30.10.2009, Buenos Aires
Nach einer extrem langen Anreise (27 1/2 Std. Wien-Madrid-Santiago de
Chile-Buenos Aires) sind wir endlich am Ziel angelangt.
Bereits beim Aussteigen aus dem Flugzeug trieb es uns aufgrund der hohen
Luftfeuchtigkeit und 31 Grad den Schweiß aus allen Poren.
Der voraus gebuchte Abholservice ins reservierte Hostel klappte
ausgezeichnet.
Da wir mitten im Zentrum wohnen trieb es uns gleich auf die Straße.
Der erste Eindruck von Buenos Aires wirkt sehr europäisch. Zahlreiche
Kaffeehäuser, die auch in Wien stehen könnten, sowie Kolonialbauten prägen
das Zentrum. In den Straßen herrscht ein hektisches Treiben. Am Abend
wurden in einer Fußgängerzone unzählige Stände aufgebaut. Viele Künstler,
Straßenmusiker u. Tangotänzer zeigten ihr Können.
Vor dem Nachhausegehen belohnten wir uns noch mit einer großen Portion
Eis. Dank des italien. Einflusses ist die argent. Eiscreme besonders
lecker. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen ist riesig. |
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31.10.2009, Buenos
Aires,
Der Jetlag (- 4 Std. zur mitteleurop. Zeit) macht Gerhard wieder einmal zu
schaffen. Schon ab 5 h Früh konnte er nicht mehr schlafen.
Nach einem sättigenden Frühstück machten wir uns bei leichtem Regen auf
den Weg. In der Nacht hatte das Wetter umgeschlagen. Es war nicht mehr so
heiß u. es regnete fast den ganzen Tag.
Bei der Touristeninformation besorgten wir uns einen Stadtplan u.
erkundigten uns über das Streckennetz der U-Bahn u. Buslinien.
Da für die nächsten Tage Regen vorher gesagt ist, beschlossen wir morgen
Abend mit dem Nachtbus gleich weiter in den Norden zu den Iguazu-Fällen an
der brasilianischen Grenze zu fahren.
Der Busbahnhof ist 400 m lang, 3 Stockwerke hoch u. hat Buchten für 75
Busse. Es gibt unzählige Busunternehmen, die von hier aus in alle
Richtungen operieren. Bei den Bussen gibt es 3 Klassen. Wir entschieden
uns einmal für die mittlere Variante; mal sehen wie die versprochenen
Liegesessel wirklich sind!
Unser Rundgang führte uns weiter in das Viertel Retiro, angeblich eines
der edelsten von B.A. u. weiter ins Viertel Ricoleta, wo die reichen Leute
wohnen. In diesem schicken u. exklusiven Viertel stechen vor allem die
Nobelboutiquen u. Designerläden ins Auge.
Die wahre Touristenattraktion ist der außergewöhnliche Friedhof.
Präsidenten, Kriegshelden, einflussreiche Politiker sowie die Reichen und
berühmten (z.B. Evita Peron) liegen hier in riesigen, gotischen Mausolen.
Es fehlt uns schwer diesen Friedhof zu beschreiben, da wir so etwas noch
nie gesehen haben. Die Touristen werden in Bussen heran geschafft, man
kann an Führungen teilnehmen u. es gibt sogar eine eigene Website:
www.recoletacemetery.com.
Ganz in der Nähe liegt das im Reiseführer empfohlene Restaurant "Grants",
in dem wir die ersten argent. Steaks versuchten. Um umgerechnet Euro 4,50
gibt es ein exzellentes, reichhaltiges u. vielfältiges Buffet. Zusätzlich
kann man sich jedes Stück vom Rind aussuchen u. frisch grillen lassen;
ebenso verschiedene frische Fische. Für Gerhard gab es ein riesiges
Nachspeisenbuffet.
Zu all dem tranken wir ein Bier, das hier überall in Literflaschen
angeboten wird, zu einem unglaublichen Preis von Euro 2,80 - Salud!
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1.11.2009, Puerto Iguazu,
Sch.... es regnet schon wieder. Zum Glück ist es aber nicht kalt u.
es hat 20 Grad. Ausgerüstet mit unseren Regenponchos spazierten wir
in das Stadtviertel San Telme, eines der schönsten u. geschichtlich
interessantesten Viertel. Es war einmal ein Nobelbezirk bis Ende des
19. Jhd. eine Gelbfieberepidemie ausbrach u. die Reichen ins heutige
Ricoleta-Viertel abwanderten. Die schmalen Gassen mit
Kopfsteinpflaster u. den niedrigen Kolonialbauten haben das Flair
der guten alten Zeit bewahrt. Hier findet Sonntags immer der
Antiquitätenmarkt statt, aber durch den Regen war nicht viel los.
Mit dem Bus fuhren wir weiter nach La Boca. In dem Armenviertel
wohnen hauptsächlich Einheimische. Im Rieseführer wird davor gewarnt
nicht überall herum zu laufen, da es in diesem Viertel einige üble
Ecken gibt. An der Endstation des Busses ist man aber gleich in der
bekanntesten Straße des Viertels. Zum Glück hatte es in der
Zwischenzeit zum Regnen aufgehört u. plötzlich tauchten auch
Scharren von Touristen auf. Die Häuser sind in bunten Farben bemalt.
In den Innenhöfen findet man Souvenirshops und Antiquitätenläden.
Vor den Restaurants zeigen Tangotänzer ihr Können. Ein paar hundert
Meter weiter steht mitten zwischen den Wohnhäusern das
Fußballstadion der Boca-Juniors, dem ehemaligen Club von Diego
Maradona, der hier wie ein Gott verehrt wird und überall präsent
ist. In den Fanshop darf man noch gratis, doch für das Museum und
das Stadium muß man Eintritt bezahlen. Rund um das Stadion haben
sich die Mannschaften der jeweiligen Jahre mit Fußabdrücken verewigt.
Am Rückweg ins Hotel beschafften wir uns ein Fährticket für den 6.
Nov. nach Uruguay. Das Gepäck für die nächsten 5 Tage verstauten wir
in einem Rucksack (damit ich nichts tragen muß) u. den 2. Rucksack
deponierten wir im Hotel. Mit der U-Bahn waren wir in 10 Minuten am
Busbahnhof. |
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2.11.2009,
Puerto Iguazu, sonnig, 34 Grad
Die nächtliche Busfahrt war recht angenehm. Der Komfort im "Cama"-Bus
entspricht der Business-Class im Flugzeug. Zum Abendessen gab
es ein 3-gängiges Menü mit argent. Wein u. zum Einschlafen
noch Whisky oder Champagner.
Wir hatten so gut geschlafen, daß wir gar nicht merkten ob der
Fahrer einmal gewechselt wurde. Als wir am Morgen aufwachten
u. aus dem Fenster sahen, dachten wir zuerst wir fahren durch
Ruanda. Neben der Straße rote Erde, in den Dörfern die
Seitengassen nicht asphaltiert u. rundherum alles schön grün.
Um 8 Uhr wurde das Frühstück serviert u. nach 16 Std. und 20
Min. waren wir endlich am Ziel in Puerto Iguazu, im
Dreiländereck Paraguay, Brasilien, Argentinien. Mit dem
subtrop. Klima, 34 Grad u. hoher Luftfeuchtigkeit hatten wir
nicht gerechnet.
Gerhard hatte seine weißen Haare unter eine Kappe versteckt u.
wir haben tatsächlich noch einen Jugendherbergsausweis
erhalten! Auf dem in unserem Ausflugspaket enthaltenen
Schlafsaal verzichteten wir jedoch u. zahlten auf ein
Doppelzimmer auf.
Am Nachmittag stand schon der erste Ausflug nach Brasilien auf
dem Programm. Die Grenzformalitäten für unsere Gruppe (20
Personen) dauerten 1 Stunde. Wir besuchten den
Iguazu-Nationalpark. Den Eintritt konnte man in 4 Währungen
bezahlen. Die Attraktion im Nationalpark sind die gigantischen
Wasserfälle. Sie gehören zu den überwältigendsten
Naturschauspielen unserer Erde und sind von brasilianischer u.
argentinischer Seite aus jeweils völlig unterschiedlichen
Blickwinkeln zu betrachten. Auf dem 1,5 km langen Wanderweg
hatten wir nach jeder Wegbiegung einen noch umwerfenderen
Blick auf die Fälle. Am Ende des Weges führt ein Steg auf eine
Plattform hinaus. Durch die aufsteigende Gischt hat bekommt
man eine Gratisdusche (bei diesen Temperaturen eine recht
angenehme Abkühlung!). Wir hatten jedoch vorgesorgt u. unsere
Regenparkas mit, somit waren wir die Einzigen die nicht durch
und durch naß wurden. Durch den Einfall der Sonne sah man
einen gigantischen Regenbogen mit 180 Grad.
Am Abend gab es ein Barbeque-Buffet mit Tangovorführung. 22
Uhr, 26 Grad, Sternenhimmel, 3 Steaks u. 5 Mojitos; gibt es
was Schöneres im Leben? |
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3.11.2009, Puerto Iguazu, 35 Grad, sonnig
Um 8,15 h wurden wir zu unserer Tour in den Parque
Nacional Iguazu abgeholt. Am Eingang standen schon
Menschenmassen vor den Kassen. Unsere Gruppe umfaßte 25
Personen. Die Reiseleiterin begleitete uns den ganzen
Tag. Zuerst fuhren wir mit einem Zug in den Park. Von
dort ging es über einen 1.100 m langen Laufsteg über dn
Fluß Iguazu. Dieser Steg führt zum "Teufelsschlund". Die
Aussichtsplattform liegt direkt über dem mächtigen
Wasserstrahl der tosend ins Bodenlose stürzt. Die Gischt
vernebelt den Blick auf das Ende. Die aufsteigende
Dunstfahne ist schon von weitem zu sehen.
Danach ging es eine Station mit dem Zug zurück. Von dort
wanderten wir wieder über 2 Rundwege mit vielen Brücken
u. grandiosen Ausblicken. Unterwegs sahen wir unzählige
große u. bunte Schmetterlinge sowie große Echsen,
verschiedenste Vogelarten u. Papageie. Bei der
Mittagsrast in einem Restaurant waren die an Menschen
gewöhnten Nasenbären sehr lästig. Durch ihre Bettelei
konnte man nicht in Ruhe essen u. man mußte ständig auf
der Hut sein, daß sie einem nicht anspringen.
Gerhard machte nach der Mittagsrat eine Exkursion. Er
fuhr mit einem großen Allrad-Pritschenwagenb 8 km durch
den Regenwald bis zum Fluß. Während der gesamten Fahrt
wurden Flora u. Fauna erklärt. Von dort ging es auf
einem großen schnellen Gummiboot (für 64 Pers.) zu den
Wasserfällen. Beim Einsteigen bekam man neben der
Schwimmweste auch noch einen wasserdichten Plastiksack
um die gesamte Kleidung inkl. Schuhe darin zu verstauen.
Die Fahrt ging in einem Höllentempo über die
Stromschnellen bis direkt unter einen Wasserfall. Nach
einer ausgiebigen Dusche fuhr das Boot weiter zu einem
noch größeren, wieder direkt unter den tosenden
Wasserfall. Die Leute, die nicht mitgedacht hatten u.
keine Badekleidung trugen hatten Pech. Ich traute mich
wegen meiner Schulter nicht teilzunehmen u. wanderte mit
dem Rest der Gruppe auf einem Pfad hinunter zum Fluß, wo
wir das ganze Panorama der Fälle sahen u. auch die
Schnellboote beobachten konnten.
Kurz nach 17 h waren wir dann wieder im Hostel u. ließen
den Tag im Pool ausklingen. |
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4.11.09,
Puerto Iguazu, 35 Grad
Den heutigen Tag verbrachten wir mit Relaxen am Pool. In der
Zwischenzeit gewöhnt sich unser Organismus an das extreme Klima.
Aber mit den unzähligen, winzigen Sandflöhen, die speziell in die
Beine beißen, kommen wir nicht klar.
Bevor wir am späten Nachmittag zum Busbahnhof aufbrachen, ereilte
uns per E-Mail noch eine schlechte Nachricht aus der Heimat. Unsere
gebuchte Antarktis-Kreuzfahrt wurde aufgrund eines techn. Gebrechens
(das Schiff muß in de Werft) abgesagt.
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5.11.09 -
Buenos Aires, 25 Grad, sonnig
Nach 18 1/2 Std. (mit 1 1/2 Std. Verspätung) haben wir die 1.610 km
zurück nach Buenos Aires mit dem Nachtbus geschafft. Vom Bahnhof
liefen wir zu Fuß ins Hostel, da die U-Bahn Station von der Polizei
gesperrt war. Den Grund konnten wir nicht eruieren, somit hatte
Gerhard sein erstes Training im 4 km Rucksacktragen!
Unser Zimmer war noch nicht bezugsbereit u. so recherchierten wir
einstweilen im Internet wegen einer Antarktis-Kreuzfahrt; hatten aber
nichts passendes gefunden. Den Nachmittag verbrachten wir damit, von
einem Reisebüro ins andere zu laufen. In einem Büro kamen wir an eine
richtige Tussi! Nach 30-minütiger Suche im Computer bot sie uns eine
Kreuzfahrt im chilenischen Seengebiet an. Von 5 Reisebüros konnte uns
nur eines in der gewünschten Gegend etwas anbieten; jedoch zu einem
unerschwinglichen Preis.
Als wir dann wieder zurück waren, hatten wir per Mail eine Antwort auf
unsere Anfrage vom Touristenbüro in Ushuaia, dem Ausgangshafen der
Kreuzfahrt, erhalten. Ein super Restplatzangebot für den 17. November.
Hoffentlich klappt es!
Am Abend hatten wir dann im Hostel noch eine Mate-Tee Verkostung, das
argent. Nationalgetränk. Es ist ein sehr starker grüner Tee, den man
mit einem Metallstrohhalm aus kleinen Bechern schlürft. Es ist nicht
unser Geschmack u. daher bleiben wir lieber beim Bier, das hier
billiger ist als Trinkwasser.
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6.11.09,
Colonia, Uruguay, 24 Grad, bedeckt u. dann Regen
Der Vormittag verlief streßig (packen, frühstücken, Suche nach einem
Internet-Cafe zum Ausdrucken der endlosen Formulare für die
Kreuzfahrt).
Wir sind froh, daß wir unser eigenes Netbook mithaben, da es hier
überall kostenloses WIFI (WLAN) gibt; aber zum Drucken braucht man
dann doch ein Internet-Cafe.
Nachdem wir alles ausgefüllt, mit unserer Bank telefoniert u. den
Kreditrahmen unserer Kreditkarten erhöht hatten, mußten wir noch einen
Telefonladen mit Fax suchen. Das war gar nicht so einfach!
Um 11 h waren wir am Fährhafen. Die Ausreiseformalitäten aus
Argentinien u. die Einreiseformalitäten nach Uruguay wurden vor der
Abfahrt an einem Schalter von 2 Personen erledigt.
Um nach Uruguay zu kommen überquert man den Rio de la Plata, er ist 50
km breit; mit der normalen Fähre benötigt man 3 Stunden. Wir haben die
etwas teurere Schnellfähre genommen u. waren in 1 Std. in Colonia.
Am Hafen sprach uns eine ältere Dame an u. wollte uns ein Privatzimmer
vermitteln. Wir bevorzugten aber ein Hostel mit dem freien
Internetzugang. Wie sich aber herausstellte war in 3 Hostels alles
ausgebucht. Auch im Reiseführer wird davor gewarnt ohne Reservierung
am Wochenende zu reisen.
