Jahre
alt. Nach kurzem Warten zeigten sich die ersten Exemplare unter uns.
Durch die thermischen Aufwinde gleiteten sie bald über unseren
Köpfen hinweg; sie können bis in 5.000 m Höhe aufsteigen. Wir
waren froh, dass wir ein Fernglas mithatten, denn so konnten wir das
interessant Spektakel besser beobachten. Auf der Rückfahrt
machten wir wieder Mittagspause in Chivay, um anschließend nach
Arequipa zurück zu fahren. Wir quartierten uns in einem anderen
Hostal ein (Zimmer mit Dachterrasse u. Blick über die ganze
Stadt). Den Abend ließen wir in einem vornehmen Restaurant in
der Altstadt, bei Cuy (Meerschweinchen u. Cebiche (roher Fisch in
Limettensaft) ausklingen. |
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| 30.12.06, Arequipa, sehr
heiß, 27
Grad |
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Obwohl wir Zeit zum Ausschlafen
hatten, weckte mich Gerhard schon um 6 h. Als die Kathedrale um 7 h
geöffnet wurde, standen wir schon davor. Sie ist aus
"Cillar"-Gestein (weißes vulkanisches Gestein) gebaut u. ist
einzigartig für Peru. Beim Frühstück auf dem Markt lasen wir
in der Zeitung, dass gestern Nacht (21,30 h) ein Nachtbus, von einer
der größten u. renommiertesten Firmen, nicht weit von hier, von 6
bewaffneten Männern überfallen u. alle 54 Passagiere ausgeraubt
wurden. Im übrigen lesen wir fast täglich von einem Busunglück mit
mehreren Toten. Der anschließende Stadtrundgang beeindruckte uns
sehr. Schon um 8 h Früh war es so heiß, dass wir versuchten, immer
im Schatten zu gehen. Von vielen wird diese Stadt als die schönste
Perus bezeichnet. Dieser Meinung können wir uns nur anschließen.
Nicht nur die schönen kolonialen, restaurierten Häuser, sondern
auch die vielen feinen u. exquisiten Restaurants, Cafe u. Bars
würden uns zu einem längeren Aufenthalt verleiten. Doch schön
langsam drängt die Zeit. Da uns das Meerschweinchen gestern so
gut schmeckte, aßen wir es heute zu Mittag gleich noch einmal in
einem anderen Lokal. Am Nachmittag besichtigten wir die
Hauptattraktion der Stadt, das 400 Jahre alte Kloster "Santa
Catalina". Es ist angelegt wie eine kleine Stadt u. ermöglichte den
Nonnen ein selbständiges Leben. Der Eintrittspreis (13,-- Euro pro
Person) hatte europ. Niveau; es hat sich aber durchaus
gelohnt. Gezwungenermaßen müssen wir heute noch einmal mit
einem Nachtbus (diesmal der teuerste mit WC) fahren, da morgen sowie
am 1.1. keine Busse verkehren, da Feiertag ist u. wir ansonsten
nicht mehr rechtzeitig zu unserem Rückflug nach Lima
kommen. |
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| 31.12.06, Arequipa - Nasca, Peru,
566 km Bus, 8,5 Std. |
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Der Bus war leider nicht so
luxuriös
wie erwartet u. der Fahrer fuhr auf der kurvigen Strecke unseres
Erachtens viel zu schnell. Gerhard konnte vor lauter Angst bis 3 h
Früh nicht schlafen. Wir kamen um 5,15 h, 45 Minuten zu Früh in
Nasca an. Am Terminal warteten bereits 2 Mädchen, die lustigerweise
das beide Hotel anboten u. sich preislich zu unterbieten
versuchten. Nasca ist ein 40.000 Ew. Stadt u. liegt in einem
fruchtbaren Tal mit angenehmen Klima auf 620 m Höhe. Der Ort selbst
besitzt keine Sehenswürdigkeiten, ist jedoch Ausgangspunkt zu einem
der frühgeschichtlich interessanteste Punkte der Welt, zu den Nasca
Geoglyphen. Es handelt sich dabei um Bodenmarkierungen u.
Zeichnungen, die 25 - 200 m groß sind u. etwa 200 v. Chr. bis etwa
800 n. Chr. entstanden sind. Die meisten Touristen besichtigen diese
Tier- u. Menschenfiguren mit 3 - 16 sitzigen Flugzeugen. Aufgrund
des diesigen Wetters u. unserer Flugangst in so kleinen wackeligen
Propellermaschinen buchten wir einen Führer samt Auto, der uns zum
25 km nördlich der Stadt liegenden 11 m hohen Aussichtsturm
brachte. Hier sahen wir zwar nur einen Teil der etwa 1000 geraden
Linien u. über 30 großen Abbildungen, aber wir konnten einen guten
Eindruck gewinnen. Anschließend ging es zum 25 km südlich der
Stadt liegenden Friedhof mit unzähligen Mumiengräbern der
Nasca-Kultur. Knochen, Schädel u. Textilfetzen, die überall
herumlagen wurden von Archäologen in freigesetzte Grabkammern
gesetzt. Die Toten wurden in birnenförmigen Löchern zusammen mit
bemalten Gefäßen bestattet u. durch den Wüstensand u. das extrem
trockene Klima (es regnet nur insges. 2 Std. im Jahr) sind die
Mumien so gut erhalten. Beim Besuch einer kleinen Keramikfabrik
wurde uns erklärt, wie die Tongefäße dieser alten Kultur
nachgemacht u. bemalt werden. Da Nasca nicht weit vom Meer
entfernt ist, ließen wir uns zu Mittag ein leckeres Fischgericht
schmecken. Anschließend mussten wir ein kurzes Schläfchen einlegen