Am Rückweg zum Hafen überlegten wir ob wir mit dem Bus gleich weiter
nach Montevideo fahren sollten. Durch Zufall trafen wir die Dame noch
einmal u. nahmen ihr Angebot gerne an. Wir waren zwar etwas skeptisch,
da sie uns zu einem um die Ecke geparkten Auto brachte u. uns ihren
Mann vorstellte. Wir fuhren mit ihnen ein paar hundert Meter u.
bekamen dann ein eigenes Kolonialhaus (Wohnzimmer, Schlafzimmer,
Küche, Bad) für uns alleine um USD 20,--. Auch 2 Räder standen uns zur
Verfügung, doch traute ich mich wegen meiner Schulter nicht zu fahren.
Fast überall in der Altstadt gibt es Kopfsteinpflaster. Die Familie
wohnt im Nebenhaus u. wir konnten am Abend den Internetanschluß
benutzen.
Das historische Colonia wurde 1860 von den Portugiesen gegründet u.
zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Den Reiz der malerischen Altstadt
trübte jedoch der Regen der in der Zwischenzeit einsetzte. So
flüchteten wir in eines der zahlreichen Restaurants. Der gegrillte
Fisch mundete ausgezeichnet.
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7.11.09,
Colonia - Montevideo, 180 km, 17 Grad, bedeckt
In der Nacht hat es stark abgekühlt; der Wind ist eiskalt - ein
Vorgeschmack auf Patagonien.
Zum Frühstück bekamen wir von unserem Vermieter ganz stolz Kaffee aus
Brasilien. Hier in Uruguay sind die Leute ausgesprochen freundlich und
hilfsbereit.
Am Busbahnhof angekommen hatten wir Glück, daß 10 min. später der Bus
nach Montevideo abfuhr. Für die 180 km in die urug. Hauptstadt
benötigten wir 3 Std. Der Angestellte der Touristeninformation am
Busbahnhof war sehr freundlich u. versorgte uns mit allenb nötigen
Infos.
Wir fuhren weiter direkt ins Zentrum u. begaben uns auf die Suche nach
einer Unterkunft. Aufgrund einer großen Baseball-Veranstaltung waren
alle Hostels ausgebucht u. fanden dann schließlich in einem Hotel ein
Zimmer.
Montevideo ist die größte Stadt des Landes u. erstreckt sich ca. 20 km
von West nach Ost. Im historischen Zentrum der Stadt wurde das alte
Marktgebäude am Hafen restauriert u. gehört für jeden
Montevideo-Besucher zum Pflichtprogramm. Im Inneren reihen sich
Parillas (Grillrestaurants) dicht an dicht aneinander. Die Konkurrenz
ist groß u. so prahlt jeder mit seinen unglaublich langen Rosten mit
Grillfleisch u. Grillgemüse. Wir bestellten uns eine Parillade. Das
ist ein Riesenfleischberg mit Würsten, Hähnchen, Spareribbs, Steaks u.
Innereien - eine richtige Cholesterinbombe. Ich glaube soviel
Rindfleisch haben wir das ganze Jahr nicht gegessen!
Nachdem wir alle Sehenswürdigkeiten abgelaufen waren fuhren wir noch
zu einem Einkaufszentrum, das im 1. Stock des Busterminals ist. Bei
der Gelegenheit kauften wir auch gleich die Tickets für den morgigen
Ausflug nach Punta del Este.
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8.11.09,
Montevideo, Uruguay, sonnig, 24 Grad
Die Nacht war kurz, Lärm von der Straße, ein ständiges Kommen u. Gehen
im Nebenzimmer. Die Uruguayer gehen erst weit nach Mitternacht aus u.
kommen in der Früh nach Hause. Als wir in der Früh um 7,30 h zur
Bushaltestelle gingen strömten die jungen Leute in Massen aus der
Disko.
Der Badeort Punta del Este ist 130 km von Montevideo entfernt u. einer
der nobelsten Ferienorte des südamerik. Kontinents. Neben zahlreichen
Stränden gibt es elegante Villen am Meer, einen Jachthafen,
Appartementhochhäuser u. Hotels. Angeblich sieht man hier im Sommer
viele Berühmtheiten (z.B. Shakira die hier ein Haus besitzt). Die
Stadt liegt auf einer Halbinsel; auf der einen Seite der Rio de la
Plata, auf der anderen der Atlantik. Da jetzt Frühsommer ist, war am
Strand noch nicht allzu viel los. Gerhard hatte es nur bis zu den
Knien in den Atlantik geschafft, da ihm das Wasser zu kalt war.
Am späten Nachmittag besichtigten wir noch den Strand von Montevideo.
Obwohl er am Fluß liegt, fühlt man sich wie am Meer. Viele Leute
spazierten die Promenade entlang oder genossen die Sonne am Strand.
Unverzichtbares Utensil ist eine Thermoskanne u. der Matebecher mit
dem Metallstrohhalm.
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9.11.09,
Montevideo-Colonia-Buenos Aires
Gut daß wir gestern die Unterkunft gewechselt hatten, somit konnten
wir einmal so richtig ausschlafen, weil es angenehm ruhig war.
Ohne Streß erreichten wir unseren Bus nach Colonia. Da es in Colonia
bei unserem 1. Besuch regnete u. wir nun bis zum Einchecken auf die
Fähre 2 Stunden Zeit hatten, deponierten wir unser Gepäck am
Busbahnhof u. liefen noch einmal durch die Altstadt. Bei Sonnenschein
sieht alles noch viel schöner aus! Es gibt hier viele Oldtimer u. an
die Touristen werden gasbetriebene Buggys vermietet. Die sehenswerte
Altstadt ist aber sehr klein, daß man ganz leicht alles zu Fuß
ablaufen kann. Mit den letzten chilenischen Pesos gingen wir noch
einmal gut essen.
Am Hafen erlebte Gerhard eine böse Überraschung. Der Zöllner wollte
ihn nicht ausreisen lassen. Er hatte nämlich sein uruguayisches Visum
am Vorabend in den Müll geworfen. Nach einer kurzen Diskussion wurde
er zum argent. Zöllner geschickt, der ihn für umgerechnet Euro 25,--
ein Ersatzvisum ausstellte.
Bei der Ankunft in Buenos Aires regnete es leicht. Wir bezogen diesmal
eine ziemlich neue Jugendherberge, mitten in der Fußgängerzone, die
etwas näher am Fährhafen und Bahnhof liegt.
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10.11.09,
Buenos Aires - San Antonio de Areco - Buenos Aires, sonnig, 27 Grad
Die U-Bahn zum Busbahnhof war durch einen Streik schon wieder
blockiert. Wir gingen daher zu Fuß, denn alle Busse waren maßlos
überfüllt. Das System des Anstellens bei den Haltestellen haben wir
noch nicht durchschaut. Es stehen mehrere Menschenschlangen, manchmal
sogar um die Ecke in eine andere Gasse?!
Am Busbahnhof besorgten wir uns zuerst die Tickets für unseren
heutigen Tagesausflug in die Pampa. Der Name Pampa ist sowohl eine
geografische Bezeichnung für die ausgedehnte Region mit den
fruchtbaren Ebenen, als auch der Name der Provinz.
Bei einem anderen Schalter kauften wir dann unsere Tickets für die
Weiterreise, die wir gestern in groben Zügen geplant hatten.
Unser Ausflug führte uns heute uns in die 113 km entfernte Stadt San
Antonio de Areco. Die Stadt ist das Zentrum der Gaucho-Kultur. Gauchos
sind typisch für die Pampas; einsame Cowboys die gegen die Elemente
der Natur kämpfen u. dessen einziger Freund sein Pferd ist. Viele
Männer tragen noch die tradit. Mützen (eine Art Baskenmütze). Die
Hauptattraktion der Stadt ist der jährl. Brauchtumstag, den wir aber
leider um 2 Tage verpaßt haben. Aber im Gaucho-Museum am Stadtrand,
eine Art Gaucholand mit restaurierten Gebäuden, war richtig viel los.
Wenige Touristen aber viele Gauchos in der traditionellen Tracht, die
anscheinend noch vom Feiern am Wochenende übrig geblieben sind. Sie
spielten so eine Art Boccia, sangen und tanzten (mit den
Touristinnen). Wir wurden auch bewirtet (Semmel mit 1 cm dickem kalten
Rindfleisch, das aber so zart war, daß es einem im Munde zerfiel). Die
ruhige beschauliche Stadt ist abseits des hektischen Buenos Aires
richtig erholsam.
Während wir auf den Bus für die Rückfahrt warteten, checkten wir
unsere E-Mails. Leider gab es wieder schlechte Nachrichten für
Gerhard. Das Reisebüro in Ushuaia kann von seiner Mastercard den
Betrag nicht abbuchen, da die Karte gesperrt wurde. I like VISA! Bei
mir hat alles geklappt u. meine Kreuzfahrt ist bestätigt. Ich werde
Gerhard aber schöne Fotos mitbringen!
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11.11.09 Buenos
Aires - Puerto Madryn, sonnig, 28 Grad
In der Früh konnten wir Gott sei Dank das Kreditkartenproblem von
Gerhard klären. Bevor wir am Nachmittag mit dem Bus Richtung Süden
aufbrachen, tranken wir in einem der bekanntesten u. ältesten
Kaffeehäuser der Stadt eine heiße Schokolade (Schokolade wird in der
heißen Milch aufgelöst). Die Wände sind mit Fotos von allen möglichen
Prominenten geschmückt, die alle schon einmal hier waren.
Als wir am Nachmittag zu unserem Hostel zurück kamen stand ein
Motorrad mit Wiener Kennzeichen vor der Tür. Im Gemeinschaftsraum sprach
uns dann ein älterer Herr an, da er an unserem Hürzeler Rucksack
erkannt hat, daß wir Deutsch sprechen. Es war ein Wr. Pensionist der
seit 2 Jahren mit seiner alten BMW ganz Südamerika bereist hat. Er gab
uns einige wertvolle Tipps, u.a. daß wir Medikamente gegen die
Seekrankheit auf die Kreuzfahrt mitnehmen sollen. Er hatte die selbe
Kreuzfahrt gemacht u. war total begeistert. Er erzählte uns auch, daß
beim Überqueren der Drake-Passage auf der Hin- und Rückfahrt in die
Antarktis fast allen Passagieren schlecht wird. Ihm und dem Wr.
Schiffskoch ging es gut u. sie aßen nach seinen Worten "Klodeckelgroße
Steaks". Aber wir sollten damit rechnen, daß es uns von den 10 Tagen
am Schiff an 5 Tagen schlecht sein kann. Wenigstens nehmen wir die
Kilos die wir in der Zwischenzeit zugelegt haben wieder ab. Er meinte
auch, daß wir hier in Buenos Aires gerade die richtige Jahreszeit
erwischt hätten, da es im Jänner brütend heiß sei.
Wenn wir Zeit hätten wären wir gerne noch länger in Buenos Aires
geblieben, da es noch viel zu sehen gäbe u. das hektische Treiben in
der Stadt sehr interessant ist. Man sieht einen großen Unterschied
zwischen Arm und Reich. Im Zentrum u. z.B. vor dem Busbahnhof laufen
die Leute schön gekleidet (sehr viele Anzugträger) umher. Auf der
Rückseite des Bahnhofs ist das Armenviertel mit vielen Obdachlosen,
die am Wochenende zwischen ihren Pappkartons vor den Bürogebäuden
schlafen.
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12.11.09,
Buenos Aires - Puerto Madryn, sonnig, 24 Grad
Die 18,5 stündige Busfahrt in das 1.371 km entfernte Puerto Madryn war
sehr kurzweilig. Die Fahrt ging zuerst durch die Pampas mit ihrer
scheinbar endlosen fruchtbaren Graslandschaft.
Nach dem ersten spannenden Film gab es eine Jause u. danach wurde
BINGO gespielt. Als Hauptpreis gab es eine Flasche Wein. Anschließend
wieder ein Film u. um 23 Uhr bekamen wir endlich das Abendessen. Als
wir in der Früh erwachten waren wir schon in Patagonien. Wild und karg
präsentiert sich diese Region. Vor der Ankunft erhielten wir noch ein
leichtes Frühstück. Die Zimmersuche gestaltete sich etwas schwierig.
Wir hatten zwar per E-Mail reserviert u. eine Bestätigung erhalten,
doch ein paar Stunden später wurde uns abgesagt. So liefen wir die
halbe Stadt ab bis wir endlich ein schönes Hostel fanden, das für 3
Tage ein freies Zimmer hatte. Die sehr freundliche u. hilfsbereite
Angestellte informierte uns über alle Sehenswürdigkeiten u. Ausflüge.
Puerto Madryn ist ein Seebad mit 58.000 Einwohnern u. das Tor zu einem
der schönsten Naturschutzgebiete Südamerikas, dem Reserva Faunistica
Peninsula Valdes u. gehört zum Weltkulturerbe.
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13.11.09,
Puerto Madryn, Tagesausflug Peninsula Valdes, sonnig 24 Grad
Die Halbinsel ist etwas größer als Mallorca u. hat eine Küstenlinie
von 400 km. Es leben auf ihr nur 700 Menschen, davon alleine 300 im
einzigen Ort der Insel Puerto Piramides. Auf der ganzen Insel wachsen
keine Bäume, man sieht nur Steppe, niedrige Sträucher, viele Schafe,
Guanakos (eine wildlebende Lamaart).
Der erste Stopp war im Informationszentrum des Nationalparks, wo alle
auf der Insel u. hier im Wasser lebende Tiere erklärt wurden. Ein
riesiges Skelett eines Babywals hängt von der Decke. Beim nächsten
Stopp in Puerto Piramides wurden wir mit Schwimmwesten u.
wasserdichten Parkas ausgerüstet. Am Strand stiegen wir in ein Boot,
das dann von einem Traktor ins Wasser geschoben wurde. Die 1 1/2 std.
Tour in den Golf Nuevo war richtig aufregend. Durch den starken Wind
war es sehr wellig u. unser Guide empfahl uns schon auf der Anreise im
Bus Tabletten gegen Seekrankheit einzunehmen.
In den Golf kommen vom Juli bis Dezember die "Ballena Franca Austral"
(Glattwale. Die Weibchen werden 12 - 15 m lang und wiegen 30 - 35
Tonnen. Sie bringen alle 3 Jahre ein Junges zur Welt. Nur zur Geburt
und Aufzucht kommen sie in diese Bucht. Wir sahen wirklich jede Menge,
sie waren immer zu zweit u. tauchten unmittelbar neben dem Boot auf
oder tauchten unten durch.
Anschließend ging es mit dem Bus weiter zu einer See-Elefantenkolonnie
wo wir auch Mittagsrast machten. Die See-Elefanten verdanken ihren
Namen der rüsselartigen Nase der männl. Tiere. Die Männchen werden bis
zu 7 m lang u. über 4 Tonnen schwer. Sie verteidigen ihren Harem, der
aus bis zu 80 Weibchen besteht u. sind durch die teilweise blutigen
Revierkämpfe mit Narben übersät. Im Gegensatz zu den Seelöwen, die
sich auf den vorderen Flossen aufstützen und "gehen", robben sie ins
Meer. Da man den Strand nicht betreten darf, waren die Tiere die sich
in der Sonne aalten für unsere Kamera zum Fotografieren etwas zu weit
weg.
Beim nächsten Halt bei einer Pinguin-Kolonnie wurden wir dafür wieder
entschädigt. Die Nester in Erdhöhlen oder unter Trockenbüschen sind
teilweise direkt neben dem Parkplatz. Das Weibchen legt 2 Eier, die
sie abwechselnd mit ihrem Partner bewacht u. warm hält. Ein Elternteil
verteidigt das Nest während der andere ins Meer watschelt u. Futter
besorgt.
Es war ein sehr interessanter Ausflug (400 km) der sich wirklich
gelohnt hat.