mit dem Effekt, dass wir nachher noch mehr gerädert waren als
vorher. Die Silvesterfeier werden wir heute wohl nicht miterleben.
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| 1.1.07, Nasca - Ica, Peru - 140 km
Bus, sehr heiß, 33 Grad |
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Wir sind schon um 22 h eingeschlafen
u. haben Silvester verpaßt. Gerhard ist durch die Knallerei um
Mitternacht kurz wach geworden. Zum Glück konnten wir mit einer
kleinen Buslinie in die 140 km entfernte Stadt Ica fahren. Es ging
durch eine öde, wüstenähnliche Landschaft, die nur vereinzelt
durch Oasen unterbrochen war. Kurz vor Ica begann das
Wein-Hauptanbaugebiet Perus. Viele der 162.000 Ew. der Stadt
arbeiten in der Weinproduktion. Beim Bummel durch die Stadt
(obwohl Feiertag ist haben viele Geschäfte geöffnet) entdeckten
wir am Markt einen Fischstand, der div. Fische u. Meeresfrüchte
frisch zubereitet anbot. Es herrschte so großes Gedränge, dass
Gerhard nur im Stehen essen konnte. Die von uns gewählten Speisen
schmeckten ausgezeichnet. Am Nachmittag fuhren wir mit einem hier
weit verbreiteten, dreirädrigen Motortaxi zu der 6 km entfernten
Oase "Huacachina". Sie liegt wie in einem Märchen aus 1001 Nacht,
umgeben von bis zu 200 m hohen Sanddünen inmitten einer Wüste. In
der Mitte befindet sich eine kleine Lagune, wo Einheimische badeten
u. Tretboot fuhren. Es wurden auch Boards zum Sandboarding
vermietet; Snowboarder haetten hier sicherlich ihren
Spaß. Obwohl wir uns aufgrund der unerträglichen Hitze fast nur
im Schatten bewegten, holte ich mir einen Sonnenbrand! Während
Gerhard zum fotografieren eine Sanddüne hochkletterte, ließ ich
mir inzwischen den besten Pisco-Sour bisher schmecken. Da es
hier in Ica keine Kirchen zu besichtigen gab, suchten wir uns am
Hauptplatz, der in jeder Stadt ein gepflegter Park ist, ein
schattiges Plätzchen u. beobachteten die Leute (Schuhputzer,
Eisverkäufer, Geldwechsler u. die Fotografen). Es ist lustig
anzusehen, wie die Fotografen die Paßbilder machen: der Kunde setzt
sich auf ein Stockerl u. dahinter muss jemand ein weißes Tuch
halten. Wir hoffen, auch morgen die letzten 300 Kilometer bis zu
unserem Start- u. Zielpunkt Lima gut zu
überstehen. |
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| 2.1.07, Ica - Lima, 300 km Bus,
sonnig, 27 Grad |
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Gestern am späten Nachmittag wollten
wir noch in der Nähe des Marktes zu Abend essen. Ein Polizist
(diesmal ein echter!) sprach uns an u. riet uns, die Gegend zu
verlassen, da es hier sehr gefährlich sei. Er erklärte uns den
Weg, damit wir immer an einem Kollegen vorbei kommen; was auch
stimmte. An der nächsten Ecke wurden wir wieder weiter gewiesen.
Wir empfanden es in der Stadt nicht als gefährlich u. waren sehr
überrascht da es erst 17 h u. viele Leute auf der Straße waren.
Auch wird es erst kurz vor 19 h dunkel. Trotzdem folgten wir seinem
Rat u. gingen zügig zurück ins Hotel. Wie es fast in jedem
Hotel üblich ist, war auch hier um 6 h Früh der Lärm so groß,
dass an Schlafen nicht mehr zu denken war. Daher fuhren wir bereits
um 7,30 h mit dem Bus nach Lima. Obwohl es an und für sich eine
gute Buslinie war, war der Bus nicht gerade in bestem Zustand. 2 x
verloren wir auf der geraden Straße die Klappe des Gepäckfaches
(1,5 x 1 m!). Zuerst fuhren wir durch riesiges Weinbaugebiet,
Erdbeerplantagen u. Baumwollfelder, bis sich die Landschaft wieder
in trostlose, eintönige Wüste änderte. Vom Busbahnhof in Lima
fuhren wir mit dem Taxi nach "Miraflores", ein modernes u. belebtes
Stadtviertel. Den Rest des Tages bummelten wir durch moderne
Einkaufszentren. Eines der schönsten Einkaufs- u. Restaurantzentren
ist direkt an die Steilküste gebaut u. man hatte einen
wunderschönen Ausblick auf den Pazifik. |
|
| 3.1.07, Lima, 27
Grad |
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Der Rundgang
durch die Altstadt war recht anstrengend. Es gab wieder jede Menge
Kirchen zu besichtigen. Zum Glück hatten sie von 12 - 16 h
geschlossen, sodaß ich mir
einige ersparte. Die kolonialen Bauten sind teilweise sehr gut
restauriert u. besonders der Plaza Mayor hinterläßt einen
bleibenden Eindruck. Bevor wir in unser Hotel nach Miraflores
(die Altstadt ist ca. 10 km entfernt) aßen wir zum Abschluss noch
einmal ein köstliches "Cebiche mixto" (gem. rohe Meeresfrüchte u.
Fisch) u. tranken "Chincha morada" (Saft aus rotem Mais. Wenn wir
jetzt noch heil zum Flughafen kommen war es eine schöne u.
interessante Reise. Wir haben uns immer sicher gefühlt, außer beim
Überqueren der Straßen! | |