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14.11.09 Puerto
Madryn, bewölkt 17 Grad
Für Gerhard begann der Tag sehr früh. Er hatte Tauchen mit Seelöwen
gebucht u. mußte schon um 7,30 h bei der Tauchschule sein. Er konnte
gar nicht glauben daß er mit durfte, da er seinen Padi-Tauchausweis
nicht mit hat. Doch im Computerzeitalter ist das alles kein Problem
mehr. Als gläserner Mensch ist man überall registriert. Den
Tauchschein hatte er schon 1988 auf den Malediven gemacht!
In der Tauchschule wurde er in einen 7 mm dicken Neoprenanzug gepackt;
das Wasser hat nur 12 Grad. Mit dem Tauchboot ging es dann direkt vom
Strand der Küste entlang zum 15 km entfernten Naturreservat Punta Loma.
Hier lebt eine Seelöwenkolonie. Die Bullen haben einen dicken Hals mit
großem Kopf u. langer Behaarung um den Hals, die an eine Löwenmähne
erinnert. Sie wiegen bis zu 300 kg, werden bis zu 2 m groß u. paaren
sich pro Saison mit bis zu 10 Weibchen, die bis zu 200 kg schwer sind
u. nur halb so groß wie die Männchen werden.
Ca. 50 m vom Strand entfernt wurde geankert. Die unzugängliche
Strandbucht, geschützt durch eine Steilküste war übersät mit Seelöwen.
Der Tauchlehrer, eine Engländerin u. Gerhard ließen sich auf 4 m
absinken u. tauchten dann ganz langsam Richtung Küste. Plötzlich
spürte er ein Ziehen an seiner Flosse. Als er sich umdrehte hatte sich
ein Seelöwe an ihr verbissen. Durch das Zurückschauen drehte es ihn
auf den Rücken u. dann ging alles sehr schnell. Von oben kamen 2
weitere Tiere u. fielen über ihn her. Sie bissen ihn vorwiegend in die
Finger oder in den Kopf. Sie beißen aber nicht richtig zu, da sie nur
spielen wollen. Es kommen nur die Weibchen u. die Jungen. Die sehr
agressiven Männchen bleiben zum Glück am Strand liegen. Die Tiere sind
verspielter als junge Hunde. Sie lassen sich überall angreifen, an den
Flossen u. am Schwanz ziehen. Da der ganze Körper u. auch der Kopf von
Gerhard in dickes Neopren verpackt war, haben die kurzen Zähne nur
gekitzelt. Er steckte ihnen immer absichtlich die Hand in den Mund u.
sie ließen sich mit seinen Armbewegungen hin und her u. im Kreis
ziehen. Ein unvergeßliches Erlebnis, das es angeblich nur an 4 Plätzen
dieser Welt gibt. Die 40 Minuten im Wasser vergingen leider viel zu
schnell.
Am Nachmittag besuchten wir ein maritimes Museum, das in teils
interaktiven Darstellungen das Ökosystem der Region vorstellt. Das
Museum liegt 3 km außerhalb der Stadt auf einem Hügel u. hat auch
einen 2-stöckigen Turm von dem man die Bucht u. die Stadt schön
überblicken konnte.
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15.11.09,
Puerto Madryn - Rio Gallegos, sonnig, 22 Grad
Gestern Abend saßen wir lange mit einem deutschen Pärchen, das ich
beim Kochen kennen gelernt habe, zusammen. Sie sind von zu Hause mit
dem Rad durch die Schweiz, Frankreich und Spanien nach Madrid
geradelt. Dann nach Buenos Aires geflogen u. fahren nun durch
Argentinien, Chile u. Bolivien. Sie unterstützen damit die
Straßenkinder in La Paz (www.worldbybike.de).
Der Vorteil von Hostels, in denen wir bevorzugt schlafen, ist daß es
billig ist u. dadurch auch von vielen jungen Leuten frequentiert wird.
Es gibt Dorms (Schlafsäle für meist 4 - 8 Personen), Doppelzimmer u.
Einbettzimmer; nicht immer mit eigenem Bad, manchmal nur
Gemeinschaftsbad und WC. Fast immer gibt es eine frei benutzbare
Gemeinschaftsküche. Man kommt dadurch leicht mit anderen Reisenden in
Kontakt und kann Erfahrungen austauschen. Es ist auch interessant zu
beobachten was die Gäste die aus der ganzen Welt kommen so auf den
Tisch zaubern.
Nun warten wir auf den Bus der uns nach Rio Gallegos bringt, wo wir in
einen anderen Bus umsteigen müssen u. weiter nach Ushuaia fahren.
Insgesamt werden wir nun 30 Stunden unterwegs sein.
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16.11.09, Rio
Gallegos - Ushuaia, 595 km Bus
Die gestrige Busfahrt (17 Std.) verlief recht angenehm. Nach dem
Einsteigen um 13,30 h gab es gleich ein Mittagessen, 17,30 h Jause, 21
h Abendessen u. dazwischen Filme.
Viel zu sehen gab es in der Landschaft nicht; ein Asphaltband das
irgendwo im Horizont endet. Links und rechts ein wildes, karges
Gräsergewirr u. Steppe, gelegentlich mal ein paar Schafe. Wir
bewundern die deutschen Radfahrer, die wir kennen lernten. Für die
Strecke benötigen sie bei dem starken, kalten Wind, der hier permanent
bläst, sicher 2 Wochen. Außer auf den Tankstellen, die es alle 200 -
300 km gibt, trifft man keine Leute. In Rio Gallegos mußten wir den
Bus wechseln. Leider war dieser nicht mehr so komfortabel; hat normale
Sitze aber wie alle Busse hier, WC an Bord.
Um an unser Ziel in Ushuaia zu kommen, mußten wir über Chile fahren,
da es die einzige Straßenverbindung ins südliche Argentinien ist. Die
Einreiseformalitäten dauerten mehr als 1 Stunde. Zuerst mußten wir den
Ausreisestempel aus Argentinien u. gleich nebenan den Einreisestempel
für Chile holen. Als das alle Businsassen erledigt hatten u. alle
wieder im Bus saßen, fuhr der Bus 5 m weiter u. alle mußten mit ihrem
gesamten Gepäck wieder aussteigen. Dieses wurde durchleuchtet, da man
kein Obst u. keine landwirtschaftl. Produkte einführen darf. Obwohl
man in einem Formular bestätigen mußte, keine solchen Produkte
mitzuführen, gab es einige Touris, bei denen man Obst fand, das ihnen
weggenommen wurde. Wir aßen zuvor noch unsere letzten Äpfel.
50 km später überquerten wir mit einer Fähre die Magellanstraße u.
kamen so von Patagonien nach Feuerland. Weiter ging es auf einer
Schotterpiste, wo wir nach 120 km Chile verließen. Diesmal ging es an
der Grenze rasch voran. Nach 17 km im Niemandsland erreichten wir
wieder Argentinien. Von da war auch die Straße wieder asphaltiert. Der
nächste Halt war in Rio Grande, wo alle Einheimischen den Bus
verliesen. Wir u. der Rest der Ausländer blieben sitzen u. wunderten
uns warum das ganze Gepäck ausgeladen wurde. Die 2 Chauffeure u. der
Helfer waren ohne ein Wort zu sagen plötzlich verschwunden. Erst als
wir nachfragten stellte sich heraus daß wir den Bus wechseln mußten.
Es ging dann mehr als 1 Stunde zügig dahin, bis aufgrund eines
Verkehrsunfalls die Straße komplett gesperrt war. Der Chauffeur
informierte uns, daß wir bis Ushuaia noch 150 km haben u. laufen
könnten oder warten bis die Rettung kommt u. die Straße wieder geräumt
ist; was einige Stunden dauern kann. Da es in der Zwischenzeit zu
regnen begonnen hatte konnten wir nicht einmal aussteigen. Nach 45
min. ging es dann doch weiter. Die Landschaft änderte sich, weite
Buchenwälder mit moosbewachsenen Stämmen und Torfmoore, sowie Seen und
Flüße tauchten neben der Straße auf; eine mysthische Landschaft.
Dahinter sah man die schneebedeckten Ausläufer der Anden. Als wir über
einen nur 650 m hohen Paß fuhren ging der Regen in dichten Schneefall
über u. neben der Fahrbahn lagen schon 10 cm Schnee.
Nach einer 32-stündigen Reise kamen wir dann endlich um 21,30 h bei 4
Grad in Ushuaia an. Wir begaben uns sofort zum nur einige hundert
Meter entfernten Reisebüro, das bis 22 Uhr geöffnet hat, um unsere
Voucher für die Kreuzfahrt abzuholen. Die ausgesprochen nette Dame
hatte uns auch ein Zimmer im Hostel, das im selben Haus untergebracht
ist, reserviert. Wir fanden ein wohlig warmes Zimmer mit eigenem
Computer u. Internet vor. Das Kreuzfahrtschiff sahen wir auch schon im
Hafen. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen.
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17.11.09,
Ushuaia, bedeckt, 6 Grad
Endlich lernten wir die nette Dame vom Reisebüro persönlich kennen.
Sie hat uns nicht nur die Kreuzfahrt u. das Hostel hier in Ushuaia
organisiert, sondern wir wurden auch von ihr kostenlos für die
Antarktis eingekleidet. Wir bekamen dicke wind- und wasserabweisende
Jacken und Hosen, sowie Gummistiefel.
Ushuaia, 58.000 Einwohner ist die südl. Stadt der Welt. Die
geschäftige Hafenstraße ist ein schmaler Streifen steiler Straßen
zwischen Beagle-Kanal und dem schneebedeckten Bergmassiv des Glacier
Martial. Der Ort ist überlaufen von Touristenscharren; er wirkt wie
ein Schiort in den schweizer Alpen, mit vielen Souvenirshops und
Outdoorgeschäften.
Nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten besuchten wir das Museum
Maritimo und Museum Presidio. Das Museum ist im 1906 erbauten
Gefängnis untergebracht. Der Besuch der Zellen fasziniert. Im
Obergeschoß ist eine Ausstellung über die Erforschung der Antarktis
untergebracht. Eine weitere Ausstellung zeigt maßstabsgetreu Modelle
der berühmtesten Schiffe u. umfaßt einen Zeitraum von 500 Jahren. Wir
zählten auf einer Tafel 149 gesunkene Schiffe in dieser Region. Im
Museum gibt es so viel zu sehen, daß man einen ganzen Tag darin
verbringen könnte. Doch die Zeit drängte, da wir um 16 h einschiffen
mußten. Unser Schiff, die Antarctic Dream, ist ein chilenisches
Expeditionsschiff mit Platz für 84 Passagiere. Es ist 83 m lang, 11,9
m breit u. 2.180 BRT. Es war aber nicht ausgebucht u. so waren nur 54
Passagiere u. 43 Crewmitglieder an Bord. Die Gäste kamen aus China,
Japan, Australien, Spanien, Argentinien, Chile, Irland, Holland,
Dänemark, England, Neuseeland, USA, Kanada, Schweiz und wir 2 aus
Österreich.
Überrascht hat uns, daß 2/3 der Gäste 20 - 30-jährige
Rucksack-Touristen waren.
Beim Begrüßungscocktail wurden wir darauf hingewiesen, daß es sich um
eine Expeditionsreise handelt u. das Wetter entscheidet ob die
geplante Route eingehalten werden kann. Anschließend wurden allen
Passagiere rote wasserabweisende Daunenjacken u. Gummistiefel
ausgehändigt. Wir sind nun doppelt gerüstet.
Nach der obligatorischen Rettungsübung stachen wir in See. Das
Abendessen schmeckte ausgezeichnet u. verlief sehr leger. Ein Teil des
Personals, einschließlich des Kapitäns aß mit uns. An unserem Tisch
saß ein 75-jähriger Japaner, der alleine auf Weltreise ist. Im
September war er in der Arktis, später hat er den Kilimanjaro
bestiegen u. nun besucht er mit uns die Antarktis - sehr
bewundernswert!
Nach dem Abendessen holten sich fast alle beim Schiffsarzt Medikamente
gegen Seekrankheit; vorsorglich auch wir. Als wir schon am Einschlafen
waren, kam über den Lautsprecher die Durchsage, daß wir nun den
Beagle-Kanal verlassen u. in die Drake-Passage einfahren u. daß es nun
Zeit sei die Medikamente einzunehmen u. keiner versuchen soll Superman
zu spielen. Hier wo der Pazifik auf den Atlantik trifft u. sich das
kalte Polarwasser unter das warme schiebt, wird die See sehr rauh und
stürmisch.
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18.11.09,
Drake-Passage, auf See, sonnig,
Trotz des lauten und monotonen Motorengeräusches haben wir gut
geschlafen. Der Seegang war nicht ganz so schlimm wie befürchtet.
Am Vormittag fand ein Diavortrag über die verschiedenen Seevögel
statt. Das Schiff wird die ganze Zeit von Albatrossen und Sturmvögel
begleitet, die ohne Flügelschlag neben dem Schiff dahinsegeln u. die
Thermik ausnützen.
Vor dem Mittagessen trainierten wir noch im kleinen Fitneßraum am
Ergometer. Am Nachmittag nochmals 2 Vorträge. Der 1. über Wale, die
wir vielleicht zu sehen bekommen, der 2. über die Erforschung der
Antarktis.
Beim Abendessen saß unter anderem der Schiffsarzt bei uns am Tisch u.
erzählte, daß gerade ein russisches Kreuzfahrtschiff mit 120
Passagieren an Bord schon seit ein Paar Tagen im Eis der Antarktis
feststeckt. Er wußte auch, daß unser ursprünglich gebuchte Schiff
einen Maschinenschaden hat u. erst in 1 1/2 Monaten wieder in See
stechen kann. Als wir in unsere Kabine kamen war das Bullauge mit
einer Eisenklappe dicht verschlossen; das bedeutet nichts Gutes!
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19.11.09,
Drake-Passage - Süd Shettland Inseln, bewölkt
Die Nacht war sehr unruhig und kurz. Die vom Atlantik hereinrollenden
Wellen trafen das Schiff voll an der Breitseite. Ab 4 Uhr Früh waren
wir bemüht nicht aus dem Bett zu kollern. Am Fernsehschirm in der
Kabine sahen wir über die Bordkamera wie unruhig die See war. Auch war
es sehr kalt, wir hatten nur mehr 15 Grad in der Kabine; anscheinend
will man uns schon an die Kälte gewöhnen. Beim Frühstück waren die
Reihen stark gelichtet. Einige blieben auf der Kabine weil ihnen
schlecht war; uns schmeckte es noch!
Den geografischen Vortrag am Vormittag ließen wir aus u. trainierten
lieber im Fitneßraum.
Am Nachmittag gab es einen Pflichtvortrag über die Verhaltensregeln in
der Antarktis u. die Sicherheitsbestimmungen beim Zodiak-Fahren.
Zodiaks sind die Schlauchboote mit denen wir an Land gebracht werden.
Der Arzt warnte noch, daß wenn man ins Wasser fällt innerhalb von 3
Minuten der Tod eintritt. Da die 2-tägige Überfahrt durch die
Drake-Passage nicht so stürmisch wie normal verlief, trafen wir
schneller als geplant auf den Süd-Shetland-Inseln ein u. es gab an
diesem Tag nach dem Abendessen einen außerplanmäßigen Landgang. Alle,
auch ein Teil der Crew, waren vor dem ersten Ausflug recht aufgeregt.
Wir zogen fast alles was wir mithatten an, um nicht zu erfrieren. Beim
Verlassen des Schiffes mußte man mit den Gummistiefeln in eine
Desinfektionslösung steigen. Danach klettert man die Landungsbrücke
hinunter ins Zodiak. Zwischen treibenden Eisschollen landeten wir an
einem schwarzen Schotterstrand. Auf einer dicken Schneedecke
spazierten wir auf einem von den begleiteten Naturführern
Adelie-Pinguine, See-Elefanten u. verschiedene Seevögel. Nach knapp 2
Stunden ging es wieder zurück aufs Schiff, wo wir mit heißem Kakao
empfangen wurden.
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20.11.09,
Bransfield Strait
Bei ruhiger See wurde die Nacht durchgefahren. Für heute standen 2
Landgänge auf dem Programm. Das Wetter spielte aber nicht mit. Der
Ausflug am Vormittag wurde ausgesagt, obwohl wir nichts vom schlechten
Wetter merkten. Später wurde auch der 2. Landgang abgesagt. Gerhard
trainierte 1 Stunde am Ergometer u. ging anschließend in die Sauna.
Ich machte es mir im warmen Speisesaal, der zugleich auch der
Aufenthaltsraum ist gemütlich u. beobachtete fasziniert die vielen
Eisberge an denen wir oft sehr knapp vorbei fuhren. Manchmal fuhren
wir auch durch Packeis mit riesigen Eisschollen. Dazu lief am
CD-Player die Filmmusik vom Untergang der Titanic; das war etwas
makaber. Als einige Humback-Wale vorbeizogen, hielt das Schiff an. Der
Kapitän informierte uns über Lautsprecher u. alle stürmten ins Freie.
Sogar die Saunagänger kamen mit umgebundenen Handtuch hoch an Deck.
Wir wendeten um sie zu verfolgen; sie waren aber sehr weit weg.
Nach dem Abendessen wurde dann doch noch mal ein 2-stündiger Landgang
auf der Insel Trinity eingeschoben. Die Insel wird von hunderten
Gentoo-Pinguinen bevölkert. Dementsprechend ist auch der Gestank ihres
Kotes. Ein paar riesige Albatrosse (sie können eine Flügelspannweite
von bis zu 3 m bekommen) kreisten ganz dicht über ihnen.
Übrigens wird es hier zurzeit nicht dunkel. Um ca. 23 h beginnt es zu
dämmern u. ab 2 h Früh beginnt es wieder heller zu werden.
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21.11.2009,
Gerlache Strait, sonnig
Da auch heute das geplante Anlanden nicht möglich war (es war zuviel
Eis in der Bucht), machten wir einen 1 1/2 stündigen Zodiak-Ausflug.
Zwischen Packeis und haushohen Eisbergen ging es kreuz und quer. Auf
einer Eisscholle lagen 2 See-Leoparden. Gelegentlich schwammen Gruppen
von Pinguinen an uns vorbei. Sie haben ein ähnliches Schwimmverhalten
wie Delfine. Immer wieder springt die ganze Gruppe zugleich kurz aus
dem Wasser.
Die Eisberge sind von Wind und Wellen oft zu faszinierenden Skulpturen
geformt. Die Zodiak-Fahrer trauten sich an die kleineren nicht zu nahe
heran, da sie manchmal kippen u. das löst dann einen Mini-Zsunami aus!
Wir sahen das Schauspiel einmal aus sicherer Entfernung. Weiters ging
es einen imposanten Gletscher entlang. In der Zwischenzeit trieb der
Wind die ganzen Eisschollen in die Bucht u. wir fanden keinen Weg mehr
zurück zum Schiff. Zum Glück ist die "Antarctic Dream" ein Eisbrecher.
Über Funk rief unser Guide den Kapitän u. das Schiff machte uns eine
Fahrtrinne frei. Gott sei Dank waren wir in der ersten Gruppe
unterwegs, denn darauf hin wurde für die 2. Gruppe der Ausflug
verkürzt u. sie durften nur mehr außerhalb des Eises fahren. Da es
angenehm warm war, machte der Ausflug großen Spaß.
Um 16,20 h betraten wir zum ersten Mal den 6. Kontinent, das
antarktische Festland. Bei herrlichem Sonnenschein wurden wir von
einer großen Gentoo-Pinguin-Kolonie empfangen. Am Ufer lag ein
See-Elefant faul in der Sonne u. nahm uns gar nicht zur Kenntnis. Die
ganze Gruppe marschierte im Gänsemarsch durch die Kolonie einen Hügel
hinauf. Wir mußten uns 5 Min. in den Schnee setzen u. durften nicht
sprechen u. fotografieren; wir sollten nur die Natur auf uns wirken
lassen. Das Geschrei der Pinguine u. die fantastische Natur vergißt
man sicher nie! Von oben hatte man einen traumhaften Ausblick auf die
ganze Bucht mit ihren vielen Gletschern, die immer wieder unter
ohrenbetäubendem Lärm "kalbten". Schon beim Anlanden hörten wir einen
lauten Knall u. sahen wie ein großes Stück wegbrach; ein neuer Eisberg
war geboren. Als der Guide das hörte, wendete er das Zodiak sofort u.
fuhr mit uns wieder aufs offene Meer. Aus sicherer Entfernung sahen
wir, wie ca. 1 Min. später eine riesige Welle, gefolgt von einigen
kleineren, über den Strand rollte.
Als wir nach 2 Stunden zum Strand zurück kamen wurden wir mit
Champagner empfangen.
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22.11.09,
Lemaire Channel, bedeckt, sehr kalt
Der südlichste Punkt unserer Reise ist erreicht. Beim Landgang auf
Peterman Island sah man Adelie- u. Gentoo-Pinguine. Einige brüteten
schon auf einem Ei in einem Nest aus Steinen. Andere versuchten Steine
von diesen Nestern für ihre eigenen zu stehlen. Eine gute Stunde
beobachteten wir das Geschehen. Zwischen den Pinguin-Nestern brüteten
auch Kormorane in Nestern aus Seegras. Wir bestiegen einen Hügel u.
konnten von oben auf die andere Seite der Insel blicken. Es war leicht
windig u. dadurch sehr kalt. Schön langsam gewöhnen wir uns aber an
die Kälte. Beim Schifahren ist es auch nicht kälter!
Anschließend fuhren wir weiter durch den "Kodak"-Kanal, ein sehr
schmaler Kanal mit Gletschern rechts und links. Von der Brücke
beobachteten wir wie wendig das Schiff ist u. wie es zwischen den
riesigen Eisbergen im Slalom durchfuhr.
Beim nächsten Halt stand wieder eine Zodiak-Tour auf dem Programm. 75
Minuten fuhren wir zwischen Eisbergen u. Gletscher umher. Das Glück
war auf unserer Seite u. wir entdeckten einen See-Leoparden im
türkisfarbenen Wasser eines Eisberges. Er steckte immer wieder
neugierig seinen Kopf aus dem Wasser. Auf einer Eisscholle erholten
sich 2 Seelöwen u. nahmen von uns überhaupt keine Notiz. Nur einmal
hoben sie kurz ihre Köpfe.
Beim Abendessen erzählte uns ein Guide, daß nun endlich nach 8 Tagen
im Eis das russische Kreuzfahrtschiff von einem großen Eisbrecher
frei geschleppt wurde.
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23.11.09, Port
Lockroy, bedeckt
Die Nacht über ankerten wir in einer ruhigen Bucht, umgeben von
Gletschern. Es ist sehr ungewohnt, wenn es 24 Stunden hell ist. Für 7
Uhr war das Frühstück angesetzt. Das Restaurantpersonal ist aber sehr
schwach u. so war erst um 7,20 h alles bereit.
Nach einer kurzen Fahrt stoppten wir vor einer winzig kleinen Insel,
auf der sich eine britische Forschungsstation befindet. Im Moment
leben 3 Personen in der kleinen Hütte, in der auch ein Museum u. ein
Souvenir Shop untergebracht ist. Es gibt auch eigene Briefmarken und
man kann seine Post abgeben. Bezahlen muß man in US-Dollar. Rund um
die Hütte nisten Pinguine. Die Insel ist nicht größer als 3
Fußballfelder. Sie haben nicht einmal ein Boot, da es zu gefährlich
ist, wie sie sagen; da sie zum Beispiel bei einem Motorschaden nicht
mehr zurückkommen würden u. erfrieren. Wir durften uns 30 Minuten auf
der Insel aufhalten, danach wurden wir zur Nachbarinsel "Jougla Point"
übergesetzt. Auch da gab es wieder tausende Pinguine u. 2 Walskelette.
Nach einer Stunde war uns eiskalt u. auch vom fürchterlichen Gestank
hatten wir genug. Wieder zurück am Schiff folgte das tägliche Training
im Fitneßcenter u. danach die Sauna.
Beim Mittagessen fuhren wir weiter. Immer wieder rief ein Passagier
Wale u. alle ließen das Essen stehen u. stürzten zu den Fenstern. Sie
waren aber immer sehr weit entfernt u. man sah meistens nur ein Stück
vom Rücken mit der Flosse.
Gegen Abend schwammen Orkas (Killerwale) ziemlich nahe am Schiff ein
Stück mit.
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24.11.09,
Amundsen-Deck, bedeckt
Um 6,30 h wurden wir durch lautes Gerumpel geweckt. Das Schiff hatte
eine Eisdecke durchfahren! Der geplante Landgang viel wieder einmal
aus, da die Bucht zugefroren war. Unser Schiff fuhr zwar ins Eis,
blieb aber nach wenigen Metern stecken u. mußte wieder zurück setzen.
Es war ein interessantes Schauspiel. Auf dem Eis lag ein See-Leopard
u. zwei neugierige Pinguine watschelten ans Schiff heran u. guckten zu
uns hoch. In der Zwischenzeit begann es leicht zu schneien u. am Deck
wurde Salz gestreut. Auf der Insel wäre eine Badeausflug in einem von
einem Vulkan geheizten See am Programm gewesen.
Kurz nach 11 Uhr gab es dann doch noch einen Landgang auf einer
anderen Seite der Insel. Es schneite zwar, aber es war trotzdem schön
im frischen Pulverschnee zwischen den Pinguinen herumzulaufen. Mitten
unter ihnen sahen wir unseren ersten "Makaroni-Pinguin". Er hat am
Kopf lange gelbe Haare u. sieht sehr lustig aus!
Am Nachmittag fuhren wir wieder in die Drake-Passage ein. Der Seegang
wurde rauer u. beim Abendessen gab es schon die ersten Ausfälle unter
den Passagieren.
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25.11.09,
Drake-Passage, sonnig
Gut, daß wir am Abend noch eine Tablette gegen Seekrankheit
geschluckt hatten. Sie hilft nicht nur gegen die Übelkeit, indem sie
die Magennerven beruhigt, sondern macht auch müde. So haben wir trotz
des hohen Wellenganges gut geschlafen.
In der Früh sah man nur mehr wenige beim Frühstück. Der Weg vom Buffet
zum Tisch war jedesmal ein Balanceakt. Auf den Tischen lagen genoppte
Plastik-Tischdecken, die das Rutschen der Teller verhindern, aber
nicht deren Inhalt! Auf der Brücke ist der Wellengang am leichtesten
auszuhalten, da sie sich in der Mitte des Schiffes befindet. Ins Freie
durfte man nicht mehr, da es zu gefährlich war. Das war sehr schlecht
für die Raucher, da innerhalb des Schiffes Rauchverbot herrscht. Wir
verbrachten die meiste Zeit des Tages in der Kabine mit Lesen, Filme
schauen u. Schlafen.
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26.11.09,
Drake-Passage, bedeckt
Die Nacht war schlimm u. hat lange gedauert. Durch den immer heftiger
werdenden Wellengang wurden wir im Bett hin- u. hergeschleudert u.
haben nur wenig geschlafen. Beim Frühstück teilte uns der Kapitän mit,
daß wir in 10 Stunden in ruhigeres Gewässer kommen. Gott sei Dank!
Am Vormittag gab es noch einen Vortrag über die ersten Expeditionen in
die Antarktis u. zum Südpol.
Am Nachmittag zeigte der Bordfotograf eine Diashow von der Reise. Beim
anschließenden Fairwell-Cocktail wurden allen Gästen eine Urkunde auf
der das erste Betreten der Antarktis mit Zeit, Datum sowie Längen- u.
Breitengrad festgehalten ist, überreicht.
Kurz nach Mitternacht erreichten wir den Hafen in Ushuaia u. hatten
eine letzte ruhige Nacht am Schiff.
Diese Reise war für uns ein Abenteuer, das man sich nur einmal im
Leben gönnt. Wir durften einen weiteren faszinierenden Kontinent
entdecken. Die mehrere 100 Meter dicken Schneeschichten am Land, von
Wind u. Wetter zu Bergen und Tälern geformt, Gletscher die sich von
Berghängen ins Meer schieben, haushohe Eisberge u. die Tierwelt mit
ihren riesigen Pinguin-Kolonien, Walen, Robben u. Vögel haben sich für
immer in unser Gedächtnis eingeprägt. Aber auch das Negative werden
wir nie vergessen. Die 2 Tage und 2 Nächte hin und zurück durch die
Drake-Passage waren die Hölle.
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27.11.09,
Ushuaia, 8 Grad, regnerisch, in der Früh Schneefall
Gleich nach dem Frühstück, schon um 8 Uhr, wurden wir vom Schiff
gejagt. Bei Schneetreiben u. eiskaltem Wind marschierten wir die 1.000
m vom Hafen die steile Straße hoch zu unserem Hostel. Es hörte bald zu
schneien auf u. wir konnten uns nach einer Busfirma umsehen, die
morgen noch 2 Plätze nach Punta Arenas, Chile, frei hat.
Bei der ersten gab es erst am Montag wieder einen Direktbus. Wir
wurden aber zur Konkurrenz vermittelt u. ergatterten gerade noch die
letzten 2 Plätze.
Anschließend fuhren wir mit einem Kleinbus in den 12 km entfernten
Nationalpark "Tierra del Fuego". Eintritt umgerechnet Euro 10,--, für
einen 2 1/2 stündigen Waldspaziergang, das wäre in Österreich
unvorstellbar.
Der malerische Wanderweg verlief teilweise durch dichten mysthischen
Urwald mit moosbewachsenen Bäumen, immer wieder hinunter zu schönen
unberührten Buchten des Beagle-Kanals (ein riesiger Meeresarm).
Teilweise war der Weg sehr matschig u. schlammig u. wir waren mit
unseren Sportschuhen schlecht ausgerüstet.
Da wir in Ushuaia erst zu Mittag losfuhren u. der Bus zurück am späten
Nachmittag nur mehr alle 2 Stunden fährt, hatten wir ein wenig Streß
u. nicht genügend Zeit, die herrliche u. ungewöhnliche Landschaft
Feuerlands richtig zu genießen.
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28.11.09,
Ushuaia - Punta Arenas (Chile), 11,5 Std. Busfahrt, bedeckt,
regnerisch
Die Grenzkontrolle bei der Ausreise aus Argentinien und die Einreise
nach Chile haben insgesamt 1 1/2 Std. gedauert. Man muß sich jedesmal
endlos mit dem gesamten Gepäck anstellen. Das Gepäck wird bei Ein- und
Ausreise jeweils durchleuchtet, weil sie wegen der Ein- und Ausfuhr
von Lebensmitteln so penibel sind. Die Leute selbst werden aber nicht
kontrolliert u. so haben wir alles verbotene bequem in den
Jackentaschen verstaut. Somit war die Jause für den Rest des Tages
gerettet.
Ab der Grenze ging es auf einer Schotterpiste weiter durch die
Steppen- und Graslandschaft Feuerlands. Zu sehen gab es außer
tausenden Schafen, oft viele Guanakus, eine Lama-Art, und in
zahlreichen kleinen Seen, Gruppen von intensiv rosaroten Flamingos.
Erst einige Kilometer vor der Fähre über die Magellanstraße war die
Straße wieder asphaltiert. Da Ebbe herrschte, war das Auf- und
Abfahren auf die Fähre mit dem langen Bus gar nicht so einfach. Das
Heck kratzte jedesmal gewaltig über die Rampe. Beim Bus hinter uns,
riß es die halbe Stoßstange weg.