..eine der zahlreichen Kirchen


alle wollen in den Bus

das Gepäck kommt auf das Dach


Straßensperre

... der Stein
hat getroffen

Ausflug "Valle Sagrado de los Incas"

"Coca-Shop"

12eckiger Stein, Cuzco

meine Freundinnen ....

... und meine Kinder

Start "Inka-Trail"

...unterwegs

...warten aufs Abendessen bei eisigen
Temperaturen auf 2.800 m Höhe

am Inka-Trail über den Wolken

Lagerplatz

so wohnt man hier abseits der
Zivilisation

ein anstrengender Abstieg

im "Bergurwald"

... nur etwas für Schwindelfreie

... geschafft - Machu Picchu


auf den Schilfinseln der "Uros"

Boote ganz aus Schilf

die farbenprächtigen Kleider der "Uros"-Frauen

die strickenden Männer auf der Insel Taquile

auf der Insel Taquile

Grenze zu Bolivien

Überfahrt am Titicacasee

auch hier wird Weihnachten
gefeiert

..wird
etwa das Geld knapp?

Salzsee - soweit das Auge reicht!

Radtraining am Salzsee

am Salzsee

Salzhotel

Salzblöcke

Isla Pescada ...

.... mit unzähligen Kakteen

in der Atacama-Wüste

Laguna Verde

Lagune Colorada

unzählige Geysire

"Thermas de Chalvin"

..bereit für die Minentour

Eingang zur Mine

..da müssen wir
durch????

Christine auf allen Vieren!!!

..und hinunter auf der Holzrinne
...


Färbemittel für die Alpakawolle

am Hexenmarkt, La Paz

Start zum Downhill auf der "Todesstraße"

Gerhard mit Guide

"Death-Road"

aus dem Mais wird nicht nur Bier sondern auch "Chicha
morada" (eine süße Limonade) hergestellt


am Strand von Arica, Chile

..was gibt es heute zum Mittagessen?




Cuy (Meerschweinchen)

Meerschweinchen wie Gerhard es am liebsten mag
(gut gebraten)

Mirador "Cruz del Condor"

Kloster Catalina, Arequipa



Mumiengrab der "Nasca" Kultur

Oase Huacachina
- wie aus 1001 Nacht

Kinder in ihrer Sonntagstracht

Einkaufs- u. Restaurantzentrum
Lima
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