In Puerto Arenas hatten wir dann nicht weit ins reservierte Hostel.
Aus dem kleinen Hunger den wir noch hatten wurde ein großes Essen. Das
erste Restaurant das wir fanden war ein "all-you-can-eat" Restaurant.
Wie schon in Argentinien gibt es nicht nur ein Selbstbedienungsbuffet
sondern man kann sich auch Fleisch u. Fisch frisch grillen lassen. Das
Lamm- und Rindfleisch schmeckt ganz anders als bei uns. Es hat einen
besseren Geschmack u. ist viel zarter. Natürlich haben wir viel zu
viel gegessen u. auch bei den frisch zubereiteten Palatschinken,
zusätzlich zum normalen Dessert, konnten wir nicht widerstehen.
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29.11.09, Punta
Arenas, sonnig, 11 Grad, eisig kalter Wind
Die 130.000 Einwohner- u. südlichste Stadt Patagoniens besticht durch
die kunstvollen Villen aus der Zeit des Wollbooms im Beginn des 19.
Jahrhunderts. Auch auf dem Friedhof der Stadt, der zu den
faszinierendsten Südamerikas zählt, stellen die Wollbarone ihren
Reichtum mit imposanten Grabmälern zur Schau. Dazwischen findet man
die bescheidenen Grabstätten der Einwanderer. Nach der
Friedhofsbesichtigung wanderten wir weiter stadtauswärts zur Zona
Franca, in der man zollfrei einkaufen kann. Da Sonntag ist, haben
leider nicht alle Geschäfte geöffnet. Für den Weg zurück ins Zentrum
nahmen wir ein Sammeltaxi, das bevorzugte Verkehrsmittel der Stadt.
Wir teilten es mit 2 anderen Fahrgästen, die schon drinnen saßen als
wir es anhielten. Die Taxis sind numeriert u. fahren auf fixen
Strecken. Man bezahlt einen Fixbetrag (umgerechnet ca. € 0,50) egal
wie weit man mitfährt.
Im Zentrum, das sehr überschaubar ist, sind wir ausgestiegen u. hatten
ein nun staatliches Museum in der Villa des Wollbarons Maricio Braun
besucht. In der Hälfte der gut gepflegten Innenräume kann man die
originale exquisite Einrichtung der Familie bestaunen. Die zweite
Hälfte beherbergt eine Ausstellung über die regionale Geschichte der
Region. Früher haben hier Indianer gelebt, die von den weißen
Zuwanderern ausgerottet wurden.
Beim späten Mittagessen probierten wir die regionalen Spezialitäten:
ein Eintopfgericht mit der Königskrabbe. Das rosarote Ungeheuer ist im
Ganzen knapp 40 cm groß. Als zweites Gericht: "paila marina" eine
Suppe, serviert in einem Tontopf mit allem was das Meer zu bieten hat.
Den Rest des Tages machten wir es uns im warm eingeheizten Zimmer
gemütlich. Der eiskalte Wind, der vom Meer hoch durch die Gassen
pfeift, nervt uns sehr.
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30.11.09, Punta
Arenas, sonnig, 9 Grad
Ich habe schon seit ein paar Tagen ein leicht geschwollenes
Zahnfleisch u. einen eigenartigen Geschmack im Mund. Da hier die
letzte große Stadt für die nächsten Tage ist, sind wir noch einen Tag
länger als geplant geblieben u. ich bin gleich in der Früh in einem
privaten Ärztezentrum zum Zahnarzt gegangen. Gott sei Dank habe ich
nur an einer Stelle ein entzündetes Zahnfleisch. Der Zahnarzt hat die
Zahntasche mit einer Spritze ausgespült u. 3 Tage muß ich Antibiotika
nehmen. Gerhard ist stolz auf mich, daß ich mit meinem Spanisch
alleine mit dem Arzt klar gekommen bin. Gerhard wollte in der
Zwischenzeit auf der Bank Geld wechseln. Er war in 2 Banken u. keine
hat ihm gewechselt; beide haben ihn in eine Wechselstube geschickt.
Später sind wir in das Hostel eines Deutschen übersiedelt. Wir wollten
von Anfang an bei ihm wohnen, doch waren seine Zimmer alle ausgebucht.
Er ist vor 10 Jahren mit dem Rad durch Chile gefahren u. hat hier
seine Frau kennen gelernt. Nun hat er mit ihr 2 Kinder u. betreibt ein
Hostel u. ein Reisebüro. Er hatte uns schon gestern spontan seine
Hilfe beim Zahnarztbesuch angeboten. Es ist eine feine Sache, Infos
über Chile in Deutsch zu erhalten. Er hat uns auch für die nächsten
Tage eine Trekkingtour im Torres del Paine Nationalpark zusammen
gestellt sowie die Refugios (bewirtschaftete Hütten wie bei uns in den
Bergen) Bustransport in den Park u. Transfer mit einem Katamaran über
einen See gebucht. Im Zollfrei-Shoppingcenter haben wir uns noch mit
wasserdichten Goretex-Trekkingschuhen u. ausreichend Müsliriegel für
die 3 Wanderungen die wir vorhaben, eingedeckt.
Am Abend sind wir lange mit Sebastian, unserem Vermieter, zusammen
gesessen. Er hat viel über sein aufregendes, abenteuerliches Leben und
von Chile erzählt.
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1.12.09,
Punta Arenas - Puerto Natales, 250 km Bus, wechselhaft (Sonne, Regen, Hagel,
stürmisch)
Das einzige Fischerstädtchen Puerto Natales, 16.000 Einwohner, ist der
ideale Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Torres del Paine.
Wir sind im kuscheligen Hostel eines Schweizers, der seit 20 Jahren hier
lebt, untergekommen. Das Haus hat Gott sei Dank eine Zentralheizung, was
hier in dieser Gegend nicht selbstverständlich ist. Heute Früh bei Sebastian
hatten wir beim Aufstehen nur 12 Grad im Zimmer. Der Wind pfeift hier noch
kälter als in Punta Arenas. Ohne Haube kann man nicht rausgehen.
Unser Vermieter hat praktischerweise auch ein Reisebüro u. einen
Outdoor-Equipment-Verleih. Bei ihm haben wir 2 dicke Schlafsäcke für die
nächsten 2 Nächte im Nationalpark ausgeborgt. Auch den Bus für die
Weiterreise nach den Trekkingtouren hat er gebucht.
Beim Spaziergang in der Stadt sahen wir fast nur Touristen in Wanderkleidung
herumlaufen. Auch wir haben unsere neuen "Timberland"-Trekkingschuhe
eingelaufen.
Gerhard ließ sich nicht von einem Lamm-Steak im Restaurant überzeugen u. ich
mußte mich selbst in die Küche stellen. |
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2.12.09, Puerto
Natales - NP Torres del Paine, 119 km Bus, 21 km wandern
Der Bus in den Nationalpark hat uns im Hostel abgeholt. Leider waren
wir die ersten u. war um 15 Min. zu früh. Wir konnten unser Frühstück
nicht mehr zu Ende essen u. ich mußte meinen Kaffee stehen lassen.
Beim Nationalpark-Eingang stiegen wir in einen Kleinbus um, weil wir
die letzten 7 km zum Refugio mit dem Gepäck nicht laufen wollten.
Der Nationalpark Torres del Paine wurde 1978 von der UNESCO zum
Biosphärenreservat erklärt. Jährlich kommen 140.000 Besucher in den
Park. Man kann im Park campen oder in Refugios (so ähnlich wie unsere
Berghütten) oder in ganz wenigen sehr teuren Hotels übernachten. Wir
wohnten in einem sehr großen Refugio mit 3 Stockbetten pro Raum mit
Vollpension.
Die Bettwäsche muß man zu unverschämten Preisen mieten oder man
schläft so wie wir u. die meisten anderen im Schlafsack. Gleich nach
dem Check-In starteten wir unsere 1. Wanderung.
Anfangs ging es moderat einem Flußlauf entlang bergauf, danach folgten
einige steile Rampen. Nach dem 2. und letzten Campingplatz am Weg war
es eine richtige Kletterei über Felsen u. Geröll bis zum finalen
Aussichtspunkt. Da Gerhard immer ein rasantes Tempo vorlegt hatten wir
auf der gesamten Strecke sicher um die 20 Leute überholt. Oben
angekommen eröffnete sich ein wunderbarer Blick auf einen
smaragdgrünen Gletschersee sowie die 3 senkrecht in die Höhe ragenden
Granitsäulen Torres del Paine. Alle 3 Spitzen versteckten sich hinter
Wolken die vom Wind hin- u. hergeschoben wurden. Für
Sekundenbruchteile war einmal der rechte u. einmal der linke Turm frei
sichtbar. Am Aussichtspunkt waren um die 30 Leute versammelt. Wir
kamen mit 2 Bayern ins Gespräch, die schon 1 1/2 Stunden warteten, um
einmal alle 3 Spitzen frei zu sehen. Wir gaben nach einer 30-minütigen
Verschnaufpause auf u. begannen wieder den Abstieg. Nach ein paar
Minuten kam uns eine Japanerin entgegen die uns auf Deutsch sagte, daß
wir uns einmal umdrehen sollten. Hinter uns strahlten nun alle 3
Gipfel wolkenlos in der Sonne. Der Abstieg über das Geröll war genauso
schwierig wie der Aufstieg. Gerhard bekam Schmerzen im rechten Knie.
Als wir um 18 h zurück ins Refugio kamen, waren unsere zugewiesenen
Betten überzogen u. es gab auch dicke Daunendecken. Offensichtlich
hatte sich das Personal geirrt. Glück muß man haben! Auch das Wetter
war uns an diesem Tag hold, denn die meiste Zeit schien die Sonne u.
der Wind war ausnahmsweise nicht kalt.
Zum Abendessen gab es ausgezeichneten Fisch mit Risotto. 2 deutsche
Tischnachbarn erzählten, daß sie heute ihren 1. schönen Tag hatten. An
den zwei Tagen davor mußten sie ihre jeweiligen Wanderungen abbrechen,
weil sie im dichten Schneefall keine Sicht mehr hatten.
Todmüde verkrochen wir uns schon um 21,30 h ins Bett.
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3.12.09, Refugio Tres
Torres - Refugio Paine Grande Lodge, Bus, Fähre, 22 km wandern
Durch die 2 starken Pisco Sour (Trestern Schnaps mit Bitterlemon) beim
Abendessen schlief ich sofort ein u. bemerkte gar nicht wie die restlichen 4
Leute in unserem Zimmer zu Bett gingen. Leider wurde ich später durch das
laute Schnarchen, von wem auch immer, wieder wach.
Um 9 Uhr brachte uns ein Shuttlebus zum Nationalpark Eingang, wo wir wieder
mit dem Bus der uns gestern hierher brachte, weiter bis zur Fähre fuhren.
Dort mußten wir im starken Wind (50 km/h) über eine Stunde bis zur Abfahrt
des Bootes warten. Die Fahrt mit dem Katamaran über den Pehoe-See dauerte 30
Minuten.
Die Lodge Paine Grande liegt direkt am Seeufer u. hat mehr als 100 Betten.
Uns wurden wieder 2 Betten in einem 6-Bett-Zimmer zugewiesen. Um Punkt 13
Uhr starteten wir die Tour zum Grey-Gletscher. Die Strecke verlief ständig
bergauf und bergab u. oft über Schiefergestein. Schon am Start warnte uns
ein Parkranger vor dem starken Sturm bei der Lagune Grey. Dort angekommen
wehte uns der Wind um die Ohren. Bei uns hätte man keinen Hund vor die Türe
geschickt. Hier sah man bereits die ersten Eisberge im See treiben. Nach 11
km erreichten wir endlich den Aussichtspunkt auf den Grey-Gletscher. 3
Gletscherzungen treffen in den See. Vom hochgelegenen Ausgangspunkt sah man
kein Ende des Gletschers. Unter uns im See strahlten hellblaue Eisberge. Was
einmalig und wunderschön ist, wenn wir es nicht vorher in der Antarktis
schon gesehen hätten. Der Rückweg zog sich in die Länge u. das Knie von
Gerhard machte sich wieder bemerkbar. Ich mußte immer wieder auf ihn warten.
Um 1/4 8 Uhr, kurz vor dem Abendessen, kamen wir kaputt im Refugio an. Diese
Unterkunft ist fest in deutscher Hand. Vorwiegend deutsche Wandergruppen mit
Gästen noch älter als wir.
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4.12.09, Refuio Paine
Grande Lodge - Puerto Natales, sonnig, 15 Grad, Bus, 30,2 km wandern
In den geliehenen Schlafsäcken war uns viel zu warm. Die deutschen
Wandergruppen sind schon um 6 h aufgestanden haben das ganze Haus geweckt.
Niemand konnte verstehen warum, da es erst um 7,30 h Frühstück gab.
Die heutige Wanderung war unsere Königsetappe. 30,2 km in 8 Stunden 50
Minuten. Die ersten 2 Stunden (7,6 km) ging es leicht wellig über gute Wege
entlang eines Sees zum Campamento Italiano (Campingplatz plus Ranger
Station). In der nächsten Stunde folgte eine Kletterei über teilweise hohe
Felsen und der Überquerung einiger Bachläufe. Manchmal balancierten wir über
Baumstämme. Wenn es keine gab, mußte man von Stein zu Stein springen um die
andere Seite zu erreichen. Als wir auf einem Plateau mit toller Aussicht
ankamen, dachten wir daß wir es geschafft hätten. 2 Österreich, die es sich
gerade bei einer Jause gemütlich machten, animierten uns noch 1 Stunde
weiter bis zum Mirador zu gehen. Die letzten 10 Minuten mußten wir steil
hoch klettern. Oben am Felsen angelangt eröffnete sich uns ein traumhafter
360 Grad Rundblick über eine atemberaubende Landschaft. Unten im Tal der
hellblaue See, vergletscherte Berge u. der 3.050 m hohe Cerro Paine Grande.
Das traumhafte Wetter komplettierten das Glücksgefühl. Beim Abstieg kam uns
ein Fuchs entgegen. Er war nicht scheu u. beäugte uns neugierig.
In den 3 Tagen sind wir 73 km gelaufen und der Körper hat uns seine Grenzen
aufgezeigt.
Krankenblatt Gerhard:
3 Tage Schmerzen im rechten Knie u. am linken Knöchel
2 Tage Blase an der rechten Ferse
1 Tag Blase rechts zwischen den Zehen
Christine:
1 1/2 Tage starke Schmerzen linke kleine Zehe
Am Abend brachte uns die Fähre über den See zurück, wo schon der Bus nach
Puerto Natales wartete. Nach ca. 30 km Fahrt plötzlich ein lauter Knall. Der
rechte Vorderreifen am Bus war explodiert. Der Chauffeur konnte mit Mühe den
schlitternden Bus auf der Straße halten u. zum Stehen bringen. Der Schock
saß tief u. wir bedankten uns innerlich bei dem Schutzengel den wir hatten.
Da im Nationalpark 4 Busse zur gleichen Zeit losgefahren sind, hatten wir
auch noch das Glück, daß der nachfolgende Bus noch Platz hatte u. uns mit in
die Stadt nahm.
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5.12.09, Puerto
Natales (Chile) - El Calafate (Argentinien) sonnig, 17 Grad
Aus der 5-stündigen Busfahrt nach El Calafate wurden fast 6 Stunden, da der
Chauffeur auf der Schotterpiste dahin kroch. Wir hatten keine Reservierung
für eine Unterkunft und waren froh, daß am Busbahnhof 3 Vermieter standen um
Gäste zu werben. Wir sind gleich mit der ersten Anbieterin mitgefahren, weil
ihr Hostel auch im Reiseführer steht u. der Preis paßte. Es war auch
praktisch, da wir unser Gepäck nicht schleppen mußten, da wir von den
Wanderungen noch etwas angeschlagen waren.
Unsere Schmutzwäsche gaben wir in einer Wäscherei ab u. machten uns auf die
Suche nach einem Reisebüro, um unsere Weiterreise wieder zurück nach Chile
zu organisieren. Es konnte uns aber niemand wirklich weiterhelfen. Da auf
der chilenischen/patagonischen Seite ein riesiges Seengebiet ist u. es kaum
Straßen gibt, muß man teilweise mit Schiffen Richtung Norden fahren oder
fliegen. Wir buchten in unserem Hostel daher nur den morgigen Ausflug zum
Perito Moreno Gletscher u. die Busfahrt am Montag nach El Chalten.
Die kleine Stadt El Calafate hat 15.000 Einwohner u. ist sehr touristisch.
Alle Argentinienier-Besucher nutzen die Stadt als Ausgangspunkt für den
Besuch des 80 km entfernten Gletschers. Beim Erkunden der Stadt trafen wir
auf einige bekannte Gesichter. Die meisten reisen auf derselben Route, mit
derselben Geschwindigkeit u. daher sieht man sich immer wieder. Da die
Wäsche am Abend noch nicht fertig war, aßen wir gleich im Buffet-Restaurant
nebenan um die Wartezeit zu verkürzen. Beim Essen beobachteten wir eine
Gruppe Chinesen, die sich Hauptspeise u. Dessert auf einen Teller luden u.
laut schmatzend alles durcheinander aßen. Sie tauchten die frittierten
Sardinen in das Schlagobers der Torte, davon ein Bissen, dann ein Stück
Fleisch, gefolgt von einem Löffel Pudding, danach eine Messerspitze
Kartoffelpürree, usw. GRAUSAM!
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6.12.09, El Calafate,
Tagesausflug Porito Moreno Gletscher, 160 km Bus, sonnig, 20 Grad
Im Riesenautobus waren wir nur 8 Leute. Die Reiseleiterin erzählte
2-sprachig die ganze Fahrt über die Natur und Argentinien.
Der Gletscher liegt im Nationalpark Los Glaciares, ist 30 km lang, 5 km
breit u. 60 m hoch. Er wächst kontinuierlich und schiebt sich täglivch 2 m
vorwärts, dadurch "kalbt" er laufend riesige Eisbrocken. Auf einem Steg kann
man ziemlich nahe dem Gletscher entlang laufen. Es gibt auch die Möglichkeit
zu einer 1-stündigen Bootsfahrt dem Gletscher entlang. Da wir vorher schon
spektakulärere Gletscher in der Antarktis gesehen hatten, war es für uns
nicht mehr so aufregend wie für die anderen der Gruppe. Aber die 2 Kondore
mit ihren riesigen Flügelspannweiten, die einmal kurz über unseren Köpfen
kreisten beeindruckten uns sehr.
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7.12.09, El Calafate
- El Chalten, 220 km Bus, 23 km wandern, sonnig, 23 Grad
Auf der Fahrt nach El Chalten begegneten wir schon wieder einen
Radreisenden, der sich alleine über die schnurgerade Straße in der
Trockensteppe quälte.
50 km vor dem 600 Einwohnerdorf El Chalten erblickten wir zum ersten Mal die
spitzen Gipfel des Bergmassives Fitz Roy. Die schroffen Felsen ragen wie
Haifischzähne in den Himmel. 2 x hielt der Bus für einen kurzen Fotostopp.
Das Dorf, das im Nordteil des Nationalparks Los Glaciares liegt, wurde erst
1985 gegründet u. lebt ausschließlich vom Tourismus. Obwohl wir bei unseren
Internet-Anfragen von allen Herbergen Absagen erhielten, fanden wir das
bisher schönste Quartier unserer bisherigen Reise. Nachdem wir auch noch die
Weiterreise zur chil. Grenze organisiert hatten, der Bus fährt nur an
ungeraden Tagen, machten wir uns noch auf zu einer 6-stündigen Wanderung (23
km). Man kann noch seelenruhig am Nachmittag losgehen, da die Sonne erst um
21,46 h untergeht u. es gegen 23 h erst ganz dunkel wird. Mit dem Wetter
hatte wir riesiges Glück. Strahlend blauer Himmel u. fast schon zu heiß zum
Wandern. Die Wanderung war im Vergleich zu unseren bisherigen wesentlich
einfacher. Ab dem Ortsrand ist alles gut ausgeschildert. Der Weg wand sich
um riesige Felsformationen auf Hängen, die mit den typischen patagonischen
Binnenlandpflanzen bedeckt sind. Weiter ging es an einer Feuchtwiese vorbei
bis der Weg anstieg zum Mirador Laguna Torre. Vor uns lag der Bergsee, in
den ein Gletscher mündet u. dahinter die 3.128 m hohe Gipfelspitze des Cerro
Torre. Die Votaren-Behandlung an Gerhards Knie wirkte Wunder. Er trug auch
meinen Rucksack u. trotzdem hatte ich Mühe ihn mit meinen kurzen Beinen zu
folgen. Zum Glück waren auch meine Schmerzen an der kleinen Zehe zu
ertragen. Trotzdem war ich froh, nach 6 Stunden aus den Schuhen zu kommen.
Das Riesensteak u. das Bier zur Belohnung haben mich wieder aufgerichtet.
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8.12.09, El Chalten,
25 km wandern zur Laguna de los Tres - 7 Std., sonnig, 25 Grad
Am Abend war es im Zimmer so ungewöhnlich heiß (+27 Grad), sodaß wir Mühe
hatten einzuschlafen.
Die Wanderung zum hochgelegenen Bergsee am Fuße des 3.405 m hohen Fitz Roy
war sehr anstrengend. Ab dem Ortsende stieg der Wanderpfad 1 Stunde
kontinuierlich bergan. Der Hauptweg führte durch wind zerzauste Wälder,
vorbei an kleinen Seen und über ein morastiges Gelände. Ab dem Basislager
der Bergsteiger ging der Weg 1 Stunde steil bergauf. Oft über hohe
Felsstufen. Oben angekommen blickten wir hinunter auf einen zugefrorenen
Gletschersee. Wir stiegen zum See hinab um noch einmal zu einem anderen
Aussichtspunkt hochzuklettern. Unter uns lag nun die smaragdgrüne Laguna
Sucia. Genau als wir oben ankamen löste sich vom Gletscher gegenüber am Fuße
des Fitz Roy ein riesiges Eisfeld. Die Lawine donnerte laut krachend in den
See. Ein interessantes Naturschauspiel. Das erste steile Stück zurück
stellte sich schwieriger heraus als der Anstieg. Zwischen den Felsen lag
viel loser Sand u. der machte es sehr rutschig. Die letzten 1 1/2 Std. waren
für mich sehr schlimm. Ich hatte am rechten Fuß zwei Blasen (große Zehe u.
Ferse) u. wußte nicht mehr wie ich auftreten sollte. Dadurch kam ich nur
mehr sehr langsam voran.
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9.12.09, El Chalten -
Los Antiguas, sonnig, 23 Grad
Der Bus fuhr über die Route 40, die in Argentinien sehr populär ist. Die
Piste ist nicht asphaltiert u. es ist ein Abenteuer auf ihr zu reisen. Die
Straße hat eigene Regeln, z.B. muß man, wenn jemand eine Panne hat, immer
stehen bleiben und helfen. Es gibt nur alle 100 bis 200 km einmal ein
Farmhaus in der Nähe der Straße. Telefone gibt es keine u. auch Handys
funktionieren nicht. Unsere Fahrt dauerte 15 Stunden! Zu sehen gab es nur
Staub u. patagonische Steppe. Gelegentlich eine Kreuzung mit Pisten die ins
Nirgendwo führten. Hier u. da mal ein Strauß, gelegentlich eine Herde
Guanacos u. Hasen.
Kurz nach 23 Uhr kamen wir endlich in Los Antiguas an. Wir hatten schon
Angst es nicht mehr zu schaffen, da der Chauffeur unterwegs 3 x anhielt u.
irgendwetwas am Motor reparierte. Der Bus hatte seine Endstation genau vor
einem Hostel, das mit der Busfirma zusammenarbeitet. Der Besitzer zeigte uns
2 Betten in einem 8-Bettzimmer, in dem schon 2 Leute schliefen. Mit den
restlichen Busreisenden wurde das ganze Zimmer gefüllt. Die 3 WC mit Dusche
im Zimmer waren durch eine Trennwand, die nur so hoch war wie der Türstock,
vom Schlafraum getrennt. Nach oben hin war alles offen u. man hörte jedes
Geräusch aus der Toilette im ganzen Schlafraum. Trotzdem schliefen wir aus
lauter Müdigkeit im Stockbett sehr gut.
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10.12.09,
Los Antiguas - Chile Chico, sonnig, 23 Grad, starker Wind
Los Antiguas, 2.500 Einwohner, ist ein ländlicher Ort, der am windigen Ufer
des Lago Buenos Aires liegt, an der Grenze zu Chile.
Wir konnten unsere Reise nur bis hierher organisieren. Morgen müssen wir
sehen wie wir weiter kommen.
Zuerst fragten wir den Vermieter, der meinte, daß um 12 Uhr vom Busbahnhof
in das chilenische Grenzdorf Chile Chico abfährt. Beim Frühstück, wo wir
übrigens einen Steirer kennen lernten, erzählte ein Belgier, der den selben
Weg hatte, daß schon um 10 Uhr ein Bus fährt. Die Frau des Vermieters
meinte, daß wir nur zur Hauptstraße gehen müssen, da fahren Kleinbusse u.
wenn die uns mit dem Gepäck sehen, halten sie und bringen uns nach Chile.
Wir beschlossen auch noch, uns bei der Touristeninformation zu erkundigen.
Der nette Herr meinte, daß um 12 Uhr ein Bus fährt, da es aber erst 8 Uhr
war, würde es schneller gehen, wenn wir die 1.800 m zur Grenze zu Fuß gehen
u. danach mit einem Kollektivo (Sammeltaxi) nach Chile Chico fahren. Leider
hatte er vergessen zu erwähnen, daß man nach der argentinischen
Grenzkontrolle noch 7 km durchs Niemandsland laufen muß um zum chilenischen
Grenzposten zu kommen.
Die argentinische Beamte fragte uns noch mit welchem Auto wir da sind. Als
wir sagten zu Fuß, wünschte sie uns viel Spaß bei den nächsten 7 Kilometern.
Wir konnten es kaum fassen! So marschierten wir am rechten Fahrbahnrand
durchs Niemandsland. Nach 15 km bemerkte Gerhard, daß er seinen
Tagesrucksack an der Grenze vergessen hatte u. lief im Dauerlauf zurück. Zum
Glück ist die Grenze ausgestorben u. der Rucksack stand noch auf seinem
Platz. Unterwegs kam kein einziges Auto das uns hätte mitnehmen können. Nach
1 Stunde Fußmarsch kamen 2 chilen. Gendarmeriebeamte in einem Bus entgegen.
Sie wendeten u. nahmen uns mit bis zur Grenze. Nachdem alle Formalitäten
erledigt waren u. unsere Rucksäcke mangels Röntgengerät händisch durchsucht
wurden, fragten wir wo nun die Kollektivos stehen. Der Zöllner meinte, daß
es keine gibt, aber in 5 km ist schon das Dorf. Also wieder laufen! Aber wir
hatten wieder Glück, denn nach 500 m kamen schon wieder 2 Polizisten,
diesmal mit einem Pick-up. Wir durften das Gepäck aufladen u. sie brachten
uns direkt zur Touristeninformation. Dort erfuhren wir, daß die Fähre über
den See, die wir nehmen wollten, bereits um 7 Uhr Früh abgefahren war u. die
nächste erst am nächsten Tag um 9 Uhr fährt. So saßen wir einen Tag in dem
stürmischen 3.000 Einwohnerdorf Chile Chico fest.
Wir kauften die Fährkarten u. die Bustickets nach der Fähre nach Coyhaique.
Auch eine Unterkunft direkt am schönen See u. 100 m von der Anlegestelle der
Fähre entfernt war schnell gefunden.
Wie auch schon in anderen Dörfern u. Städten in Argentinien u. Chile fallen
die vielen Straßenhunde auf. Sie sind alle sehr friedlich, gut genährt u.
streunen durch die Straßen. Sie laufen wenn sie Menschen sehen per Fuß neben
ihnen her u. begleiten sie ein Stück ihres Weges. Trotz der vielen Hunde
sind die Gehsteige nicht von ihnen verschmutzt! |
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11.12.09, Chile Chico
- Puerta Ibanez (Fähre) - Cohaique, Bus 116 km
Die meisten Passagiere auf der Fähre waren Chilenen. Auch vier Radreisende
(2 Holländer u. 2 Franzosen) überquerten mit uns den See. Die Fähre
benötigte 2 1/2 Stunden für die Überfahrt. Gut, daß es heute windstill war
u. es daher nicht schaukelte. Die anschließende Busfahrt führte zum größten
Teil über die berühmte Carretera Austral. Diese Straße ist insgesamt 1.200
km lang u. größtenteils Schotterpiste. In den 1970er Jahren ließ sie
Diktator Pinochet vom Militär bauen. Sie verläuft von Norden nach Süden u.
wird von 3 Meeresengen unterbrochen, die mit einer Fähre überbrückt werden
müssen.
Das chilenische Patagonien ist im Gegensatz zum argentinischen durchgehend
mit kaltem Regenwald bewachsen. Die vom Pazifik aufsteigende Feuchtigkeit
regnet sich auf der Westseite der Kordillere ab. Es ist alles grün u. die
Landschaft ist hügelig, mit vielen Seen u. Flüssen.
Cohaique, 45.000 Einwohner, ist die Provinzhauptstadt der Region Aisen u.
die einzige wirkliche Stadt der Region. Wir hatten vor, morgen mit dem Bus
von hier ins 83 km entfernte Puerto Chacabuco zu fahren u. von da mit einem
Schiff einen Tagesausflug zur Laguna San Rafael zu unternehmen. Danach wäre
es vom selben Hafen, die Fjorde hoch, nach Puerto Montt gegangen. Leider
gibt es nur 2 Reedereien. Bei der größeren ist das Schiff kaputt
(Motorprobleme) u. es fährt erst wieder ab Weihnachten, das 2. Schiff ist
bis 19.12. ausgebucht. So versuchten wir unser Glück am Busbahnhof. Doch da
wartete schon die nächste Enttäuschung. Da die einzige Straße, die Carretera
Austral aufgrund der einschneidenden Fjorde nicht bis Puerto Montt
durchgeht, fahren die Busse nur 2 x in der Woche über Argentinien in 18 - 20
Stunden. So beschlossen wir am Abend noch einmal bei unserem Vermieter zu
fragen, welche Möglichkeit es sonst noch gäbe. Da wir unseren Reiseplänen um
einiges voraus sind u. die Fluglinie LAN, mit der wir aus Madrid gekommen
sind, ein Büro in der Stadt hat, fragten wir, ob es möglich wäre, unsere
Rückflüge vom 11.1. ein paar Tage vorzulegen. Durch den Sondertarif den wir
haben, mußte erst telefonisch in Santiago de Chile angefragt werden. Als das
geklärt war stellte sich heraus, daß bis zurück zum 24.12. alles ausgebucht
ist. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, den Rückflug am 24.12. zu
nehmen. Das ganze dauerte 2 1/2 Stunden u. viele Telefonate mit Santiago,
weil der Computer unsere Umbuchung mit dem Sondertarif nicht zulassen
wollte. Die Angestellte u. auch wir waren schon ziemlich verzweifelt.
Um 22 Uhr standen wir dann noch im Supermarkt 20 Minuten an der Kassa,
obwohl alle 15 Kassen geöffnet waren. Es waren einfach zu viele Leute
einkaufen.
Unsere Zimmervermieter sind ein deutsches Pärchen, die Chile mit dem Rad,
dem Pferd u. einem selbst gebauten Floß vor einigen Jahren bereisten. Sie
sind dageblieben u. haben nun ein Hostel u. bieten auch noch
Abenteuer-Touren an. Auch einen Radreiseführer haben sie über die Carretera
Austral geschrieben, da es bis jetzt noch keinen gab. Im Sommer fahren sie
nach Deutschland und veranstalten Dia-Vorträge. Sie sind ausgesprochen nett
u. hilfsbereit u. empfahlen uns, nach Puerto Montt das Flugzeug zu nehmen.
Thomas, er war selbst mal Radrennfahrer, empfahl uns eine kleine Fluglinie,
die deutschstämmigen Chilenen gehört. Im Internet hatten wir für Euro 50,--
pro Person, für morgen Nachmittag 2 Flüge gefunden. Leider scheiterte die
Buchung bei der Kreditkartenzahlung. Hoffentlich klappt es morgen früh im
Büro.
Es wohnt noch ein deutsches Pärchen im Hostel, das Süd-Chile per Pferd
erleben möchte. Sie haben sich vor ein paar Tagen hier 2 Gaucho-Sättel
gekauft u. heute 3 Pferde (eines fürs Gepäck u. 2 Reitpferde. Die Pferde
mußten sie nach der Sattelgröße aussuchen. Sie sind schon seit Jänner auf
Reisen u. sind so lange unterwegs bis ihnen das Geld ausgeht. Die Frau kennt
sich mit Pferden aus, doch ihr Freund ist erst vor ein paar Tagen zum ersten
Mal auf einem Pferd gesessen. Die 2 sind wahre Abenteurer.
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12.12.09, Cohaique
(bedeckt) - Puerto Montt, Regen 12 Grad
Über Nacht hat es stark abgekühlt u. wir mußten wieder unsere Goretex-Jacken
auspacken. Die Flugtickets nach Puerto Montt waren schnell gekauft. Wir
setzten uns zum Surfen noch eine Zeitlang in den Park u. beobachteten auch
die Leute. Die Chilenen, auch die Kinder, sind durchwegs gut genährt. Unsere
Vermieterin erzählte, daß die Kinder vergöttert werden u. alles bekommen,
vor allem viel zu essen, da die Meinung herrscht, dünne Kinder müssen
hungern. Thomas bestellte uns ein Sammeltaxi zum 55 km entfernten Flughafen.
Der Kleinbus holte uns pünktlich ab. Das Flugzeug, eine Boeing für 200
Passagiere war größer als wir dachten. Auf dem 50 minütigen Flug gab es
Sandwich und Getränke. Bei der Landung in Puerto Montt regnete es stark. Der
Flughafen ist ganz neu u. alles ist gut organisiert. Wie die meisten
Fluggäste kauften auch wir Bustickets für den Flughafenbus in die 15 km
entfernte Stadt. Puerto Montt, die 160.000 Einwohner-Stadt an der
Panamerikana paßt überhaupt nicht in unser bisheriges Chile-Bild. Die
regnerische Stadt präsentierte sich grau, trist, verwahrlost, schmutzig und
verkommen. Die alten Holzhäuser sind zum größten Teil ungepflegt u. herunter
gekommen. Sie sehen gelegentlich aus, als würden sie jeden Moment einstürzen
u. trotzdem leben Leute darin. Da es noch immer stark regnete machte sich
Gerhard auf die Suche nach dem reservierten Hostel. Ich wartete einstweilen
am Busbahnhof. Hier gibt es kaum Straßenschilder u. auch das Hostel in einem
alten Holzhaus war von außen nicht als solches zu erkennen. Mit viel Fragen
fand er es dann doch u. holte mich nach einer 3/4 Std. ab. Die Vermieterin
ist aber wie alle Chilenen sehr nett u. hilfsbereit.
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13.12.09, Puerto
Montt (regnerisch, 12 Grad) - Valdivia (sonnig, 18 Grad), Busfahrt 3 1/2
Std.
In der Nacht wurde es wieder einmal sehr kalt im Zimmer (15 Grad) aber zum
Glück war das Bett durch die vielen Decken warm u. kuschelig. Der Dauerregen
hatte zwar aufgehört, aber es sah alles noch so trostlos aus wie am Vortag.
Im Laufe des Vormittags regnete es immer wieder einmal kurz. Im Busbahnhof
kauften wir die Tickets für die Weiterfahrt am Nachmittag. Anschließend
liefen wir durch die Stadt, die sich in einem weiten Bogen um eine Bucht
schlingt. Da heute Wahlen sind, ist alles geschlossen. Normal haben auch am
Sonntag die meisten Geschäfte geöffnet u. die großen Supermärkte sogar bis
22 Uhr. An dem einen Ende der Bucht befindet sich der Fischereihafen. Es
herrschte gerade Ebbe u. die Fischerboote lagen im Schlamm. Dafür
entschädigte der interessante Fischmarkt. Wir sahen Meeresfrüchte die wir
vorher noch nie gesehen haben. Da gerade Mittagszeit war schmorten in großen
Töpfen Suppen u. Eintöpfe. Die Köchinnen der winzigen Stände mit ihren
wackeligen Bänken liefen in der Markthalle u. davor herum u. suchten nach
Kunden. Bei jedem Stand durfte man in die Töpfe schauen. Da konnten wir
natürlich nicht widerstehen. Wir probierten unter anderem auch rohes
Seeigelfleisch mit Zitrone. Gut, daß wir sie kosten durften u. nicht eine
ganze Portion bestellen mußten. Sie sehen aus wie unsere schleimigen
Nacktschnecken u. auch der Geschmack dürfte der gleiche sein!
Wir hatten Bustickets für 15,45 h gekauft, da jedoch die Stadt nichts hergab
waren wir schon kurz vor 14 h am Busbahnhof. Wir konnten zum Glück die
Tickets für den 14,30 h Bus umtauschen. Nachdem der Bus schon draußen stand
u. ich auch fragte, ob er nach Valdivia fährt, durften wir einsteigen.
Während wir uns noch auf den Plätzen einrichteten, fuhr der Bus auch schon
los. Das kam uns etwas spanisch vor. Nach ca. 5 km kam der Schaffner und
merkte, daß wir im falschen Bus saßen. Gott sei Dank mußten wir unterwegs
nicht aussteigen. Unsere Platzkarten paßten nun natürlich nicht u. immer
wenn wer zustieg mußten wir die Sitzplätze wechseln. Nach 3 1/2 Std.
erreichten wir Valdivia (130.000 Einwohner). Beim Aussteigen war es sonnig
u. angenehm warm.
Gleich das erste Hostel aus dem Reiseführer hatte ein schönes Zimmer frei.
Während wir die Stadt erkundeten wusch die Vermieterin unsere Wäsche. Die
Stadt ist sehr gepflegt u. das Zentrum überschaubar. Sie liegt am
Zusammenfluß zweier Flüsse u. es gibt rundherum viel grün. Es regnet hier
160 Tage im Jahr. Am Flußufer liegen Ausflugsboote u. daneben riesige
Seelöwen. Die Männchen haben beeindruckende Löwenmähnen. Wir wurden gewarnt,
nicht zu nahe an die sehr agressiven Männchen heranzugehen. Es hat uns sehr
beeindruckt, daß es mitten in einer Großstadt eine wildlebende
Seelöwenkolonnie gibt.
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14.12.09, Valdivia -
Pucon, sonnig, 20 Grad,
In 3 Stunden waren wir mit dem Bus in Pucon. Die Kleinstadt mit 14.000 Ew.
ist eines der internationalen Tourismuszentren Chiles. An der Hauptstraße
reiht sich eine Agentur neben die andere. Alle bieten ziemlich das gleiche
Programm, Trekking, Bergsteigen, Rafting u. noch viele Outdoor-Erlebnisse.
Am See Lago Villarrica läßt es sich am schwarzen Sandstrand mit Blick auf
den rauchenden Vulkan Villarrica gut entspannen. Der aktive Vulkan sieht aus
wie auf einer Postkarte. Ein spitzer Kegel oben mit einer Schneehaube
bedeckt. Der Ort wirkt sehr nett. Durch die strengen Bauvorschriften, z.B.
dürfen die Geschäfte nur mit Holzschildern werben, und dies ergibt ein
einheitliches Stadtbild.
Viele Familien vermieten Privatzimmer. Am Busbahnhof wurden wir von einigen
Frauen angesprochen. Wir sind bei einer Familie gelandet, die im Sommer alle
Zimmer in ihrem neuen Haus vermietet u. selbst dahinter in einer uralten
Holzbaracke wohnt. Die Vermieterin empfahl uns auch gleich eine der
unzähligen Agenturen für eine Vulkanbesteigung. Wir kauften gleich ein Paket
mit einem anschließenden nächtlichen Besuch in einer Naturtherme
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15.12.09, Pucon, 26
Grad, sonnig
Schon um 4,30 h in der Früh wurden wir von unserer Unterkunft abgeholt. Im
Geschäftslokal der Agentur bekamen wir einen Rucksack mit der nötigen
Ausrüstung für die Vulkan-Tour. Schuhe, Steigeisen, Pickel, Gamaschen,
Haube, Fleece-Handschuhe, wind- u. wasserabweisende Fäustlinge, Hosen u.
Jacken und einen Rutschfleck. Wir selbst mußten nur die Jause, genug zum
Trinken, Sonnencreme u. Sonnenbrille mitbringen.
Um 5 h waren dann alle fertig, insges. 11 Personen, inkl. 3 Bergführern. Mit
einem Kleinbus fuhren wir bis zur Talstation eines Sessellifts (aus
Österreich) auf 1.410 m. Der Anstieg bis zum Kraterrand (2.810 m) sollte 5
Stunden dauern. Im Zick-Zack ging es hoch. Die Schneegrenze war knapp über
2.000 m. Es war ziemlich vereist u. der Führer schlug immer wieder Stufen
mit dem Pickel ins Eis. Besonders die letzten 500 m waren extrem steil.
Leider konnte man von oben nicht bis zum Grund des Schlundes sehen, doch man
hörte das Magma deutlich brodeln. Wenn sich der Wind kurz drehte, raubte
einem der Schwefelqualm, der aus dem Schlund kam, den Atem. Von oben hatte
man einen schönen Rundblick u. in der Ferne sah man noch 2 Vulkane. Nach
einer kurzen Pause wurden die Rutschflecken am Hosenboden montiert u. das
richtige Handhaben des Pickels zum Bremsen vorgezeigt. Als ich die steile
Rutschbahn sah, bekam ich Panik. Ich verhielt mich dadurch auch noch falsch
u. legte mich fast auf den Rücken, sodaß ich immer schneller wurde. Nach der
ersten Bahn mußten wir ein kurzes bis zur nächsten Rinne laufen. Da wollte
ich nicht mehr runter rutschen, aber der Bergführer überredete mich, da das
Runtergehen im vereisten Schnee noch viel gefährlicher ist. In der Bahn bin
ich dann so langsam gerutscht, daß die nachfolgenden auf mich drauf
rutschten u. wir allesamt aus der Bahn geschleudert wurden. Am Schluß hat
mir die Rutscherei dann sogar noch Spaß gemacht. Da ich den ganzen Ausflug
hinter dem Bergführer gelaufen bin, hatte ich auch ausreichend Gelegenheit
mein Spanisch zu verbessern.
Am Nachmittag hatten wir vor im See zu baden, doch das Wasser war für uns
viel zu kalt. Anscheinend sind die vielen Chilenen die im Wasser waren
abgehärteter als wir. Am Abend, 20,30 h, brachte uns ein Kleinbus zur 40 km
entfernten Naturtherme Los Pozones. Der Fahrer fuhr wie ein Rennfahrer bis
aus der letzten Reihe aus dem Bus eine Inderin nach vorne rief, daß er etwas
langsamer fahren soll. Dem deutschen Jungen, der vorne saß, stand beim
Aussteigen noch der Angstschweiß auf der Stirn. In der Therme gab es 6 mit
großen Steinen ausgelegte Naturbecken, mit verschiedenen Temperaturen
zwischen 35 und 40 Grad. Alles im Freien u. bei den vielen Sternen u. fast
ohne Kunstlicht, sehr romantisch. Es gibt eine Umkleidehütte aber seine
Sachen muß man von einem Becken zum anderen mittragen. Wir hatten bis 23 Uhr
Zeit zum Entspannen.
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16.12.09, Pucon -
Santiago De Chile, Bus 850 km, sonnig, heiß
10 1/2 Std. brauchte der bequeme Bus für die 850 km nach Santiago de Chile.
Er kostete nur Euro 17,-- pro Person u. zur Jause gabe es auch noch einen
Snack. Wir hatten 2 Plätze in der 1. Reihe gebucht, damit wir die Landschaft
besser genießen können. Leider setzte eine Familie ihre alte Mutter in die
1. Reihe auf der anderen Seite u. schickte die pflegebedürftige Frau alleine
im Bus mit. Es dauerte nicht lange u. die alte Dame machte groß in die Hose.
Der Gestank war nicht auszuhalten. Da der Bus nicht voll war, wies uns der
Schaffner auf unsere Bitte einen Platz weiter hinten zu. Mit der Zeit
verteilte sich der Gestank im ganzen Bus. Einige Fahrgäste begannen mit
Parfum herum zu spritzen. Der Schaffner spritzte alle 30 Minuten mit einer
Desinfekionslösung durch den Bus. Es half alles nichts u. wir mußten
durchhalten.
Wir fuhren die ganze Zeit auf der Panamericana. Mittelchile wird intensivst
von der Landwirtschaft genutzt. Die Region zählt zu den führenden
Obstexportländern der Welt. Auch das wichtigste Weinanbaugebiet des Landes
liegt hier. Zwischen den riesigen Obstplantagen sah man immer wieder
gigantische Lagerhallen in denen das Obst verpackt wird u. im Hintergrund
oft die schneebedeckten Gipfel der Anden.
Der Bus darf max. 100 km/h fahren. Auf der Leuchtschriftanzeige konnten wir
immer die aktuelle Geschwindigkeit sehen. Wenn er mal über 100 km/h kam
ertönte ein schriller Pfeifton, solange bis wieder die erlaubte
Geschwindigkeit erreicht war. Als wir in Santiago um 18 Uhr aus dem Bus
stiegen hatte es 32 Grad. Mit der sehr modernen U-Bahn waren wir in 10
Minuten im Zentrum. Wir brauchten aber doch noch 2 Stunden bis wir ein
Zimmer gefunden hatten, das Gerhard paßte.
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17.12.09, Santiago
(32 Grad, sonnig) - Valparaiso, 2 Std. Bus
Wir brauchten den ganzen Vormittag um ein paar Tage auf den Osterinseln zu
organisieren. Da man hier nicht einfach ins Reisebüro geht u. ein
Pauschalpaket bucht, mußten wir zur Fluglinie LAN laufen, die auf dieser
Strecke das Monopol hat. Nachdem die passenden Flüge gefunden waren, konnten
wir sie noch nicht fix buchen, weil wir erst versuchen mußten, eine freie
Unterkunft zu finden. Das schafften wir alleine nicht, da das Telefonieren
über Skype nicht funktionierte. Unser Vermieter half uns u. buchte für uns
telefonisch eine Unterkunft und den Transfer. Danach mußten wir wieder zu
LAN um die Flüge fix zu buchen. Es warteten aber so viele Leute im Büro, daß
ich es selbst am Computer am Online-Schalter versuchte u. es auch schaffte.
Nun hatten wir eine Sorge weniger.
Das nächste Problem war, daß unser Hostel für die nächste Nacht ausgebucht
war u. wir das Zimmer leider räumen mußten. Was nun? Beim Mittagessen am
Fischmarkt entschlossen wir uns, für die nächsten 2 Tage ans Meer nach
Valparaiso zu fahren. In einen Rucksack packten wir das nötigste zusammen.
Den zweiten Rucksack deponierten wir im Hostel.
Vom Busbahnhof fahren alle 20 Minuten Busse in knapp 2 Stunden nach
Valparaiso. Wir baten den Chauffeur uns direkt vor einem Hostel aussteigen
zu lassen um Gerhard das Rucksackschleppen zu ersparen. Es klappte alles
hervorragend.
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18.12.09, Valparaiso,
Vormittag Hochnebel, Nachmittag sonnig, 24 Grad
Die Hafenstadt Valparaiso, 280.000 Ew. ist die viertgrößte Stadt des Landes.
2 - 5 Straßenzüge erstrecken sich entlang der Bucht. Der Rest der Stadt
verteilt sich auf 42 Hügel. Jeder Hügel besitzt sein eigenes Flair u. die
sozialen Unterschiede der einzelnen Hügel sind deutlich zu erkennen. Ein
Hügel mit noblen Villen, auf anderen altersschwache Behausungen. Wenn wir
Leute nach dem Weg fragten, wurden wir immer gewarnt, manche Hügel nicht zu
besuchen, da es dort nicht sicher sei!
Die Hügel erreicht man über steile Treppen oder uralte Aufzüge, die auf
steilen Schienen hinauffahren. 14 dieser Aufzüge gibt es. Der 1. wurde 1855
gebaut. Der jüngste ist 80 Jahre alt. Der steilste bewältigt eine Steigung
von 70 Prozent. Jeder für sich ist ein preiswertes Erlebnis! Von oben hat
man immer einen schönen Ausblick auf den Hafen. Ein Teil der Hügel gehört
zum Weltkulturerbe u. wurde mit dem Geld der Weltbank renoviert.
Am Nachmittag fuhren wir mit der Schnellbahn in 14 Min. in den Nachbarort
Vina del Mar; eines der beliebtesten Seebäder Chiles. Im Sommer verbringen
ca. 1 Mio Gäste hier ihren Urlaub. Wir können uns das nicht vorstellen, weil
aus unserer Sicht die Strände nichts besonderes sind. Die hohen Wellen sind
trotz schönem u. leicht windigem Wetter bis ans Ufer gerollt u. es herrschte
Badeverbot. Wir setzten uns ca. 45 Min. auf der Promenade auf eine Bank u.
verfolgten das Treiben am Strand. Die kurze Zeit reichte fr einen leichten
Sonnenbrand! Da angeblich die Strände in den nächsten Orten noch schöner u.
sauberer werden, sind wir mit dem Bus 2 Orte weiter gefahren. Dort war der
Strand grau, fast keine Leute u. kein einziger im Wasser, obwohl hier der
Atlantik ganz flach war. Offensichtlich wurde da für den Reiseführer
schlecht recherchiert. Gerhard hat sich die neue Badehose (die alte hat er
nach seinem Tauchgang vergessen) umsonst gekauft!
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19.12.09, Valparaiso
- Santiago, ca. 150 km Bus, wolkig, 24 Grad
Als wir aus dem Hostel kamen, kam uns ein Bus nach Santiago entgegen. Der
Chauffeur sah uns mit dem Rucksack u. hielt sofort an. Gerhard ersparte sich
somit 1 km Rucksack schleppen zum Busbahnhof.
Santiago, die 5 Mio Einwohnerstadt ist sehr kompakt u. wir fanden uns sofort
gut zurecht. Da unser Zimmer noch nicht frei war, gaben wir den Rucksack im
Hostel ab u. gingen in den Supermarkt. An der Kassa fehlte Gerhard plötzlich
die Geldbörse. Sie wurde ihm offensichtlich samt seinem Fotoapparat im
Gedränge der U-Bahn aus der Hosentasche gestohlen! Er hatte zwar nur
umgerechnet knapp um die Euro 30,-- darin, aber leider auch seine
Kreditkarte. So liefen wir zurück ins Hostel u. riefen in Wien an, um die
Karte zu sperren. Die Anzeige auf dem Polizei-Kommissariat war schnell
gemacht. Man musste nur ein Formular in Englisch ausfüllen, bekam einen
Stempel auf die Kopie u. alles war erledigt. Gut, dass wir jeden Tag die
Fotos auf unser Netbook herunterladen u. noch eine zweite Kamera mithaben.
Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, machten wir auch noch den Check-In
bei LAN für unseren Flug morgen auf die Osterinsel. Anschließend
schlenderten wir noch durch einige Stadtviertel u. drängten uns zum
Tagesabschluss durch die Menschenmassen in der Fußgängerzone. Auch hier
merkt man den weihnachtlichen Einkaufsstress sehr.
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20.12.09, Santiago -
Hanga Roa (Osterinsel) 5 1/2 Std. Flug
In der Nacht ist Gerhard eingefallen, daß auch sein Führerschein in der
gestohlenen Geldbörse war.
Der Flughafenbus fuhr nicht weit von unserem Hostel ab. Am Airport war um 7
Uhr Früh schon sehr viel los. Anscheinend sind wir auch heute vom Pech
verfolgt. Das Flugzeug war defekt u. wir wurden in ein Restaurant zum
Frühstück geschickt u. auf neue Infos in 2 Stunden vertröstet. Nicht nur daß
wir wertvolle Zeit von unserem so und so schon viel zu kurzen Aufenthalt auf
den Osterinseln verlieren, haben wir im "All-you-can-eat"-Restaurant aus
Langeweile viel zu viel gegessen u. werden wahrscheinlich noch mehr
zunehmen. Mit 4 Std. 40 Min. Verspätung hob die vollbesetzte Ersatzmaschine,
eine Boeing 767, nun doch noch ab. Bei der Ankunft wurden wir mit frischen
Blumenkränzen begrüßt u. in unser Hostel gebracht. Gleichzeitig mit uns
kamen auch 2 junge Mädchen aus Deutschland an, die in Santiago für 1
Semester studieren. Wir beschlossen, uns gemeinsam ein Auto für morgen zu
mieten. Die Mädels hat uns Gott geschickt, denn ohne sie hätten wir keinen
fahrbaren Untersatz mieten können, da ich meinen Führerschein in Österreich
gelassen habe.
Da es bis kurz vor 22 Uhr hell ist, konnten wir am Abend noch einige
historische Stätten am Ortsrand zu Fuß erkunden.
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21.12.09, Hanga Roa,
leicht bewölkt 25 Grad, Luftfeuchtigkeit 76 %
Die Osterinsel wurde zu Ostern von einem Holländer entdeckt u. er gab ihr
den Namen Osterinsel. Sie gehört zu Chile, liegt aber 3.762 Kilometer vom
Festland entfernt. Der Zeitunterschied zum Festland beträgt 2 Stunden. Die
nächstgelegene bewohnte Insel ist 1.900 Kilometer entfernt u. so ist die
Osterinsel die isolierteste menschliche Ansiedlung.
Beim gemeinsamen Frühstück mit den anderen 6 Gästen die gestern mit uns
angekommen waren, beschlossen auch die restlichen sich gemeinsam ein Auto
für die Inselrundfahrt zu mieten.
Die Insel ist 17 km lang und 12 km breit u. vulkanischen Ursprungs. Nur eine
Straße, die durch die Inselmitte führt ist asphaltiert. Der Rest der Straßen
sind zum Teil sehr abenteuerliche Pisten und fast nur mit Allradautos zu
befahren, daher sind so gut wie alle Mietautos Jeeps.
Auf der kleinen Insel gibt es fast 250 große Tempelanlagen u. knapp 1.000
monumentale Steinfiguren u. Felszeichnungen zu bewundern. Die Steinfiguren
sind zwischen 2 und 21 m groß. Im Laufe der Jahre sackten viele Figuren tief
in den Boden ein. Auf unserer Rundfahrt sahen wir uns die größten u.
interessantesten Anlagen an. Im Norden liegt der einzige Strand der Insel.
Wir verbrachten auf dem traumhaften weißen palmengesäumten Sandstrand ein
paar Stunden. Das Schwimmen im warmen Südsee-Wasser war sehr angenehm. Die 2
deutschen Mädels waren sehr beeindruckt, da sie noch nie vorher so einen
tropischen Sandstrand sahen.
Unser letzter Stopp des Tages war ein unscheinbarer Ort an der Steilküste.
Wir hielten nur, weil einige Autos da standen. Ein kaum zu sehendes Loch im
Boden (ca. 65 x 55 cm groß) war der Eingang zu einer Wohnhöhle mit 2
Öffnungen zum Meer hin. Zum Glück borgte uns eine einheimische Familie 3
Taschenlampen. Ohne die hätten wir keine Chance gehabt die Höhle zu
besichtigen.
Die Rückfahrt über die unasphaltierte Piste war äußerst spektakulär.
Teilweise war die Straße überschwemmt u. man sah die Unebenheiten u. Löcher
nicht. Wir hatten jedes Mal Angst im tiefen Schlamm stecken zu bleiben. An
einer Stelle war das Wasser so tief, daß eine Fontäne über dem Auto
zusammenschlug. Gerhard hatte sein Fenster nicht ganz geschlossen u. wurde
mit dem schlammigen Wasser vollgespritzt. Gut daß er das Steuer bereits am
Morgen übernommen hatte, da die Mädels über keinerlei Fahrpraxis verfügten.
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22.12.09,
Osterinsel, wolkig 24 Grad - Santiago
Da wir bis zu unserem Abflug um 14 Uhr noch genug Zeit hatten liefen wir
nochmals durchs Dorf u. ein Stück die Küste entlang. Als wir das Hostel
verliesen lief uns ein Schäferhund zu und wich uns 3 Stunden nicht mehr von
der Seite. Er spielte sich wie unser Beschützer auf.
Auf der Insel gibt es sehr viele Wildpferde. Sie kommen bis zum Dorfrand, wo
sie aber von den streunenden Hunden verjagt werden. Am kleinen Dorfstrand
badeten einige Kinder. Eine große Schildkröte schwamm ins seichte Wasser bis
auf 1 Meter an die Kinder heran. Leider verjagten sie diese aber. Sie blieb
aber immer in der Nähe. Gerhard blutete das Herz daß er keine Zeit mehr zum
Schnorcheln hatte.
Die Hostelbesitzerin wollte uns und eine französische Familie zum 1 km
entfernten Flughafen bringen. Wir saßen schon im altersschwachen Kleinbus,
aber sie brachte keinen Gang hinein. Dann stellte sie den Motor ab u. dann
ging gar nichts mehr. Der Hund war noch immer da u. wollte unbedingt zu uns
in den Bus springen. Als wir alle aus dem Auto ausgestiegen u. das Gepäck
ausgeladen hatten u. sie ein Taxi rief, gelang es dem Franzosen den Bus zu
starten u. sie konnte uns doch noch zum Airport bringen.
Die Zeit am Flug verging sehr schnell. Man konnte am eigenen Bildschirm
zwischen 44 Filmen wählen u. an die 10 Filme waren auch auf Deutsch. Kurz
vor 22 Uhr waren wir im Hostel u. freuten uns auf das reservierte
Doppelzimmer. Es war aber kein einziges Zimmer frei. Das Personal schob sich
gegenseitig die Schuld zu, daß sie unser reserviertes Zimmer vergeben
hatten. Sie boten uns an, eine Nacht gratis im 6-Bett-Zimmer zu schlafen u.
morgen in ein Doppelzimmer zu wechseln. Da wir in der Nacht nicht mehr
herumlaufen wollten um ein anderes Hostel zu suchen willigten wir ein. |
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23.12.09, Santiago de
Chile, sonnig, 26 Grad
Durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlen sich die 26 Grad wesentlich wärmer
an. Der Chef vom Hostel hatte wegen des vergebenen Zimmers ein so schlechtes
Gewissen, daß wir auch noch gratis ein Frühstück bekamen.
Anschließend machten wir 3 im Stadtplan empfohlene Rundgänge. Auf den Routen
waren kaum Leute unterwegs, dafür war in den Einkaufsstraßen der Teufel los.
Gott sei Dank bekam Gerhard dann wieder Knieschmerzen u. ich durfte endlich
nach Hause. Er wäre sonst mit Sicherheit noch weiter gelaufen!
Im Gedränge mußte ich aufpassen, daß ich Gerhard nicht verliere. Er blieb
aus Neugierde bei jeder Filiale der Kaffeeketten stehen, die leicht
bekleidete Damen als Servierpersonal haben. In diesen Lokalen gibt es nur
lange geschwungene Stehpulte. Das Personal besteht ausschließlich aus jungen
Frauen in extrem kurzen Stretch-Minikleidern mit tiefem Ausschnitt. Die
Gäste sind fast ausschließlich Männer in Anzügen.
Im Supermarkt kauften wir für das Abendessen ein. An der Kassa wollte uns
die Kassiererin die 1 Liter Bierflasche nicht verkaufen, weil wir keine
Pfandflasche zurück gebracht hatten. Da uns das schon einmal passiert ist,
hat Gerhat die Flasche schon vor der Kassa geöffnet u. einen Schluck
getrunken. Sie hat herumgemeckert u. wir haben uns blöd gestellt u. so
konnten wir sie überlisten.
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24.12.09, Santiago de
Chile, wolkenlos, 29 Grad, - Madrid - Wien
Bei diesem herrlichen Sommerwetter tut es uns nun leid, daß wir ins
feucht-kalte Österreich zurück müssen. Wir sind aber auch schon urlaubsmüde
und brauchen Urlaub vom Urlaub!
Heute war die Stadt noch hektischer u. massenhaft Leute auf der Straße.
Zum Abschluß sahen wir uns noch Santiago von oben an. Wir wanderten einen
Hügel hinauf zur Marienstatue San Cristobal. Von da hat man einen schönen
Ausblick über die Stadt. Man sieht die Hochhäuser und normalerweise im
Hintergrund die schneebedeckten Anden. Leider hing aber eine riesige
Smogwolke über der Stadt, sodaß man nur die Umrisse der Berge erkennen
konnte.
Im Bus zum Flughafen waren kaum Leute und auch im Flughafengebäude war es
ziemlich leer. Wir baten beim Einchecken um einen Fensterplatz und man
erklärte uns, daß es kein Problem sei, da in der großen Maschine bis Madrid
nur 20 Passagiere an Bord sind! Vom Duty Free Shop wollte ich noch eine
Flasche des Nationalgetränks "Pisco Sour" mit nach Hause nehmen. Die
Kassiererin fragte mich nach meiner End-Destination. Da wir in Madrid
umsteigen müssen und es in der EU verboten ist im Handgepäck Flüssigkeiten
mitzuführen, hätte ich die Flasche bis Madrid austrinken müssen. Sch....
EU-Gesetze!
Feliz Navidad!
25.12.09, Maria
Theresia,
Im Flugzeug waren sowenig Leute, daß wir 8 Sitzplätze (eine ganze Reihe) für
uns alleine hatten u. genug Platz zum Schlafen. Um 24 Uhr wurden wir von der
Crew mit Champagner geweckt, da die Chilenen am 24. Dezember erst um
Mitternacht Weihnachten feiern. Die ganze Crew lief mit Weihnachtsmützen u.
Hirschgeweihen am Kopf herum. Auch am Madrider Flughafen war nicht viel los
u. die Duty Free Geschäfte zum größten Teil geschlossen.
Nun sind wir wieder gut zu Hause gelandet u. eine schöne und abenteuerliche
Reise ist zu Ende. |
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